Kommunikation in der Physiotherapie

Welche Bedeutung hat Kommunikation im Hinblick auf den Therapieerfolg?


Hausarbeit, 2006

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorstellung des Themas

2. Was ist Kommunikation?
2.1 In welchen Feldern der Physiotherapie ist Kommunikation von Bedeutung?
2.2 Kongruenz und Inkongruenz
2.3 Selektive Wahrnehmung

3. Patient-Therapeut-Kommunikation- Zur Wichtigkeit von gelungener Kommunikation im Behandlungsverlauf
3.1 Empathie und Abgrenzung in der Patient-Therapeut-Beziehung
3.2 Rollenverständnis

4. Vorstellen einer Studie
4.1 Teilnehmer und Forschungsdesign
4.2 Unterrichtsmittel
4.3 Durchführung und Dauer der Maßnahme
4.4 Hypothesen
4.5 Auswertung und Ergebnisse
4.6 Interpretation der Ergebnisse

5. Kommunikation nach außen: Physiotherapie als Produkt in einer sich-verändernden gesundheitspolitischen Umgebung

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Vorstellung des Themas

Im Rahmen dieser Arbeit werde ich mich mit dem Thema „Kommunikation in der Physiotherapie“ befassen und mich mit der Frage beschäftigen, welchen Einfluss eine gute Kommunikation im Hinblick auf der Behandlungsergebnis hat.

Die Literaturrecherche auf diesem Gebiet erwies sich als ausgesprochen schwierig, da dieses spezielle Thema in der Literatur noch weitgehend unbehandelt geblieben ist. Daher beziehe ich mich in dieser Arbeit überwiegend auf Artikel aus Fachzeitschriften und versuche, einen Bogen zu spannen von zu verschiedenen Kommunikationsmodellen und deren Anwendbarkeit auf die Praxis der Therapie.

Beginnen werde ich meine Arbeit mit einigen kurzen Definitionen und einer kurz gehaltenen Darstellung und Erläuterung von wichtigen Begriffen zum Thema; außerdem möchte ich die Frage beleuchten, in welchen Bereichen der Physiotherapie überhaupt von Kommunikation gesprochen werden kann. Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird auf der Kommunikation zwischen dem Patienten und dem Therapeuten liegen.

Im weiteren Verlauf werde ich versuchen, auch die besondere und häufig unbeachtete Situation des Therapeuten im Kommunikationsprozess mit dem Patient als Gegenüber darzustellen, also die Frage zu beleuchten „was macht Kommunikation eigentlich mit dem Therapeuten?“.

Außerdem werde ich eine Studie zum Thema „Kommunikationsschulung“ vorstellen.

Abschließend wage ich einen Ausblick in die Zukunft der Therapeut-Patient-Beziehung im Hinblick auf deren Kommunikation unter dem Aspekt der sich-verändernden gesundheitspolitischen Situation und versuche, die eingangs gestellte Frage anhand meiner Ausführungen zu beantworten.

An dieser Stelle möchte ich noch betonen, dass ich auf die grammatikalische Unterscheidung der weiblichen und männlichen Formen in dieser Arbeit verzichten werde. Ich wähle der Einheit wegen die männliche Form, spreche damit aber beide an.

Außerdem sei noch gesagt, dass sich die Inhalte meiner Arbeit überwiegend auf den ambulanten Bereich beziehen, da der überwiegende Teil der von mir verwendeten Literatur sich darauf beschränkt.

Das von mir gewählte Thema erscheint mir sehr attraktiv, da ich selber in meiner Arbeit als Physiotherapeutin häufig mit den Tücken von schwieriger oder gar missglückter Kommunikation konfrontiert bin.

Die Arbeit von Physiotherapeuten bewegt sich häufig auf einem schmalen Grat zwischen anatomisch- und physiologisch-funktioneller Arbeits- und Handlungsweise, in der der Therapeut sich sicher fühlt und andererseits dem Begegnen von Menschen, dem Aufbauen von therapeutischen Beziehungen und hier somit auch wieder guter Kommunikation. Dieses Gebiet möchte ich versuchen, in dieser Arbeit zu beschreiten.

2. Was ist Kommunikation?

Zu Beginn dieser Arbeit möchte ich einige Definitionen zum Begriff Kommunikation vorstellen sowie den Ursprung des Wortes herleiten:

communicatio, onis, f. (lat.)

Mitteilung, Verbindung

communicare,o (lat.)

1. gemeinsam machen; vereinigen, verbinden; zusammenlegen
2. teilen; mitteilen; teilnehmen lassen; Anteil haben an; Anteil nehmen an
3. sich beraten; sich besprechen

Kommunikation

1. Verständigung untereinander, Umgang, Verkehr
2. Verbindung, Zusammenhang (Duden, 2001)

Kommunikation bezeichnet auf der menschlichen Alltagsebene den wechselseitigen Austausch von Gedanken in Sprache, Mimik, Gestik, Schrift oder Bild (www.wikipedia.org, 2006).

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick, 1998). Diese Aussage bringt zum Ausdruck, dass in Begegnungen unablässig, wenn auch manchmal unbewusst kommuniziert wird. Auch wer nichts sagt, drückt damit eine Menge aus.

Auf die verschiedenen Kommunikationstheorien werde ich in dieser Arbeit nicht näher eingehen. Nur die für das Verständnis wichtigsten Aspekte von Kommunikation sollen an dieser Stelle genannt werden:

eine für mein Thema wichtige Unterscheidung in der Kommunikation findet sich in der Unterteilung in

1. vertikale (oder komplementäre) Kommunikation und
2. horizontale (oder symmetrische) Kommunikation

Mit vertikaler Kommunikation ist die Verständigung eines Höhergestellen mit einem Untergebenen (oder auch umgekehrt) gemeint, also die Kommunikation zwischen Personen, die sich nicht auf der gleichen Ebene befinden.

Horizontale Kommunikation hingegen meint die Verständigung zwischen gleichgestellten Personen.

Thompson stellt fest, dass gerade die Verständigung zwischen Dienstleistern und Patienten im Gesundheitswesen häufig asymmetrischer Natur ist (2001). Damit ist gemeint, dass die Gesprächsanteile in einem Austausch unausgewogen verteilt sind. Ein weiteres Beispiel für asymmetrische Kommunikation wären das Medium Fernsehen oder Plakatwerbungen, die den Empfänger auf einem Einbahnstraßen-Kanal empfangen (Hurrelmann, Leppin, 2001).In ihren Aufsätzen beziehen sich viele Autoren zwar überwiegend auf das Verhältnis zwischen Arzt und Patient; die Beispiele sind aber durchaus auf die Therapie übertragbar.

Des Weiteren gilt es, sich bewusst zu machen, dass zur Kommunikation mehr zählt als die bewusste, verbale Verständigung. Vielmehr läuft ein Gespräch zwischen zwei oder mehr Menschen auf drei Ebenen ab:

- auf der verbalen Ebene (Gespräch, Information, Zuhören)
- auf der paraverbalen Ebene (Tonfall, Stimmlage, Sprechtempo, Dialektik)
- auf der nonverbalen Ebene (Gestik, Mimik, Körperhaltung, Nähe-Distanz, Erscheinungsbild) (Wilda-Kiesel, 2003).

Diese drei Ebenen wirken in beide Richtungen, das heißt von Therapeut zu Patient und auch von Patient zu Therapeut.

Diese Differenzierungen werden uns im Verlauf dieser Arbeit öfter begegnen, wenn sich die Frage stellt, in welcher Beziehung die Akteure im Kommunikationsprozess zueinander stehen.

2.1 In welchen Feldern der Physiotherapie ist Kommunikation von Bedeutung?

„Ganzheitliche Physiotherapie ist mehr als Patienten sachgerecht und qualifiziert zu untersuchen und zu behandeln“ (Wilda-Kiesel, 2003)

Zu einer gelungenen und erfolgreichen therapeutischen Behandlung gehört auch ein gewisses Maß an professioneller Kommunikation. Untersuchungen haben gezeigt, dass die fachliche Kompetenz von Physiotherapeuten nur einen Baustein im Erfolgsmodell der gesamten Behandlung ausmacht. Schneider sagt dazu in ihrem Aufsatz „Die Bedeutung der Kommunikation in der Physiotherapie“: „Der Erfolg physiotherapeutischer Arbeit hängt auch davon ab, wie gut die Therapeuten mit ihren Patienten, Kollegen, Ärzten, anderen Teammitgliedern und schließlich auch in der Öffentlichkeit kommunizieren können“ (1999). Aus dieser Aussage lassen sich die verschiedenen Richtungen, in die Therapeuten kommunizieren, ableiten:

- Kommunikation mit dem Patienten und ggf. mit Angehörigen
- Kommunikation mit Kollegen (Teammitgliedern in gleichen und/oder in unterschiedlichen Berufsständen)
- Kommunikation mit verordnenden Ärzten
- Kommunikation mit der Öffentlichkeit (z.B. in Bezug auf Werbung).

Den Schwerpunkt meiner Betrachtung lege ich auf die Bedeutung der Kommunikation zwischen Therapeut und Patient, da meine Eingangsfrage nach der Relevanz von gelungener Kommunikation dies in den Vordergrund rückt. Wilda-Kiesel unterscheidet drei Ebenen, auf der sich der Therapeut und der Patient im Kontext der Therapie begegnen:

1. die funktionale oder Inhaltsebene (beschreibt die fachliche Kompetenz des Physiotherapeuten einerseits sowie die Erkrankung des Patienten und die Therapie andererseits)
2. die soziale Ebene (ergibt sich aus den Rollen, die die beiden Akteure bekleiden, bestimmt durch Alter, Geschlecht, sozialen Status; das Erleben des Patienten was Fähigkeiten und Fertigkeiten des Therapeuten betrifft)
3. die emotionale Ebene (meint das Erleben beider während der Therapie; z.B. Gefühle im Umgang miteinander) (2003).

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Kommunikation in der Physiotherapie
Untertitel
Welche Bedeutung hat Kommunikation im Hinblick auf den Therapieerfolg?
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Kooperation und Kommunikation zwischen Ambulanzen und Kliniken
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V69396
ISBN (eBook)
9783638613422
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikation, Physiotherapie, Welche, Bedeutung, Kommunikation, Hinblick, Therapieerfolg, Kooperation, Kommunikation, Ambulanzen, Kliniken
Arbeit zitieren
Nadine Musch (Autor), 2006, Kommunikation in der Physiotherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69396

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