Mediation - Eine Methode der Konfliktlösung?

Erläutert an einem Beispiel einer Konfliktsituation bei geistig behinderten Kindern


Seminararbeit, 2005

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung
1.1 Vorstellung des Themas der Seminararbeit

II. Hauptteil
2.1 Geistige Behinderung
2.1.1 Definition
2.1.2 Down-Syndrom
2.2 Mediation
2.2.1 Konflikt
2.2.2 Theorie der Mediation
2.3 Konfliktsituation
2.3.1 Vorstellung der Konfliktsituation
2.3.2 Analyse der Konfliktsituation
2.4 Konfliktlösung
2.4.1 Vorstellung der Konfliktlösung
2.4.2 Analyse der Konfliktlösung

III. Schluss
3.1 Zusammenfassung
3.2 Fazit

IV. Anhang
4.1. Literaturhinweise

I. Einleitung

Es macht mehr Spaß,
durch Verständigung etwas zu gewinnen,
als es durch Streit zu verlieren.
(Marc Fuhrhop)

Einen Konflikt hat jeder schon einmal erlebt, sei es einen Intrapersonalen oder einen Zwischenmenschlichen. Konflikte sind überall und in jeder Form vorzufinden. Die Verwicklung in einen Konflikt entsteht, wenn die Interessen und Werte der Menschen zu verschieden sind oder bestimmte Bedürfnisse nicht befriedigt werden (vgl. Lenz, 1999, S. 37). Eine Lösung eines Konfliktes ist daher nicht immer einfach. Eine Methode die zur Streitschlichtung beitragen kann, ist die Meditation, eigentlich aus der Juristerei bekannt, die aber seit geraumer Zeit auch im pädagogischen Bereich angewandt wird.

In dieser Arbeit möchte ich zwei Problemstellungen nachgehen. Zum einen, ob die Mediation zur Konfliktlösung beitragen kann und zum anderen, ob geistig behinderte Menschen in der Lage sind, Konflikte zu lösen.

Daher werde ich die Problemstellung anhand eines Fallbeispiels näher analysieren. Bei dem Fallbeispiel handelt es sich um einen Konflikt, der sich auf einer integrativen Freizeit mit behinderten und nichtbehinderten Kindern im Alter von 8-17 Jahren im Sommer 2004 ereignet hat, sowie dessen Konfliktlösung.

Bevor die Problemstellung bearbeitet wird, werde ich die geistige Behinderung sowie die Ursache Down-Syndrom kurz erläutern. Danach werde ich dann auf die Theorie der Mediation eingehen, gefolgt von dem gewählten Fallbeispiel zwischen zwei geistig behinderten Kindern im Alter von 9 und 16 Jahren.

Nach der Konfliktdokumentation folgt die Analyse des Konfliktes. Es soll herausgearbeitet werden, an welcher Stelle genau der Konflikt entstanden ist und wo demnach die Ursache für die Konfliktsituation zu finden ist.

Im Anschluss daran wird die Konfliktlösung vorgestellt, die bei diesem Konflikt angewendet wurde. Danach wird die Konfliktlösung daraufhin analysiert, ob es sich bei dem gewählten Beispiel tatsächlich um eine Mediation handelt.

Zum Schluss folgt eine Zusammenfassung, sowie ein Fazit.

II. Hauptteil

2.1: Geistige Behinderung

Den Begriff „geistige Behinderung“ kennt jeder, kaum aber seine Definition. Deshalb befasse ich mich damit zu Beginn der Seminararbeit, da die geistige Behinderung in den folgenden Kapiteln eine entscheidende Rolle spielt.

2.1.1: Definition:

Unter “geistige Behinderung“ versteht man ein “ein stark regelabweichendes, längerfristig vorherrschendes, anschaulich- vollziehendes Denken“ (Bach, 1982, S. 138).

Ferner wird in den verschiedenen Bereichen der Wissenschaft und Institutionen bei der Definition geistige Behinderung genauer unterschieden.

So definiert das Bundessozialhilfegesetz nach § 47:“ geistig wesentlich behindert… sind Personen, bei denen in Folge einer Schwäche ihrer geistigen Kräfte die Fähigkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft in erheblichem Umfang beeinträchtigt ist.“

Im medizinischen Kontext werden die Bezeichnungen Intelligenzminderung oder Oligophrenie verwendet. Oligophrenie sind Zustände, die vererbt oder frühzeitig erworben wurden und ausschließlich die Intelligenz betreffen. Von geistiger Behinderung wird gesprochen, wenn der Intelligenz-Quotient (IQ) unter 70 liegt (vgl. Pschyrembel, 1998, S. 182).

In der Psychologie gilt eine Person als geistig behindert, deren IQ unter 65 liegt. Man achtet hier auf die Retardierung der Intelligenz.

Da sich die medizinischen und psychologischen Bezeichnungen auf den Defekt eines Menschen stützen, suchte man in der Pädagogik eine positiv formulierte Definition.

Im pädagogischen Bereich wird nach der Kommission des Deutschen Bildungsrates von geistiger Behinderung gesprochen “wer infolge einer organisch-genetischen oder anderweitigen Schädigung in seiner psychischen Gesamtentwicklung und seiner Lernfähigkeit so beeinträchtigt ist, dass er voraussichtlich lebenslanger sozialer und pädagogischer Hilfe bedarf. Mit den kognitiven Beeinträchtigungen gehen solche der sprachlichen, sozialen, emotionalen und der motorischen einher. Eine „untere Grenze“ (Hervorhebung im Original) sollte weder durch Angabe von IQ-Werten, noch durch Aussprechen einer Bildungsunfähigkeit festgelegt werden, da grundsätzlich bei allen Menschen die Bildungsfähigkeit angenommen werden muss“ (dt. Bildungsrat, 1973, 13)

Ursachen für das Entstehen einer geistigen Behinderung können Hirnfehlbildungen durch Infektionen, Vererbung, Hirnschädigungen auf Grund von Verletzungen, Sauerstoffmangel bei der Geburt und Infektionen sowie durch anlagebedingte Hirnfunktionsstörungen wie Fehler im Erbgut, Phenylketonurie (anlagebedingte Stoffwechselstörung) oder Chromosomenfehler (z. B. Trisonomie 21) sein. Allerdings ist das Herausfinden der Ursache einer geistigen Behinderung ziemlich schwer.

Das Erscheinungsbild ist je nach Behinderung verschieden. Es können alle kognitiven Funktionen gestört sein oder nur Teile davon. In der folgenden Tabelle ist dargestellt, was für Störungen/Verminderungen bei geistiger Behinderung und daraus resultierende Auswirkungen auftreten können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Tabelle entnommen aus vdk- Betreuerschulungsheft, 2003, o.A.)

Da geistige Behinderungen in den unterschiedlichsten Variationen auftreten können, entstehen unterschiedliche Anforderungen an die Mitmenschen. Bei einem Seminar –Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen - im Frühjahr 2004 in Gauting wurde erarbeitet auf was beim Umgang mit Behinderten geachtet werden muss:

Behinderte brauchen andere Menschen,

- die sie versorgen und pflegen
- die sie ohne Sprache verstehen
- und die ihnen ihre Umwelt auf einfache Art und Weise nahe bringen

Die Mitmenschen müssen

- sich Zeit nehmen
- viel Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen
- eine einfache klare Sprache sprechen, ggfs. Sätze wiederholen
- keine Arbeiten abnehmen, sondern nur unterstützen und Hilfestellungen geben
- motivieren.

2.1.2: Down Syndrom

Das Down-Syndrom ist eine Art von geistiger Behinderung. Da es in dem von mir gewählten Fallbeispiel um zwei geistig behinderte Kinder mit Down-Syndrom geht, wird diese Krankheit nun vorgestellt.

Der Begriff ist eine Abkürzung und steht für Langdon-Down-Syndrom. Dieser Ausdruck kommt aus dem Englischen und wurde nach dem Arzt John Langdon Down (1828-1896) benannt. Andere Bezeichnungen für diese Krankheit sind Mongolismus, Trisomie 21 und Morbus Down.

Menschen mit dieser Krankheit haben eine Störung der Chromosomenverteilung. Bei ihnen ist das Chromosom 21 dreimal statt zweimal vorhanden. Dieses bewirkt körperliche Anomalien, wie zum Beispiel angeborener Herzfehler, schrägstehende Augen, flaches Gesicht mit mongoloiden Zügen, kleiner Kopf, kurzes Genick, verminderte Infektionsabwehr oder Atemswegserkrankungen.

Ursache für die Trisomie 21 ist meist eine Störung der Chromosomenverteilung in der Meiose (Reifeteilung der Keimzelle) während der Schwangerschaft. In den seltensten Fällen ist Down Syndrom erblich. Mit zunehmendem Alter der Eltern steigt die Wahrscheinlichkeit ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen (vgl. Linder, 1989, S. 398).

Der Grad der Behinderung ist sehr unterschiedlich, so dass keine allgemeinen Aussagen über Down- Menschen getroffen werden können. Vielmehr muss man im Einzelfall herausfinden, wie sich die Stärken und Schwächen herausstellen. Menschen mit Down Syndrom haben ein starkes Bedürfnis nach persönlicher Zuwendung und benötigen meist einen festen Kontakt zu ihren Mitmenschen.

Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom sollen aber nicht bevorzugt werden. Sie sollen genauso wie normale Kinder behandelt werden unter der Berücksichtigung ihrer Defizite in der kognitiven Entwicklung. D. h., dass diese Jungendlichen genauso ermahnt und zur Rechenschaft gezogen werden wie andere Kinder, wenn sie etwas angestellt haben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Mediation - Eine Methode der Konfliktlösung?
Untertitel
Erläutert an einem Beispiel einer Konfliktsituation bei geistig behinderten Kindern
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Verständigung im Konflikt
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V78721
ISBN (eBook)
9783638851114
ISBN (Buch)
9783638850681
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediation, Eine, Methode, Konfliktlösung, Verständigung, Konflikt
Arbeit zitieren
Valerie Berner (Autor), 2005, Mediation - Eine Methode der Konfliktlösung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78721

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