Lautlehre: Phonetik und Phonologie


Seminararbeit, 2006
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung

1 Gegenüberstellung Phonologie / Phonetik

2 Der Sprechapparat
2.1. Subglottale Organe
2.2 Supraglottale Organe

3 Lautbildung
3.1. Vokale
3.2 Konsonanten

4 Lautschrift

5 Bibliographie

1 Gegenüberstellung Phonologie / Phonetik

Phonologie und Phonetik sind beides Teile der Lautlehre, die wiederum dem Gebiet der allgemeinen Linguistik angehört.

Die Phonologie beschäftigt sich mit der Analyse von Lauten hinsichtlich ihrer Funktionalität, d.h. hinsichtlich ihrer Fähigkeit sprachliche Zeichen zu differenzieren. Sie zerlegt Laute in ihre distinktiven Komponenten. Diese kleinsten, bedeutungsunterscheidenden Einheiten bezeichnet man als Phoneme.

vgl. Pöckl et al. 2003: 82

Im Gegensatz zur Phonologie, die sich mit Lauten als Einheiten im System einer Sprache befasst, betrachtet die Phonetik Laute unabhängig von solchen Systemüberlegungen.

Die Phonetik ist die Lehre der von den Menschen hervorgebrachten Laute. Artikulierte Laute werden mit natuwissenschaftlichen Methoden, d.h. beispielsweise durch Experimente, als konkrete physikalische Erscheinungen untersucht und beschrieben. Die Phonetik wird in drei Teilbereiche eingeteilt. Am wichtigsten ist die artikulatorische Phonetik, die sich mit der Bildung von Sprachlauten durch die Sprachorgane beschäftigt. Die akustische Phonetik untersucht die physikalischen Vorgänge bei der Übertragung von Schallwellen (Lautstärke, Frequenz, Klangfarbe und Tonhöhe), wohingegen die auditive Phonetik sich mit dem Empfang der Laute über das menschliche Gehör befasst.

vgl. Pöckl et al. 2003: 5ff

2 Der Sprechapparat

Im Rahmen der bereits erwähnten artikulatorischen Phonetik spielt der Sprechapparat eine wichtige Rolle. Er umfasst alle Organe, die für die Lautbildung von Bedeutung sind. Man kann ihn in zwei gößere Teilbereiche gliedern.

2.1. Subglottale Organe

Zu den subglottalen Organen zählen all jene Organe, die unterhalb der Stimmritze (lat. glottis) liegen. Dazu gehören die Lunge, das Zwerchfell, die Luftröhre und der Kehlkopf.

Die Lunge ist eines der wichtigsten Organe bei der Lautbildung, da sie dafür sorgt, dass beim Ein- und Ausatmen ein Luftfluss entsteht, durch den letztendlich Laute gebildet werden können. Das Zwerchfell ist ein Organ, das aus Muskeln und Gewebe besteht und die Bauchhöhle von der Brusthöhle separiert. Beim Einatmen spannt sich das Zwerchfell an, um die Lungenflügel zu dehnen und ermöglicht es dem Körper so Luft aufzunehmen. Die Luftröhre stellt die Verbindung zwischen dem Kehlkopf und den Bronchien dar. Durch sie fließt die Luft bei der Atmung. Am oberen Ende der Luftröhre befindet sich der Kehlkopf. Dieser ist sehr komplex aufgebaut. Für die Stimmbildung wichtig sind die in ihm befindlichen Stimmlippen und deren Funktion. Sie sind am Schildknorpel, welcher auch als Adamsapfel bezeichnet wird, befestigt. Je nach dem Anspannungsgrad der Stimmlippen variieren Tonhöhe, Lautstärke und Sprechstimmlage des Menschen. Konsonanten kann man durch Untersuchung der Schwingungen der Stimmlippen in stimmlose und stimmhafte Kategorien aufteilen. (Genauere Erläuterungen hierzu folgen unter Punkt 3.1). Die Stimmritze ist der Raum zwischen den Stimmlippen. Je nach Art der verschiedenen Sprachlaute ändert sich ihre Weite, d.h. ihr Öffnungsgrad. Allgemein wird bei den Sprachlauten zwischen Geräuschlauten und Klanglauten unterschieden. Bei ersteren zeigen die Stimmlippen keine Aktivität, die Stimmritze ist also komplett geschlossen. Diese Stellung wird als Phonationsstellung bezeichnet. (So bei der Artikulation stimmloser Konsonanten, wie z.B. beim Phonem [s] im Wort Hau s).

Beim Atmen hingegen ist sie geöffnet; durch die Schwingungen der Stimmlippen entstehen Klanglaute. Folgende Graphik veranschaulicht beide Situationen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Stimmritze geöffnet / geschlossen

Quelle: http://www.vocalis-projekt.de/html/stimme/anatomie.htm

Das letzte fehlende Organ ist der Kehlkopfdeckel, welcher bei Schluckvorgängen die Luftröhre verschließt und so die direkt dahinter befindliche Speiseröhre öffnet. Dies erklärt zum Beispiel, warum man nicht gleichzeitig schlucken und sprechen kann.

Es gibt zwei verschiedene Atemtechniken: die Hochatmung und die Bauchatmung. Letztere wird von Babys aufgrund eines natürlichen, angeborenen Reflexes automatisch praktiziert. Erwachsene Menschen hingegen wenden oft fälschlicherweise die Hochatmung an; erkennbar durch Hebung und Senkung des Schulterbereichs bei jedem Atemzug, man sagt auch, sie atmen durch die Brust. Jedoch wäre es deutlich gesünder und schonender aus dem Bauch zu atmen. Bei der Bauchatmung verursachen die angespannten Bauchmuskeln eine Senkung des Zwerchfells, was dazu führt, dass sich die eingeatmete Luft im gesamten Bereich der Lungen verteilen kann und so der obere Brustbereich entspannt bleibt. Lehrer, Schauspieler und auch besonders Sänger müssen deshalb diese Atemtechnik beherrschen, um ihren Beruf problemlos ausüben zu können.

vgl. http://www.vocalis-projekt.de/html/stimme/anatomie.htm

2.2 Supraglottale Organe

Zu den supraglottalen Organen zählen all jene Organe, die oberhalb der Stimmritze liegen. Hierbei differenziert man zwischen den beweglichen Artikulationsorganen, zu denen die Zunge, die Lippen sowie allgemein der gesamte Unterkiefer gehören und den unbeweglichen Artikulationsstellen. Letztere umfassen den Gaumenbereich mit Zahndamm und Zähnen.

Im Ansatzrohr, wie man das Gebiet, in dem die supraglottalen Organen liegen, auch nennt, sind die drei Resonanzräume der menschlichen Stimme zu finden. Neben der Mund- und der Nasenhöhle stellt auch der Rachenraum einen Resonanzraum dar. Lateinisch bezeichnet man diese als oral, nasal und pharyngal.

Auf der folgenden Graphik sind die einzelnen Artikulationsstellen und Artikulationsorgane nummeriert. Als erstes erkennt man Lippen (1) und Zähne (2), die sich sowohl am Unter- als auch am Oberkiefer befinden. Direkt hinter den Zähnen am Oberkiefer sitzt der Zahndamm (3) (lat. Alveolen). Hinter diesem liegt der Gaumen, der sich in zwei Bereiche einteilen lässt: den harten Gaumen (4) (lat. Palatum) und den weichen Gaumen (5) (lat. Velum). Dieser geht in das Zäpfchen (6) (lat. Uvula) über. Auch die Zunge gliedert sich – wie der Gaumen – in mehrere Unterkategorien: In Zungenspitze (7) (lat. Apex), Zungenrücken (8) (lat. Dorsum) und hinteren Zungenrücken (9) (lat. Postdorsum). Im Rachenbereich (11) (lat. Pharynx) befinden sich Kehlkopfdeckel (10) (lat. Epíglottis) und Stimmbänder (12).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Supraglottale Organe

Quelle: http://www.uni-potsdam.de/u/slavistik/vc/dalchow/phonetik/skripte/sprechorgane.htm

Diese Fachausdrücke sind wichtig, da sie es ermöglichen, die Laute mit den Begriffen ihrer exakten Artikulationsorte zu definieren.

In folgender Graphik sind die Adjektive, welche zur Definition verwendet werden, aufgeführt. Sie gleichen den weiter oben aufgeführten lateinischen Bezeichnungen der einzelnen Organe. Dabei ist jedoch weder Zungenspitze, noch Zungenrücken, noch hinterer Zungenrücken gekennzeichnet. Die mit Hilfe dieser Partien gebildeten Laute nennt man apikal, dorsal, sowie postdorsal.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Artikulationsorte

Quelle: EPS französische Sprachwissenschaft; PDF von Katharina Eisele; 5. Sitzung; 12.10.06

Konkrete französische Wortbeispiele hierzu lassen sich an folgender Tabelle aufzeigen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Französische Beispiele zu Abb. 3

Die Tabelle ist so konzipiert, dass in Zeile 1 stimmlose Laute, in Zeile 2 stimmhafte und in der dritten Zeile ausschließlich nasale Laute erscheinen. Die zugehöigen Transkriptionen finden sich in Abb. 6, S. 11.

Die Kenntnis der Artikulationsorte ermöglicht es also, Lauten spezifische Attribute zuzuordnen. Bei deren Definition unterscheidet man auch zwischen verschiedenen Artikulationsmodi, auf welche bei den Ausführungen zur Lautbildung näher eingegangen wird.

vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Phonetik

3 Lautbildung

Der Prozess der Lautbildung läuft in drei Schritten ab. Die sog. Initiation beschreibt zunächst die Bildung des Luftstroms. Da die Laute meistens beim Ausatmen gebildet werden, spricht man auch vom expiratorischen Luftstrom. Im zweiten Schritt, auch Phonation genannt, erfolgt – wie der Name schon zu erkennen gibt – die Lautgebung. Die Stimmlippen müssen hierzu ganz oder teilweise geschlossen sein. Das führt dazu, dass sie durch die austretende Luft in Schwingung versetzt werden (vgl. hierzu Abb.1). Im dritten und letzten Schritt, der sog. Artikulation, wird der Luftstrom durch die jeweiligen Organe verändert und erhält so die bei jedem Laut verschiedene Färbung.

Kann die Luft ohne wesentliche Behinderung durch den Mund- und Nasenraum ausströmen, entstehen Vokale. Stößt der Luftstrom jedoch auf ein Hindernis, werden Konsonanten erzeugt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Lautlehre: Phonetik und Phonologie
Hochschule
Universität Mannheim  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Einführungsseminar Sprachwissenschaft
Note
1,0
Autoren
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V70498
ISBN (eBook)
9783638629027
Dateigröße
807 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lautlehre, Phonetik, Phonologie, Einführungsseminar, Sprachwissenschaft
Arbeit zitieren
Katharina Kaiser (Autor)Anna Katharina Braune (Autor), 2006, Lautlehre: Phonetik und Phonologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70498

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