Führungskraft Lehrer - Führungsstile nach Lewin


Seminararbeit, 2007

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff der Führung

3. Der Lehrer in der Rolle der Führungskraft

4. Führungsstile von Lehrern
4.1 Der autoritäre bzw. autokratische Führungsstil
4.1.1. Merkmale des autoritären Führungsstils
4.1.2 Auswirkungen des autoritären Führungsstils auf die Schüler
4.2 Der demokratische bzw. kooperative Führungsstil
4.2.1 Merkmale des demokratischen Führungsstils
4.2.2 Auswirkungen des demokratischen Führungsstils auf die Schüler
4.3 Der laissez-faire Führungsstil
4.3.1 Merkmale des laissez-faire Führungsstils
4.3.2 Auswirkungen des laissez-faire Führungsstils auf die Schüler
4.4 Verhaltensmerkmale gegenüber Führungsstilen
4.5 Ausprägung der drei Führungsstile

6. Der „ideale“ Führungsstil

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

In den folgenden Ausführungen bezieht sich die Autorin auf beide Geschlechter gleichermaßen.

Führung bedeutet nicht Herrschaft,
sondern die Kunst,
Menschen dazu zu bringen,
dass sie für ein gemeinsames Ziel arbeiten.

Daniel Goleman[1]

1. Einleitung

Lehrer haben eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie sollen Schülern Wissen und Kompetenzen vermitteln, sollen deren Begabungen erkennen und fördern und in der Klasse ein lernförderliches Klima erzeugen, sodass am Ende der Schulzeit selbstständig denkende und verantwortlich handelnde junge Menschen die Schulen verlassen.[2] Um dies zu erreichen, müssen Lehrer ihre Schüler in eine Richtung lenken und ihnen bestimmte Wege vorgeben – sie müssen ihre Schüler führen.

In den Jugenderinnerungen Erwachsener, in den Erzählungen und Erfahrungen von Kindern bzw. Schülern und auch in der Literatur scheinen dazu immer wieder unterschiedliche Führungsstile von Lehrern auf. Diese können verschiedenster Art und Weise sein und sich auf den bzw. die Schüler unterschiedlich auswirken. Meist bleiben jene Führungsstile im Gedächtnis, unter deren Autoritätsanspruch Schüler zu leiden haben, oder solche unter denen den Schülern besondere Freiheiten zu Teil werden.

Es stellt sich nun die Frage, welche Führungsstile Lehrer anwenden. Besonders aufschlussreich dazu sind die Experimente von Lewin. Deshalb orientiert sich die Seminararbeit bei der Beschreibung der Führungsstile von Lehrern an den drei „klassischen Führungsstilen“ nach Lewin (autoritär, demokratisch, laissez-faire). Zusätzlich sollen noch die Fragen geklärt werden, welche Auswirkungen diese Führungsstile auf die Schüler haben und ob für Lehrer ein „idealer“ Führungsstil definiert werden kann.

In der Seminararbeit wird am Beginn der Begriff der Führung kurz näher beleuchtet. Es soll dabei erläutert werden, wie Führung definiert werden kann, welche Aufgaben Führung zu erfüllen hat, und auch wo Führung stattfindet. Anschließend wird auf den Lehrer in der Rolle als Führungskraft näher eingegangen. Im Hauptteil der Seminararbeit werden die drei Führungsstile nach Lewin (autoritär, demokratisch, laissez-faire) genau erklärt. Es sollen dabei die Merkmale der einzelnen Führungsstile beschrieben werden, ebenso wie die Auswirkungen der Führungsstile auf die Schüler. Danach werden zur Veranschaulichung die Verhaltensmerkmale gegenüber den Führungsstilen grafisch dargestellt, und es wird kurz auf die Ausprägung der drei Führungsstile eingegangen. Abschließend soll noch der Frage nachgegangen werden, welcher Führungsstil „ideal“ sein könnte.

2. Begriff der Führung

Führung ist eine hierarchisch strukturierte soziale Beziehung, bei der typischerweise der Vorgesetzte den Geführten gegenübergestellt wird. Der Führer besitzt gegenüber den Geführten Macht-, Informations-, Status- und Fähigkeitsvorsprünge, die das Handeln des Geführten entscheidend bestimmen.[3] Die Aufgabe der Führung ist es, Orientierung zu schaffen, Koordinierungs-, Regel- und Steuerungsleistungen zu erbringen und zu kontrollieren, aber auch Verantwortungs- und Repräsentationspflichten zu übernehmen.[4]

Führung findet in allen sozialen Gruppen statt, d.h. nicht nur in formellen und informellen Organisationen, sondern auch in sozialen Gebilden wie der Schule, zum Beispiel zwischen der „Führungskraft Lehrer“ und den „Geführten Schülern“.[5]

3. Der Lehrer in der Rolle der Führungskraft

Lehrer sind professionelle Manager für Lern- und Entwicklungsprozesse und versuchen bei ihren Schülern optimale Ergebnisse zu erzielen. Sie sind Experten für ihre Fächer, vermitteln Inhalte und Methoden ebenso wie fächerübergreifende Kompetenzen und geben möglichst viel Wissen an ihre Schüler weiter. Sie können als pädagogische Führungskräfte, als Gruppenführer, bezeichnet werden, die die unterschiedlichen Begabungen ihrer Schüler fördern, ihre Leistungen bewerten und beurteilen und die Schüler aktiv auf ihrem Weg begleiten.[6]

Jeder Lehrer führt seine Schüler auf individuell einmalige Weise. Diese Führungsweise wird durch unterschiedliche Faktoren bestimmt. Eine wichtige Rolle spielt zunächst die Persönlichkeit des Lehrers, d.h. seine personale Struktur, seine Vitalität, sein Temperament. Weiters wird die Führungsweise des Lehrers bestimmt durch seine Vorstellungen bzw. Einstellungen zu pädagogischen Aufgaben und die Fähigkeiten der Umsetzung. Aber auch die fachliche und pädagogische Ausbildung des Lehrers prägt die Art der Führung. Zusätzlich wird sein pädagogisches Tun und Wirken von den Anschauungen und Werten der Schule, an welcher er wirkt beeinflusst; ebenso wie von der Alterstufe der Schüler und deren Eigenarten. Je nach Führungsform bzw. Führungsstil entstehen bestimmte Lehrer-Schüler-Verhältnisse, die sich auf die Leistungsbereitschaft und den Lernwillen der Schüler auswirken.[7]

4. Führungsstile von Lehrern

Von einem Führungsstil spricht man dann, wenn im Verhalten des Lehrers beständige Tendenzen oder Gesetzmäßigkeiten erkennbar sind. „Diese sind mit der konstanten Häufigkeit charakteristischer Verhaltensmerkmale gegeben, die wiederum in bestimmten Haltungen und Dispositionen des Lehrers begründet liegt. Führungsstile bezeichnen also eine charakteristische Weise erzieherischen Verhaltens; sie werden im Blick auf das Ganze intuitiv gesehen, sodann empirisch in einzelnen Merkmalen aufgewiesen, woraus der Grad der Stilhaftigkeit gemessen werden kann. Es geht also um eine Kategorisierung und Typisierung des Lehrerverhaltens.“[8]

Im Folgenden werden die einzelnen Führungsstile, die auf Lewin zurückgehen, näher dargestellt. Er versuchte mit einem Experiment zu beantworten, wie sich unterschiedliche Formen der Erziehung und Führung durch Erwachsene auf das Denken, die Gefühle und das Verhalten von Kindern auswirken. Dabei wurden die drei „klassischen Führungsstile“ untersucht: der „autoritäre“ Stil, der „demokratische“ Stil und der „laissez-faire“ Stil.[9]

4.1 Der autoritäre bzw. autokratische Führungsstil

4.1.1. Merkmale des autoritären Führungsstils

Der autoritäre Führungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass alle methodischen Entscheidungen und alle Arbeitsschritte vom Lehrer bestimmt werden. Er übernimmt die Verantwortung für alle Tätigkeiten. Die Schüler bleiben im Ungewissen über den Ablauf ihrer Tätigkeit, es wird ihnen jeder Teilschritt anbefohlen.[10] Lehrer mit diesem Führungsstil sind meist sehr leistungsorientiert, ihnen ist der Frontalunterricht zuzuschreiben. Die Aufgaben werden direkt und ohne Diskussion zugewiesen, die Instruktionen sind klar und eindeutig, denn es wird alles bis ins letzte Detail erklärt. Er kontrolliert und beurteilt das Schülerverhalten, bestraft unangemessenes Verhalten und lobt angepasstes Verhalten.[11] Kritik und Lob sind jedoch meist auf die Person anstatt auf die Leistung bezogen. Der autoritäre Führungsstil beruht auf ständigem Gehorsam, d.h. der Lehrer gibt die Befehle, Anweisungen und Kommandos. Der Lehrer stellt die einzige Informationsquelle dar und ist für die Schüler „unantastbar“.[12] Das heißt, er verhält sich zu den Schülern unpersönlich und distanziert, zeigt wenig oder keine Anteilnahme an den Erwartungen, Bedürfnissen und Problemen der Schüler.[13]

[...]


[1] siehe Goleman 1996, S. 192

[2] vgl. Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände 2001, S. 8

[3] vgl. Neuberger 2002, S. 491

[4] vgl. Schubert/Klein 2006

[5] vgl. Plackner 1998, S. 17

[6] vgl. Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände 2001, S. 5 und S. 9

[7] vgl. Hengartner 1967, S. 125f

[8] Hengartner 1967, S. 126

[9] vgl. Lewin 1953, S. 117ff

[10] vgl. Hengartner 1967, S. 127

[11] vgl. Wolf 2006

[12] vgl. Plackner 1998, S. 28f

[13] vgl. Liebel 1992, S. 114

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Führungskraft Lehrer - Führungsstile nach Lewin
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Institut für Organisation und Lernen)
Veranstaltung
Erziehungswissenschaft I
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V69149
ISBN (eBook)
9783638612838
Dateigröße
663 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Führungskraft, Lehrer, Führungsstile, Lewin, Erziehungswissenschaft
Arbeit zitieren
Verena Huter (Autor), 2007, Führungskraft Lehrer - Führungsstile nach Lewin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69149

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