Das Kulturleben in Württemberg im 18. und frühen 19. Jahrhundert


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

32 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

0. Zur Einführung

1. Das kulturelle Engagement von Herzog Eberhard Ludwig (1693—1733)
1.1 Der Aufbau der Ludwigsburger Residenz
1.2 Die einseitige Ausrichtung des Kulturlebens unter Eberhard Ludwig

2. Die Bedeutung der Kultur unter Herzog Carl Alexander (1633—1637)

3. Das kulturelle Engagement von Herzog Carl Eugen (1744—1793)
3.1 Architektur und Städtebau
3.2 Höfische Kunst und Festkultur
3.3 Theater, Oper und Ballett
3.4 Bildung und Wissenschaft

4. Das Kulturleben unter den Herzögen Ludwig Eugen (1793—1795) und Friedrich Eugen (1795—1797)

5. Die Kulturpolitik Friedrichs (1797—1816)
5.1 Der Hof und die Residenzstadt Stuttgart
5.2 Das Hoftheater
5.3 Der Stellenwert von Bildung und Wissenschaft

6. Die Entwicklung eines Kulturlebens außerhalb des Hofes
6.1 Die kulturelle Unmündigkeit des Bürgertums
6.2 Anzeichen der Entstehung einer selbständigen bürgerlichen Kultur

7. Ergebnisse und Folgerungen

Quellen- und Literaturangaben

0. Zur Einführung

Eine gemeinsame Betrachtung des 18. und 19. Jahrhunderts in Europa kann sich den Veränderungen dieser Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln annähern: Politisch wurde das Ancien Régime abgelöst, gesellschaftlich wandelten sich die Kräfteverhältnisse von Adel und Bürgertum, wirtschaftlich setzte sich die industrielle Revolution durch.[1] Diese Arbeit widmet sich am Beispiel Württembergs den kulturellen Wandlungen im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Der Begriff der „Kultur“ soll dabei neben den Künsten einschließlich der Architektur auch den Bereich von Bildung und Wissenschaft umfassen.[2]

Neben der Regierung Eberhard Ludwigs, der 1693 als Herzog angetreten war, prägte das 18. Jahrhundert in Württemberg vor allem die Herrschaft von Herzog Carl Eugen, der bis zu seinem Tod 1793 fast 50 Jahre lang regierte.[3] Unter seinem Neffen Friedrich wurde Württemberg 1806 zum Königreich erhoben.[4] War die Zeit seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges in Württemberg von einer Kluft zwischen dem Herzog und den Landständen gekennzeichnet,[5] setzte Friedrichs Nachfolger Wilhelm I. verstärkt auf einvernehmliche Zusam­men­arbeit.[6] Aufgrund dieses bedeutenden geschichtlichen Einschnitts[7] berücksichtigt diese Arbeit nur den Zeitraum bis zum Tod Friedrichs 1816.

Die absolutistischen Ambitionen der Herrscher waren darauf gerichtet, die politische, wirtschaftliche und militärische Macht in ihrer Hand zu vereinen[8] und ihre Residenzen mit einer glanzvollen Hofhaltung als kulturelle Mittelpunkte erstrahlen zu lassen. Daher geht die chronologische Darstellung zum einen auf die Gestaltung des höfischen Kulturlebens und auf dessen Prägung durch die Herrscher ein. Zum anderen werden besonders diejenigen obrigkeitlichen Entscheidungen und Schritte hervorgehoben, in deren Folge die Öffentlichkeit größeren Anteil am Kulturleben erhielt. Zusätzlich behandelt ein eigener Abschnitt die frühen Entwicklungen einer selbständigen bürgerlichen Kultur seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. So soll in der Gesamtschau klar werden, welche Merkmale den Wandel des Kulturlebens in Württemberg bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts kennzeichneten.

1. Das kulturelle Engagement von Herzog Eberhard Ludwig (1693—1733)

In die Regierungszeit von Herzog Eberhard Ludwig (* 1676, † 1733) fielen die militärischen Auseinandersetzungen des Reiches mit dem Frankreich Ludwigs XIV.[9] Er musste die Schä­den infolge der französischen Kriegseinfälle 1688, 1693 und 1707 bewältigen und in der Steuer- und Heerespolitik Kompromisse mit den Landständen eingehen. Obwohl die 1707 ge­schlos­sene Zweitehe mit der Mätresse Wilhelmine von Grävenitz seinem Ansehen schadete, unterstützte er ihre Angehörigen und die mit ihnen verbundene Familie des Dr. Johann Heinrich Schütz, die Mehrheit im Geheimen Rat zu erlangen und dadurch in solchem Maße an politischem Einfluss zu gewinnen, dass Eberhard Ludwig die angestrebte absolute Machtstellung[10] persönlich nicht erreichen konnte.

1.1 Der Aufbau der Ludwigsburger Residenz

Eberhard Ludwig leistete vorrangig im Zusammenhang mit dem Bau des Schlosses und der Stadt Ludwigsburg einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung des Landes.[11] Am Beispiel dieses Projekts, das ihn jahrzehntelang besonders in Anspruch nahm,[12] lassen sich wesentliche Tendenzen seines Kulturverständnisses erkennen.

1703 beauftragte Eberhard Ludwig den Architekten Philipp Joseph Jenisch mit dem Entwurf eines „Jagdlust­haus[es] zu Erlachhof“.[13] Wahrscheinlich veranlasste ihn seine Mätresse von Grävenitz, die Anlage von 1707 an zu einem großen Barockschloss ausbauen zu lassen, doch er hegte ohnehin den Wunsch nach einem neuen Schloss.[14] Für einen Herzog, dessen Regierung in die Blütezeit des Barocks fiel, hatte das alte Schloss in Stuttgart einen allzu wehrhaften, burgähnlichen Charakter.[15] Zudem bot Stuttgart ein im Vergleich mit anderen Städten rückständiges Stadtbild.[16]

Auf die architektonische und künstlerische Ausgestaltung des Schlosses Ludwigsburg nahm Eberhard Ludwig von Anfang an maßgeblichen Einfluss. So handelte es sich bei dem Theologen Jenisch offenbar um einen persönlichen Günstling, da der Herzog ihm zunächst eine Ausbildung in Mathematik und Physik verschafft und ihn dann zum Studium der Architektur 1699 bis 1703 auf Studienreisen gesandt hatte.[17] Über den Fortschritt der Arbeiten ließ sich Eberhard Ludwig auch während seiner Aufenthalte bei der Armee am Oberrhein genau Bericht erstatten; er selbst genehmigte jedes einzelne Vorhaben.[18]

Da in Württemberg nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung standen, wurden für den Schlossbau und die zugehörigen Häuser zahlreiche auswärtige Künstler und Kunsthandwerker an­geworben.[19] Es entsprach der politischen Ausrichtung des Herzogtums, dass dabei nicht die fran­zösische Hofbaukunst vorbildhaft wirkte, sondern der Einfluss von Malern, Stuckateuren und Bildhauern aus dem österreichisch-böhmischen Raum, die sich am künstlerischen Stil des kai­serlichen Wien orientierten.[20] Der Garten wurde nach italienischem Muster und ent­spre­chend dem barocken Gedanken angelegt, wonach sich Architektur und Natur gegenseitig durch­dringen sollten.[21] Das kleine Lustschloss Favorita in der Nä­he der Ludwigsburg folgt Vorbildern der italienischen und böhmischen Archi­tektur.[22]

Als das Ludwigsburger Schloss beim Tod Eberhard Ludwigs gerade äußerlich vollendet war, zählte es hinsichtlich seiner repräsentativen Wirkung zu den eindrucksvollsten Schlössern im Reich.[23] Den Charakter einer barocken Residenz gewann Ludwigsburg jedoch erst durch den Aufbau der 1709 gegründeten gleichnamigen Stadt.[24] Ihre Errichtung stand ganz im Zeichen der höfischen Repräsentation.[25] So wurde bei Neubauten streng darauf geachtet, dass sie zu einem einheitlichen Stadtbild beitrugen.[26] Die Umgebung des Schlosses blieb als Wohnsitz dem Adel und dem Hofstaat vorbehalten.[27] Außer ihnen sollten sich vorrangig Handels- und Gewerbetreibende und Handwerker niederlassen, die keine Ackerflächen benötigten.[28]

Auch wenn die Bevölkerung mehrheitlich Eberhard Ludwigs teure Bauprojekte ablehnte, bedeuteten sie in kultureller Hinsicht einen Gewinn für Württemberg. Der Einsatz der herbeigerufenen ausländischen Künstler bei vielen anderen Unternehmungen in Deutschland, Österreich und Böhmen zeigt, dass das Land den Anschluss an die Gegenwartskunst erreicht hatte.[29] Manche von ihnen ließen sich mit ihren Familien im Land nieder und wirkten noch in den folgenden Generationen beispielgebend.[30] Die einheimischen Handwerker beneideten sie zwar um ihre Privilegien, wurden aber langfristig zu größerer Kunstfertigkeit angespornt.[31] Allmählich erhöhte sich auch das soziale Ansehen der Künstler, die offenbar zunehmend von den Handwerkern unterschieden wurden.[32]

Außerhalb von Ludwigsburg ließ Eberhard Ludwig eine Reihe von Schlössern und Landhäusern instand setzen oder neu errichten, so in Hofstetten, bei Zuffenhausen und in St. Johann bei Urach.[33] In Stuttgart betrieb er lediglich die Erweiterung des Prinzenbaus mit größerem Aufwand.[34] 1717 erhob der Herzog Ludwigsburg neben, 1724 anstelle von Stuttgart zur Residenz[35] und entfaltete dort ein ungleich prunkvolleres Hofleben als seine Vorgänger. Er veranstaltete aufwendige Hoffeste, engagierte auswärtige Opern- und Ko­mödien­­ensembles, inszenierte sich bei Schlittenausfahrten und Jagdausflügen und hielt sich eine be­son­ders kostbar ausgerüstete Leibgarde.[36] Dadurch zeigte er als erster der württembergischen Herzöge ein ausgeprägt absolutistisches Herrschaftsverständnis.[37]

1.2 Die einseitige Ausrichtung des Kulturlebens unter Eberhard Ludwig

Stärker noch als in der Vergangenheit konzentrierte sich das Kulturleben unter Eberhard Ludwig auf den herzoglichen Hof und den Adel.[38] Weder die für Württemberg charakteristische Führungsschicht der „Ehrbarkeit“, zu der die geistliche und weltliche Elite der „Beamten-, Juristen-, Theologen- und Schreiberfamilien“[39] gehörte, noch das Kleinbürgertum traten als Kulturförderer hervor; ihre künstlerischen Aufträge beschränkten sich auf Bildnisse, Grabmäler und liturgische Gegenstände.[40] Der Herzog wiederum achtete nie darauf, die Geldmittel ausgewogen und ökonomisch zu verteilen. So führten seine oft planlos improvisierten, häufig widerrufenen Bauvorhaben für die Ludwigsburger Residenz zu enormen Fehlinvestitionen.[41] Die kulturelle Förderung erstreckte sich vor allem auf die Baukunst und das Kunsthandwerk, das für den Schlossbau eingesetzt wurde; neben den Baumeistern profitierten vorrangig Bildhauer, Stuckateure, Gold- und Silberschmiede, Wand- und Deckenmaler, Möbelschreiner, Tapetenwirker und Tapeziere von den Aufwendungen.[42] Auch ein Opernhaus und eine Reihe von meist kurzlebigen Theatern wurden errichtet.[43] Dagegen vernachlässigte der Herzog, was nicht seinem Repräsentationsbedürfnis entsprach; so zeigte er nur geringes Interesse an der Kunstkammer,[44] in der die württembergischen Herzöge nachweislich seit dem 16. Jahrhundert allerlei Kunstgegenstände, wissenschaftliche Instrumente, Antiquitäten und Geschenke aufbewahrten.[45]

2. Die Bedeutung der Kultur unter Herzog Carl Alexander (1633—1637)

Die kurze Regierungszeit von Carl Alexander (* 1684, † 1737) erlaubt keine sicheren Schlüsse auf seine künstlerischen Interessen.[46] Innenpolitisch wollte er vor allem die enorme Staatsverschuldung verringern, die ihm die Regierung Eberhard Ludwigs hinterlassen hatte. Die erfolgreichen merkantilistischen Reform­maß­nah­men des jüdischen Hoffaktors Joseph Süß Oppenheimer trafen die Ehrbarkeit besonders hart,[47] verschärften also den Konflikt mit dem Herzog.

Für Carl Alexander, der im Militär Karriere gemacht hatte und sich 1734 und 1735 vorwiegend bei der Armee im polnischen Thronfolgekrieg aufhielt, standen repräsentative Interessen im Unterschied zu seinem Vorgänger nicht im Vordergrund. Nach seinem Regierungsantritt ließ er die Arbeiten in Ludwigsburg sogleich einstellen; die meisten ausländischen Künstler wanderten wieder ab.[48] 1734 verlegte er die Residenz und den Sitz der Regierungsbehörden wieder nach Stuttgart,[49] wo er das Schloss modernisieren und das kleine Komödienhaus renovieren ließ.[50] Wie Eberhard Ludwig engagierte er französische Schauspieler am Hof, gestattete aber auch dem „erste[n] neuere[n] deutsche[n] Privat-Theater“ des Stuttgarters J. D. Mayer, in Stuttgart Komödien zu spielen.[51] Sein Hauptinteresse galt allerdings der Festungsarchitektur. Er ließ auf dem Hohentwiel mächtige Bastionen errichten und veranlasste den Ausbau der Teck zu einer Festung; die Arbeiten daran wurden jedoch bei seinem Tod eingestellt.[52] Dass sich auch Carl Alexander bei seinen Hoffesten barocker Repräsentation verpflichtet sah, geht etwa daraus hervor, dass trotz des Sparkurses zehn Prozent des jährlichen Hofkassenverbrauchs für Kerzen ausgegeben wurden.[53] Als erster württembergischer Herzog seit dem Tod von Ludwig (1593) erhielt er ein Grabdenkmal.[54] Die Auseinandersetzungen mit der Landschaft vor allem in Steuerfragen[55] lassen darauf schließen, dass auch unter Carl Alexander Hof und Land in kultureller Hinsicht einander entgegengesetzt blieben.

3. Das kulturelle Engagement von Herzog Carl Eugen (1744—1793)

Nach dem frühen Tod von Carl Alexander brachte die Zeit der Vormundschaftsregierung kei­ne kulturellen Neuerungen, bis sein Sohn Carl Eugen (* 1728, † 1793) seine Herrschaft an­trat.[56] Er war von 1741 bis 1743 am Hof des aufgeklärt absolutistischen preußischen Kö­nigs Friedrich II. (der Große) erzogen worden, wo er Wissen­schaft, Kunst und höfische Fest­kultur kennen gelernt hatte.[57] Als Herzog strebte er zeitlebens danach, sich auf der Bühne der euro­päischen Politik persönlich zu profilieren, um württembergische Interessen geltend ma­chen zu können.[58] Daher schloss er sich 1752 der preußisch-französischen Koalition an, bis er 1757 für die Habsburger Partei ergriff, und versuchte be­son­ders in der ersten Hälfte seiner Re­gie­rungs­zeit durch eine glanzvolle Hofhaltung auf sich aufmerksam zu machen.[59] Ei­ner­seits ging sein Machtstreben zunächst zu Lasten der Landstände – so entmachtete er 1755 den Ge­hei­men Rat –,[60] andererseits bedeuteten die Jahre von 1755 bis 1767 aber auch einen Höhepunkt von Theater, Musik und Tanz für das Württemberg des 18. Jahrhunderts.[61] Um die Jah­res­wen­de 1766/67 sah er jedoch ein, dass er weder durch außenpolitische Parteinahme noch durch hö­fische Repräsentation seinem Ziel näher gelangte.[62] Im „Erbvergleich“ von 1770, der die Herr­schaftsverhältnisse neu regelte, zeigte sich seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Landständen, deren Macht in der Folgezeit bedeutend zunehmen sollte.[63] Auch in der Hofhaltung gab er sich fortan bescheidener,[64] daher bedeutet die Wende von 1767 eine Zäsur auch in kulturpolitischer Hinsicht. In diesem Abschnitt sollen anhand unterschiedlicher Aspekte die Charakteristika der Kulturpolitik Carl Eugens in den beiden Phasen seiner Regierung deutlich werden.

3.1 Architektur und Städtebau

Unter Carl Eugen wurden zahlreiche Schlösser, Theater und Opernhäuser neu errichtet sowie begonnene Bauten vollendet oder umgestaltet.[65] Nach französischem Vorbild orientierte sich nun auch die württembergische Baukunst zunehmend an der klassischen Antike.[66] Ein herausragendes Projekt war der 1746 begonnene Bau des Neuen Schlosses in Stuttgart. Wie Eberhard Ludwig im Falle des Schlosses Ludwigsburg, vertraute auch Carl Eugen mit den Architekten Leopold Retti und Philippe de la Guêpiere auf ausländische Kräfte.[67] Während der Herzog 1764 bis 1775 in Ludwigsburg residierte, ließ er dort unter anderem ein Schlosstheater einbauen, die Schlossgärten nach neuem Muster anlegen und sie durch eine Orangerie ergänzen.[68] Als Residenzstadt konnte sich jedoch Stuttgart durchsetzen, das Carl Eugen auch städtebaulich in beschränktem Umfang erweiterte; so wurden die Planie, die Neue Straße und die spätere Karlstraße angelegt und Häuser in der Karlstraßengegend und in der Reichen Vorstadt gebaut. Ein einheitliches Konzept lässt sich dahinter jedoch nicht erkennen.[69] Die größte Aufmerksamkeit schenkte Carl Eugen den repräsentativen Bauten.

[...]


[1] Vgl. Niedhart (2002), S. 690. – Zur Erklärung der Kurztitelangaben siehe das Literaturverzeichnis.

[2] Der Begriff „Kultur“ leitet sich vom lateinischen „colere“ (bearbeiten, pflegen) ab. Daran lässt sich die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition erkennen. Zu umfangreich wäre eine Bestimmung, die Kultur „als Inbegriff für die im Unterschied zur Natur und durch deren Bearbeitung selbstgeschaffene Welt des Menschen“ deutet (Artikel „Kultur“, in: Brockhaus III [1991], S. 281). Diese Arbeit geht vor allem auf die „geistige“, gelegentlich aber auch, etwa im Hinblick auf die Kleidung, auf die „materielle Kultur“ ein (zu dieser Unterscheidung vgl. ebd.).

[3] Kurzbiographien von Eberhard Ludwig und Carl Eugen: Stievermann (1997), Haug-Moritz (1997 b).

[4] Eine Kurzbiographie von Friedrich: Siemann (1997).

[5] Mertens (1995), S. 139.

[6] So räumte er ihnen beispielsweise in der 1819 vereinbarten Verfassung große Zugeständnisse in Verwaltungsfragen ein (Wunder [1987], S. 109).

[7] Vgl. die Kurzbiographie zu Wilhelm I. von Elias (1997), in der sein Regierungsantritt als „Beginn einer neuen Epoche“ bezeichnet wird (S. 302).

[8] Vgl. Mertens (1995), S. 139.

[9] Sofern nicht anders angegeben, folgt dieser Absatz Stievermann (1997), S. 169.

[10] Boelcke (1982), S. 154.

[11] Auch die neuere Forschungsliteratur bietet dazu keine ebenso zugleich umfassende und in sich geschlossene Darstellung wie diejenige von Fleischhauer (1958), der in seiner ausführlichen Monographie zahlreiche Archivalien aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart und dem Staatsarchiv Ludwigsburg ausgewertet hat.

[12] Vgl. Fleischhauer (1958), S. 305.

[13] Ebd., S. 137.

[14] Ebd., S. 140.

[15] Borst (1973), S. 145 (Zitat ebd.); vgl. Fleischhauer (1958), S. 140. So waren die Anordnung und Gestaltung der Räume nur unzureichend auf den Fürsten als Machtträger ausgerichtet; nach außen verringerten die Stiftskirche, der Prinzenbau und die Kanzlei die repräsentative Wirkung (Fleischhauer [1958], S. 140 f.).

[16] Borst (1973), S. 145. Auswärtigen fiel dort noch im frühen 19. Jahrhundert auf, dass die Häuser nicht verputzt waren (ebd.).

[17] Fleischhauer (1958), S. 137. – 1707 ernannte Eberhard Ludwig jedoch Johann Friedrich Nette zum Oberbaudirektor, da dieser ihn offenbar von seinen Ausbauplänen überzeugt hatte (ebd., S. 140).

[18] Ebd., S. 174.

[19] Ebd., S. 148.

[20] Ebd., S. 165.

[21] Ebd., S. 145 und 166.

[22] Ebd., S. 189.

[23] Ebd., S. 232.

[24] Ebd., S. 166.

[25] Allerdings verhinderten der 1710 planlos errichtete Marstall und die Lage des Schlosses auf einer Bergnase, dass ein ganz auf den fürstlichen Wohnsitz zugeschnittenes Straßenbild entstehen konnte (Fleischhauer [1958], S. 167).

[26] Ebd., S. 235.

[27] Ebd., S. 234.

[28] Ebd., S. 167.

[29] Fleischhauer (1958), S. 315.

[30] Ebd., S. 316. Ein Beispiel ist der Architekt des Neuen Schlosses Leopold Retti, der Neffe des Ludwigsburger Schlossbaumeisters Donato Frisoni (Borst [1973], S. 147 f.).

[31] Fleischhauer (1958), S. 313 und 316.

[32] So zeigt die Kleiderordnung von 1712, dass Künstler zu Kammerdienern ernannt werden konnten und dann noch vor den Handelsleuten, Hofhandwerkern und Apothekern rangierten (Fleischhauer [1958], S. 261 f. und 313 f.).

[33] Fleischhauer (1958), S. 170—172 und 242 f.

[34] Ebd., S. 168—170 und 238 f.

[35] Mertens (1995), S. 149.

[36] Fleischhauer (1958), S. 256—261.

[37] Insofern wird Boelcke (1982), S. 154, bestätigt.

[38] Fleischhauer (1958), S. 303.

[39] Fleischhauer (1939), S. 9; zum Einfluss der Ehrbarkeit vgl. Haug-Moritz (1997 c), S. 251.

[40] Fleischhauer (1958), S. 309 f.

[41] Ebd., S. 305. Mit 2,5 Millionen Gulden verschlang der Ludwigsburger Schlossbau einen unverhältnismäßig hohen Betrag (ebd.).

[42] Dazu ausführlich: Fleischhauer (1958), S. 148—163, 213—232 und 246—256.

[43] Ebd., S. 198 f.

[44] Zur Geschichte der Kunstkammer zur Zeit von Eberhard Ludwig: Fleischhauer (1976), S. 94—107.

[45] Fleischhauer (1976), S. 2.

[46] Eine Kurzbiographie von Carl Alexander: Haug-Moritz (1997 a), hier S. 256.

[47] Neben einer höheren Steuerlast musste sie beispielsweise auch eine Gehaltsabgabe für Beamte und die Errichtung von Monopolen hinnehmen. Nach dem unerwarteten Tod des Herzogs rächte sie sich 1737 mit Oppenheimers Hinrichtung (Mertens [1995], S. 153 f.).

[48] Fleischhauer (1958), S. 315.

[49] Borst (1973), S. 147.

[50] Fleischhauer (1958), S. 239 f.

[51] Beschreibung des Stadtdirections-Bezirkes Stuttgart (1856), S. 421.

[52] Fleischhauer (1958), S. 245.

[53] Ebd., S. 259. 1726 hatte der Anteil nur sieben Prozent betragen (ebd.). Fleischhauer (1958) behandelt die Zeit von Carl Alexander folglich als Ende der württembergischen Barockzeit.

[54] Fleischhauer (1958), S. 261.

[55] Mertens (1995), S. 152 f.

[56] Fleischhauer (1958), S. 316.

[57] Berger (1997), S. 23.

[58] Haug-Moritz (1997 b), S. 261.

[59] Ebd., S. 261 f. – Vgl. die Einschätzung von Giacomo Casanova, der 1760 am Hof Carl Eugens weilte: „Sein Wunsch war, man sollte von ihm sagen, kein Fürst seiner Zeit habe mehr Verstand oder mehr Geistesgaben als er, keiner verstehe es besser, Vergnügungen zu ersinnen und sie zu genießen“ (zitiert nach: Berger [1997], S. 12).

[60] Haug-Moritz (1997 b), S. 261.

[61] Ebd., S. 262.

[62] Ebd., S. 263.

[63] Haug-Moritz (1997 b), S. 263. – Dass Carl Eugen dennoch anfällig für persönliche Kritik blieb, belegt etwa die Inhaftierung des Dichters Christoph Friedrich Daniel Schubart 1777—1787 auf dem Hohenasperg (Mertens [1995], S. 160).

[64] Haug-Moritz (1997 b), S. 263.

[65] Beispiele für Neubauten: das Neue Schloss in Stuttgart (1746—1791), die Schlösser Monrepos bei Ludwigsburg (1760—1765), Einsiedel bei Tübingen (1765—1770), Solitude bei Stuttgart (1763—1767), Hohenheim (1772—1793) und Scharnhausen (1784) (Aufzählungen bei Berger [1997], S. 30—33; Boelcke [1982], S. 173 und 175; Stuttgart im Spiegel alter Karten und Pläne [1984], S. 41; speziell zum Neuen Schloss: Borst [1973], S. 147 f.), das Große Opernhaus beim Schloss Ludwigsburg als damals größtes Opernhaus Europas (1764—1765), ferner die Theater bei den Schlössern Solitude (1765—1766), Hohentübingen (1767) und Kirchheim/Teck (1771) und das Kleine Theater an der Planie in Stuttgart (1779) (Berger [1997], S. 42 f.). Von den Bauprojekten, die sich der Vollendung oder Umgestaltung widmeten, lassen sich anführen: das Theater im Festinbau des Schlosses Ludwigsburg (1748), das Neue Lusthaus in Stuttgart (1750/1758) und das Schlosstheater in Ludwigsburg (1758) (Berger [1997], S. 42 f.).

[66] Merten (1988), S. 519.

[67] Borst (1973), S. 147 f.

[68] Berger (1997), S. 67; ebd., S. 68, der Abdruck eines Plans von Ludwigsburg um 1760.

[69] Borst (1973), S. 153.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Das Kulturleben in Württemberg im 18. und frühen 19. Jahrhundert
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften)
Veranstaltung
Die Landeshauptstadt Stuttgart als "kulturelles Zentrum" im 19. und 20. Jahrhundert
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
32
Katalognummer
V85936
ISBN (eBook)
9783638012270
ISBN (Buch)
9783638917476
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Neben Archivalien aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart wurden für die 28-seitige Arbeit 20 Monographien, 35 Aufsätze und neun Lexikonartikel herangezogen. Alle verwendeten Quellen sind eindeutig belegt und werden in einem dreiseitigen Quellen- und Literaturverzeichnis mit wissenschaftlich vollständigen Angaben gesondert aufgeführt.
Schlagworte
Kulturleben, Württemberg, Jahrhundert, Landeshauptstadt, Stuttgart, Zentrum, Jahrhundert
Arbeit zitieren
Oliver Haller (Autor), 2006, Das Kulturleben in Württemberg im 18. und frühen 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85936

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