Lernmanagementsysteme als Plattform für e-learning-Angebote


Seminararbeit, 2005

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Fragestellung und Vorgehensweise

2 Lernmanagementsystem
2.1 Begriff
2.2 Aufbau

3 Funktionen von LMS
3.1 Grundfunktionen
3.2 Ergänzende Funktionen

4 Vorgehensweise bei der Auswahl eines LMS10
4.1 Analysephase
4.2 Auswahl und Entscheidung
4.3 Weitere Aspekte
4.3.1 Standardprodukt oder Selbstentwicklung
4.3.2 Standards

5 Kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

1 Fragestellung und Vorgehensweise

Die gesellschaftliche Situation ist gekennzeichnet durch eine starke Dynamik der Wissensentstehung und –durchdringung im öffentlichen wie auch privaten Leben. Der ständige Bedarf und Zuwachs an Informationen in einer technikbasierten Welt stellt neue Anforderungen an das Lernen und führt zu einer steigenden Nachfrage nach Lerninhalten auf elektronischen Datenträgern im Bereich der betrieblichen und universitären Aus- und Weiterbildung. Der Zugriff auf Informationen und Lerninhalte für Lernende soll dabei möglichst zeit- und ort-unabhängig, flexibel, individuell und bedarfsorientiert sein. Hierbei werden zunehmend elektronische Medien, verschiedene Instrumente des e-learnings, verwendet (vgl. Rothmeier/Mandl, 2002, 9 und vgl. Hettrich/Koroleva, 2005, 2-3). Ihr Einsatz stellt eine komplexe Aufgabe dar, bei der sowohl didaktische und organisatorische als auch technische Aspekte zu berücksichtigen sind (vgl. Kiedrowski/Schaal, 2001, 24).

Eine erfolgreiche Unterstützung der e-learning Angebote in der Lehre erfolgt über die Bereitstellung einer geeigneten technologischen Infrastruktur, wie sie mit Lernmanagementsystemen (LMS) realisiert werden. LMS sind komplexe Software-Programme, die bestimmte Funktionen erfüllen und dabei nicht nur die Kommunikation und Kooperation von Systemnutzern unterstützen, sondern auch deren Administration; sie bieten zahlreiche, unterschiedliche Funktionalitäten und Einsatzmöglichkeiten an und sind derzeit die in Unternehmen am häufigsten eingesetzten Lernplattformen (vgl. Albrecht, 2003, 267).

Die vorliegende Arbeit soll dem Leser einen Überblick über die Thematik der komplexen LMS verschaffen. Dabei interessiert die Verfasserin besonders die Sicht des Anwenders und schildert neben Systemaufbau und Funktionen besonders die Schritte des Auswahlprozesses. Nach einer begrifflichen Abgrenzung wird in Kapitel 2 der Aufbau eines solchen Systems skizziert. Nachdem der Markt für elektronikbasierte Lernumgebungen mit seinen Anbietern und Produktangeboten wenig überschaubar ist, oftmals auch andere Software-Lösungen unter dem gleichen Label „Lernplattform“ vermarktet werden, erscheint es unerlässlich, zur Abgrenzung der einzelnen Produkte bestimmte Kriterien heranzuziehen. In Kapitel 3 werden ausführlich die für LMS relevanten Funktionen, anhand derer sich die besondere Komplexität dieser Systeme erkennen lässt, erläutert. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im 4. Kapitel. Dort wird das Vorgehen bei der Auswahl eines geeigneten LMS detailliert dargestellt. Dabei werden die wichtigsten Schritte in den einzelnen Phasen des Auswahlprozesses skizziert und auf zusätzliche, den Auswahlprozess beeinflussende Aspekte, hingewiesen. Vor dem Hintergrund immenser Lizenzgebühren für kommerzielle LMS wird in diesem Zusammenhang auch die alternative Möglichkeit einer Eigenentwicklung angesprochen. In einer abschließenden Betrachtung wird in Kapitel 5 zunächst kurz der Frage nach der didaktischen Qualität eines LMS nachgegangen, bevor letztlich der Nutzen und die Bedeutung der LMS erläutert werden.

2 Lernmanagementsystem

2.1 Begriff

Unter der Bezeichnung Lernmanagementsysteme (LMS) werden komplexe Software-Programme subsumiert, die zur Steuerung von e-learning Prozessen dienen (vgl. Kiedrowski, 2001, 24). Sie unterstützen die Organisation, Verwaltung und Durchführung von Lernmaßnahmen sowie die Zugangsmöglichkeiten durch den Lernenden (vgl. Schüle, 2003, 194). Dabei übernehmen LMS eine Vielzahl von Aufgaben innerhalb eines Qualifizierungsprozesses, die weit über die Initiierung, Unterstützung und Kontrolle von Lernprozessen hinausgehen. Diese Aufgaben werden durch Tools zur Curriculumplanung und zur Verwaltung von Teilnehmern und deren Qualifikationsprofilen, aber auch zur Buchung und Abrechnung von Bildungsmaßnahmen sowie zur Nachbetreuung der Teilnehmer umgesetzt (vgl. Kiedrowski, 2001, 24).

Mayr und Seufert bezeichnen LMS als modulare Baukastensysteme mit denen Organisationen unternehmensweite, individuelle Lernplattformen aufbauen können. Dazu definieren die Verantwortlichen zuerst die im Unternehmen benötigten Wissens- und Kompetenzziele und analysieren die spezifischen Lernbedürfnisse. Daraufhin werden die entsprechenden Kurs- und Lernmaterialien ausgewählt und unternehmensweite Lerninitiativen und Lernprozesse organisiert. Des Weiteren werden Lernressourcen, wie beispielsweise die Verfügbarkeit von virtuellen Klassenzimmern oder Dozierenden geplant und zugeteilt. Oftmals sind auch e-com-merce Funktionalitäten, wie Payment Services, integriert. Dabei ist die Infrastruktur der Applikation (Anwendung) meist modular aufgebaut, also leicht austauschbar, so dass der Anwender aus einer Art Baukastensystem, nach seinen individuellen Wünschen, die für ihn geeignete Lernplattform zusammenstellen kann (vgl. Mayr/Seufert, 2002, 85).

In der Literatur werden die Begriffe LMS und Lernplattform nicht deutlich voneinander abgegrenzt, beide Begriffe werden synonym verwendet, so dass im Folgenden der Terminus LMS für beide Begrifflichkeiten verwendet wird. Nachfolgend wird der Aufbau eines LMS beschrieben.

2.2 Aufbau

Die nachfolgende Abbildung stellt die Schichten und Säulen eines LMS im Überblick dar. Um die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur die wichtigsten Elemente und nicht alle möglichen Funktionen eines LMS angeführt (vgl. Schulmeister, 2003, 11 und vgl. Schüle, 2002, 201).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb.1 Idealtypische Architektur eines LMS, Schulmeister, 2003, 11)

Ein LMS besteht aus drei Schichten:

1. Einer Datenbankschicht, die alle Daten bezüglich Lernobjekte, Daten der Benutzer etc. enthält.
2. Einer Schicht mit Schnittstellendefinitionen zu anderen Systemen. Es kann notwendig sein, ein LMS mit anderen Anwendungslösungen zu koppeln, um die Funktionalität durch spezielle Programme zu erweitern. Eine typische Schnittstelle wäre zum Beispiel bei der Benutzerverwaltung denkbar. Wird ein LMS in eine vorhandene Systemlandschaft integriert, in der bereits für den Zugang zu den Anwendungen eine Benutzerverwaltung existiert, dann wäre es sinnvoll diese auch für das LMS verfügbar zu machen. Um doppelte Anmeldeprozeduren zu vermeiden, ist eine entsprechende Schnittstelle zu der vorhandenen Benutzerverwaltung notwendig. Weitere Schnittstellen sind zu finden bei Autorentools, Human Ressource Lösungen und Content Management Systemen.
3. Einer Schicht, die die Inhalte für den Administrator (Administration), den Dozenten (Authoring) oder die Kursteilnehmer (Lernumgebung) beinhaltet. Diese Inhalte können bei den verschiedenen LMS unterschiedlich ge-staltet sein. So können beispielsweise Funktionen in der Lernumgebung, wie Kommunikation und Werkzeuge, auch allein über Schnittstellen zu externen Programmen hergestellt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Lernmanagementsysteme als Plattform für e-learning-Angebote
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (FB 03 Wirtschaftspädagogik)
Veranstaltung
E-Learning in der beruflichen Aus- und Weiterbildung
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V81059
ISBN (eBook)
9783638857765
ISBN (Buch)
9783638854016
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernmanagementsysteme, Plattform, E-Learning, Aus-, Weiterbildung
Arbeit zitieren
Kirsten Wolf (Autor), 2005, Lernmanagementsysteme als Plattform für e-learning-Angebote, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81059

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