Ländlicher Raum und Tourismus

Entwicklung, Auswirkung und Grenzen


Seminararbeit, 2006
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Definition des Begriffs Tourismus
1.2 Der Tourismus im ländlichen Raum

2 Die Entwicklung des Tourismus im ländlichen Raum und seine Voraussetzungen
2.1 Historische Entwicklung seit der Nachkriegszeit
2.1.1 Die Ausgangssituation
2.1.2 Der Weg zum Massentourismus
2.2 Warum zieht es die Menschen in den ländlichen Raum?

3 Die Auswirkungen des Tourismus auf den ländlichen Raum
3.1 Ökonomische Wirkungen
3.2 Soziale / Kulturelle Wirkungen
3.3 Die Wirkungen auf die Siedlungsform
3.4 Ökologische Wirkungen
3.4.1 Ökologische Belastung durch den PKW
3.4.2 Ökologische Belastungen durch Freizeitaktivitäten
3.5 Mehr Fremdenverkehr, weniger Erholung?
3.6 Der „sanfte Tourismus“ als Lösungsansatz

4 Die Grenzen des Tourismus

5 Fazit

6 Literatur

1 Einleitung

1.1 Definition des Begriffs Tourismus

Der Begriff Tourismus wird heute „weitgehend als Synonym für Fremdenverkehr verwendet (...). Allerdings wird der in der Fremdenverkehrsstatistik mit erfasste Geschäftsreiseverkehr nicht zum Tourismus gezählt.“ (LESER, H.: Wörterbuch Allgemeine Geographie, S.896)

Fremdenverkehr wird in demselben Wörterbuch als „zusammenfassender Ausdruck für alle Erscheinungen und Wirkungen, die mit der Reise von Personen an einen Ort, der nicht ihr Wohn-, Arbeits-, oder Versorgungsort ist, sowie mit dem längerfristigen Aufenthalt an diesem Ort zusammenhängen“ bezeichnet. (LESER, H.: Wörterbuch Allgemeine Geographie, S.229)

Die beiden wichtigsten Aspekte des Tourismus sind nach dieser Definition also die Distanzüberwindung zu einem fremden Ort sowie eine vorübergehende Verweildauer an dem Reiseziel. Die Eingrenzung des individuellen Zwecks der Reise erfolgt nur bedingt: Es wird lediglich der Geschäftsreiseverkehr ausgeschlossen.

Nach HENKEL (2004, S.208) wird neben dem Zweck der Reise auch nach der Dauer der Reise unterschieden. So gibt es die Kurzreise oder den Naherholungsverkehr, der in der Regel 1 - 3 Tage dauert, und den Fremdenverkehr mit einer Aufenthaltszeit von mehr als vier Tagen.

1.2 Der Tourismus im ländlichen Raum

In Deutschland konzentriert sich der Tourismus hauptsächlich auf den ländlichen Raum, was insbesondere mit der zunehmenden Verstädterung im Zuge der Industrialisierung zusammenhängt. Es wächst der Wunsch nach freier Natur, die in den ländlichen Regionen vorhanden ist. Dadurch bekommen die meist wirtschaftsschwachen ländlichen Gebiete eine Chance, typische Probleme wie Arbeitsplatzmangel und dadurch bedingte Abwanderung zu verringern (vgl. HENKEL, S.208).

Doch lässt sich das so einseitig betrachten? Die Freizeit- und Verkehrsinfrastruktur, die sich im Laufe der Entwicklung des Tourismus etabliert hat, hat nicht nur seine Vorzüge, sondern birgt auch ein Bündel von Negativwirkungen verschiedener Art.

Die beschriebene Ambivalenz, die Frage ob der Tourismus auf dem Lande nun eher Chance oder Fluch ist, soll auf den folgenden Seiten erörtert werden.

2 Die Entwicklung des Tourismus im ländlichen Raum und seine Voraussetzungen

2.1 Historische Entwicklung seit der Nachkriegszeit

2.1.1 Die Ausgangssituation

Um den durch den Tourismus bedingten Wandel in den entsprechenden ländlichen Räumen zu beschreiben und zu bewerten, wird es erst einmal nötig sein, die historische Entwicklung des Fremdenverkehrs darzustellen.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Deutschland in vier verschiedene Besatzungszonen aufgeteilt. Dadurch wurde das Reisen schwer, da die Bewegungsfreiheit des Einzelnen stark eingeschränkt wurde. Es gab beispielsweise Kontrollpunkte und Passierscheine und ein bestimmter Radius um den Wohnort durfte nicht verlassen werden. Weiterhin wurde im Krieg ein großer Teil der Verkehrsinfrastruktur zerstört, wie beispielsweise Bahngleise. Da zu dieser Zeit die Eisenbahn das Hauptverkehrsmittel war, wurde die Distanzüberwindung dadurch zusätzlich erschwert. Ferner waren die Geldwerte nicht stabil, weshalb ein Wiederaufbau auch nur schleppend vorangehen konnte.

Das änderte sich jedoch bald. 1947 verbündeten sich die amerikanische und die britische Besatzungszone, die dann auch die Kooperation mit der französischen Besatzungsmacht verstärkten. 1948 wurde die Währung reformiert. Nun kam der Wiederaufbau ins Rollen.

Das Wirtschaftswunder schaffte letztendlich auch die finanziellen Voraussetzungen für das Reisen (vgl. Deutscher Tourismusverband, S. 8).

2.1.2 Der Weg zum Massentourismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Abb. 1: Die Entwicklung des Tourismus 1954 - 1994

(Quelle: BECKER et al. 1996, S.15)

lich an. 1960 unternahmen 28% der

Deutschen eine Urlaubsreise, 1972 war es schon knapp die Hälfte der Bevölkerung und1994

reisten schon 78 %. Diese stetige Steigerung wurde nur durch verschiedene wirtschaftliche

Rezessionen unterbrochen, wie beispielsweise die Rezession von 1966/67 oder der Ölpreisschock 1973, die jedoch nureine vorübergehende Stagnation bewirkten (vgl. Deutscher Tourismusverband, S. 9f; vgl. BECKER et al. 1996, S.14).

Der beschriebene Aufschwung hat verschiedene Gründe. Der wohl wichtigste Antrieb ist die Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens, die insbesondere die breite Masse betrifft: Mehr und mehr Menschen können es sich finanziell leisten, in den Urlaub zu fahren. Durch den Anstieg der Nachfrage wächst der Tourismusmarkt, wodurch die Angebote des Fremdenverkehrs günstiger werden (vgl. HENKEL, S. 209).

Auch die „tariflich festgelegten und wachsenden Urlaubs- und Freizeitansprüche“ (HENKEL, S. 209) bedingten eine Steigerung der Reiseintensität. Betrug die Arbeitszeit früher noch 48 Stunden pro Woche, so sind es heute nur noch 35-38 Stunden. Freie Wochenenden und Feiertage, durchschnittlich 30 Urlaubstage pro Jahr sowie eine Auszahlung von Urlaubsgeld machen „die schönsten Tage im Jahr“ für breite Schichten möglich (vgl. HENKEL 2004, S. 209; vgl. BECKER et al. 1996, S. 15).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Verkehrsmittelwahl bei Haupturlaubsreisen

Ein weiterer Grund ist auch die wachsende Mobilität breiter Bevölkerungsschichten, die in Abb. 2 dargestellt ist. Wie

(Quelle: vgl. BECKER 1996, S. 21)

Touristen, die ihr Ziel mit dem Auto erreichten. Seitdem stagnierten die Zahlen jedoch, heute sind noch ca. 50% der Urlauber PKW-Reisende. Diese Stagnation ist auf die Etablierung

der Flugreisen zurückzuführen, die immer mehr an Bedeutung gewannen: 1989 flogen immerhin knapp ein Viertel der Bevölkerung in die Ferien. Durch die Motorisierung und

Verkehrserschließung war es nun um einiges einfacher, das Urlaubsreiseziel zu erreichen (vgl. Deutscher Tourismusverband, S.9; vgl. SPODE 2003, S. 152).

Neben diesen drei Hauptgründen für die Entwicklung eines Massentourismus spielen auch ein „ansteigendes Bildungsniveau und –bewusstsein breiter Schichten“ (HENKEL 2004, S.209) und Werbung für Tourismus eine Rolle. Das Bedürfnis nach Erleben und Entdecken wird wichtig, und der Wunsch zu Reisen wird durch die Medien noch verstärkt (vgl. HENKEL 2004, S. 209).

Diese Anstöße führten dazu, dass heute bereits 95,4% der Deutschen ab 14 Jahren wenigstens einmal auf Reisen gegangen sind, was zeigt, dass der Urlaub für „einen erheblichen Teil der Bevölkerung zur Selbstverständlichkeit gehört“ (BECKER 1996, S. 14).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Ländlicher Raum und Tourismus
Untertitel
Entwicklung, Auswirkung und Grenzen
Hochschule
Universität Trier  (Fachbereich VI – Geographie/Geowissenschaften)
Veranstaltung
Ländlicher Raum
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V79631
ISBN (eBook)
9783638868884
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ländlicher, Raum, Tourismus, Thema Tourismus
Arbeit zitieren
Kathrin Häb (Autor), 2006, Ländlicher Raum und Tourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79631

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