Die Fischer-Kontroverse. Die Kriegsschuldfrage Erster Weltkrieg


Referat (Ausarbeitung), 2003
14 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

G l i e d e r u n g

Einstieg und Vorbemerkungen

1.) „Die Ideen von 1914“ (Vorbedingungen zum 1. Weltkrieg)
Imperialismus, Kolonialismus, Nationalismus, Rassismus, Militarismus

2.) Das Jahr 1961: Fritz Fischer
Thesen zur Schuld Deutschlands am 1. Weltkrieg (Offensiv- statt Defensivkrieg) – Kriegsziele und Kriegsmittel

3.) Literaturangaben zur „Fischer-Kontroverse“

Einstieg:

„Die Geschichte der Jahre 1914 bis 1918 ist so gut durchforscht

wie kaum eine andere Epoche. Der Historiker bewegt sich

überall auf sicherem Boden. Heftige Fehden in der

Öffentlichkeit, scharfe Auseinandersetzungen in der Wissen-

schaft sind ausgefochten worden - man wird zugestehen, dass mit

großem Aufwand Bleibendes erreicht wurde. Die Katastrophe

eines weltumspannenden Krieges der modernen Staatenwelt ...

steht uns heute vor dem geistigen Auge anders, als die

Mitlebenden sie mit leibhaftigen Augen sahen: schon in kühler

Distanz, in allen Einzelheiten beleuchtet, fast ohne Rätsel .

Forscher in allen Ländern sind sich über die Grundzüge der

Vorgänge im Großen und Ganzen einig - sofern nicht

ideologische Bindungen die unbefangene Beurteilung

beeinträchtigen.“

Walther Hubatsch (1955)

à kritische Anmerkung dazu! (als Einführung)

Vorbemerkungen:

Fritz Fischer (1967):

„Bei der angespannten Weltlage des Jahres 1914, nicht zuletzt als Folge der deutschen Weltpolitik - die 1905, 1909 und 1911 bereits drei gefährliche Krisen ausgelöst hatte -, musste jeder lokale Krieg in Europa, an dem eine Großmacht unmittelbar beteiligt war, die Gefahr eines allgemeinen Krieges unvermeidbar nahe heranrücken. Da Deutschland den österreichisch-serbischen Krieg gewollt und gedeckt hat und, im Vertrauen auf die deutsche militärische Überlegenheit, es im Juli 1914 bewusst auf einen Konflikt mit Russland und Frankreich ankommen ließ, trägt die deutsche Reichsführung den entscheidenden Teil der historischen Verantwortung für den Ausbruch des allgemeinen Krieges.“

Zusammenfassung:

- Ursachen, Schuldfrage und die deutschen Ziele des 1. WK
- BRD 60er Jahre: die Kontroverse Methoden der Geschichts-schreibung verbessert
- Überwindung der Ansicht vom Verteidigungskrieg

Hauptfragen:

1. Problem der Wechselwirkung von Innen- und Außenpolitik, sowie die innenpolitischen Antriebskräfte der Außenpolitik
2. Die Frage nach der Kontinuität deutscher Geschichte vor und nach dem 1. Weltkrieg

- innere Antriebskräfte: konservative Eliten im Kaiserreich à Ableitung von Spannungen nach außen à Grund: wirtschaftlich-gesellschaftlicher Wandel gefährdete die alten Eliten

Gegensatz:

A) traditionelle historische Sichtweise: Akteur Staat
B) Fritz Fischer: individuell Handelnde in den Mittelpunkt à Rolle des Reichskanzlers Bethmann Hollweg
- Fischers Diskussion (bezug auf Bismarckzeit = Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus) stellte prinzipielle Frage nach dem Ort deutscher Geschichte dieses Jahrhunderts – Kernproblem deutscher Geschichte seit dem 19. Jahrhundert

Punkt 1:

„Vorbedingungen zum 1. Weltkrieg“ – die Ideen von 1914

- Zeit ab der Jahrhundertwende war geprägt von Massenpolitisierung und zahlreichen Partizipationsforderungen, Entwicklung zum Industriestaat und der Verflechtung von Außenpolitik mit industriellem und kommerziellen Expansionismus
- diese Aspekte gehen in den sog. „Ideen von 1914“ der Intelligenz (Professoren) auf à der Freiheitsbegriff von 1789 wird gewandelt zur à allumfassenden Unterordnung unter die Staats- und Gesellschaftsform (Begriff der Volksgemeinschaft)

à Familie ist die Urzelle des Staates à Staat demnach eine Großfamilie

- Fundamente der Kriegsideologie: Gerechtigkeit, Ordnung und Pflicht à wesentliche Bestandteile; ebenso Ablehnung von Demokratie
- 1891: Gründung der überparteilichen Organisation des ALLDEUTSCHEN VERBANDES

à Sinn: Protest gegen den Tauschhandel zwischen Deutschland und England um die Kolonien

- der Verband trat für die Verfolgung der kolonialen Ziele ein (Flottenausbau); sozialdarwinistischer Ansatz um Weltmachtstreben
- Nationalismus und Rassismus: das deutsche Volkstum in der Welt verbreiten – Ansatz der „rassenbiologischen Weltanschauung“ à Basis für den späteren Nationalsozialismus (siehe Fischers Kontinuitätsthese)
- Imperialismus und Kolonialismus: bedingt durch Bevölkerungswachstum in der Industrialisierung à dazu kam das deutsche Sendungsbewusstsein „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“
- steigender Militarismus: Überbewertung militärischen Denkens auf den zivilen Sektor verschoben; Militär = „Schule der Nation“ à Definition des Krieges als Verteidigungskrieges à besonderer Hass gegen England geschürt

ZUSAMMENFASSENDES:

- „Ideen von 1914“: Deutschland sieht sich als ein Träger einer höheren Kultur im Dienst der Menschheitsgeschichte à 1. Weltkrieg wurde so als natürlicher Prozess betrachtet
- diese Ideen fußten vor allem auf der Grundlage des Denkens der Professorenschaft und Intelligenz

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Fischer-Kontroverse. Die Kriegsschuldfrage Erster Weltkrieg
Hochschule
Technische Universität Dresden  (für Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar: Große Kontroversen in der Geschichtswissenschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
14
Katalognummer
V72826
ISBN (eBook)
9783638738880
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kriegsschuldfrage Erster Weltkrieg, Fritz Fischer, Kontroversität und Multiperspektivität in der Geschichtswissenschaft
Schlagworte
Fischer-Kontroverse, Kriegsschuldfrage, Erster, Weltkrieg, Hauptseminar, Große, Kontroversen, Geschichtswissenschaft
Arbeit zitieren
Daniel Fischer (Autor), 2003, Die Fischer-Kontroverse. Die Kriegsschuldfrage Erster Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72826

Kommentare

  • Daniel Fischer am 3.9.2007

    Vertiefung: Kriegsschuldfrage Erster Weltkrieg.

    Arbeit:
    "Wer trägt die Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges? Die historische Kontroverse vor und nach Fritz Fischers Buch „Griff nach der Weltmacht“ als Grundlage multiperspektivischen Geschichtsverstehens und -unterrichtes"
    (Staatsexamensarbeit, Januar 2007)

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Titel: Die Fischer-Kontroverse. Die Kriegsschuldfrage Erster Weltkrieg


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