Wissensbilanz-Controlling

Konzeption eines softwaregestützten Wissensbilanz-Controlling-Prozesses für ein Technologieunternehmen


Masterarbeit, 2007
144 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Executive Summary

1. Einleitung
1.1. Motivation
1.2. Über Infineon Technologies
1.3. Problemstellung
1.4. Zielsetzung
1.5. Vorgehensweise
1.6. Aufbau der Arbeit

2. Allgemeines und Begriffsabgrenzung
2.1. Wissen
2.2. Wissensmanagement
2.3. Kapital und Vermögen
2.4. Intellektuelles Kapital – Intellektuelles Vermögen
2.5. Bilanz
2.6. Wissensbilanz
2.7. Controlling
2.8. Wissenscontrolling
2.9. Wissensbilanz-Controlling

3. Wissensbilanzierung
3.1. Überblick über die Thematik „Wissensbilanzierung“
3.2. Historische Betrachtung
3.3. Intellektuelles Kapital in der Rechnungslegung
3.3.1. UGB – Unternehmensgesetzbuch (Österreich)
3.3.2. DRS – Deutsche Rechnungslegungs Standards
3.3.3. IAS/IFRS – International Financial Reporting Standards
3.4. Gründe für die Erstellung einer Wissensbilanz
3.5. Wissensbilanzierung im internationalen Vergleich
3.6. Wissensbilanz-Modelle
3.6.1. Dänisches Modell
3.6.2. ARCS-Modell von Koch/Schneider
3.6.3. Modell von Infineon Technologies Austria

4. Ausgangssituation und Anforderungen
4.1. Vorbedingungen
4.2. Bisherige Maßnahmen
4.3. Verbesserungspotential
4.4. Organisatorische Rahmenbedingungen
4.5. Technische Rahmenbedingungen
4.6. Definitionsprozess der Anforderungen
4.7. Systemische Anforderungen
4.7.1. Auswahl der Indikatoren
4.7.2. Generierung der Wissensbilanz
4.7.3. Der Prozess als Controlling-Instrument
4.8. Technische Anforderungen Software „ICR-Tool“
4.8.1. Generelle technische Anforderungen
4.8.2. Benutzeroberfläche zur Administration
4.8.3. Dateneingabe
4.8.4. Datenausgabe
4.8.5. „Use Cases“ (beispielhaft)

5. Konzeption der Lösung
5.1. Allgemeines Konzept Wissensbilanz-Controlling
5.2. Definition/Prüfung der strategischen Wissensziele
5.3. Grundlegende Indikatorselektion
5.3.1. Ablauf und Handlungsanweisungen
5.3.2. Alternative Methoden
5.4. Analyse und Verfeinerung der Indikatormenge
5.4.1. Ablauf und Handlungsanweisungen
5.4.2. Einflussmatrix: Bewertung von Wechselwirkungen
5.4.3. Auswertung der Einflussmatrix
5.4.4. Grafische Auswertung der Einflussmatrix
5.4.5. Alternative Methoden
5.5. ICR-Tool: Datenerhebung und –aufbereitung
5.5.1. Ablauf und Handlungsanweisungen
5.5.2. Details zur gewählten Softwareumgebung
5.5.3. Alternative softwaretechnologische Lösungsansätze
5.5.4. Sicherheitsmaßnahmen
5.5.5. Alternative Methoden
5.6. Analyse der Ergebnisse
5.6.1. Ablauf und Handlungsanweisungen
5.6.2. Sensitivitätsanalyse
5.6.3. Alternative Methoden
5.7. Maßnahmen ableiten

6. Ergebnisse und Ausblick
6.1. Vorteile einer Wissensbilanz
6.2. Vorteile des Wissensbilanz-Controllings
6.2.1. Ablaufoptimierung Wissensbilanz
6.2.2. Vorteile für die Berichterstattung
6.2.3. Vorteile für die interne Steuerung
6.3. Universelle Anwendbarkeit der Ergebnisse
6.3.1. Gesamtkonzept Wissensbilanz-Controlling
6.3.2. Indikatorselektion und -verfeinerung
6.3.3. „ICR-Tool“
6.4. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhang 1 - User Requirements Document

Zusammenfassung

Mit dem im Rahmen dieser Arbeit konzipierten Wissensbilanz-Controlling-Prozess wird die Erstellung und Nutzung einer Wissensbilanz systematisch erfasst. Wesentliche Innovationen bestehen aus einer neu entwickelten Methode zur Selektion und Analyse von aussagekräftigen Indikatoren. Es wurde weiters eine Software erstellt, mit welcher die Daten für die zuvor ausgewählten Kennzahlen im Unternehmen dezentral erhoben und zentral ausgewertet werden. Mit Hilfe der in der Arbeit vorgestellten Verfahren ist es möglich, die Wissensbilanz effizienter und effektiver als mit herkömmlichen Methoden zu generieren, sowie den Nutzen daraus zu optimieren.

Der derzeit stattfindende Übergang zu einer wissensbasierten Gesellschaft beeinflusst alle Bereiche vom persönlichen Alltag bis zur gesamtwirtschaftli­chen Lage. Als eine Folge davon erhält das Wissen bzw. intellektuelle Kapital eines Unternehmens eine immer größere Bedeutung und stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Stakeholder erwarten Informationen über diesen immateriellen Faktor, der intern gemessen und entwi­ckelt werden muss. In dieser Arbeit wird das Instrument der Wissensbilanz näher betrachtet, das eine Möglichkeit darstellt, um dieser Veränderung Rechnung zu tragen. Österreichische Universitäten müssen beispielsweise bereits verpflichtend Wissensbilanzen erstellen. Bei der Wissensbilanz wird ein induktiv-analytischer Ansatz verfolgt, um Elemente des intellektuellen Kapitals zielgerichtet zu identifizieren, abzubilden und zu entwickeln. Dabei kommt ein Multi-Indikatorsystem zum Einsatz, welches Kennzahlen zur Modellierung der Zusammenhänge zwischen intellektuellem Kapital, Geschäftsprozessen und relevanten Ergebnissen abbildet. Die Aggregation zu einer Bilanzsumme oder einer anderen Spitzenkennzahl ist dabei nicht vorgesehen.

Damit ist es möglich, sowohl unternehmensextern wie auch -intern über das intellektuelle Kapital zu berichten. Die Berücksichtigung der gewonnenen Erkenntnisse bei der Unternehmenssteuerung ist denkbar, erfolgte bislang aber nur in geringem Maße. Ein Grund dafür liegt darin, dass an entsprechenden Verfahren noch geforscht wird.

Diese Arbeit geht einleitend auf die theoretischen Grundlagen ein und zeigt in der Folge wie der neu entwickelte Prozess zielgerichtet eingesetzt werden kann und welche Vorteile sich daraus ergeben. Bei der Erarbeitung der Ergebnisse wurde besonders auf die Bedürfnisse der Infineon Technologies Austria AG geachtet. Diese hat für das Geschäftsjahr 2004/05 eine Wissensbilanz erstellt und veröffentlicht. Darauf aufbauend galt es den gesamten Prozess der Erhebung, Verwaltung, Kontrolle, Aufbereitung und Analyse der Wissensbilanz in einem System zu erfassen und zu optimieren.

Das konzipierte Wissensbilanz-Controlling stellt eine Erweiterung des grundlegenden Wissensbilanz-Modells dar. Mit dem Controlling-Prozess werden Merkmale und Methoden eingeführt, die zu einer umfangreichen aber zielgerichteten Informationsversorgung, zur Zielfindung und Steuerung beitragen.

Insgesamt umfasst das System sechs Hauptphasen. Voraussetzung ist, dass die Unterstützung des Managements vorhanden ist und dass ein Kernteam die Durchführung des gesamten Wissensbilanz-Controlling Prozesses überwacht.

Zu Beginn eines jeden Durchlaufs müssen die strategischen Wissensziele des Unternehmens überprüft werden. Danach folgt die Indikatorselektion mit Hilfe bereits etablierter Methoden. Nach der Selektion ist die Analyse durchzuführen. Dabei wird untersucht, ob die Kennzahlen ein ausgewogenes und transparentes Bild liefern können. Diese Überprüfung berücksichtigt die Verknüpfung der Wissensziele mit den dargestellten Indikatoren der Wissensbilanz. Mit Hilfe eines neuen Verfahrens können diese Beziehungen dynamisch und interaktiv grafisch ausgewertet und erforscht werden.

Zentral ist die Erhebung und Aufbereitung der Daten. Dafür wurde eine spezielle Software unter dem Titel „ICR-Tool“ entwickelt, mit der eine dezentrale Datenerfassung und Berichtsgenerierung ermöglicht wird. Nach der Datensammlung folgt die Analyse der Ergebnisse. Daraus sollten Maßnahmen abgeleitet und auch umgesetzt werden.

Besonders in zwei Bereichen konnten neue Verfahren entworfen werden, die sich mit Herausforderungen beschäftigen, die bislang noch nicht zufrieden stellend gelöst waren. Dabei handelt es sich um die Analyse der Indikatoren sowie die Datenerhebung.

Executive Summary

The Intellectual Capital Report Controlling process presented in this thesis systematically conceptualizes the creation and utilization of an intellectual capital report. Substantial innovations are a newly developed method for selecting and analyzing meaningful indicators as well as software that supports decentralized data collection and centralized reporting. Using the proposed methods an intellectual capital report can be generated more effectively and efficiently than by other common practices. Moreover, the benefit derived from the reporting is optimized.

The transition towards a knowledge-based society is, according to experts, undoubtedly accompanied with an increased importance of knowledge that affects all areas of life and economy. Due to these changes, knowledge has become a key success factor for companies and a major component of the organizational value. As a consequence, stakeholders (particularly investors) demand information about knowledge assets for being able to better assess their current and potential future investments. Companies therefore have to provide this information and internally control their knowledge assets. One approach to satisfy these needs is the utilization of intellectual capital reports (ICRs) which are highlighted in this report. An ICR is a multi-indicator system used to depict the development of intangible assets. Basic models do not provide sufficient instructions on how to select meaningful indicators and lack certain capabilities of a steering instrument. With the controlling process methods are introduced that aid in the selection of an appropriate indicator set and that prepare information as a foundation for knowledge-based management decisions. In order to get the whole controlling process, that follows the principles of a continuous improvement process, started, the management has to be motivated to actively support the intellectual capital reporting. First of all, the company’s knowledge goals have to be defined and the purpose of the creation of an intellectual capital report has to be reconsidered. Then an initial set of indicators has to be selected. This is a lengthy but important task. The use of a sample set of indicators can aid in finding the right indicators. However, selecting the right indicators always requires management-involvement and is one of the main challenges. The initial indicator set is then analyzed to find missing, isolated and redundant indicators.

Additionally the relation between indicators and knowledge goals is examined. The analysis is based on a review, where the intra- and interrelations between all indicators and knowledge goals are assessed. Based on this assessment cross-influences are calculated for overall influence and influence on each category or knowledge goal. Indicators with low overall influence are isolated and therefore candidates for being removed from the set. Categories or knowledge goals with few related indicators need to be reviewed and it might be necessary to add more relevant indicators for this category/knowledge goal.

All dependencies are also visualized using software specially adapted for this purpose. Dynamic graphs with radial layout are automatically generated that represent all direct and indirect influences of a given indicator or knowledge goal. With this software it is possible to dynamically navigate through the data and examine each item individually. The main advantage of this visualization is that it can give a comprehensible overview of all relations for each indicator. Based on the results from the analysis, the indicator set can be iteratively refined until an optimal set of indicators has been found.

As a next step data for the indicators has to be collected. Software called “ICR-Tool” was purpose-built to collect data. Lessons learned from a previous data collection for the intellectual capital report have been considered when developing the software. The tool is an intranet-application that can be accessed by every authorized employee using only a web-browser. The main feature of the ICR-Tool is that data can be centrally collected, stored and analyzed. Once a responsible owner for each indicator is entered in the system, the owners get notified by e-mail and can either supply the requested data personally or delegate this task to other employees.

After the data has been entered in the system, the data has to be verified by another employee before it is released.

Finally the data collected is analyzed and prepared for aiding the management in knowledge-sensitive decisions.

1. Einleitung

1.1. Motivation

Es gilt heute als anerkannt, dass Wissen neben finanziellen und materiellen Ressourcen einer der wichtigsten Faktoren für den Geschäftserfolg von Organisationen ist. Internationale Experten sind sich einig, dass der Wandel von der Produktions- zur Dienstleistungs- und zur Wissensgesellschaft die Bedeutung von Wissen bereits enorm verstärkt hat. Die Auswirkungen der Entwicklung machen sich überall, vom persönlichen Alltag bis zur gesamtwirtschaftlichen Lage, bemerkbar.[1]

Diese neuen Tendenzen müssen auch in Unternehmen ausreichend beachtet werden. Dabei ist nicht nur der informationstechnische Aspekt zu berücksichtigen. Nach Ansicht einiger Experten wurde in der Vergangenheit im organisatorischen Kontext dem Wissen oft nur mit sehr technokratischen Lösungen aus dem Bereich des Wissensmanagements Rechnung getragen. Vielmehr ist jedoch eine ganzheitliche Betrachtungsweise notwendig, die daneben andere Bereiche, wie beispielsweise Gesellschafts- und Sozialwissenschaften berücksichtigt.[2]

Auch auf höchster politischer Ebene wurde die Bedeutung dieses Umbruchs erkannt. So hat sich die Europäische Union als Ergebnis des Lissabon-Abkommens das strategische Ziel gesetzt, Europa bis zum Jahr 2010 „zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum in der Welt zu machen“[3].

Bislang existieren jedoch für Unternehmen noch keine rechtlich verbindlichen Methoden zur Messung und Veröffentlichung dieses immateriellen Faktors. Derzeit beschäftigen sich zahlreiche Experten mit der Ausgestaltung von Systemen zur Wissensbilanzierung. Wenngleich auch bereits mehrere Ansätze verfolgt werden, so gibt es noch keine standardisierten Systeme. Es besteht definitiv noch Forschungsbedarf, um alle Potentiale nutzen zu können.

Die Infineon Technologies Austria AG hat sich als Wegbereiter und Impulsgeber in diesem Bereich dazu entschlossen, mit der Wissensbilanz 2005 eine Bilanz über das intellektuelle Kapital des Unternehmens vorzulegen.[4]

Im Rahmen dieser Masterarbeit wurde einem Diplomanden die Möglichkeit geboten, sich mit dem interessanten, hochaktuellen und herausfordernden Gebiet in Theorie wie auch Praxis bei Infineon Technologies Austria AG zu beschäftigen. Die Beschreibung der konkreten Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit erfolgt in den Abschnitten 1.3 und 1.4.

1.2. Über Infineon Technologies

Die Infineon Technologies AG mit Sitz in München ist einer der weltweit führenden Halbleiter-Hersteller und bietet Halbleiter- und Systemlösungen für Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket, für Anwendungen in der Kommunikation sowie Speicherprodukte über ihr Tochterunternehmen Qimonda. Weltweit werden rund 42.000 Mitarbeiter beschäftigt.[5]

Infineon Technologies Austria AG mit Sitz in Villach ist ein Konzern-unternehmen der Infineon Technologies AG. Bei Infineon in Österreich sorgen rund 2.700 Mitarbeiter dafür, dass Infineon immer wieder neue Maßstäbe in der Mikroelektronik setzt. Etwa 800 Mitarbeiter sind in Österreich in der Forschung und Entwicklung beschäftigt. Besonders für High-Tech Unternehmen, wie Infineon, spielt der Faktor Wissen eine essentielle Rolle. Um sich am hart umkämpften globalen Markt zu positionieren, ist auch nachhaltige Innovationskraft notwendig. Diese geht von talentierten und motivierten Mitarbeitern aus. Infineon will weltweit als attraktiver „Brainport“ sichtbar sein und hohe Anziehungskraft auf Talente jeden Alters ausüben. Dieses Ziel wird durch zahlreiche Maßnahmen verfolgt und auch mit der Veröffentlichung einer Wissensbilanz bekräftigt.[6]

1.3. Problemstellung

Mit der Wissensbilanz 2005 legt die Infineon Technologies Austria AG erstmals eine Bilanz über das intellektuelle Kapital des Unternehmens vor. Dadurch wird die Bedeutung des Wissens hervorgehoben und gleichzeitig erhalten die Stakeholder und die Öffentlichkeit Informationen, welche die Strategie des Unternehmens verdeutlichen. Das Projekt wurde durch intensive Leistungen interner und externer Beitragender realisiert.

Bei der Evaluierung des gesamten Prozesses wurde festgestellt, dass der Ablauf und auch Nutzen durch geeignete Prozesse, Software und Methoden optimiert werden könnte.

Im Rahmen der ersten Erstellung einer Wissensbilanz wurde der Fokus auf die Berichterstattung gelegt. Dabei war es ein besonderes Anliegen der Unternehmensleitung, nicht nur externe Interessenten sondern auch intern die Mitarbeiter darüber zu informieren, was Infineon in Österreich leistet. In weiterer Folge hat das Management Interesse daran, Erkenntnisse aus den Ergebnissen der Wissensbilanz auch bei der internen Unternehmens­steuerung zu berücksichtigen.

1.4. Zielsetzung

Ziel der Masterarbeit ist die Konzeption eines softwaregestützten Prozesses für das Wissensbilanz-Controlling bei Infineon Technologies Austria.

Um in Zukunft die wesentlichen Bestandteile beim Erstellen der Wissens-bilanz effektiver und effizienter zu gestalten sowie den Nutzen daraus zu optimieren, sollen alle relevanten Methoden mit diesem Prozess formalisiert und durch geeignete Software unterstützt werden. Der Wissensbilanz-Controlling-Prozess soll die Erhebung, Verwaltung, Kontrolle, Aufbereitung und Analyse der Wissensbilanz abbilden. Dadurch soll die Erstellung der Wissensbilanz einfacher und transparenter werden. Ebenso soll es einfach möglich sein, Teilaspekte der Bilanz und historische Daten zu extrahieren und zu vergleichen. Damit lassen sich auf der einen Seite aussagekräftige und transparente Berichte für die unternehmensexterne Berichterstattung generieren. Auf der anderen Seite wird aber auch eine unternehmensinterne Verwendung der Daten berücksichtigt.

Das System muss flexibel und leicht adaptierbar sein, um künftigen Änderungen leicht Rechnung tragen zu können.

Daneben ist es wichtig, dass alle Daten nachvollziehbar und rückverfolgbar sind, sowie von entsprechend autorisierten Stellen verifiziert werden.

Das System soll auch als Controlling-Tool fungieren können, sodass eine wissensorientierte Steuerung von Aktivitäten in der Unternehmung abgeleitet werden kann.

Die theoretische Eingliederung der Arbeit erfolgt in Abschnitt 2.9 nach einer Erläuterung der relevanten Begriffe.

1.5. Vorgehensweise

Zur Bearbeitung der Problemstellung wurde der Ansatz des Systems Engineering (SE) gewählt. Eine reine Anwendung der klassischen Organisations­methodik wäre nicht vorteilhaft gewesen, da somit Ent­wicklungs­tenden­zen eventuell nicht genügend Berücksichtigung bekommen hätten. Aufgrund der Vielzahl an vorhandenen Rahmenbedingungen hätte ein Vorgehen nach einem sollzustandsorientierten Modell Erleichterungen bringen können. Da jedoch die Rahmenbedingungen nicht außer Acht gelassen werden konnten, habe ich mich für das Vorgehensmodell des SE entschieden. Dabei ist eine Mehrstufigkeit vorgesehen, wobei in den einzelnen Stufen der Detaillierungsgrad zunimmt.

In der Vorstudie wurden die bestehenden Systeme (Ist-Zustand) evaluiert und es wurde ein grundlegendes Anforderungsdokument in Zusammenarbeit mit dem Firmenbetreuer erstellt. Die Hauptstudie, in welcher auch ideale Lösungen (Soll-Zustand) berücksichtigt wurden, lieferte ein Grobkonzept als Ergebnis. Das Konzept wurde einer kritischen Überprüfung unterzogen und die Lösungsstrategien wurden entsprechend adaptiert. Unterstützt durch frühe Prototypen der Software konnten so auch die Software-Anforderungen iterativ konkretisiert werden. Im finalen Schritt, der Detailstudie, wurde das gesamte System konzeptionell fertig gestellt und softwaretechnologisch implementiert.

1.6. Aufbau der Arbeit

Im folgenden Kapitel werden allgemeine Grundlagen erläutert und es erfolgt eine Klärung sowie Abgrenzung von relevanten Begriffen. Erst nach den einleitenden Definitionen ist es sinnvoll, einen Gesamtüberblick über die theoretische Eingliederung dieser Arbeit zu geben, der in Abschnitt 2.9 zu finden ist.

Kapitel 3 behandelt die Thematik „Wissensbilanzierung“ näher. Die Herkunft der Methode sowie die Gründe für die Erstellung einer Wissensbilanz werden betrachtet. Ein Überblick über die Berücksichtigung von intellektuellem Kapital in den derzeit gültigen Rechnungslegungs-Vorschriften ist ebenfalls enthalten. Es folgen eine Gegenüberstellung von gebräuchlichen Methoden zur Wissensbilanzierung und eine Betrachtung der internationalen Verbreitung.

Die Ausgangssituation für diese Arbeit bei Infineon Technologies Austria ist in Kapitel 4 erfasst. Es wird auf die Vorbedingungen, bisherigen Maßnahmen und festgestellten Verbesserungspotentiale eingegangen. Die organisatori­schen und technischen Rahmenbedingungen, die bei der Problemlösung zu berücksichtigen sind, werden angeführt und die Anforderungen an die Lösung konkretisiert. Neben der Beschreibung der Anforderungen wird auch dargelegt, wie die Anforderungen definiert wurden.

Den Kern der Arbeit stellt Kapitel 5 dar. Dabei wird das allgemeine Konzept des Wissensbilanz-Controllings erläutert und es erfolgt eine genaue Betrachtung jeder einzelnen Komponente des Systems. Für jede Komponente werden die Details behandelt sowie mögliche Alternativen angeführt und bewertet. Hier sind auch die Beschreibungen der neu entwickelten Verfahren zur Analyse der Indikatoren und zur Datensammlung mit Hilfe des „ICR-Tools“ zu finden.

Anmerkungen zur Anwendung der Lösung sind noch in Kapitel 6 zu finden. Dabei werden die Vorteile der Lösung aufgezeigt und die Anwendbarkeit der Ergebnisse für andere Unternehmen bzw. Organisationen wird analysiert.

Abschließend erfolgt ein Ausblick auf mögliche bevorstehende Entwicklungen und auf Bereiche, die noch Forschungspotential für zukünftige Arbeiten auf diesem Gebiet beinhalten.

2. Allgemeines und Begriffsabgrenzung

Dieses Kapitel dient zur kurzen Einführung in die für die Thematik „Wissensbilanzierung“ relevanten Bereiche. Gerade in diesem relativ jungen Themenfeld gibt es sehr viele Begriffe, die zum besseren Verständnis abgegrenzt und erläutert werden: Denn einheitliche Terminologien haben sich noch nicht zur Gänze etabliert und somit ist für ein besseres Verständnis der folgenden Ausführungen eine grundsätzliche Begriffsklärung und -abgrenzung unabdingbar.

Die derzeit in der Literatur noch vorherrschenden Begriffsverwirrungen sind zum Teil auch dadurch bedingt, „dass bereits der ‚Gegenstand’ der Betrachtung immateriell und damit prinzipiell schwer fassbar ist.“[7]

2.1. Wissen

Da „Wissen“ einen der zentralen Begriffe in dieser Arbeit darstellt, ist es notwendig diesen zu definieren und zu konkretisieren. Erstaunlich ist jedoch, dass für den Begriff des Wissens noch immer keine einheitliche, allgemein anerkannte Definition existiert. Schon seit der Antike wird der Begriff auf philosophischer und wissenschaftlicher Ebene immer wieder neu definiert. Die Definitionen sind zwar sehr ähnlich, jedoch immer vom Standpunkt des Definierenden abhängig formuliert.

Obwohl Maurer der Meinung ist, dass es sinnvoll wäre, auf eine genaue Definition zu verzichten, um „definitorische Schwierigkeiten zu vermeiden“ sei an dieser Stelle dennoch ein Versuch gewagt.[8] Im konkreten Kontext ist eine Definition angebracht, die vom wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Standpunkt ausgeht. Derartige Erklärungen finden sich vorwiegend in der Literatur zum Wissensmanagement.

Zumindest auf dem Gebiet des Wissensmanagements haben sich die Definitionen des Begriffs „Wissen“ von Probst und North im deutschsprachigen Raum etablieren können.

Probst definiert Wissen als

die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Wissen stützt sich auf Daten und Informationen, ist im Gegensatz zu diesen jedoch immer an Personen gebunden.[9]

Darüber hinaus muss allerdings festgehalten werden, dass Wissen auch personenübergreifend beispielsweise an Prozesse und Routinen geknüpft sein kann. Die Diskussion, ob in den Prozessen selbst (und somit nicht an Personen gebunden) Wissen verankert ist oder doch nur Informationen, führt in philosophische Sphären und soll hier nicht weiter verfolgt werden. Doch allein dieses Beispiel mit begrenztem Betrachtungsfeld zeigt, dass bereits die Definition von Wissen kompliziert ist. Dies lässt erwarten, dass sich auch die Messung und Bewertung nicht einfach gestalten können.

Eine weitere Definitionsmöglichkeit (die im Wesentlichen mit Probst harmoniert) illustriert North anhand seiner populären Wissenstreppe, welche in Abbildung 1 zu finden ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wissenstreppe nach North

Quelle: Vgl. North (2002), S. 39

Die unterste Ebene stellen Zeichen (z.B. Buchstaben und Ziffern) dar. Werden diese entsprechend einer Syntax verknüpft, sind es Daten. Als Information werden Daten mit Bedeutung bezeichnet. Erst wenn Informationen vernetzt werden, entsteht Wissen. Die einzelnen Informationen allein sind wertlos, nur im Kontext oder verbunden mit Erfahrungen und Erwartungen ergibt sich ein sinnvolles Ganzes.

Zur nächsten Stufe, dem Können, gelangt man nur, wenn das Wissen auch einen Bezug zur Anwendung hat. Für Handlungen ist außerdem das Wollen bedeutend, welches stark von der Motivation abhängt. Mitarbeiter, die nicht motiviert sind, werden gewisse Handlungen nicht ausführen, selbst wenn sie das notwendige Wissen und Können dafür hätten. Dies erklärt auch, warum die Mitarbeitermotivation eine relativ große Bedeutung bei der Mitarbeiterführung trägt.

Kompetenz ergibt sich aus richtigem Handeln und ist somit die Fähigkeit, Wissen zweckorientiert in Handlungen umzusetzen.

Einzigartige Kompetenzen, die man selbst besser beherrscht als andere, führen schließlich zur Wettbewerbsfähigkeit. Diese Darstellung verdeutlicht außerdem die besondere Bedeutung der Ressource Wissen.

Ein wesentlicher Faktor ist auch die Unterscheidung zwischen implizitem und explizitem Wissen. Die bereits angeführte Definition von Probst stellt relativ klar die Charakteristik von implizitem Wissen dar. Dieses ist an Personen gebunden und kann nicht oder nur sehr schwer extrahiert werden. In Einklang mit der Wissenstreppe von North wären somit nur Informationen extern erfassbar. Das Wissen selbst bleibt aber persönlicher Natur. Im Gegensatz dazu geht man bei explizitem Wissen davon aus, dass es artikuliert und kodifiziert werden kann. Explizites Wissen kann beispielsweise in Form von Dokumenten, Zeichnungen oder Prozessen abgebildet und verteilt werden. In der Wissenschaft und Literatur finden sich Vertreter für beide theoretischen Zugänge in Bezug auf die Art von Wissen. Probst etwa vertritt die Meinung, dass Wissen immer implizit wäre. Ich schließe mich aber der Meinung von Sanchez[10] an, wonach beide Zugänge richtig sind und jeweils die passende Kombination zwischen implizitem und explizitem Wissen zutrifft.

2.2. Wissensmanagement

Besonders in den Jahren um die Jahrtausendwende war der Begriff „Wissensmanagement“ (engl. „Knowledge Management“) sehr populär. Doch schon seit der Antike ist bekannt, dass das gekonnte Management der Unternehmensressource Wissen für Wettbewerbsvorteile auf dem Markt sorgt. In der angloamerikanischen Literatur taucht der Begriff „Knowledge Management“ im Jahr 1976 zum ersten Mal bei Rickson auf, allerdings mit deutlich volkswirtschaftlich orientiertem Charakter. Erst im Jahr 1988 wird der Begriff im betriebswirtschaftlichen Sinne von Hertz verwendet. Er weist darauf hin, dass „sich die Autorität der Führungskraft in Zukunft mehr und mehr in seiner Expertenmacht begründen wird.“[11] Im Jahr 1991 beschreibt Nonaka seine Konzeption von Wissensmanagement anhand von Untersuchungen international erfolgreicher japanischer Unternehmen mit dem Modell der Spirale des Wissens. Dabei wird besonders auf den Aspekt der Wissensgenerierung und damit verbunden auf die Externalisierung von implizitem Wissen eingegangen.[12]

Auch im deutschsprachigen Raum finden sich ab dem Ende der achtziger Jahre Ansätze zum Thema Wissensmanagement. Viele Arbeiten dazu kamen allerdings aus dem Umfeld der Informatik und deckten damit nur den relativ kleinen informationstechnischen Teil ab.[13] Dass dies nicht ausreichend ist, um Wissensmanagement erfolgreich zu machen, erläutert auch Maurer: Es müsse sich dabei um mehr handeln, „als die Verwendung von Informationssystemen oder verteilten Datenbanken“.[14]

Als erster im deutschsprachigen Raum hat Albrecht das Konzept eines ganzheitlichen Wissensmanagements entwickelt:

Ziel des Wissensmanagements ist es, das im Unternehmen vorhandene Potential an Wissen derart aufeinander abzustimmen, daß ein integriertes unternehmensweites Wissenssystem entsteht, welches eine effiziente gesamtunternehmerische Wissensverarbeitung im Sinne der Unternehmensziele gewährleistet. Dazu bedarf es vor allem der Gestaltung des gesamten Wissens des Unternehmens unter gleichberechtigtem Einsatz natürlicher wie künstlicher Ressourcen zur Wissensverwaltung und –verarbeitung.[15]

Konkrete praktische Beispiele für Wissensmanagement werden von Sanchez aufgezeigt. Abhängig vom Zugang zu Wissen sind unterschiedliche Managementmethoden anzuwenden. Um implizites Wissen zu transferieren, müssen auch die Personen, welche es besitzen, innerhalb der Organisation bewegt werden. Lernen und Wissensgenerierung erfolgen durch das Zusammenbringen der richtigen Leute unter geeigneten Umständen. Passende Methoden dazu sind beispielsweise „Yellow Pages“, in denen jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten und Kompetenzen einträgt. Dadurch können bei Bedarf Experten unternehmensweit gefunden werden. Sanchez gibt als weiteres Beispiel den Aufbau einer neuen Fabrik bei Toyota an. Um die korrekte Implementierung des Produktionsprozesses in einer neuen Fabrik zu garantieren, wird ein Teil der neuen Mitarbeiter an bestehende Standorte entsandt. Diese sollen sich Wissen aneignen, dieses dann am neuen Standort umsetzen und die anderen neuen Mitarbeiter davon profitieren lassen.[16]

Vor allem wenn von explizitem, und somit externalisierbarem, Wissen ausgegangen wird, ist der Einsatz von Informationssystemen, Wissensdatenbanken oder ähnlichen technischen Lösungen sinnvoll. Um Wissensmanagement effektiv einzusetzen, ist eine ausgewogene Kombination von Methoden aus beiden Bereichen zu empfehlen, da jede Methode Vor- und Nachteile hat.[17]

2.3. Kapital und Vermögen

Im Zusammenhang mit Wissensbilanzen wird oft der Begriff des intellektuellen Kapitals, bzw. Vermögens, verwendet. Um in Folge entscheiden zu können, welche Bezeichnung zutreffender ist, erfolgt hier eine Definition der beiden Begriffe Kapital und Vermögen im betriebswirtschaftlichen Kontext, wie sie im klassischen Rechnungswesen Anwendung findet.

Als Kapital (engl. „capital“) werden die Finanzmittel bezeichnet, über die ein Unternehmer verfügen kann. Es stellt die Mittelherkunft dar und kann in Eigenkapital und Fremdkapital unterteilt werden. Als Vermögen (engl. „asset“) wird die Mittelverwendung bezeichnet. Es beschreibt, in welche Vermögenswerte das Kapital investiert ist, bzw. wie das Kapital eingesetzt wird. Abhängig davon, wie lange das Vermögen dem Unternehmen dienen soll, wird eine Einteilung in Anlage- und Umlaufvermögen vorgenommen.[18]

2.4. Intellektuelles Kapital – Intellektuelles Vermögen

Im Zusammenhang mit Wissensbilanzen werden die beiden Begriffe „Intellektuelles Kapital“ (engl. „intellectual capital“) und „Intellektuelles Vermögen“ (engl. „intellectual asset“) oft synonym verwendet, um das Wissen bzw. die Wissensressourcen einer Unternehmung auszudrücken. Wie aus den vorhergehenden Definitionen zu entnehmen, sind die beiden Begriffe Kapital und Vermögen im betriebswirtschaftlichen Kontext aber nicht sinngleich. Kapital ist in einer klassischen Bilanz auf der Passivseite zu finden und bezeichnet die Mittelherkunft. Fasst man Wissen allerdings als Ressource auf, wäre die Betrachtung als Vermögensgegenstand treffender.

Im Rahmen der klassischen Rechnungslegung ist Wissen außerdem de facto nicht erfassbar. Wenn auch Wissen ein immaterieller Gegenstand ist, so kann es nur bruchstückhaft im immateriellen Anlagevermögen einer Bilanz nach österreichischem UGB erfasst werden. In Abschnitt 3.3 wird auf die relevanten Bestimmungen in verschiedenen Rechnungslegungs-Vorschriften näher eingegangen. Dennoch kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass der Begriff „Immaterieller Vermögensgegenstand“ (engl. „intangible asset“) im Rechnungswesen bereits klar definiert ist und viele Aspekte des intellektuellen Kapitals nicht berücksichtigt.[19]

Da sich eine Wissensbilanz aber von einer herkömmlichen Bilanz unterscheidet, scheint der Versuch nicht notwendig, die Begriffe krampfhaft nach Schemen der klassischen Rechnungslegung zu definieren. Mittlerweile konnte sich die Verwendung der Bezeichnung „Intellektuelles Kapital“ (engl. „intellectual capital“) etablieren und diese wird daher auch im weiteren Verlauf dieser Arbeit eingesetzt.

Als einer der ersten erfasste Leif Edvinsson 1997 das intellektuelle Kapital strukturiert.[20] Diese Definition fand bei Skandia Anwendung und ihr Einfluss ist auch in aktuellen Modellen noch ersichtlich. Die allgemeine Struktur ist in Abbildung 2 dargestellt. Demzufolge kann das intellektuelle Kapital als immaterielle Ressource eines Unternehmens verstanden werden. Es gliedert sich in drei große Blö name="_ftnref21" title="">[21]

An Stelle des Kundenkapitals ist aktuell oft die Bezeichnung Beziehungs- bzw. Netzwerkkapital zu finden, die allgemeiner gehalten ist und neben den Kunden auch Lieferanten und sonstige Partner berücksichtigt. In Abschnitt 3.6 folgt eine nähere Betrachtung von gebräuchlichen Modellen, bei denen jeweils eine (meist adaptierte) Definition des Begriffes „intellektuelles Kapital“ eine wesentliche Rolle spielt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Struktur des intellektuellen Kapitals nach Edvinsson

Quelle: Skandia (1998), S. 4

2.5. Bilanz

Der Begriff „Bilanz“ leitet sich vom italienischen „bilancia“ ab und ist übersetzt im Sinn einer Balkenwaage zu verstehen. Damit kann ein Unternehmer sein Vermögen und Kapital miteinander vergleichen. Für österreichische Unternehmen sind relevante Regelungen grundsätzlich im UGB zu finden. Zur Buchführung und damit auch zur Erstellung einer Bilanz sind folgende Unternehmen verpflichtet:[22]

- Kapitalgesellschaften
- Unternehmerisch tätige Personengesellschaften, bei denen kein unbeschränkt haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist.
- Alle anderen Unternehmer, bei denen die Umsatzerlöse die Schwellenwerte von 400.000 bzw. 600.000 Euro pro Jahr überschreiten.

Es gibt auch noch einige Ausnahmen zu beachten, die in § 189 UGB angeführt sind. Weitere Einzelheiten sind in den entsprechenden Gesetzestexten und in der Fachliteratur zu finden.

Für die Führung der Bücher hält das UGB allgemein fest:

Der Unternehmer hat Bücher zu führen und in diesen seine unternehmensbezogenen Geschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.[23]

Der Unternehmer hat am Ende jedes Geschäftsjahres einen Jahresabschluss, bestehend aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, aufzustellen.[24] Daneben gibt es auch noch zahlreiche Anlässe für die Aufstellung von so genannten Sonderbilanzen.[25]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Vereinfachte Bilanz nach UGB § 224

Quelle: Vgl. UGB (idF v. 1.1.2007) § 224

Generell stellt eine Bilanz wertmäßig Vermögen und Kapital gegenüber. Vereinfacht ausgedrückt befinden sich auf der Aktivseite das Anlage- und das Umlaufvermögen sowie auf der Passivseite das Eigen- und Fremdkapital.

Eine vollständigere, aber dennoch stark vereinfachte, Darstellung einer Bilanz nach UGB ist in Abbildung 3 zu finden.

Von besonderem Interesse im Rahmen dieser Arbeit ist schließlich noch die Betrachtung von Adressaten und Aufgaben einer Bilanz. Denn diese beiden bedeutenden Faktoren sind auch später für Wissensbilanzen zu untersuchen.

Die Bilanzierung zählt zur externen Rechnungslegung und an diesen Informationen haben viele Personen und Gruppen Interesse. Wie aus Abbildung 4 ersichtlich, spricht eine Bilanz sowohl interne als auch externe Adressatenkreise an. Mit Hilfe der Bilanz können sich Unternehmensexterne ein Bild über die Vermögenslage, wirtschaftliche Stabilität und Zuverlässigkeit des Unternehmens schaffen. Finanzbehörden ermitteln die fälligen Steuern anhand von Steuerbilanzen. Für die interne Verwendung wird meist zusätzliches Datenmaterial zur Verfügung gestellt. Manager können bei ihren Entscheidungen auf diese Informationen zurückgreifen. Ursprünglich war die Information der Manager einer der wichtigsten Zwecke der Rechnungslegung. Parallel dazu haben sich die Kostenrechnung und andere Controlling-Instrumente entwickelt, um aktuellere und für Entscheidungen relevantere Informationen als im Jahresabschluss zu erhalten.[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Adressaten einer Bilanz

Quelle: Vgl. Bruns (2001), S. 4 und Wagenhofer (2002), S. 24

Aus diesem möglichen Adressatenkreis lassen sich die Aufgaben und Funktionen einer Bilanz ableiten:[27]

- Dokumentation
- Erfolgsfeststellung
- Disposition und Information

Die Bilanz muss die Zusammensetzung von Vermögen und Kapital dokumentieren und den finanziellen Erfolg eines Unternehmens feststellen. Zudem können die enthaltenen Informationen zur Disposition und Entschei­dungsfin­dung von internen und externen Adressaten verwendet werden.

2.6. Wissensbilanz

Eine Wissensbilanz stellt keine Bilanz im klassischen Kontext des finanziellen Rechnungswesens dar. Sie ist „ein Instrument zur gezielten Darstellung und Entwicklung des Intellektuellen Kapitals einer Organisation.“[28] Anhand eines Multi-Indikatorsystems werden Kennzahlen abgebildet, welche die Zusammenhänge zwischen strategischen Wissenszielen, intellektuellem Kapital, Geschäftsprozessen und relevanten Ergebnissen modellieren. Eine detaillierte Betrachtung von Wissensbilanzen folgt in Kapitel 3.

2.7. Controlling

Es existieren zahlreiche Definitionen und auch Vorstellungen über Controlling. Die International Group of Controlling (IGC) definiert die Aufgaben eines Controllers wie folgt: „Controller gestalten und begleiten den Management-Prozess der Zielfindung, Planung und Steuerung und tragen damit Mitverantwortung für die Zielerreichung.“[29]

Aus dieser Definition ist bereits ersichtlich, dass Controlling nicht mit Kontrolle gleichzusetzen ist. Aufgabe des Controllings ist es, Entscheidungshilfen für Manager anzubieten. Controller müssen für die Transparenz von Geschäftsergebnissen, Finanzen, Prozessen und Strategien sorgen. Sie koordinieren Teilziele und Teilpläne ganzheitlich und organisieren ein Berichtswesen, welches unternehmensübergreifend und zukunftsorientiert ist. Sie stellen sicher, dass alle Entscheidungsträger die notwendigen Informationen erhalten, um zielorientiert handeln zu können.[30]

2.8. Wissenscontrolling

Das System des Wissenscontrollings in lernenden Organisationen wurde von Güldenberg erstmals konzeptionell erfasst. Dabei soll das Controlling als Führungsergänzung den „Aufbau organisationaler Intelligenz und die Gestaltung der Rahmenbedingungen des organisationalen Lern-prozesses“ übernehmen. Es stellt somit die Schnittstelle zwischen der organisationalen Wissensbasis und den Mitarbeitern dar. Als Folge müssen Manager und Controller nicht nur „den Transport von Informationen, sondern auch Lernprozesse und den Einsatz dezentraler Intelligenz der organisatorischen Systemeinheiten steuern“. Als Führungsunterstützung soll das Controlling vor allem eine Wahrnehmungsfunktion ausüben und „bedrohliche Informationsverzerrungen reduzieren“. Der Controller soll sich auch in der Rolle des Innovators sehen, bewusst Strukturen aufbrechen und „die Mitarbeiter im Unternehmen als Impulsgeber zu innovativem Handeln führen.[31]

Zusammenfassend wird Wissenscontrolling von Winkler als „Prozess der Planung, Steuerung und Kontrolle im Wissensmanagement“[32] definiert.

2.9. Wissensbilanz-Controlling

Die Intention des in dieser Arbeit vorgestellten Wissensbilanz-Controlling Systems besteht primär darin, das Instrument der Wissensbilanz in der Praxis optimal zu nutzen. Es stellt nicht den Anspruch, ein vollständiges Führungssystem zu ersetzen. Vielmehr soll es als Bestandteil eines wissenssensitiven Führungssystems gesehen werden. Ebenso kann es auch eine Komponente des Wissenscontrollings darstellen. Dabei liegt der Fokus auf der zielgerichteten Darstellung, Identifikation und Entwicklung von erfolgsrelevanten Wissensressourcen und Prozessen. Das konzipierte Wissensbilanz-Controlling erfüllt die wesentlichen Anforderungen eines klassischen Controllingsystems:

- Zielfindung: Die Definition von strategischen Wissenszielen wird unterstützt.
- Informationsversorgung: Mit der Wissensbilanz selbst werden sowohl externe als auch interne Adressaten mit relevanten Informationen versorgt.
- Steuerung: Durch die Identifikation von strategierelevanten Wert­treibern ist eine zielgerichtete Unterstützung der Unternehmens­steue­rung möglich.

Mit dem entwickelten System wird der Versuch unternommen, die Schwächen der herkömmlichen Wissensbilanzierung zu reduzieren und zusätzliche sinnvolle Methoden zur Verwertung der gewonnenen Informationen zu integrieren. Der konzipierte Prozess folgt den Prinzipien eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Er deckt die Definition von strategischen Wissens­zielen, die Auswahl aussagekräftiger Indikatoren für die Wissens­bilanz sowie die Erstellung und Nutzung derselben ab.

Das allgemeine Konzept des Systems und nähere Details zu den einzelnen Komponenten werden in Kapitel 5 dargestellt.

3. Wissensbilanzierung

In diesem Kapitel wird eine umfassende Einführung in die Thematik der Wissensbilanzierung gegeben. Die historische Entwicklung und Möglichkeiten zur Aufnahme von intellektuellem Kapital im unternehmerischen Berichts-wesen nach den geltenden bedeutenden Rechnungslegungs-Vorschriften werden untersucht. In Folge wird auf die Gründe für die Erstellung einer Wissensbilanz eingegangen und auch die Frage beantwortet, für wen dieses Instrument von Bedeutung ist und welcher Nutzen daraus resultiert.

Um ein vollständiges Gesamtbild zu präsentieren und globale Tendenzen abschätzen zu können, wird auch ein internationaler Vergleich der verschiedenen Methoden und Bewegungen in Bezug auf Wissensbilanzen angestellt. Abschließend folgt eine Vorstellung von drei Modellen zur Wissensbilanzierung.

3.1. Überblick über die Thematik „Wissensbilanzierung“

Der Begriff „Wissensbilanz“ konnte sich mittlerweile im deutschsprachigen Raum etablieren. Diese Entwicklung wurde auch dadurch unterstützt, dass der Begriff Eingang in die österreichische Legislatur gefunden hat. Mit dem Inkrafttreten des „Universitätsgesetz 2002“ wurden österreichische Universitäten zur jährlichen Vorlage einer Wissensbilanz verpflichtet.[33] Auch das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) propagiert die Verwendung dieser Bezeichnung.

International werden die beiden Bezeichnungen „Intellectual Capital Report“ und „Intellectual Capital Statement“ am häufigsten gebraucht.

Eine Wissensbilanz stellt einen induktiv-analytischen Ansatz dar, um Elemente des intellektuellen Kapitals zielgerichtet zu identifizieren, abzubilden und zu entwickeln. Im Gegensatz dazu gibt es deduktiv-summarische Methoden, welche das intellektuelle Kapital beispielsweise anhand der Differenz zwischen Markt- und Buchwert eines Unternehmens bewerten.

Bei der Wissensbilanz handelt es sich um ein Multi-Indikatorsystem, welches Kennzahlen zur Modellierung der Zusammenhänge zwischen strategischen Wissenszielen, intellektuellem Kapital, Geschäftsprozessen und relevanten Ergebnissen abbildet. Die Aggregation der Kennzahlen zu einer Bilanzsumme oder einer anderen Spitzenkennzahl ist dabei nicht vorgesehen. Anhand eines grundlegenden Modells werden die Indikatoren nebeneinander dargestellt.

Die Informationen, die aus der Wissensbilanz gewonnen werden, können (evtl. gefiltert) an externe Interessenten weitergegeben oder auch intern verwendet werden und in die Unternehmenssteuerung einfließen.

3.2. Historische Betrachtung

In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Entwicklungen in Bezug auf die Wissensbilanz betrachtet. Ein vereinfachter Überblick ist in Abbildung 5 dargestellt. Dieser beleuchtet hauptsächlich die Entstehung des Wissensbilanz-Modells, welches derzeit in Österreich und Deutschland verwendet wird. Ausgewählte alternative Konzepte dazu werden ebenfalls dargestellt. Aus Gründen der Komplexität kann jedoch nicht jede Methode, die sich mit der Erfassung intellektuellen Kapitals beschäftigt, berücksichtigt werden.

Als eine der ersten Wissensbilanzen kann der Skandia Navigator der schwedischen Skandia-Gruppe betrachtet werden. Als Beilage zum Jahresbericht visualisierte dieser erstmals für das Geschäftsjahr 1994 Informationen über das intellektuelle Kapital bei Skandia. Am Entwurf dieses Instruments war Leif Edvinsson beteiligt, der heute als Experte auf dem Gebiet der Wissensbilanzierung anerkannt ist.[34]

In den nordischen Ländern konnte generell eine intensive Beschäftigung mit der Thematik der Wissensbilanzierung festgestellt werden.

Schon in den achtziger Jahren beschäftigte sich der Schwede Karl-Erik Sveiby mit der Entwicklung des „Intangible Asset Monitor“. Dabei wird das intellektuelle Kapital, bzw. wörtlich übersetzt das immaterielle Vermögen, in individuelle Kompetenz sowie externe und interne Struktur gegliedert. Die gewählten Indikatoren zur Darstellung dieser Dimension sollten außerdem mit den Faktoren Effizienz, Risiko/Stabilität und Wachstum/Erneuerung in Verbindung stehen.[35]

Das Verfahren des „Intellectual Capital-Rating“ wurde von Edvinsson mit einem Partner kommerziell aufbereitet und fand bereits weltweit Anwendung.[36] Es stellt ein standardisiertes Verfahren dar, womit der Vergleich zwischen mehreren Unternehmen ermöglicht wird. Es werden dabei die drei typischen Komponenten des intellektuellen Kapitals betrachtet: Human-, Struktur- und Beziehungskapital. Der Fokus wird bei dieser Methode ebenfalls auf die Bereiche Effizienz, Risiko und Wachstum/Erneuerung gelegt.[37]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Überblick historische Entwicklung Wissensbilanz

Quelle: eigene Darstellung

Das dänische Parlament verabschiedete 2001 ein Gesetz, wonach Unternehmen Informationen über ihr intellektuelles Kapital offenlegen müssen, sofern es wirtschaftlich relevant ist. Dazu wurden auch Richtlinien publiziert, die aber nicht verpflichtend sind.[38]

An den Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) entstand das Wissensbilanz-Modell, welches heute vor allem in Deutschland und Österreich weiterentwickelt und eingesetzt wird. Maßgebend an der Entwicklung waren Koch, Schneider, Leitner und Bornemann beteiligt. Seit dem Jahr 1999 veröffentlicht das Forschungszentrum in Seibersdorf jährlich eine Wissensbilanz. Das Modell wurde im Jahr 2000 auch auf einer OECD-Konferenz vorgestellt.[39] Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), welches mittlerweile zum Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) wurde, hat im Jahr 2005 einen Leitfaden zur Erstellung von Wissensbilanzen unter dem Titel „Wissensbilanz – Made in Germany“ veröffentlicht. Das darin verwendete Modell basiert unter anderem auf jenem der ARCS. Aber auch Einflüsse aus anderen Modellen, wie beispielsweise jenen der nordischen Länder, wurden berücksichtigt.[40]

In Österreich wurde im September 2006 mit der Publikation „Wissensbilanz A2006 ©“ ein Leitfaden zur Wissensbilanzierung für Klein- und Mittelbetriebe präsentiert. Auch hier wird das Modell von Koch/Schneider[41] eingesetzt.[42]

Die „Swiss Made Wissensbilanz“ ist ein Pilotprojekt von Auer Consulting & Partner aus der Schweiz. Dabei wird eine harmonisierte Berichterstattung in Anlehnung an das Qualitätsmanagement-System ISO-9000 verwendet. Im Gegensatz zu den anderen Modellen werden dabei die eingesetzten Instrumente und Prozesse in Verbindung mit intellektuellem Kapital bewertet. Der Vorteil dieses Systems soll darin liegen, dass ein Vergleich zwischen mehreren Unternehmen dadurch ermöglicht wird. Allerdings gibt es bis dato noch keine veröffentlichten Ergebnisse zu dieser Methode.[43]

Im Juni 2006 wurde von der Europäischen Kommission ein umfangreicher Expertenbericht zur Wissensbilanzierung mit dem Titel „Reporting Intellectual Capital to Augment Research, Development and Innovation in SMEs“ (RICARDIS) veröffentlicht. Der Bericht soll Unternehmen zur Berichterstattung über intellektuelles Kapital anregen und als Grundlage für die Erstellung möglicher gesetzlicher Rahmenbedingungen in diesem Zusammenhang dienen.[44]

Bei der Wissensbilanz 2005 der Infineon Technologies Austria AG wurden alle aktuellen methodischen Tendenzen berücksichtigt. Als grundlegendes Modell dient abermals jenes von Koch/Schneider. Das in dieser Arbeit vorgestellte Wissensbilanz-Controlling basiert auf dem Modell von Infineon. Dennoch kann das System auch in anderen Unternehmen verwendet werden (siehe dazu Abschnitt 6.3).

3.3. Intellektuelles Kapital in der Rechnungslegung

Es folgen Informationen darüber, inwieweit intellektuelles Kapital bzw. immaterielle Vermögensgegenstände im Rahmen der herkömmlichen Rechnungslegungsvorschriften berücksichtigt werden können. Daraus wird ersichtlich, dass alternative Methoden wie beispielsweise Wissensbilanzen für eine umfangreiche und zeitgemäße Erfassung des intellektuellen Kapitals notwendig sind. Auf die entsprechenden Regelungen wird nur kurz eingegangen, sofern sie für diese Arbeit relevant sind.

3.3.1. UGB – Unternehmensgesetzbuch (Österreich)

Der Begriff intellektuelles Kapital ist im österreichischen UGB nicht enthalten. Für die immateriellen Vermögensgegenstände, die stattdessen in Betracht gezogen werden können, findet sich aber auch keine direkte Definition, sondern nur eine Aufzählung der enthaltenen Bestandteile. Darunter fallen Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen, der Geschäfts- bzw. Firmenwert und geleistete Anzahlungen.[45] Darüber hinaus gilt ein Aktivierungsverbot für nicht entgeltlich erworbene immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens.[46] Somit kann selbst erstelltes immaterielles Anlagevermögen nicht in die Bilanz aufgenommen werden.

Aus steuerrechtlicher Sicht gibt es dennoch einen Anreiz zur Forschung und Entwicklung durch die Gewährung eines Forschungsfreibetrages. Dieser beträgt in der Regel 25% (in Ausnahmen bis zu 35%) der „Aufwendungen zur Entwicklung oder Verbesserung volkswirtschaftlich wertvoller Erfindungen“.[47] Dieser Freibetrag ist aber nur als fiktive Betriebsausgabe in der Steuerbilanz enthalten.

Im Rahmen des Lageberichts sollen Unternehmen trotzdem Auskunft über die „voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens“ und „den Bereich Forschung und Entwicklung“ geben.[48] Über die dabei zu berichtenden Informationen sind allerdings keine Angaben zu finden. Dennoch stellt der Lagebericht eine Möglichkeit dar, um freiwillig das intellektuelle Kapital zu kommunizieren. Bei einer Untersuchung aus dem Jahr 2004 wurde festgestellt, dass österreichische Unternehmen diese Möglichkeit kaum nutzen und somit selten Angaben über intellektuelles Kapital gemacht werden. Die Autorin der Studie geht auch davon aus, dass eine Änderung der Situation ohne regulative Eingriffe nicht zu erwarten ist.[49]

3.3.2. DRS – Deutsche Rechnungslegungs Standards

Das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) ist in den wesentlichen Elementen mit dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) vergleichbar und unterscheidet sich nur kaum in Bezug auf Bereiche, die das intellektuelle Kapital betreffen. Dennoch sind in Deutschland bereits mehrere Regelungen veröffentlicht worden, die den Umgang mit dem Faktor Wissen im Unternehmen betreffen. Besonders hervorzuheben sind hier die „Deutschen Rechnungslegungs Standards“, die vom „Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee e.V.“ (DRSC) erarbeitet werden. Dieses Gremium wurde 1998 auf Wunsch des deutschen Gesetzgebers tätig, um „eine größere Flexibilität für die Weiterentwicklung der Rechnungslegung und ihre schnellere Anpassung an neue Erfordernisse zu gewährleisten“[50]. Die Einhaltung der Vorschriften ist nicht rechtlich verpflichtend, jedoch erhalten sie mit der Veröffentlichung durch das deutsche Justizministerium den Status von Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.[51]

Durch den im Jahr 2002 veröffentlichten DRS 12 „Immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens“ wurden erstmals entsprechende Empfehlungen ausgesprochen und der Terminus „intellektuelles Kapital“ explizit verwendet.[52] Mit dem 2005 bekannt gemachten DRS 15 wurde die Lageberichterstattung über den Bereich Forschung und Entwicklung konkretisiert. Darüber hinaus wird darin die Veröffentlichung von Angaben über Mitarbeiterqualifikation, Weiterbildungsaufwendungen pro Mitarbeiter, Produktqualität und Durchlaufzeit der Auftragsabwicklung empfohlen. In weiterer Folge sollten auch „Änderungen des Humankapitals, der Kundenbeziehungen sowie der Organisations- und Verfahrensvorteile erläutert werden, wenn sie wesentliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage haben können.“[53] Dabei ist zu bedenken, dass hier nur für den Bereich Forschung und Entwicklung konkrete Anweisungen gegeben werden. Die Verpflichtung bzw. Empfehlung zu einer vollständigen wissensbezogenen Unternehmenspublizität ist dennoch bislang noch nicht erfolgt.

3.3.3. IAS/IFRS – International Financial Reporting Standards

Als international anerkannte Rechnungslegungsstandards gelten die International Financial Reporting Standard (IFRS) und die US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP). Seit dem Jahr 2005 müssen alle kapitalmarktorientierten Unternehmen in den EU-Mitgliedstaaten ihre Konzernabschlüsse nach IFRS aufstellen. Bereits seit dem Jahr 1999 haben österreichische Konzerne die Möglichkeit, Konzernabschlüsse nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards aufzustellen. Dabei können die IFRS oder auch US-GAAP verwendet werden. Die Verpflichtung für einen Abschluss nach UGB entfällt somit.[54]

Es wird nun kurz auf relevante Charakteristika der IFRS eingegangen. Die Betrachtung der Regelungen nach US-GAAP findet hier nicht statt, da beide internationalen Standards in der grundlegenden Philosophie gleich sind, wenngleich sie sich im Detail erheblich unterscheiden. Dennoch reicht es im Rahmen dieser Arbeit aus, nur einen Standard exemplarisch zu betrachten.

Die IFRS werden vom „International Accounting Standards Board“ (IASB) mit Sitz in London herausgegeben und tragen oft auch noch die alte Bezeichnung „International Accounting Standards“ (IAS). Formal besitzt das IASB keine Autorität, seine Standards durchzusetzen. Die Anwendung erfolgt durch nationale rechtliche Vorschriften, privatrechtliche Verträge oder freiwillig durch Unternehmen.[55] In nahezu 100 Staaten ist mittlerweile die Verwendung der IFRS vorgeschrieben bzw. erlaubt.[56]

Generell von Bedeutung sind im vorliegenden Kontext IAS 38 („Intangible Assets“) und IFRS 3 („Business Combinations“).[57] Nach IAS 38.8 wird ein immaterieller Vermögenswert als identifizierbarer, nicht monetärer Vermögenswert ohne physische Substanz definiert. Dieser ist anzusetzen, wenn der Nutzen dem Unternehmen wahrscheinlich zufließt und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. der Wert des Nutzenpotentials zuverlässig ermittelbar sind. Der Ansatz von selbst geschaffenen Intangible Assets ist grundsätzlich möglich, es sind jedoch einige Vorschriften zu beachten. Ein Aktivierungsverbot gilt für den originären Firmenwert, Gründungs- und Anlaufkosten, Aus- und Weiterbildungskosten, Ausgaben für Werbung und Verkaufsförderung sowie für die Verlegung oder Umorganisation von Unternehmen. Ebenso sind selbst geschaffene Werte wie Markennahmen, Drucktitel, Verlagsrechte und Kundenlisten nicht aktivierbar. Darüber hinaus können auch Forschungskosten nicht angesetzt werden. Hingegen sind Entwicklungskosten unter gewissen Bedingungen aktivierungspflichtig.[58] Für weitere Details sei auf die entsprechende Fachliteratur aus dem Bereich des internationalen Rechnungswesens verwiesen, da für diese Arbeit die Regelungen nur demonstrativ dargestellt werden und eine ausführliche Analyse aller Vorschriften nicht relevant ist.

Anhand der Ausführungen ist ersichtlich, dass grundsätzlich eine vollständige Erfassung des intellektuellen Kapitals mit Hilfe von Rechnungslegungs-standards nicht möglich ist. Dennoch wurde gewisser­maßen mit dem DRS 15 eine Empfehlung ausgesprochen, im Lagebericht darüber zu informieren. Warum aber Unternehmen bzw. Organisationen nun zusätzlich eine Wissensbilanz erstellen sollten, wird im folgenden Abschnitt ausgeführt.

3.4. Gründe für die Erstellung einer Wissensbilanz

Die in diesem Abschnitt präsentierten Gründe für die Erstellung einer Wissensbilanz gehen von der Praxis aus und zeigen somit tatsächlich vorhandene Motive. Dadurch wird außerdem verständlich, warum die Bericht-erstattung über intellektuelles Kapital zum Beispiel im DRS 15 als Empfehlung enthalten ist.

Im Rahmen einer Studie[59] wurden 28 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland nach der Durchführung einer Wissensbilanz über ihre Erfahrungen und den daraus gezogenen Nutzen befragt.

Als Einsatzbereiche kommen für die befragten Unternehmen die externe und interne Kommunikation sowie die interne Steuerung in Frage. Auffallend ist, dass die Wissensbilanz vor allem als internes Steuerungsinstrument geschätzt wird und die Bedeutung für die externe Berichterstattung erstaunlich gering ausfällt. Bei einer wenige Monate zuvor erstellten Studie[60] der gleichen Autoren mit einer geringeren Anzahl an untersuchten Unternehmen wurde die externe Kommunikation von 78% der Unternehmen als Einsatzbereich genannt. Dennoch war auch mit 100% die interne Steuerung von noch größerer Relevanz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Einsatzbereiche der Wissensbilanz

Quelle: Will/Wuscher/Bodderas (2006b), S. 10

In Übereinstimmung mit der Zielsetzung bei Infineon Technologies Austria wollen die Unternehmen somit vor allem ihre Mitarbeiter informieren. Alle Befragten gaben an, die Wissensbilanz bereits an alle Mitarbeiter zu kommunizieren bzw. haben dies geplant.[61]

Mit einem Anteil von 75% sehen die meisten Unternehmen daneben Synergien mit bestehenden Managementinstrumenten.

Die Befragten geben an, dass die Wissensbilanz in ihrem Unternehmen andere Instrumente ergänzt und unterstützt.

Darunter fallen zum Beispiel:[62]

- Prozess der Strategieentwicklung und Umsetzung
- ISO 9001-2000, Qualitätsmanagement
- Risikomanagement
- Wissensmanagement
- Balanced Scorecard

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Nutzen der Wissensbilanz

Quelle: Will/Wuscher/Bodderas (2006b), S. 10

Die Studienautoren sehen auch, dass Unternehmen die Ergebnisse der Wissensbilanz nutzen, „um gezielt Schwachstellen und Potenziale aufzudecken. Auf dieser Basis wird eine effiziente Steuerung des Intellektuellen Kapitals im Hinblick auf die Unternehmensstrategie ermöglicht.“[63]

Welchen Nutzenbeitrag die befragten Unternehmen der Wissensbilanz zuordnen, ist in Abbildung 7 zusammengefasst. Besonders wichtig ist die Wissensbilanz demzufolge zur „Entwicklung bzw. Reflexion der Unternehmensstrategie“ und um die Strategie sowie das intellektuelle Kapital transparent zu machen. Daneben bestätigen auch alle Unternehmen ein gestiegenes Verständnis über das Funktionieren der Organisation und einen Nutzen für das Management des intellektuellen Kapitals.

Nahezu alle Unternehmen wollen eine weitere Wissensbilanz in Zukunft erstellen. Den größten Verbesserungsbedarf stellt die Auswahl der Indikatoren dar, denn die Hälfte aller Befragten will diese beim nächsten Durchgang verändern.[64] Aus diesem Grund wurde auch in dieser Arbeit ein großer Wert auf die Selektion von aussagekräftigen Kennzahlen gelegt (siehe dazu Abschnitt 5.4).

Es gibt zahlreiche Ziele, die durch externe Berichterstattung erreicht werden wollen. Generell wird ein ähnlicher Adressatenkreis wie mit einer klassischen Bilanz angesprochen. Einzig die Finanzbehörden zeigen (noch) kein Interesse an der Wissensbilanz.

Im Rahmen einer weiteren Studie[65] wurden Finanzexperten aus verschie­dens­ten Bereichen befragt und damit untersucht, inwieweit eine Wissensbilanz zur Kommunikation zwischen Unternehmen und Finanz­experten (für Kreditvergabe, Analysen und Wirtschaftsprüfer) nützlich ist.

Es folgt ein Auszug der festgestellten zentralen Ergebnisse:[66]

- Finanzexperten schätzen den Wert eines Berichtes über das intellektuelle Kapital von Unternehmen gleichermaßen hoch ein und gehen davon aus, dass dieser zum Abbau von Informationsasymmetrien zwischen Unternehmen und Kapitalgebern beitragen kann.
- Quantitative Größen (Indikatoren) haben aus Sicht der Befragten im Vergleich zu Beschreibungen und Interpretationen den größeren Aussagegehalt.
- Indikatoren sollten immer in Zeitreihen dargestellt werden, um die Vergleichbarkeit und Plausibilität der Berichterstattung zu erhöhen.

Die Wissensbilanz kann aber auch als Marketing-Instrument eingesetzt werden. Für viele Kunden ist der Preis nicht das einzige Entscheidungs-kriterium, sondern viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Wenn es um eine langfristige Entscheidung für ein Produkt oder eine Produktlinie geht, kann unter Service- und Gewährleistungsaspekten die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens auch ein Kriterium darstellen. Informationen darüber sind üblicherweise in Marketingunterlagen nicht zu finden. Gerade hier kann eine Wissensbilanz zum schnellen Vertrauensaufbau des Kunden beitragen und die Qualitätsversprechen des Unternehmens durch mehr Transparenz bekräftigen.[67]

In weiterer Folge ist die Information der Öffentlichkeit mit Wissensbilanzen möglich und sie können auch bei der Mitarbeiterakquisition und –bindung eine Rolle spielen.

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass die Erstellung einer Wissensbilanz besonders für wissensintensive Unternehmen von Bedeutung ist, die beispielsweise in Branchen wie Hightech, Beratung oder Forschung und Entwicklung angesiedelt sind.

3.5. Wissensbilanzierung im internationalen Vergleich

In der Europäischen Union ist die Wissensbilanzierung schon weit verbreitet. Alle österreichischen Universitäten sind bereits zur Erstellung einer Wissensbilanz gesetzlich verpflichtet.[68] Dänische Unternehmen, bei denen das intellektuelle Kapital wirtschaftlich relevant ist, müssen ebenfalls einen entsprechenden Bericht erstellen.[69] Das von der dänischen Regierung empfohlene (aber nicht verpflichtende) Modell wird im nächsten Abschnitt näher vorgestellt.

Die hohe Wertschätzung der Berichterstattung über intellektuelles Kapital für die gesamte EU kommt durch das aktuelle RICARDIS-Projekt zum Ausdruck.[70] Bereits im November 1998 wurde von der EU das MERITUM-Projekt gestartet, das Richtlinien über die Berichterstattung und das Management von intellektuellem Kapital zum Ziel hatte.[71]

In Deutschland beschäftigt sich derzeit der Arbeitskreis Wissensbilanz intensiv mit der Thematik. Im Oktober 2003 wurde die erste Phase des Pilotprojekts zusammen mit dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie 14 kleinen und mittelständischen Unternehmen gestartet.[72] Bis Ende des Jahres 2007 läuft die dritte Phase des Projekts, in welcher bei weiteren 40 KMU das Instrument der Wissensbilanz erprobt wird.[73]

Innerhalb Europas finden weiters individuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet in Island, Frankreich und Spanien statt.[74]

Die schwedische „Intellectual Capital-Rating“ Methode wurde außerhalb Europas bereits in Indien, Singapur, Malaysia, Hong Kong, China, Taiwan, Korea, Japan, Neuseeland, Australien und den USA eingesetzt.[75]

Von der australischen Regierung wurde im Juni 2005 die „Society for Knowledge Economics“ gegründet. Ziel dieser Gesellschaft ist es, die Produktivität und Performance von Unternehmen durch besseres Management von Wissen und Innovation zu fördern. Dazu wurden mit den „Guiding Principles on Extended Performance Management“ Leitprinzipien erarbeitet und bereits veröffentlicht.[76]

Als weiterer Vorreiter auf diesem Gebiet hat das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie im Jahr 2005 mit den „Guidelines for Disclosure of Intellectual Assets Based Management“ einen entsprechenden Leitfaden für die freiwillige Berichterstattung herausgebracht.[77] Die Entwicklung wurde davon getrieben, dass ein „intellectual asset based management report“ möglicherweise Eingang in die Legislatur findet. Darüber hinaus wird gehofft, dass eine weltweite Veröffentlichung dieser japanischen Richtlinien den globalen Trend stark beeinflusst und diese einen „de facto standard“ darstellen könnten.[78]

In den USA formte 1991 das „American Institute of Certified Public Accountants” (AICPA) ein Komitee, das sich mit der Weiterentwicklung der unternehmerischen Berichterstattung beschäftigte. Bewegungen in Richtung Wissensbilanzierung konnten in den Anfängen festgestellt werden. Aufgrund diverser Entwicklungen und Vorkommnisse wie zum Beispiel dem Enron Skandal im Jahr 2001 kam der Sicherstellung der Glaubwürdigkeit von finanziellen Berichten eine größere Bedeutung zu. Seit 2004 beschäftigt sich das AICPA wieder intensiver mit der umfassenden und erweiterten Berichterstattung und gründete das „Enhanced Business Reporting Consortium“.[79] Mit dem im November 2006 veröffentlichten EBRC Framework 2.1 wird unter anderem die Berichterstattung über Ressourcen empfohlen, die nach den europäischen Modellen als intellektuelles Kapital bezeichnet werden können. Ein dem Rahmenmodell entsprechender Bericht soll Informationen über die folgenden Bereiche enthalten:[80]

- Geschäftsumfeld
- Strategie
- Ressourcen und Prozesse
- Performance

Angaben über Ressourcen sollen die in Abbildung 8 dargestellten Bereiche abdecken. Interessant ist hierbei besonders, dass die drei klassischen Elemente des intellektuellen Kapitals (Beziehungs-, Struktur- und Humankapital) vorkommen. Da jedoch hier ein umfassender Ansatz verfolgt wird, bei dem das intellektuelle Kapital in die herkömmliche Berichterstattung integriert und diese insgesamt angepasst werden soll, ist auf konkret anwendbare Ergebnisse vermutlich noch längere Zeit zu warten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Elemente der “Resource Form” laut EBRC Framework 2.1

Quelle: Vgl. EBRC (2006), S. 3

3.6. Wissensbilanz-Modelle

In diesem Abschnitt werden exemplarisch drei Wissensbilanz-Modelle vorgestellt. Zuerst erfolgt eine nähere Betrachtung des dänischen Modells, da dies eines der populärsten neben dem österreichischen ARCS-Modell von Koch und Schneider ist. Von besonderem Interesse für diese Arbeit ist auch das bei Infineon Technologies Austria eingesetzte Modell.

3.6.1. Dänisches Modell

Im Jahr 2003 veröffentlichte das dänische Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation eine überarbeitete Version der ersten Richtlinie für Wissensbilanzen aus dem Jahr 2000. Dabei handelt es sich um eine Empfehlung für Unternehmen, die über ihr intellektuelles Kapital berichten wollen bzw. müssen.[81]

Grundsätzlich besteht ein den Empfehlungen entsprechender Bericht aus 4 Hauptelementen:

- Der „knowledge narrative“ soll erklären, wie die Produkte oder Dienstleistungen, die das Unternehmen bereitstellt, Wert für den Kunden erzeugen und wie das Unternehmen seine Wissensressourcen organisieren muss, um diesen zu erreichen.
- „Management challenges“ sind die zentralen Aufgaben, die das Unternehmen durchführen muss, um Ziele, die im „knowledge narrative“ definiert wurden, zu erreichen.
- Initiativen sind konkrete Aktionen, die durchgeführt werden, um die „management challenges“ umzusetzen.
- Anhand der Indikatoren werden die Effekte der Initiativen sichtbar und die Erreichung der „management challenges“ messbar. Indikatoren können Effekte, Aktivitäten oder Ressourcen abbilden.

Die allgemeine Struktur dieser Elemente ist in Abbildung 9 dargestellt. Da die Anleitungen sehr praktisch orientiert sind und viele Beispiele enthalten, ist es relativ einfach möglich, die Empfehlungen tatsächlich umzusetzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Das dänische Wissensbilanz-Modell

Quelle: Danish Ministry of Science, Technology and Innovation (2003), S. 13

3.6.2. ARCS-Modell von Koch/Schneider

Das grundlegende österreichische Modell von Koch und Schneider wurde 1999 für die Wissensbilanz der Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) entwickelt und ist in Abbildung 10 dargestellt. Es reflektiert den Wissenskreislauf innerhalb des Unternehmens und hilft bei der Visualisierung der Entstehung des immateriellen Vermögens in der Berichtsperiode. Der Prozess beginnt mit der Definition von Wissenszielen, die in Einklang mit den Unternehmenszielen stehen, und den Rahmen für die Nutzung des intellektuellen Kapitals bei ARCS bilden. Das intellektuelle Kapital setzt sich aus Human-, Struktur- und Beziehungskapital zusammen und stellt nicht nur einen Input- sondern auch einen Output-Faktor dar. Die Projekte sind die Kernprozesse der Forschungseinrichtung und setzen das immaterielle Vermögen zur Wertschöpfung ein. Dabei können innerhalb des Prozesses zahlreiche Wechselwirkungen auftreten, die auch berücksichtigt gehören.[82]

Als Resultat werden neben finanziellen auch nicht-finanzielle Ergebnisse im Bericht aufgenommen.

Die einzelnen Elemente sind durch entsprechende Indikatoren abgebildet und liefern ein vereinfachtes Bild des Unternehmens.

Seit dem ersten Bericht im Jahr 1999 wird jährlich eine Wissensbilanz erstellt und veröffentlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Wissensbilanz-Modell der ARCS

Quelle: Koch/Leitner/Bornemann (2000), S. 10

3.6.3. Modell von Infineon Technologies Austria

Das Wissensbilanz-Modell von Infineon Technologies Austria ist in Abbildung 11 dargestellt. Die Ähnlichkeit der beiden Modelle ist relativ gut ersichtlich. Bei Infineon wurden daneben alternative aktuelle Empfehlungen berücksichtigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Wissensbilanz-Modell von Infineon Technologies Austria

Quelle: Vgl. Infineon Technologies Austria AG (2006), S. 18

So flossen beispielsweise die Empfehlungen des Arbeitskreises „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft bei der Gestaltung ein. Ein exemplarisches Set an Indikatoren sowie die Orientierung an der „Input-Prozess-Output-Logik“ werden unter anderem vorgeschlagen.[83]

Beim Wissensbilanz-Modell von Infineon Technologies Austria stehen das langfristige Unternehmensziel und die Mission zu Beginn des Prozesses. Die Mission des Unternehmens fußt auf vier Säulen:[84]

- Kundenorientierung
- Operative Spitzenleistung
- Profitables Wachstum
- Kooperative Führung

Das Wissen seiner Mitarbeiter und deren Erfahrungen in den hochspezifischen Aufgabenbereichen der Entwicklung und Produktion von Halbleitern stellen als Humankapital ein zentrales Asset für Infineon Austria dar. Um ein innovatives und kreatives Milieu zu schaffen, unterstützt das Management intensiv die Vernetzung zwischen den Unternehmensbereichen und externen Partnern (Netzwerkkapital). Die permanente Weiterentwicklung des Strukturkapitals im Sinne von organisatorischen Abläufen und internen Strukturen sowie die Standortbedingungen als Standortkapital liefern einen wesentlichen Beitrag für den Erfolg des Unternehmens. Als Teil eines Prozessmodells der Wertschöpfung des Unternehmens stellen diese Faktoren intellektuelles Kapital auf der Inputseite dar. Ausgerichtet an klaren mittelfristigen Zielsetzungen, den so genannten Wissenszielen, wird die strategische Stoßrichtung für den Einsatz dieser Ressourcen in den Kernprozessen vorgegeben. Als „Output und Impact“ dieses Wertschöpfungs­prozes­ses werden für die Kunden und Stakeholder des Unternehmens Werte geschaffen. Das im Rahmen von Innovation und Entwicklung aufgebaute Wissen trägt zur Wertsteigerung des Unternehmens bei und stärkt die Inputseite. Damit steigen die nachhaltige Wettbewerbs- und Innovationskraft des Unternehmens und seine Fähigkeit, Mehrwert für Stakeholder zu generieren.

4. Ausgangssituation und Anforderungen

Die Ausgangssituation bei Infineon Technologies Austria AG für diese Arbeit sowie deren Anforderungen werden in diesem Kapitel kurz dargestellt.

4.1. Vorbedingungen

Infineon ist ein weltweit agierendes Hightech-Unternehmen und betreibt intensive Forschung und Entwicklung um sich auf dem internationalen Halbleitermarkt behaupten zu können. Die herausragenden Kompetenzen, die Innovationskraft und das Wissen der Mitarbeiter sind essentiell für den Erfolg des Unternehmens. Das intellektuelle Kapital stellt somit eine bedeutende Komponente und das wesentliche Kapital des Unternehmens dar.

4.2. Bisherige Maßnahmen

Es wurden bereits vielfältige Prozesse bei Infineon implementiert, um das intellektuelle Kapital zu managen. Durch eine gelebte Innovationskultur in Verbindung mit der Entwicklung von Wissen, Kompetenzen und Erfahrungen der Mitarbeiter versucht Infineon an der Spitze des globalen Marktes tätig zu sein und hochwertigste Qualität zu liefern.

Um die Bedeutung des Wissens bei Infineon Technologies Austria hervorzuheben, wurde die Erstellung einer Wissensbilanz von der Unternehmensführung initiiert. Damit konnten gleichzeitig Stakeholder und die allgemeine Öffentlichkeit über das intellektuelle Kapital und die Strategie des Unternehmens informiert werden. Ein Kernteam (gebildet aus Mitarbeitern unterschiedlicher Unternehmensbereiche und einem externen fachlichen Berater) beschäftigte sich mit einer Weiterentwicklung und zielgerichteten Verwendung des Instruments der Wissensbilanz. Mit der erfolgreichen Realisierung des Projekts und dem Einsatz des Instruments in der Praxis kann sich Infineon Austria somit auch auf diesem Gebiet als Wegbereiter und Impulsgeber sehen.

Nach einer gesamten Projektlaufzeit von knapp 10 Monaten wurde am 6. November 2006 die „Wissensbilanz 2005“ der Öffentlichkeit präsentiert. Die angegebene Dauer bezieht sich auf den Zeitraum vom Start des Projekts bis zur Fertigstellung der gedruckten Wissensbilanz.

4.3. Verbesserungspotential

Im Rahmen des Projektabschlusses erfolgte die Erfassung der gesammelten Erfahrungen des Teams. Dabei stellte sich heraus, dass die Wissensbilanz unternehmensintern überwiegend positiv aufgefasst wurde. Dennoch gibt es Verbesserungspotential in Bezug auf die Erstellung. Der gesamte Ablauf könnte durch geeignete Prozesse, Software und Methoden optimiert werden.

Primär gilt es den Prozess der Datenerhebung effizienter zu gestalten. Auch das Auswahlverfahren der verwendeten Indikatoren soll überarbeitet werden.

Generell stellt die Auswahl der Indikatoren eine der größten Herausforderungen im Zusammenhang mit Wissensbilanzen dar. So wird bei einigen bereits veröffentlichten Berichten kritisiert, dass nicht alle ausgewählten Indikatoren „valide und zuverlässige Größen für das Intellektuelle Kapital der Unternehmen sind.“[85] Obwohl diese Kritik nicht an der Publikation von Infineon geübt wurde, ist allein eine methodische Lösung dieser Aufgabe wünschenswert und notwendig. Aufgrund der individuellen Besonderheiten jedes Unternehmens ist es nicht möglich, fixe Kennzahlen zu definieren, die universell gelten. Bei einer Studie[86] im Jahr 2002 wurde auch festgehalten, dass die Qualität der Ergebnisse des gesamten Prozesses auf der Auswahl der Indikatoren beruht und dass in praktischen Fallbeispielen dieser Selektionsprozess die größten Zweifel bei den untersuchten Unternehmen verursacht hat. Weiters wurde festgestellt, dass die Bestimmung der Indikatoren nicht alleine auf einen „erprobten“ Katalog zurückgreifen kann. Vielmehr müsse dabei ein Prozess durchlaufen werden, der anhand von Befragungen bzw. Workshops zu einer ausgewogenen Kennzahlenstruktur führt.[87]

Dennoch gibt es bislang keine zufrieden stellenden Verfahren, die einen überzeugenden, glaubwürdigen und transparenten Kennzahlensatz gewährleisten können. Die Methodik der Managementbefragung folgt keinen standardisierten Kriterien und deren Ergebnis ist stark von der Leistung und persönlichen Wahrnehmung des Interviewers abhängig.

Um in Zukunft die Wissensbilanz effektiv und effizient zu generieren sowie den Nutzen daraus zu optimieren, sollen alle relevanten Methoden in einem Prozess formalisiert und durch geeignete Software unterstützt werden. Dieser „Wissensbilanz-Controlling-Prozess“ soll die Erhebung, Verwaltung, Kontrolle, Aufbereitung und Analyse der Wissensbilanz abbilden. Dadurch wird die Erstellung der Wissensbilanz einfacher, objektiver und transparenter. Damit lassen sich auf der einen Seite aussagekräftige und transparente Berichte für die unternehmensexterne Berichterstattung generieren. Auf der anderen Seite wird aber auch eine unternehmensinterne Verwendung der Daten berücksichtigt.

Das System muss flexibel und leicht adaptierbar sein, um künftigen Änderungen leicht Rechnung tragen zu können. Für die Datenerhebung ist es wesentlich, dass diese dezentral und somit parallelisiert erfolgen kann. Weiters ist es wichtig, dass alle Daten nachvollziehbar und rückverfolgbar sind, sowie von entsprechend autorisierten Stellen verifiziert werden. Dadurch kann die Korrektheit der Daten jederzeit überprüft werden.

Diese festgestellten Optimierungspotentiale galt es nun im Rahmen der vorliegenden Arbeit zu behandeln.

4.4. Organisatorische Rahmenbedingungen

Die organisatorischen Rahmenbedingungen für diese Arbeit waren optimal. Das Top-Management initiierte ursprünglich das Projekt „Wissensbilanz“ und unterstützt es noch immer. Mein Firmenbetreuer vor Ort war außerdem Projektleiter und daher ein idealer und kompetenter Kontakt. Alle Beteiligten waren positiv gestimmt und somit konnte jederzeit auf eine großartige Unterstützung zurückgegriffen werden. Generell machen sich die intensiven Bemühungen von Infineon im Bereich der Personalentwicklung bemerkbar, da ein angenehmes und Innovation förderndes Arbeitsklima herrscht.

Für die Bearbeitung stand ein zeitlicher Rahmen von 6 Monaten zur Verfügung. In dieser Zeit galt es den Prozess und die zugehörige Software zu entwickeln sowie die vorliegende Masterarbeit zu verfassen.

4.5. Technische Rahmenbedingungen

Da im Zuge dieser Arbeit auch Software zu entwickeln war, werden an dieser Stelle kurz die relevanten technischen Rahmenbedingungen erläutert. Diese Angaben beziehen sich primär auf die für die Datenerhebung wichtigen Bereiche.

[...]


[1] Vgl. Alwert/Heisig/Mertins (2005), S. 1

[2] Vgl. Rooney/Hearn/Ninan (2005), S. 1 ff.

[3] Europäischer Rat (Lissabon) (2000), S. 2

[4] Vgl. Infineon Technologies Austria AG (2006), S. 2 f.

[5] Vgl. Infineon Technologies AG (2006)

[6] Vgl. Infineon Technologies Austria AG (2006), S. 20 ff.

[7] Alwert/Heisig/Mertins (2005), S. 2

[8] Vgl. Maurer (2002), S. 2

[9] Probst/Raub/Romhardt (1997), S. 44

[10] Vgl. Sanchez (2005), S. 191 ff.

[11] Güldenberg (1998), S. 232

[12] Vgl. Güldenberg (1998), S. 231 ff.

[13] Vgl. Güldenberg (1998), S. 234 f.

[14] Maurer (2002), S. 1

[15] Albrecht (1993), S. 97

[16] Vgl. Sanchez (2005), S. 192 ff.

[17] Vgl. Sanchez (2005), S. 194 ff.

[18] Vgl. Bruns (2001), S. 3

[19] Vgl. Alwert/Heisig/Mertins (2005), S. 3

[20] Vgl. Alwert (2005), S. 32

[21] Vgl. Skandia (1998), S. 4

[22] Vgl. UGB (idF v. 1.1.2007) § 189 Abs. 1

[23] UGB (idF v. 1.1.2007) § 190 Abs. 1

[24] Vgl. UGB (idF v. 1.1.2007) § 193 Abs. 4

[25] Vgl. Wagenhofer (2002), S. 48

[26] Vgl. Wagenhofer (2002), S. 24 f.

[27] Vgl. Bruns (2001), S. 4 f.

[28] Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (2005), S. 11

[29] International Group of Controlling (2002)

[30] Vgl. Bauer (2006), S. 3 f.

[31] Vgl. Güldenberg (1998), S. 379 f.

[32] Winkler (2005), S. 7

[33] Vgl. Universitätsgesetz 2002 (idF v. 1.10.2002) § 13 Abs. 6

[34] Vgl. Skandia (1995), S. 3

[35] Vgl. Zambon (2002), S. 28

[36] Vgl. Intellectual Capital Sweden AB (2007)

[37] Vgl. European Commission (2006), S. 68

[38] Vgl. European Commission (2006), S. 60

[39] Vgl. Koch/Leitner/Bornemann (2000), S. 1 ff.

[40] Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (2005), S. 38

[41] Vgl. Koch/Leitner/Bornemann (2000), S. 1 ff.

[42] Vgl. Knowledge Management Austria (2006), S. 9

[43] Vgl. Auer (2005), S. 3

[44] Vgl. European Commission (2006), S. 7

[45] Vgl. UGB (idF v. 1.1.2007) § 224 Abs. 2

[46] Vgl. UGB (idF v. 1.1.2007) § 197 Abs. 2

[47] Vgl. EStG 1988 (idF v. 27.6.2006) § 4 Abs. 4 Z 2

[48] Vgl. UGB (idF v. 1.1.2005) § 243 Abs. 3

[49] Vgl. Narnhofer (2004), S. 83

[50] Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee (2007)

[51] Vgl. Wagenhofer (2002), S. 33

[52] Vgl. Alwert/Heisig/Mertins (2005), S. 5

[53] Vgl. Fischer/Becker (2005), S. 122

[54] Vgl. Wagenhofer (2002), S. 31 f.

[55] Vgl. Wagenhofer (2002), S. 177

[56] Vgl. International Accounting Standards Board (2007)

[57] Vgl. Kunath (2005), S. 107

[58] Vgl. Heyd/Lutz-Ingold (2005), S. 95 f.

[59] Vgl. Will/Wuscher/Bodderas (2006b)

[60] Vgl. Will/Wuscher/Bodderas (2006a), S. 12

[61] Vgl. Will/Wuscher/Bodderas (2006b), S. 11

[62] Vgl. Will/Wuscher/Bodderas (2006b), S. 16 f.

[63] Will/Wuscher/Bodderas (2006b), S. 17

[64] Vgl. Will/Wuscher/Bodderas (2006b), S. 22

[65] Vgl. Wuscher u.a. (2006)

[66] Vgl. Wuscher u.a. (2006), S. 4

[67] Vgl. Alwert/Heisig/Mertins (2005), S. 8

[68] Vgl. Universitätsgesetz 2002 (idF v. 1.10.2002) § 13 Abs. 6

[69] Vgl. European Commission (2006), S. 60

[70] Vgl. European Commission (2006), S. 7

[71] Vgl. Calvo u.a. (2002), S. 3

[72] Vgl. Arbeitskreis Wissensbilanz (2007a)

[73] Vgl. Arbeitskreis Wissensbilanz (2007b)

[74] Vgl. European Commission (2006), S. 12

[75] Vgl. Intellectual Capital Sweden AB (2007)

[76] Vgl. Society for Knowledge Economics (2005), S. 5

[77] Vgl. Ministry of Economy, Trade and Industry (2005), S. 1 ff.

[78] Vgl. Subcommittee on Management & Intellectual Assets (2005), S. 47

[79] Vgl. Subcommittee on Management & Intellectual Assets (2005), S. 25

[80] Vgl. EBRC (2006), S. 1 ff.

[81] Vgl. Danish Ministry of Science, Technology and Innovation (2003), S. 1 ff.

[82] Vgl. Koch/Leitner/Bornemann (2000), S. 1 ff.

[83] Vgl. Ganske (2006), S. 14

[84] Vgl. Infineon Technologies Austria AG (2006), S. 20

[85] Günther (2005), S. 69

[86] Vgl. Ley u.a. (2002)

[87] Vgl. Ley u.a. (2002), S. 405

Ende der Leseprobe aus 144 Seiten

Details

Titel
Wissensbilanz-Controlling
Untertitel
Konzeption eines softwaregestützten Wissensbilanz-Controlling-Prozesses für ein Technologieunternehmen
Hochschule
Technische Universität Graz  (Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
144
Katalognummer
V76056
ISBN (eBook)
9783638730600
ISBN (Buch)
9783638732239
Dateigröße
2124 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensbilanz-Controlling, Wissensbilanz, Thema Controlling
Arbeit zitieren
Dipl.-Ing. Wolfgang Halb (Autor), 2007, Wissensbilanz-Controlling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76056

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