Verschwörungstheorien. Die Variabilität eines aktuellen Phänomens


Magisterarbeit, 2006
100 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Annäherung an das Phänomen der Verschwörungstheorien
1.1. Blick in die Geschichte der Verschwörungstheorien
1.2. Annäherung an den Begriff der Verschwörungstheorie

2. Erklärungsansätze zur Wirkung von Verschwörungstheorien
2.1. Die Psychodynamik von Verschwörungstheorien nach Hans – Joachim MAAZ
2.2. Die conspiracy mentality nach Serge MOSCOVICI
2.3. A. PFAHL – TRAUGHBER’S „Bausteine“ zu einer Theorie über Verschwörungstheorien
2.4. Kritik der vorgestellten Konzeptionen

3. Alternative Konzeptionen zur Annäherung an das Phänomen der Verschwörungstheorien
3.1.Verschwörungstheorien und die Konzeption des Habitus nach Pierre Bourdieu
3.2. Das Modell zur Konstruktion von Realität nach Fredrik BARTH

4. Fiktionale Verschwörungstheorien und „Reale Verschwörungen“
4.1. Der Ansatz von Michael SCHETSCHE
4.2. Zum Wahrheitsgehalt von Totalen und Begrenzten Verschwörungstheorien

5. Verschwörungstheorien – Symptom einer Vertrauenskrise der Moderne ?
5.1. Verschwörungstheorien und Misstrauen
5.2. Komplexe Gesellschaften und der Wandel der Vertrauensgrundlagen
5.3. Reflexive Modernisierung und Verschwörungstheorien

6. Verschwörungstheorien und die Aktualität ihrer Funktionen
6.1. Verschwörungstheorien und ihr Gebrauch als einfaches Erkenntnisinstrument
6.2. Verschwörungstheorien und die Stiftung von Identität und Sinn

Fazit

Literaturverzeichnis

Auch die alten Christen wußten sehr genau, daß die Welt von Dämonen regiert sei,

und daß, wer mit der Politik, das heißt: mit Macht und Gewaltsamkeit als Mitteln, sich einläßt,

mit diabolischen Mächten einen Pakt schließt, und daß für sein Handeln es nicht wahr ist:

daß aus Gutem nur Gutes, aus Bösem nur Böses kommen könne, sondern oft das Gegenteil.

Wer das nicht sieht, ist in der Tat politisch ein Kind.

Max Weber in Politik als Beruf[1]

Einleitung

Verschwörungstheorien haben in den letzten Jahren auch in westlichen Gesellschaften wieder eine bemerkenswerte Popularität gewonnen: „Kaum etwas könnte dies besser belegen als der ungeahnte Erfolg von Mathias Bröckers’ Buch Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9., das binnen kurzem zum „Bestseller des Unbehagens“(Der Spiegel) avancierte.“[2] Aber auch ein Blick in die Weiten des World Wide Web verdeutlicht die Aktualität, vor allem aber die enorme Bandbreite des Phänomens der Konspirationstheorien.

In meiner nachfolgenden Magisterarbeit werde ich deshalb insbesondere zwei Zielsetzungen verfolgen: Erstens soll auf die große Variabilität des Phänomens der Verschwörungstheorien aufmerksam gemacht und für einen differenzierten Zugriff auf den Untersuchungsgegenstand geworben werden. Zweitens sollen mit Hilfe unterschiedlicher theoretischer Konzeptionen, Perspektiven zur Erklärung der gegenwärtigen Popularität von Verschwörungstheorien in komplexen Gesellschaften entwickelt werden.

Im ersten Kapitel der Arbeit werde ich zur Annäherung an das Phänomen der Verschwörungstheorien zunächst die lange Historie von Konspirationsanschuldigungen beleuchten, um aufzuzeigen, dass über Jahrhunderte hinweg, insbesondere die religiöse Minderheit der Juden und der Geheimbund der Freimaurer, zur Zielscheibe von zahlreichen Verschwörungsunterstellungen wurden. Bis heute kursieren viele antisemitische und anitmasonistische Verschwörungstheorien. Allerdings gewinnen gegenwärtig auch vermehrt Konspirationstheorien an Bedeutung, welche Geheimdiensten, Regierungen, nationale und/oder internationale Organisationen, aber auch Ufos und Außerirdische als Teil oder Gegenstand einer Verschwörung thematisieren, die von regional beschränkten Verdächtigungen bis hin zu weltumspannenden Denkgebäuden reichen.

Und dieser Bandbreite von Verschwörungstheorien, so werde ich aufzeigen, wird die Definition des Terminus Konspirationstheorie des WÖRTERBUCHS DER SOZIOLOGIE nicht gerecht. Geeigneter erscheint mir deshalb ein phänomenologischer Zugriff auf den Untersuchungsgegenstand, weshalb die Konzeption, welche Marc LUTTER in seiner Arbeit Sie kontrollieren alles ! Verschwörungstheorien als Phänomen der Postmoderne und ihre Verbreitung über das Internet[3] entwickelt hat, vorgestellt werden soll. Der Soziologe begreift den Terminus Verschwörungstheorie als eine Art Oberbegriff[4] und unterscheidet zwischen zwei idealtypischen Ausprägungen von Konspirationstheorien, den sogenannten Begrenzten Verschwörungstheorien und den Totalen Verschwörungstheorien, welche nachfolgend als Arbeitsbegriffe, vor allem aber als Orientierungshilfe herangezogen werden sollen.

Im zweiten Kapitel werde ich zunächst unterschiedliche theoretische Konzeptionen zur Erklärung der Akzeptanz von Verschwörungstheorien skizzieren: So den psychologischen Ansatz des Psychiaters und Neurologen Hans – Joachim MAAZ, die Konzeption der conspiracy mentality des Sozialpsychologen Serge MOSCOVICI und die ‚„Bausteine“ zu einer Theorie über „Verschwörungstheorien“’ des Politikwissenschaftlers Armin PFAHL – TRAUGHBER. Anschließend soll aufgezeigt werden, dass die unterschiedlichen Erklärungsansätze weder der Variabilität von Verschwörungstheorien, noch den unterschiedlichen Ausprägungen der Akzeptanz von Konspirationstheorien, ausreichend gerecht werden.

Deshalb werde ich mich im dritten Kapitel meiner Magisterarbeit mit zwei alternativen Konzeptionen auseinandersetzen, die sich sowohl zur Annäherung an die Rezipienten von Totalen Verschwörungstheorien als auch Begrenzten Verschwörungstheorien eignen könnten: Einerseits mit dem Konstrukt des Habitus des französischen Soziologen Pierre BOURDIEU; integriert die Konzeption doch sowohl „objektivistische“ als auch „subjektivistische“ Gesichtspunkte, womit sie, zumindest in Ansätzen, auch der Perspektive der Rezipienten von Verschwörungstheorien gerecht wird. Zudem liefert sie ein erprobtes Instrumentarium für eine weiterführende empirische Erforschung des Phänomens.

Allerdings ist die dem Habitus zugrundeliegende Theorie der Praxis „eher daraufhin konzipiert, soziale Reproduktion zu erklären als sozialen und kulturellen Wandel.“[5], was mir nicht unproblematisch erscheint, man denke an den, nicht nur in westlichen Gesellschaften, im Zuge einer dynamischen Modernisierung zu konstatierenden Wandel, der sich sowohl in der politischen, der ökonomischen als auch der kulturellen Dimension abzeichnet. Deshalb soll andererseits das Modell zur Konstruktion von Realität des Ethnologen Fredrick BARTH vorgestelt werden, das zusätzliche Perspektiven für ein tiefergehendes Verständnis des Wirkens von Verschwörungstheorien liefern kann, insbesondere mit Blick auf den Wandel von Wissensbeständen und den damit einhergehenden, möglichen Konsequenzen für die Rezeption oder Ablehnung einer Konspirationstheorie.

Im vierten Kapitel meiner Magisterarbeit werde ich zudem die zentralen Aussagen des Aufsatzes Die ergoogelte Wirklichkeit. Verschwörungstheorien und das Internet von Michael SCHETSCHE zusammenfassen, nicht zuletzt da ein kaum zu unterschätzender Faktor für die gegenwärtige Popularität von Verschwörungstheorien in komplexen Gesellschaften in der wachsenden Bedeutung des Internets gesehen werden kann. In seinem Essay gelangt der Freiburger Soziologe zu der Einschätzung, dass die im World Wide Web zum Prinzip erhobene Unüberprüfbarkeit von Informationen, den Annahmen der Medienphilosophen BAUDRILLARD oder FLUSSER folgend, letztlich zu einer Aufhebung der informationellen Leitdifferenz „wahr und falsch“ in der Gesellschaft führen wird. Dieser Prozess sei es, der die abstrusesten Konspirationstheorien ebenso entstehen lasse, wie er sie den klassischen Mechanismen öffentlich – rechtlicher Realitätskontrolle entziehe.[6]

Nachfolgend werde ich deshalb den Wahrheitsgehalt von Begrenzten und Totalen Verschwörungstheorien erörtern, um dann am Beispiel der CIA - Geheimoperation Artischocke aufzuzeigen, dass sich fiktionale Verschwörungstheorien inhaltlich mitunter nur schwer von „Realen Verschwörungen“ unterscheiden lassen. Wie problematisch sich die Beurteilung des Wahrheitsgehalts von Konspirationstheorien erweisen kann, soll zudem anhand der sog. GLADIO – Affäre illustriert werden, zu der bislang erst eine wissenschaftliche Publikation vorliegt, das Buch Nato’s Secret Armies. Operation Gladio and Terrorism in Western Europe des Schweizer Historikers Daniele GANSER.

Die gegenwärtige Popularität von Verschwörungstheorien in westlichen Staaten lässt sich auch als Symptom von Vertrauenskrisen jener Gesellschaften deuten. Deshalb sollen im fünften Kapitel mögliche Folgen für das Phänomen der Verschwörungstheorien illustriert werden, welche aus einem wachsenden Misstrauen gegenüber dem Staat und seinen Institutionen erwachsen können. Zudem werde ich mit Hilfe der Konzeption des Misstrauens, welche Niklas LUHMANN in einem Kapitel seiner Studie Vertrauen ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität aus dem Jahre 1968 entwickelt hat, systemtheoretische Perspektiven zur Erklärung der Akzeptanz von Verschwörungstheorien aufzeigen.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor für die gegenwärtige Popularität von Konspirationstheorien in modernen Gesellschaften kann auch in dem Wandel ihrer Vertrauensgrundlagen erblickt werden. So hat LUHMANN in seiner Vertrauensstudie darauf aufmerksam gemacht, dass sich in komplexen Gesellschaftssystemen „die Bedingungen verändern, unter denen Vertrauen zur Voraussetzung normal – rationaler Lebensführung wird.“[7], weshalb sich ein Systemvertrauen neuer Art[8] entwickeln müsse. Angesichts des Grassierens von Verschwörungstheorien werde ich der Frage nachgehen, ob ein derartiges Vertrauen in abstrakte Systeme möglicherweise nicht weitaus fragiler ist, als die Lektüre der systemtheoretische Studie zunächst vermuten lässt: Einerseits mit Blick auf die von LUHMANN konstatierte „Supercodierung“ funktional differenzierter Gesellschaften, andererseits aber auch auch unter Berücksichtigung einer wachsenden Bedeutung von reflexiven Mechanismen. Das Zusammenspiel von Reflexiver Modernisierung und Verschwörungstheorien werde ich zudem mit Hilfe theoretischer Ansätze von Anthony GIDDENS und Ulrich BECK erörtern und nachfolgend aufzeigen, dass sich die gegenwärtige Popularität von Verschwörungstheorien sowohl als Folge einer zunehmenden Reflexion der Moderne und der Relativität ihrer Wissensbestände deuten lässt, auf der anderen Seite aber auch als Ausdruck der BECK’schen Gegenmoderne.

Im sechsten und letzten Kapitel der Magisterarbeit sollen nicht zuletzt deshalb, unter Rückgriff auf unterschiedliche Autoren, jene Funktionen von Verschwörungstheorien beleuchtet werden, welche die gegenwärtige Akualität des Phänomens in westlichen Gesellschaften begünstigen dürften: So ihr Gebrauch als einfaches Erkenntnisinstrument zur Erklärung „unerklärlichlicher“ Ereignisse, aber auch ihre möglichen Funktionen zur Identitäts - und Sinnstiftung.

Im Fazit meiner Arbeit werde ich schließlich, unter Rückgriff auf die erarbeiteten Erkenntnisse, jene Maßnahmen skizzieren, welche meines Erachtens einem fortschreitenden Grassieren von Verschwörungstheorien zumindest entgegenwirken könnten.

1. Annäherung an das Phänomen der Verschwörungstheorien

1.1. Blick in die Geschichte der Verschwörungstheorien

Ein Blick in die Geschichte der Konspirationstheorien zeigt, dass über Jahrhunderte hinweg, vor allem die religiöse Minderheit der Juden und der Geheimbund der Freimaurer, zur Zielscheibe unterschiedlichster Verschwörungsunterstellungen wurden.[9] So macht Hannes STEIN darauf aufmerksam, dass bereits im Jahre 200 nach Christus der heidnische Poet Philostratos den schwerwiegenden Vorwurf erhob, wonach sich die Juden nicht nur gegen die Römer, sondern gegen die gesamte Menschheit erhoben hätten. Als „Beweis“ für diese Unterstellung deutete Philostratos dabei den Umstand, wonach die Juden „in undurchdringlicher Absonderung“ lebten und „der übrigen Welt die Tischgemeinschaft“ verweigert hätten.[10]

Zwischen 200 und 400 nach Christus wurde dann auch von Vertretern des Christentums eine bildkräftige antisemitische Dämonologie entwickelt und die Juden mit dem Antichrist in Verbindung gebracht. So galten die Synagogen alsbald als Stätten der Schwarzen Magie, in welchen angeblich der Teufel angebetet werde.[11] Im Mittelalter, so Armin PFAHL – TRAUGHBER, kamen die Vorwürfe der „Brunnenvergiftung“ und des „Ritualmords“ hinzu. „Dabei unterstellte man einem geheimen Kreis von Juden, sie hätten die systematische Vergiftung von Brunnen und die Ermordung von christlichen Kindern im Geheimen geplant.“[12] Bald waren auch Gerüchte im Umlauf, es gebe eine geheime jüdische Regierung – einen „Rat von Rabbinern, der seinen Sitz im mohammedanischen Spanien habe und von dort aus einen unterirdischen Krieg gegen die Christenheit führe, wobei er sich als Hauptwaffe der Zauberei bediene.“[13]

Mit dem gesellschaftlichen Aufstieg einer kleinen jüdischen Geldaristokratie im 17.Jahrhundert entwickelte sich, so Tobias JAECKER, die Vorstellung vom politisch mächtigen Judentum: „Aus der Nähe der „Hofjuden“ zu den herrschenden Fürsten und der dominierenden Stellung der Juden im Geldgeschäft erwuchs nicht nur das Bild vom jüdischen Wucherer, sondern auch der Mythos vom verschwörerischen Machtstreben der Juden.“[14]

Ab dem 18. Jahrhundert stand neben der religiösen Minderheit der Juden vermehrt der Bund der Freimaurer im Focus von Verschwörungsanschuldigungen: Nach Armin PFAHL – TRAUGHBER lassen sich schon „frühe Unterstellungen einer Gefährdung des Seelenheils durch eine päpstliche Bannbulle von 1738 oder des Staates beim Verbot der Freimaurerei ebenfalls 1738 in Schweden nachweisen.“[15] In den vierziger Jahren des 18. Jahrhundert publizierten insbesondere Vertreter der katholischen Kirche Bücher, in denen der Freimaurerei verschwörerisches Handeln vorgewurfen wurde. So die von Abbe´ Laradan verfasste, 1746 erschienene Schrift les franc- masons ésrasés, in welcher die Behauptung aufgestellt wurde, „die Freimaurerei sei von Oliver Cromwell zur Bekämpfung der katholischen Stuarts erfunden worden und habe daher gegen Thron und Altar gerichtete Zielsetzungen.“[16] Deshalb lasse sich auch nicht erst für den Zeitraum nach dem Ausbruch der Französischen Revolution von einer systematischen Entwicklung der freimaurerfeindlichen „Verschwörungsideologie“ sprechen.

Nach dem Zusammenbruch des ancien régime, der vor allem für konservative Zeitgenossen einen Schock darstellte, dynamisierten sich derartige Vorstellungen und die Anschuldigungen gegen die Freimaurer verstärkten sich: So veröffentlichte „der im englischen Exil lebende frühere Domherr in Paris Abbé Barruel [...] 1797 in London sein vierbändiges Werk „Mémoires pour servir à l’histoire du Jacobinisme“, das in zehn Sprachen übersetzt wurde und eine für damalige Verhältnisse erstaunlich hohe Auflagenzahl erreichte.“[17] Darin beschrieb der Autor von einem katholisch – gegenaufklärerischen Standpunkt „eine angeblich existierende hochorganisierte internationale Verschwörung von aufklärerischen Philosophen, Freimaurern und Illuminaten. Nach Barruel sollten diese die Zerstörung jeder Regierungs – und Religionsform generalstabsmäßig planen und durchführen, die französische Revolution sei das Ergebnis dieses konspirativen Wirkens.“[18] Dem konservativen amerikanischen Historiker Daniel PIPES zufolge, gelten die Mémoires „bis heute als der „große Klassiker der Verschwörungstheorie“, als „die Bibel der Geheimbundmythologie und unentbehrliche Grundlage zukünftiger Schriften gegen die Freimaurer.“[19] Auch Dieter GROH erblickt in der Publikation der Mémoires „ein neues Kapitel in der Geschichte der Konspirationstheorien“[20] Neben Barruel erreichten aber auch andere Autoren im Gefolge der Französischen Revolution Verkaufserfolge mit verschwörungstheoretischen Schriften: Zu nennen sind insbesondere der deutsche Autor „Johann August Starck (1741 – 1816) mit seinem zweibändigen Werk Der Triumph der Philosophie im 18. Jahrhundert“[21] und der damals „hochangesehene Wissenschaftsautor John Robison (1739 – 1805)“[22] mit seiner Schrift Proofs of a Conspiracy.

Wurden für die Französische Revolution zunächst Freimaurer und Illuminaten, ein Geheimbund, der 1776 von Adam Weishaupt, Professor für kanonisches Recht an der Universität Ingolstadt gegründet und bereits am 2. März 1785 nach seiner Aufdeckung von Kurfürst Karl Theodor verboten und verfolgt wurde, für die revolutionären Ereignisse in Frankreich verantwortlich gemacht[23], so rückte im Laufe des 19. Jahrhunderts wieder vermehrt die religiöse Minderheit der Juden „in das Zentrum der vermeintlichen Verschwörung, so dass es zu einer faktischen Gleichsetzung der Attribute „freimaurerisch“ und „jüdisch“ kam.“[24] Damit fügte sich „der christliche Antijudaismus mit all seinen Stereotypen, die seit Jahrhunderten überliefert wurden und in den Menschen bewußt oder unbewußt gefestigt waren, (...) nahtlos in das sich herausbildende Feindbildkonzept der Weltverschwörung.“[25]

Im Jahre 1806, so Tobias JAECKER, „erhielt der christliche Mythos von der jüdischen Weltverschwörung endgültig seine säkularen Weihen“[26] Damals „berief der frisch gekrönte Napoleon eine Versammlung der Rabbiner und führenden jüdischen Gelehrten Frankreichs ein, die er romantisch als Großen Sanhedrin bezeichnete.“[27] Ziel war es, die Juden dazu zu bewegen, Napoleons Verfassung als Gesetz über dem Talmud anzuerkennen, welche im Gegenzug zur Belohnung zu „französischen Staatsbürgern mosaischer Konfession“ ernannt werden sollten:[28] „Dieser Akt rief in ganz Europa großes Aufsehen hervor und gab Spekulationen Auftrieb, dass Jahrhunderte hindurch eine geheime jüdische Regierung existiert habe und Napoleon ein jüdischer Agent oder gar der „Antichrist“ sei. Nach Abschluss des Wiener Kongresses kamen zudem Gerüchte über ein jüdisches Komplott zur Verhinderung der deutschen Einigung auf.“[29] Und „mit dem Ausbau des Kredit – und Anleihegeschäfts verschärfte sich diese Stimmung. Die internationale Verzweigung des Hauses Rothschild an der Wende zum 19. Jahrhundert galt vielen als Beweis für die Herrschaft des europäischen Judentums.“[30]

Die folgenreichste Variante des Mythos der „jüdischen Weltverschwörung“ bildet allerdings zweifellos „ein angebliches Geheimdokument, das unter dem Titel Die Protokolle der Weisen von Zion seit Anfang des 20. Jahrhunderts Verbreitung fand.“[31] Inhaltlich weisen die Protokolle ein gängiges Muster konservativer Zivilisationskritik auf: „Den Juden wird unterstellt, sie hätten den Liberalismus erfunden, um das Volk den traditionellen Obrigkeiten – Kirche, Adel und Monarchie – zu entfremden: Chaos solle gesäht werden, um die einfachen Menschen den dunklen Mächten in die Arme zu treiben.“[32] So propagierten die Protokolle, dass die alte Ordnung endgültig zerstört und durch die Plutokratie ersetzt werden solle: „Durch die Einführung der Goldwährung, die Errichtung von Präsidialsystemen, die Kontrolle von Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Presse sowie duch die gleichmäßige Unterstützung der Parteien sollten die Staaten unterwandert werden, gegeneinander aufgehetzt und in Kriege gestürzt werden.“[33]

Nach Einschätzung von Michael HAGEMEISTER weckten die krisenhaften Entwicklungen im Gefolge des 1. Weltkriegs, die Russische Revolution, der Zusammenbruch der Monarchien und die damit einhergehenden sozialen Unruhen „weltweit das Bedürfnis nach einfachen Erklärungsmustern, das die Protokolle auf geradezu geniale Weise bedienten. Innerhalb weniger Jahre waren sie in alle wichtigen Sprachen übersetzt und millionenfach verbreitet.“[34] Ihren größten Widerhall fanden die Protokolle zunächst in England, wo „sogar ein Teil der seriösen bürgerlichen Presse – darunter die angesehene Times – geneigt war, ihre Echtheit anzuerkennen, und in den USA, wo sie in Henry Ford einen überzeugten Anhänger und mächtigen Propagandisten fanden.“[35] Und in Deutschland erwarben schließlich die Nationalsozialisten die Rechte an der deutschen Ausgabe, „verbreiteten die Protokolle zu Hunderttausenden und legten sie ihrer antisemitischen Propaganda zugrunde.“[36] Nach dem Machtantritt von Adolf Hitler wurden die „Protokolle der Weisen von Zion“ gar offizieller Lehrstoff an deutschen Schulen. Zudem verbreiteten deutsche Nazi – Organisationen und Sympathisierende aus anderen Ländern den Text weltweit und verkündeten bis zum Untergang der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft die Legende der jüdischen Weltverschwörung[37]. „Wie sehr sich dieser Mythos in den Köpfen der Nazis festgesetzt hatte, zeigt auch eine Aussage des Holocaust – Organisators Adolf Eichmann während seines Jerusalemer Prozesses 1961, nach der Hitler selbst nur „eine Schachfigur und Marionette in den Händen der ‚satanischen internationalen Hochfinanz der westlichen Welt’ gewesen sei.“[38] Bis heute wird von rechtsextremistischen Verschwörungstheoretikern das 3. Reich selbst als Teil einer jüdischen Weltverschwörung dargestellt.[39]

1.2. Annäherung an den Begriff der Verschwörungstheorie

Dem WÖRTERBUCH DER SOZIOLOGIE folgend, wird mit den Begriffen „Konspirationstheorie“ bzw. „Verschwörertheorie“[40] eine „von politischen Autoritäten in Zeiten glückloser Maßnahmen oder wachsender Schwierigkeiten entwickelte Argumentation [bezeichnet], nach der die negativen Tendenzen in der aktuellen Situation durch angebliche Akte von Subversion und Destruktion hintergründiger, die gesamte Gesellschaft bedrohender Cliquen erklärt werden.“[41]

Deshalb fungiere „sie „auch als prinzipielle Entlastungsthese für alle Fälle, in denen auf eine bestimmte politische Ideologie (als Handlungsanweisung) verpflichtete Machthaber nicht die hieraus als sicher abgeleiteten Erfolge oder Siege erringen konnten.“[42] So würden mit Konspirationstheorien „bestimmte Weltanschauungen, geschichtsphilosophische Prognosen und politische Rezepte im Falle offenkundigen Versagens oder Nichteintreffens gegenüber direkter Kritik immunisiert.“[43] Zudem macht das WÖRTERBUCH DER SOZIOLOGIE auf die Sündenbockfunktion von „Verschwörertheorien“ aufmerksam: „Zu schuldigen und Unheil verursachenden Verschwörern werden Personenkreise oder Minderheiten stilisiert, gegen die bei der Mehrheit der Bevölkerung ohnehin ein latentes oder manifestes Vorurteil besteht.“[44]

Problematisch an der vorgeschlagenen Definition erscheint mir, dass sie der enormen Variabilität des Phänomens der Verschwörungstheorien nur unzureichend gerecht wird. Werden doch im massenmedialen, aber nicht selten auch im wissenschaftlichen Diskurs[45], überaus unterschiedliche konspirationstheoretische Deutungsmuster mit den Termini „Verschwörungstheorie“ bzw. „Konspirationstheorie“ etikettiert, die von regional beschränkten Verdächtigungen bis zu weltumspannenden Denkgebäuden reichen können.[46]

Zudem muss mit Blick auf das gegenwärtige Grassieren von Konspirationstheorien hinsichtlich der Gruppen der angeblichen Verschwörer eine regelrechte Vielfalt konstatiert werden. So werden in den unterschiedlichen Konspirationstheorien neben der religiösen Minderheit der Juden und Geheimgesellschaften, wie den Freimaurern oder den Illuminaten, immer häufiger auch Geheimdienste, Regierungen, nationale und/oder internationale Organisationen, wie zum Beispiel der Internationale Währungsfonds als angebliche Konspirateure interpretiert[47]. Auch finden sich etliche Verschwörungstheorien, welche UFOs und Außerirdische als Teil oder Gegenstand einer Verschwörung thematisieren[48], zudem ist es offensichtlich, dass bei weitem nicht alle, als Verschwörungstheorien bezeichneten Konspirationsannahmen, von „politischen Autoritäten“ in Umlauf gebracht werden. Damit kann aber das Motiv der Propaganda einer relevanten Anzahl, als Konspirationstheorien bezeichneten Deutungsmustern, nicht auf Herrschaftssicherung und Machterhalt reduziert werden.

Dies lässt sich etwa anhand unterschiedlicher Verschwörungstheorien zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA illustrieren. Zwar würde sich die Definition des WÖRTERBUCHS DER SOZIOLOGIE für den Zugriff auf die von der gegenwärtigen US – Administration verbreitete „Verschwörungstheorie“, wonach das fundamentalistische Terrornetzwerk Al Kaida zur Vorbereitung der Flugzeugattacken von Saddam Husseins säkularer IRAK – Diktatur unterstützt wurde, eignen.[49] Weniger sinnvoll erscheint mir die Definition aber für den Zugriff auf zahlreiche andere, auch in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, als Verschwörungstheorien bezeichnete Deutungsmuster. Wurden zu den Terroranschlägen vom 11. September doch etliche Konspirationsstheorien von Individuen veröffentlicht, welche „politischen Autoritäten“ überaus misstrauisch gegenüber stehen und keine leitende politische Funktion inne haben.[50] Gleiches gilt für zahlreiche Verschwörungstheorien zur Ermordung von John F. Kennedy und eine Vielzahl anderer, insbesondere im Internet kursierender Konspirationstheorien.

Der Historiker Dieter GROH hat denn auch in seinem Aufsatz Die verschwörungstheoretische Versuchung auf die große Variabilität von Konspirationstheorien aufmerksam gemacht. Seines Erachtens lassen sie sich etwa danach unterscheiden, „ob sie sich mehr auf die Vergangenheit, ob sie sich mehr auf die Gegenwart, oder ob sie sich mehr auf die Zukunft beziehen“[51], oder aber eine durchgehende Zeitperspektive aufweisen.

Ein weiteres Unterscheidungskriterium stelle die sog. Geographie von Konspirationstheorien dar, wonach sich Verschwörungstheorien „in eine universale – die Verschwörer sind überall – und eine lokal-regionale – die Verschwörer sind nur an bestimmten Orten oder in bestimmten Gegenden anzutreffen“[52], unterteilen lassen. GROH betont zudem, dass das Spektrum von Verschwörungstheorien formal gesehen „von Deutungsmustern oder Alltagstheorien über regelrechte Paradigmata bis zu wissenschaftlichen Konstrukten mit hoher Plausibilität [reiche], die erst dem professionalisierten Zugriff ihren konspirationstheoretischen Kern“[53] preisgäben. Denn dem Historiker zufolge ist „der Kern einer Verschwörungstheorie letztlich immer im Bereich des Sozialimaginären zu suchen.“[54]

Demgegenüber vertritt Marc LUTTER in seiner Arbeit Sie kontrollieren alles!: Verschwörungstheorien als Phänomen der Postmoderne und ihre Verbreitung über das Internet die Ansicht, „dass Verschwörungstheorien im Allgemeinen in einer nicht verläßlich auslotbaren Grauzone zwischen Fakt und Fiktion operieren“[55], weshalb er es ablehnt „den Wahrheitsgehalt einzelner Verschwörungstheorien und mithin die Existenz von Verschwörungen zu beurteilen“[56] Der Soziologe gebraucht den Terminus Konspirationstheorie als eine Art Oberbegriff und greift zu einer eher phänomenologischen Definition:[57] „Verschwörungs- oder Konspirationstheorien sollen allgemein solche Theorien heißen, welche Personen oder Personengruppen als Mitglieder oder aktuelle und unter Umständen auch historische Ereignisse als Ergebnis einer Konspiration oder mehrerer Konspirationen deuten.“[58] Zudem unterscheidet er zwischen zwei Idealtypen von Verschwörungstheorien, den Begrenzten Verschwörungstheorien und den Totalen Verschwörungstheorien:

Als Totale Verschwörungstheorie bezeichnet er jene konspirationstheoretischen Konstrukte, welche eine Verschwörung implizieren, „die weltweit agiert, Jahrhunderte andauert und die Weltherrschaft zum Ziel hat“[59]. Begrenzte Verschwörungstheorien seien demgegenüber verschwörungstheoretische Deutungsmuster, die eine örtlich und zeitlich begrenzte Konspiration mit einem beschränkten Ziel unterstellen.[60] Dabei stellten beide Ausprägungen „Pole dar, zwischen denen Mischformen / Varianten denkbar (und in konkreten Fällen auch vorfindbar) “[61] seien.

Begrenzte Verschwörungstheorien zeichneten „eine differenziertere Sicht der Dinge, wonach Verschwörungen existieren können, diese aber verschiedene Grade historischen Einflusses entfalten.“[62] Darstellung und Tonfall derartiger Konspirationsannahmen seien meist relativ sachlich, hier verfolgten die angeblichen Verschwörer nur begrenzte Ziele und verfügten lediglich über limitierte Ressourcen. Auch könne die unterstellte Konspiration als zeitlich und regional begrenzt bezeichnet werden[63].

Im Gegensatz dazu sei bei Totalen Verschwörungstheorien oft ein emotionaler und dogmatischer Tonfall zu beobachten. Derartige Verschwörungstheorien, so LUTTER, sehen in Verschwörungen den treibenden Faktor der Geschichte und erheben sie zu einem umfassenden Erklärungsmodell, womit sich die meisten, bzw. alle (vom Verschwörungstheoretiker) als wichtig bewerteten historischen und aktuellen Prozesse, Zufälle und Veränderungen als Folge des Wirkens einer Weltverschwörung deuten lassen. Denn den angeblichen Konspirateuren werde eine sehr weitreichende Macht, nahezu unbegrenzte Mittel und eine annähernde Allgegenwart unterstellt. Nicht zuletzt deshalb könne jedes Individuum, jede Gruppe oder Organisation als Teil der Konspiration gedeutet werden.[64]

Zwar stellen die beiden idealtypischen Ausprägungen, wie von LUTTER betont, Pole dar. Demnach dürften sich in Konstrukten, welche eher als Totale Verschwörungstheorie zu klassifizieren wären, mitunter auch Reale Verschwörungen und begrenztere Konspirationsannahmen finden. Allerdings, wie mir scheint, meist in stark abweichender Darstellung: Denn in derartigen Deutungsmustern werden begrenztere Konspirationsannahmen oder aber Reale Verschwörungen fast immer kausal miteinander verbunden und als Teil einer „riesigen Weltverschwörung“ zurechtinterpretiert. Deshalb halte ich es auch für vertretbar, die Idealtypen der Begrenzten Verschwörungstheorie und der Totalen Verschwörungstheorie nachfolgend als Orientierungshilfe und Arbeitsbegriffe heranzuziehen.

2. Erklärungsansätze zur Wirkung von Verschwörungstheorien

Hinsichtlich des Phänomens der Verschwörungstheorien muss wohl bis heute, und dies scheint mir insbesondere mit Blick auf die große Variabilität von Konspirationstheorien der Fall zu sein, von einem weitgehenden Desiderat der Forschung ausgegangen werden. Denn Konspirationstheorien waren bislang „nur selten Gegenstand systematischer wissenschaftlicher Diskussion und Forschung [...]“[65] Dennoch finden sich zumindest interessante Konzeptionen zur Erklärung der Popularität und Wirkung von Verschwörungstheorien, weshalb ich nachfolgend drei unterschiedliche theoretische Ansätze vorstellen werde.

Erstens den psychologischen Erklärungsansatz des Psychiaters Hans – Joachim MAAZ, der den Einfluss von Störungen in der frühkindlichen Entwicklung auf das Phänomen der Verschwörungstheorien betont und deren Akzeptanz als einen psychosozialen Abwehrprozess zum Schutz vor bedrohenden seelischen Inhalten deutet.[66] Zweitens die Konzeption des Minderheitenforschers Serge MOSCOVICI, der das jahrhundertelange Grassieren von Verschwörungstheorien mit dem sozialpsychologischen Konstrukt der conspiracy mentality erklärt und damit das Zusammenspiel zwischen Minderheit und Mehrheit innerhalb einer Gesellschaft und deren Konsequenzen für das Phänomen der Verschwörungstheorien in den Vordergrund rückt.[67] Und drittens die „Bausteine“ zu einer Theorie über Verschwörungstheorien nach Armin PFAHL – TRAUGHBER, der unter Rückgriff auf alternative Begrifflichkeiten, die Akzeptanz von „Verschwörungsideologien“ über das Konstrukt der Verschwörungsmentalität und den Einfluss von psychologischen, sozialen und politischen Faktoren erklärt.[68]

2.1. Die Psychodynamik von Verschwörungstheorien nach Hans – Joachim MAAZ

Hans – Joachim MAAZ verweist in seinem Aufsatz Zur Psychodynamik von Verschwörungstheorien darauf, dass nach der Deutschen Wiedervereinigung etliche Bürger erfahren mussten, dass der Aktionsradius des Staatssicherheitsdienstes der DDR „deutlich unter den Erwartungen seiner angsteinflößenden Macht lag [...]“.[69] Mancher ehemalige DDR - Bürger hätte es kaum fassen können, dass er nicht von der STASI observiert worden war. Dies, so MAAZ, spreche dafür, dass zahlreiche Menschen, ihre aus anderen Quellen gespeiste, latente Angst auf die Staatssicherheit projiziert hätten, damit aber wohl auch zum Wuchern des geheimen Dienstes beigetragen haben dürften. So habe eine „verleugnete, innerseelische unbewußte Unsicherheit“ in der Stasi einen äußeren und bewusstseinsfähigen Anker der Bedrohung erblickt.[70]

Die Ursachen derartiger Ängste und Unsicherheiten könnten dabei vor allem in frühen Beziehungsstörungen der Mutter – Kind Dyade gesehen werden. So schreibt er: „Die moderne psychoanalytische Forschung kann in den letzten Jahrzehnten mit der Ich – Psychologie (Hartmann, Blanck) und den Objektbeziehungstheorien (Balint, Winnicott, Mahler,Kernberg) sowie der neueren Säuglingsforschung (Lichtenberg, Stern), die sich vor allem auf eine direkte Beobachtung der Mutter – Kind – Kommunikation stützen kann und nicht mehr den Säugling aus späteren Analysen rekonstruieren muss, den so genannten „frühen Störungen“ eine besondere Bedeutung auch für spätere paranoische Einstellungen – wie sie für die Anfälligkeit für Verschwörungstheorien erforderlich sind – zumessen.“[71]

Die Akzeptanz oder Ablehnung von verschwörungstheoretischen Deutungsmustern ließe sich demnach damit erklären, wie ein Individuum als Kind von seinen Eltern gewollt, angenommen und akzeptiert wurde. Ein unerwünschtes Kind, das Abtreibungsgedanken bis – versuche seiner Mutter überlebt habe, aber auch die vielen Kinder, die als Objekte vielfältiger Erwartungen und Bedürfnisse ihrer Eltern missbraucht wurden, seien Beipiele für eine Grunderfahrung von Ablehnung und Abwertung, welche ein grundlegendes Gefühl von Unsicherheit, Bedrohung und Misstrauen hinterlasse. Entscheidend, so der Psychiater, sei nach heutigem Wissen, ob ein Kind von Anfang an als Beziehungspartner seiner Eltern respektiert werde oder ob es grundsätzlich als ein Erziehungsobjekt verstanden werde, das sich Zuneigung und Anerkennung der Eltern erst noch verdienen müsse, und zwar dadurch, dass es Erwartungen erfülle.[72]

Und der Objektcharakter des Kindes, so MAAZ, sei bei weitem die häufigere Form der Eltern – Kind – Beziehung. Insofern könne verständlich werden, dass Ängste, Unsicherheiten, Minderwertigkeits – und Schuldgefühle massenhaft produziert werden, weil die Daseinsberechtigung damit ständiger Bestätigung bedürfe „und die Bemühungen den Eltern gefallen zu wollen, in einer unendlichen Spirale nie wirklich zur Erfüllung gelangen können, oder erlebte Anerkennung sofort wieder den Mühen und Anstrengungen für neue Liebesbeweise Platz machen muss.“[73] Eine derartige, defizitäre Erziehung könne fatale Folgen für die Entwicklung des Kindes haben:

„Die pathogene Grunderfahrung von „Sei nicht !“ oder „Sei nicht so !“ wird häufig begleitet und verstärkt von ungenügendem Verständnis der Eltern für die Belange des Kindes und durch zu geringe Zeit für das Kontaktbedürfnis des Heranwachsenden. So bleiben wesentliche psychosoziale Grundbedürfnisse unbefriedigt, z.B. die notwendige Erfahrung, verstanden zu werden und ausreichend Schutz, Sicherheit, Anregung, körperlichen und seelischen Kontakt mit Bestätigung, Auseinandersetzung und Begrenzung zu erfahren. Das Kind als Objekt der Erziehung, letztlich das Objekt eines autoritären Beziehungsverhältnisses, das Einengung, Einschüchterung, Bedrohung und Strafe erfährt, und das Kind als Opfer von Defiziten an Liebe, Bestätigung, Förderung und Kontakten, erfährt im Laufe seiner Entwicklung eine psychosoziale Entfremdung, es lebt im psychosozialen Mangel und muss einen „Gefühlsstau“ ständig unter Kontrolle halten.“[74]

Entfremdung in diesem Sinne bedeute „Entfremdung von den Möglichkeiten der Selbstentfaltung und statt ihrer die Entwicklung eines den Erwartungen und Normen entsprechenden Ichs.“[75] Denn, so MAAZ, die „natürliche Möglichkeit des Kindes, mit seinen Gefühlen auf Unterdrückung, Entfremdung und Mangel zu reagieren, wird ihm in aller Regel durch Gefühlsverbote (Sei still, sei tapfer, beiß die Zähne zusammen, heule nicht, sei keine Heulsuse, werd ja nicht frech, beherrsch dich u.a.m.) ausgetrieben.“[76]

Diese Gefühlsblockade und der damit verbundene Spannungszustand müsse dann ersatzweise abreagiert oder gedämpft werden, etwa in Form von Medikamenten – oder Drogensucht, aber auch anderen Formen süchtigen Verhaltens, wie Arbeitssucht, Leistungssucht, Spielsucht, Sexsucht, Konsumsucht, Geltungssucht, Machthunger usw.

Andererseits könnten derartige Gefühlsblockaden auch eine Bereitschaft für Streit, Kampf, Gewalt und militante Auseinandersetzungen schaffen. So äußerten sich die wesentlichen Folgen einer derart frühen pathogenen Sozialisation in Entwicklungsstörungen mit Gefühlen der Selbstunsicherheit und Minderwertigkeit, welche zu einer paranoiden Disposition mit blockierter Innenwahrnehmung führen könnten.[77]

Damit seien aber wesentliche Grundlagen für Dysfunktionen im gesellschaftlichen Zusammenleben vorgezeichnet. So schreibt MAAZ: „Abhängige Menschen entwickeln Sehnsucht nach Führung und Erlösung, bedürftige Menschen entwickeln Süchte, selbstunsichere Menschen müssen kompensieren und drängen nach Macht, Geld, Geltung und Besitz; bei gestörter Innenwahrnehmung bekommt der äußere Aktionismus besonderen Wert und die paranoide Disposition lässt Projektion wuchern mit einer starken Affinität, sich von außen bedroht zu fühlen, was Verschwörungstheorien und Feindbilddenken befördert.“[78]

Da frühe seelische Not immer einen sehr bedrohlichen Charakter habe, müssten die seelischen Abwehrvorgänge sehr stark sein, woraus sich extreme soziale Positionen entwickelten. Dadurch werde auch dumpfe Gewalt, Fanatismus, irrationale Idealisierung u.ä. verständlich, denn der irrationale Charakter derartigen Verhaltens weise auf die erlebte existentielle Bedrohung hin, welche zum Schutz des eigenen seelischen Gleichgewichts weitergegeben, abreagiert und oder anderen zugeschrieben werde.[79] Auf der Grundlage dieses psychosozialen Verständnisses lasse sich eine allgemeine Psychodynamik von Verschwörungstheorien erstellen:

„1. Es muss eine labile psychosoziale Basis in den Menschen vorhanden sein, die durch Entfremdung und Selbstwertstörung infolge früher psychosozialer Defizite entsteht.
2. Gelernte und bisher mögliche Kompensationsfolgen fallen plötzlich weg oder gelten nichts mehr (z.B. nach der politschen Wende in der DDR waren haltgebende politische Macht und ideologische Orientierung, reale soziale Karriere und berufliche Kompetenz und allgemeine Lebenserfahrung für sehr viele Menschen verloren und entwertet).
3. Neue Kompensationsformen greifen nicht (mit der deutschen Vereinigung ist für viele Ostdeutsche die Kompensation durch Geld, Besitz, Macht und Einfluss nicht im vergleichbaren Maße wie für Westdeutsche möglich).
4. Die reale Abwertung, Kränkung und Hoffnungslosigkeit reaktiviert frühe existentielle Ängste, die bisher verdrängt, verleugnet und kompensiert waren.
5. Zur Stabilisierung und Regulierung dieser inneren Bedrohung erfolgt ein psychosoziales Krisenmanagement, z.B. durch Erkrankung, durch Betäubung (Suchtmittel), durch Abreaktionen (Gewalt), durch Feindbild – und Sündenbockdenken (du bist schuld!) mit Verschwörungstheorien.
6. Dabei werden äußere Anlässe (reale Fehler, Schwächen, kriminelles Handeln) zum Träger der paranoischen Umdeutung der Realität.“[80]

Insofern könnten Verschwörungstheorien als psychosozialer Abwehrprozess zum Schutz vor bedrohenden seelischen Inhalten verstanden werden. So deutet MAAZ den in Ostdeutschland immer wieder vorgebrachten Vorwurf der Machenschaften „Alter Seilschaften“ als Phantasie, um die eigene erlebte Benachteiligung, die Verwirrung, Rat – und Hilflosigkeit, letzlich das persönliche Versagen und reale gesellschaftliche Ungerechtigkeiten nicht erleiden zu müssen, sondern einer imaginierten Macht zuzuschieben.[81] Dabei folge das Verschwörungsdenken im Osten Deutschlands dem typischen Feindbilddenken, das entweder Mächtigere oder sozial Schwächere treffe.

Die dramatische Zuspitzung von Verschwörungstheorien, so MAAZ, ließe sich nur dadurch mindern, indem „die latente innerseelische Bedrohung erkannt und emotional verarbeitet werden könnte, noch besser präventiv vermieden würde durch ein verändertes Verständnis für die Entwicklungsbedingungen von Kindern, und wenn in der gesellschaftlichen Entwicklung ein hohes Maß an sozialer Gerechtigkeit gewahrt werden könnte.“[82]

[...]


[1] Weber, Max 2004

Politik als Beruf, in: Max Weber - Gesammelte Werke, Digitale Bibliothek Band 58, Directmedia, S. 505 - 564

[2] Hagemeister, Michael 2004

Die jüdische Verschwörung in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2004, Typologien des Verschwörungsdenkens, Innsbruck, Studien Verlag, S.89

[3] Lutter, Marc, 2001 Sie kontrollieren alles!: Verschwörungstheorien als Phänomen der Postmoderne und ihre Verbreitung über das Internet / Marc Lutter. - München : Ed. Fatal

[4] Lutter kommt zu folgender Definition: „Verschwörungs- oder Konspirationstheorien sollen allgemein solche Theorien heißen, welche Personen oder Personengruppen als Mitglieder oder aktuelle und unter Umständen auch historische Ereignisse als Ergebnis einer Konspiration oder mehrerer Konspirationen deuten.“ (Ebd, S.18)

[5] Kumoll, Karsten 2005

'From the Native's Point of View'? Kulturelle Globalisierung nach Clifford Geertz und Pierre Bourdieu, Transcript Verlag, Bielefeld, S.74

[6] Vgl. Schetsche, Michael 2005

Die ergoogelte Wirklichkeit. Verschwörungstheorien und das Internet, in: Lehmann, Kai [Hrsg], 2005, Die Google – Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens, Bielefeld, Transcript Verlag, S.119

[7] Vgl. Luhmann, Niklas 1973

Vertrauen : ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität - 2. erw. Aufl.. - Stuttgart : Enke, S. 52

[8] Vgl. Ebd, S.23

[9] Vgl. Rogalla von Bieberstein, Johannes, 1992

Die These von der Verschwörung 1776 - 1945: Philosophen, Freimaurer, Juden, Liberale und Sozialisten als Verschwörer gegen die Sozialordnung, Flensburg : Flensburger-Hefte-Verl

[10] Vgl. Stein, Hannes 1996

Hoch die Weisen von Zion!, in: Enzensberger, Hans Magnus, Verschwörungstheorien . Kursbuch 124 - Berlin : Rowohlt, S.36

[11] Vgl. Ebd, S.36

[12] Pfahl – Traughber, Armin 2002

„Bausteine“ zu einer Theorie über „Verschwörungstheorien“: Definitionen, Erscheinungsformen, Funktionen und Ursachen in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2002

Verschwörungstheorien. Theorie – Geschichte – Wirkung, Innsbruck, Studien Verlag, S. 33

[13] Stein, Hannes 1996

Hoch die Weisen von Zion!, in: Enzensberger, Hans Magnus , Verschwörungstheorien . Kursbuch 124 - Berlin : Rowohlt, S.36

[14] Jaecker, Tobias 2004

Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September: neue Varianten eines alten Deutungsmusters / Tobias Jaecker. - Münster : Lit-Verl, S.43

[15] Pfahl – Traughber, Armin 2004

Die Ideologie von der angeblichen Verschwörung der Freimaurer. Zur historischen Entwicklung und inhaltlichen Analyse einer Konspirationsvorstellung in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2004 Typologien des Verschwörungsdenkens, S.36

[16] Ebd, S.36

[17] Ebd, S.37

[18] Pfahl – Traughber, Armin 2004

Die Ideologie von der angeblichen Verschwörung der Freimaurer. Zur historischen Entwicklung und inhaltlichen Analyse einer Konspirationsvorstellung in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2004 Typologien des Verschwörungsdenkens, S.37

[19] Pipes, Daniel 1998

Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen, München, Gerling Akademie Verlag, S.118

[20] Groh, Dieter 1996

Verschwörungen und kein Ende in: Enzensberger, Hans Magnus, Verschwörungstheorien. Kursbuch 124 - Berlin : Rowohlt, S.20

[21] Pipes, Daniel 1998

Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen, München, Gerling Akademie Verlag, S.118

[22] Ebd, S.114

[23] Vgl. Reinalter, Helmut 2004

Der Geheimbund der Illuminaten im Verschwörungsdenken, in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2004 Typologien des Verschwörungsdenkens, Innsbruck, Studien Verlag, S.61

[24] Jaecker, Tobias 2004

Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September: neue Varianten eines alten Deutungsmusters / Tobias Jaecker. - Münster : Lit-Verl, S.44

[25] Gugenberger, Eduard; Petri, Franko; Schweidlenka, Roman 1998

Weltverschwörungstheorien. Die neue Gefahr von Rechts. München, Deuticke Verlag, S.63

[26] Jaecker, Tobias 2004

Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September: neue Varianten eines alten Deutungsmusters / Tobias Jaecker. - Münster : Lit-Verl, S.44

[27] Stein, Hannes 1996

Hoch die Weisen von Zion!, in: Enzensberger, Hans Magnus, Verschwörungstheorien. Kursbuch 124 - Berlin : Rowohlt, S.36

[28] Vgl. Stein, Hannes 1996

Hoch die Weisen von Zion!, in: Enzensberger, Hans Magnus, Verschwörungstheorien. Kursbuch 124 - Berlin : Rowohlt, S.36

[29] Jaecker, Tobias 2004

Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September: neue Varianten eines alten Deutungsmusters / Tobias Jaecker. - Münster : Lit-Verl, S.44

[30] Ebd, S.43

[31] Ebd, S.46

[32] Stein, Hannes 1996

Hoch die Weisen von Zion!, in: Enzensberger, Hans Magnus, Verschwörungstheorien. Kursbuch 124 - Berlin : Rowohlt, S.38

[33] Jaecker, Tobias 2004

Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September: neue Varianten eines alten Deutungsmusters / Tobias Jaecker. - Münster : Lit-Verl, S.47

[34] Hagemeister, Michael 2002

Die Protokolle der Weisen von Zion – eine Anti – Utopie oder der Große Plan in der Geschichte ? in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2002 Verschwörungstheorien. Theorie – Geschichte – Wirkung, Innsbruck, Studien Verlag, S.47

[35] Ebd, S.47

[36] Ebd, S.47

[37] Vgl. Jaecker, Tobias 2004

Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September: neue Varianten eines alten Deutungsmusters / Tobias Jaecker. - Münster : Lit-Verl, S.51

[38] Gugenberger, Eduard; Petri, Franko; Schweidlenka, Roman 1998

Weltverschwörungstheorien. Die neue Gefahr von Rechts. München, Deuticke Verlag, S.114

[39] Vgl. Gugenberger, Eduard; Petri, Franko; Schweidlenka, Roman 1998

Weltverschwörungstheorien. Die neue Gefahr von Rechts. München, Deuticke Verlag,, S.114

[40] Im Wörterbuch der Soziologie finden sich die Begriffe „Konspirationstheorie“ und „Verschwörertheorie“, die synonym verwendet werden, nicht aber der Terminus „Verschwörungstheorie“.

[41] Hillmann, Karl – Heinz 1994

Wörterbuch der Soziologie, 4. Auflage, Kröner Verlag, Stuttgart, S.439 und S.903

[42] Ebd, S.903/904

[43] Ebd, S.904

[44] Ebd, S.904

[45] So etwa die Verschwörungstheorien zum Tod von John F. Kennedy, Aldo Moro, Uwe Barschel u.a.

[46] Man denke z.B. an die sog. „Zahnpastaaffäre“ im Zuge des Doping – Skandals um den deutschen Leichtathleten Dieter Baumann / Vgl. Baumann, Dieter / Freudenreich, Josef – Otto 2002 , Lebenslauf, München, Deutsche Verlags Anstalt

[47] Vgl. Wilson, Robert Anton; Hill, Miriam Joan; Bröckers, Mathias, 2000 Das Lexikon der Verschwörungstheorien: Verschwörungen, Intrigen, Geheimbünde, Frankfurt am Main, Eichborn Verlag / Vgl. Tuckett, Kate 2001 Ver schwörungstheorien von A – Z, Königswinter, Heel Verlag / Vgl.Vankins,Jonathan;Whalen, John 1999 , Die 50 größten Verschwörungen aller Zeiten. Komplotte & Intrigen von J.F.K. bis Lockerbie, Königswinter, Heel Verlag

[48] Vgl. Gugenberger, Eduard 2004

Die Verschwörung der Außerirdischen, in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2004

Typologien des Verschwörungsdenkens, Innsbruck, Studien Verlag, S. 115 - 128

[49] Vgl. Ostermann, Dietmar 2006

Washingtons 9/11-Legende platzt, in Frankfurter Rundschau Online vom 11.9.2006, abgerufen am 15.9.2006 unter: http://www.fraktuell.de/startseite/9/11_spezial/?em_cnt=966192

[50] Zum Beispiel die konspirationstheoretischen Bücher von Gerhard Wisnewski und Mathias Bröckers zum 11. September, siehe Literaturliste.

[51] Groh, Dieter, 1992

Die verschwörungstheoretische Versuchung oder: Why do bad things happen to good people ? in: Anthropologische Dimensionen der Geschichte / Dieter Groh. - 1. Aufl.. - Frankfurt am Main : Suhrkamp, S. 270

[52] Ebd, S.271

[53] Ebd, S.271

[54] Ebd, S.273

[55] Lutter, Marc, 2001

Sie kontrollieren alles!: Verschwörungstheorien als Phänomen der Postmoderne und ihre Verbreitung über das Internet / Marc Lutter. - München : Ed. Fatal, S.15

[56] Ebd, S.19

[57] Dieser Definition werde ich micht angesichts der enormen Bandbreite des Phänomens der Verschwörungstheorien nachfolgend anschließen.

[58] Lutter, Marc, 2001 Sie kontrollieren alles!: Verschwörungstheorien als Phänomen der Postmoderne und ihre Verbreitung über das Internet / Marc Lutter. - München : Ed. Fatal, S.18

[59] Ebd, S.19

[60] Vgl. Ebd

[61] Ebd, S.20

[62] Ebd, S.20

[63] Vgl. Ebd, S.20/21

[64] Vgl. Lutter, Marc, 2001 Sie kontrollieren alles!: Verschwörungstheorien als Phänomen der Postmoderne und ihre Verbreitung über das Internet / Marc Lutter. - München : Ed. Fatal, S.20/ 21

[65] Pfahl – Traughber, Armin 2002

„Bausteine“ zu einer Theorie über „Verschwörungstheorien“: Definitionen, Erscheinungsformen, Funktionen und Ursachen in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2002

Verschwörungstheorien. Theorie – Geschichte – Wirkung, Innsbruck, Studien Verlag, S. 30 – 44

[66] Vgl. Maaz, Hans – Joachim 2001 Zur Psychodynamik von Verschwörungstheorien. Das Beispiel der deutschen Vereinigung, in: Caumanns, Ute (Hrsg.) 2001 Verschwörungstheorien : anthropologische Konstanten - historische Varianten, Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Osnabrück : fibre, S.35

[67] Vgl. Moscovici, Serge 1987

The Conspiracy Mentality, in: Changing Conceptions of Conspiracy, Edited by Carl F. Graumann and Serge Moscovici, Springer Verlag, Berlin,

[68] Vgl. Pfahl – Traughber, Armin 2002

„Bausteine“ zu einer Theorie über „Verschwörungstheorien“: Definitionen, Erscheinungsformen, Funktionen und Ursachen in: Reinalter, Helmut (Hrsg.) 2002

Verschwörungstheorien. Theorie – Geschichte – Wirkung, Innsbruck, Studien Verlag, S. 30 – 44

[69] Maaz, Hans – Joachim 2001 Zur Psychodynamik von Verschwörungstheorien. Das Beispiel der deutschen Vereinigung, in: Caumanns, Ute (Hrsg.) 2001 Verschwörungstheorien : anthropologische Konstanten - historische Varianten, Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Osnabrück : fibre, S.32

[70] Ebd, S.32,

[71] Ebd, S.32

[72] Vgl. Maaz, Hans – Joachim 2001 Zur Psychodynamik von Verschwörungstheorien. Das Beispiel der deutschen Vereinigung, in: Caumanns, Ute (Hrsg.) 2001 Verschwörungstheorien : anthropologische Konstanten - historische Varianten, Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Osnabrück : fibre, S..32

[73] Ebd, S.32/33

[74] Ebd, S.33

[75] Ebd

[76] Ebd

[77] Maaz, Hans – Joachim 2001 Zur Psychodynamik von Verschwörungstheorien. Das Beispiel der deutschen Vereinigung, in: Caumanns, Ute (Hrsg.) 2001 Verschwörungstheorien : anthropologische Konstanten - historische Varianten, Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Osnabrück : fibre, S.34

[78] Ebd

[79] Vgl. Ebd.

[80] Maaz, Hans – Joachim 2001 Zur Psychodynamik von Verschwörungstheorien. Das Beispiel der deutschen Vereinigung, in: Caumanns, Ute (Hrsg.) 2001 Verschwörungstheorien : anthropologische Konstanten - historische Varianten, Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Osnabrück : fibre, S.34/35

[81] Ebd, S.35

[82] Ebd, S.36

Ende der Leseprobe aus 100 Seiten

Details

Titel
Verschwörungstheorien. Die Variabilität eines aktuellen Phänomens
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Soziologie)
Note
1,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
100
Katalognummer
V78348
ISBN (eBook)
9783638800105
ISBN (Buch)
9783638803601
Dateigröße
986 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verschwörungstheorien, Verschwörung, Konspiration, Konspirationstheorie, Freimaurer, Geheimdienste, Luhmann, Bourdieu, Giddens, Ulrich Beck
Arbeit zitieren
Magister Artium Roland Sonntag (Autor), 2006, Verschwörungstheorien. Die Variabilität eines aktuellen Phänomens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78348

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