Deutsche Hörbuchpreise


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZECHNIS

1. EINLEITUNG

2. WARUM HÖRBUCHPREISE ?

3. PREIS DER DEUTSCHEN SCHALLPLATTENKRITIK e.V.
3.1. DIE JURY
3.2. DIE VIERTELJÄHRLICHEN BESTENLISTEN UND DER JAHRESPREIS
3.3. VOR- UND NACHTEILE DES PREISES

4. DIE HR2-HÖRBUCHBESTENLISTE UND DAS HÖRBUCH DES JAHRES
4.1. DIE JURY
4.2.VOR- UND NACHTEILE

5. DER HÖRKULES
5.1. DAS AUSWAHLVERFAHREN
5.2. VOR- UND NACHTEILE DES HÖRKULES

6. DAS HÖRBUCH DES MONATS
6.1. DIE JURY
6.2. VOR- UND NACHTEILE DES PREISES

7. DER DEUTSCHE HÖRBUCHPREIS
7.1. DIE JURY
7.2. VOR_ UND NACHTEILE DES PREISES

8. FAZIT

9.0. QUELLENVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

Diese Arbeit soll einen Überblick über die bisher wichtigsten Auszeichnungen für Hörbücher[1] innerhalb der deutschen Hörbuchbranche geben. Die wichtigsten nationalen Preise werden von mir nacheinander vorgestellt, wobei die gewählte Reihenfolge sich nach der Gründung der Initiativen richtet.

Die Beschreibung der einzelnen Preise beinhaltet Informationen zu den Preisen selbst, den verschiedenen Jurys und der Preisfindung. Es wird sich dabei zeigen, dass sich einige Initiativen stark von anderen unterscheiden. Auf dieser Beschreibungsgrundlage werde ich versuchen, die Vor- und Nachteile der einzelnen Auszeichnungen für Hörbucher herauszustellen. In einem abschließenden Fazit werde ich die allgemeine Bedeutung der Preise insgesamt noch einmal hervorheben.

Beginnen möchte ich allerdings mit der Fragestellung, warum es überhaupt Hörbuchpreise gibt, beziehungsweise geben muss.

2. WARUM HÖRBUCHPREISE ?

Seit 1954 das erste deutsche Hörbuch mit Faust I in der legendären Inszenierung mit Gustaf Gründgens bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft erschien, hat sich einiges getan. Mittlerweile gibt es auf dem deutschen Hörbuchmarkt eine unüberschaubare Menge von etwa 8000 lieferbaren Titeln, vertrieben von fast 400 deutschen Verlagen, wobei jedes Jahr etwa 800 bis tausend neue Titel hinzukommen[2], nicht eingerechnet die billigen Kinderkassetten, die in Kaufhäusern angeboten werden. Das Angebot ist schier unübersehbar, die Zahl der Verlage nimmt ständig zu, und was immer man sucht, ob Roman oder Gedicht, Drama oder Novelle, Krimi oder Science-Fiction, Kindergeschichte, Fantasy oder Information: Das Angebot umfasst sämtliche Gattungen und Sparten.

Unter den Tausenden von Hörbüchern gibt es – wie im Printmarkt auch – Hörenswertes und weniger Hörenswertes: schlechte Sprecher, billige Aufnahmen oder fehlende Hörspieldramaturgie. Durchaus sinnvoll ist es deshalb, dass Hörfunksender und andere Institutionen Bestenlisten erstellen und Hörbuchpreise ausloben, um dem interessierten Endverbraucher eine qualitative Orientierungshilfe an die Hand zu geben.

3. PREIS DER DEUTSCHEN SCHALLPLATTENKRITIK e.V.

Der Preis der Deutschen Schallplattenkritik ist der älteste deutsche Preis für Hörbücher und wird seit dem Jahre 1980 sowohl als Quartals- als auch als Jahrespreis vergeben. Wie auf der Homepage www.schallplattenkritik.de betont wird, ist die Aufgabe des Preises bis heute, „die Öffentlichkeit auf künstlerisch, repertoirepolitisch und tontechnisch herausragende Aufnahmen des Tonträger- und Bildtonträgerangebots aufmerksam zu machen“.[3]

Damit ist auch der Unterschied zu den folgenden hier vorgestellten deutschen Hörbuchpreisen deutlich. Der Preis der Deutschen Schallplattenkritik ist kein reiner Hörbuchpreis. Es werden Tonträger aller Sparten, ja sogar neuerdings Bildtonträger ausgezeichnet. Auf dieser Grundlage sind seit Bestehen 614 Produktionen mit einem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden; darunter jedoch bislang nur vier Wortproduktionen wie Gert Westphals Lesung von Flauberts „Madame Bovary“ und Walter Moers „Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär“ gelesen von Dirk Bach.

3.1. DIE JURY

Die Juroren müssen laut Satzung in deutscher Sprache publizierende Schallplattenkritiker und Rundfunkredakteure sein. Damit knüpft der inzwischen eingetragene Verein mit Hauptsitz in Frankfurt am Main an die Tradition des gleichnamigen ersten deutschen Schallplattenpreises an, der im Jahre 1963 von dem Bielefelder Verleger Richard Kaselowsky gestiftet wurde.[4]

Derzeit verteilen sich 114 Fachleute auf 27 Jurys. Jeder Juror darf maximal drei Bereiche betreuen, wobei jeder Bereich mit mindestens fünf Juroren besetzt sein soll.

Für den Bereich Hörbuch, der Wort und Kabarett einschließlich historischer Aufnahmen, Kinder- und Jugendaufnahmen umfasst, sind in der Jury 2004 verantwortlich gewesen: Peter Fuhrmann, Matthias Gretzschel, Edgar Sebastian Hasse, Matthias Hutzel, Dorothee Meyer-Kahrweg, Martin Elste, Jörg Polzin, Wolfgang Schreiber, Thomas Voigt, Christoph Zimmermann, Carola Benninghoven, Regina Himmelbauer, Ingeborg Neumann, Friederike Raderer und Bernhard Streerath.

Die Juroren sind verpflichtet - so heißt es in den Bestimmungen des Vereins, regelmäßig und sachgerecht zu den vorgesehenen Terminen ihre Nominierungen und Bewertungen einzusenden.[5]

Bei den Bewertungen berücksichtigt werden sollen jeweils Interpretation, künstlerische Qualität, Repertoirewert, Präsentation und Klangqualität.

3.2. DIE VIERTELJÄHRLICHEN BESTENLISTEN UND DER JAHRESPREIS

Aus den Nominierungen werden für jeden Bereich Listen zusammengestellt, deren Titel von den Juroren des Bereichs in einem zweiten Durchgang nach einem von 0 bis 10 reichenden Punktesystem bewertet werden, bei dem eine 5 durchschnittliche Qualität, eine 10 exzeptionelle Qualität in jeder Hinsicht bedeutet. Der innerhalb einer Jury höchstplatzierte Titel wird in die vierteljährliche Bestenliste aufgenommen, sofern er mindestens 37 Punkte erreicht.

Jährlich einmal im Herbst verleiht die Jury dann Jahrespreise für hervorragende Veröffentlichungen in maximal zehn zumeist spartenübergreifenden Kategorien, die vom Jahresausschuss festgelegt werden. Etwa vier Monate vor der Preisverleihung sendet jeder Juror zu einem Stichtag kurz begründete Vorschläge ein. Aus diesem Angebot wird eine Liste der mindestens von drei Juroren vorgeschlagenen Produktionen zusammengestellt. Aus diesem Angebot ermittelt ein Jahresausschuss, bestehend aus acht Juroren und dem Vorsitzenden, in mündlicher Beratung die Preisträger.[6]

3.3. VOR- UND NACHTEILE DES PREISES

Vorteil des Preises ist sicherlich seine lange Tradition und damit verbunden die Etablierung auf dem Markt. Zudem gibt es ein Buch mit dem Titel „Ausgezeichnet!“, welches den Verein, seine Bestimmungen und die Preisträger aus den verschiedenen Sparten vorstellt. Auf der ausführlichen Homepage können Interessierte ebenfalls alles über den Verein und die Juroren erfahren, sowie die Begründungen der Jury für die Preisträger nachlesen.

Ein Nachteil besteht darin, dass das Archiv der Jahrespreise noch nicht vollständig erschlossen ist und erst ab 1995 im Internet beginnt. Auch ist die Findung des Jahrespreises meiner Meinung nach nicht transparent genug und unübersichtlich, da auch spartenübergreifend Punkte verteilt werden. Hinzu kommt, dass jedes Jahr in nur zehn Sparten die Preise ausgelobt werden, was nicht die Vielfältigkeit des Marktes widerspiegelt, schon gar nicht die des Hörbuchmarktes mit seinen Mannigfaltigen Erscheinungsformen.

[...]


[1] Ein Überblick der wichtigsten Preise wurde von René Wagner, Betreiber von www.hoerothek.de, für den Arbeitskreis Hörbuchverlage erstellt. Nachzulesen unter www.hoerothek.de/hoerbuchpreise.htm

[2] http://www.hoerjuwel.de/cms-hoerjuwel/index.php, gelesen am 23. Januar 2005

[3] www.schallplattenkritik.de, gelesen am 8.März 2005

[4] Elste, Martin (Hrsg.): Ausgezeichnet! Klassik, Jazz, Rock und Pop – die besten CDs und LPs. 40 Jahre Preis der deutschen Schallplattenkritik. Berlin: Henschel Verlag, 2004, S. 10.

[5] Vgl. Elste, S. 160.

[6] www.schallplattenkritik.de

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Deutsche Hörbuchpreise
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Literatur zum Hören
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V88641
ISBN (eBook)
9783638030021
ISBN (Buch)
9783640812929
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsche, Hörbuchpreise, Literatur, Hören
Arbeit zitieren
Verena Blümel (Autor), 2005, Deutsche Hörbuchpreise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88641

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