Erzähltextanalyse des Märchens "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" von Hans Christian Andersen


Hausarbeit, 2004
30 Seiten, Note: 2 +

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis Seite

1. Einleitung

2. Allgemeine Charakterisierung
2.1. Märchen: Kunstmärchen und Volksmärchen

3. Zusammenfassung in einem Satz
3.1 Inhaltsangabe

4. Analyse und Interpretation des Inhalts
4.1 Struktur der Handlung und Ereignisse / Komplikationshandlung
4.2 Hauptmotive
4.3 Menschen- und Weltbild

5. Analyse und Interpretation des Inhalts II
5.1 Figuren
5.1.2 Figurencharakterisierung
5.1.3 Figurenkonstellation
5.1.4 Figurenkonzeption
5.2 Räume und Gegenstände
5.3 Zeitliche Sachverhalte

6 Interpretation und Analyse der Sprachfunktion
6.1 Appell und Darstellung

7 Erzählweise
7. 1 Erzählzeit und Erzählte Zeit

8 Literarische Wertung

9 Schlussbetrachtung

10 Literaturverzeichnis

11 Glossar erzähltechnischer Begriffe

1 Einleitung:

Diese Arbeit basiert auf dem Seminar ,,Einführung in die Literaturwissenschaft II“ des Fachbereiches Deutsch.

In meiner Hausarbeit geht es um eine Textanalyse, genauer um die Analyse eines Mär- chens. Ausgewählt habe ich das Märchen ,,Das kleine Mädchen mit den Schwefelhöl- zern“ von Hans Christian Andersen. Ich entschied mich für dieses Märchen, da es mir aus meiner Kindheit bekannt ist und Hans Christian Andersen einer der bedeutendsten Mär- chendichter ist.

Vor Beginn meiner Aufzeichnungen beschäftigte ich mich mit der Literaturrecherche. Informationsmaterial bot der Reader des Seminars, die Universitätsbibliothek Lüneburg und das Internet. Genauere Angaben zu den von mir verwendeten Quellen werden am Ende meiner Hausarbeit im Literaturverzeichnis aufgelistet.

Grundlegend für die Strukturierung der Analyse ist der Leitfaden zur Analyse und Interpretation von Erzähltexten, verfasst von Prof. Dr. J. Stückrath, welcher uns während des Seminars ausgeben wurde.

Neben Untersuchungsaspekten wie denen der vorhandenen Figuren, der Erzählweise und des Erzählverhaltens, der verschiedenen Räume und der Zeit, hat mich besonders die In- tention des Dichters Hans Christian Andersens interessiert und ich versuche sie im Ver- lauf meiner Arbeit darzustellen. Eine weitere Passage meiner Hausarbeit kommt den Mo- tiven Andersens zu, das heißt ich versuche immer wiederkehrende Elemente Andersens herauszufinden.

Des weiteren werde ich versuchen, die Hausarbeit mit einer literarischen Wertung abzuschließen, welche sich auf eine pädagogische Sicht stützen wird. Das heißt, ich möchte nach Beendigung der Analyse feststellen können, inwiefern dieses Märchen für den schulischen Gebrauch in Frage kommt.

In meiner Schlussbemerkung werde ich rückblickend versuchen zu beurteilen, inwieweit sich die im Seminar erlernten erzähltechnischen Begriffe auf dieses Märchen anwenden lassen und welchen Untersuchungsaspekten die wichtigsten Bedeutungen zuzuschreiben sind. Ebenso versuche ich festzustellen, wo sich Probleme hinsichtlich der Analyse erga- ben. In der Schlussbemerkung soll auch versucht werden, die Intention Andersens zu nen- nen.

2 Allgemeine Charakterisierung

Der Autor bzw. Dichter des Märchens, mit dem Titel ,,Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“,ist Hans Christian Andersen.

,,Hans Christian Andersen wurde am 2. April 1805 in Odense (Dänemark) geboren. Er war der Sohn eines armen Schuhmachers. Er konnte kaum die Schule besuchen, bis ihm der Dänenkönig Friedrich VI, dem seine Begabung aufgefallen war, 1822 den Besuch der Lateinschule in Slagelsen ermöglichte. Bis 1828 wurde ihm auch das Universitätsstudium bezahlt. Andersen unternahm Reisen durch Deutschland, Frankreich und Italien, die ihn zu lebhaften impressionistischen Studien anregten. Der Weltruhm Andersens ist auf den insgesamt 168 von ihm geschriebenen Märchen begründet. Andersen starb am 4.8.1875 in Kopenhagen.“ (Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/andersen.htm)

Das Märchen gehört zu der Gattung der Kunstmärchen. Auf diese Aussage gehe ich näher in Punkt 2.1 ein. Des weiteren ist es in die Epoche der Biedermeierzeit und der des Rea- lismus einzuordnen, denn diese beiden Epochen sind kennzeichnend für das 19. Jahrhun- dert.

Die Entstehung des Märchens schildert Berendsohn in seinem Buch Hans Christian An- dersen folgendermaßen: ,,Andersen selbst schreibt darüber, wie ,,Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ entstanden ist: ,,Ich empfing von Herrn Flinch einen Brief, zu ei- nem von drei beigelegten gedruckten Bildern ein Märchen für seinen Kalender zu schrei- ben; das Bild, das ich wählte, stellte ein kleines, armes Mädchen mit Schwefelhölzern dar.“( vgl. Walter A. Berendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1973, S. 209).

2.1 Märchen: Kunstmärchen und Volksmärchen

Zuerst erfolgt eine allgemeine Definition der Gattung Märchen.

Märchen sind Prosaerzählungen, welche über die reale Welt hinausgehen. Sie enthalten fast immer übernatürliche Elemente. Besonders ist dabei, dass das Übernatürliche als selbstverständlich vorausgesetzt wird, es aber nicht zwangsläufig glaubwürdig sein soll, sondern hauptsächlich der Erzählung dient. Dieses Merkmal lässt sich auch auf dieses Märchen anwenden, da dass Märchen übernatürliche und phantastische Elemente enthält. So kann das kleine Mädchen im Schein der Zündhölzer durch Häusermauern gucken oder begegnet ihrer längst verstorbenen Großmutter.

Des weiteren nehmen Märchen meistens keinen direkten Bezug auf geschichtliche Orte, Zeiten oder Personen. In dem Märchen ,,Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ wird weder auf die Zeit noch auf den Ort Bezug genommen. Der Leser erfährt lediglich, dass es sich um einem Silvesterabend handelt und es somit in der Winterzeit spielt. Häufig wird der Gegensatz zwischen Gut und Böse behandelt, wobei die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden. In diesem Märchen geht es weniger um den Gegensatz von Gut und Böse, sondern vielmehr um den Unterschied zwischen arm und reich. Viele Märchen kennen außerdem fantastische Wesen wie Zwerge, Hexen, Zauberer oder Fabeltiere wie z.B. Einhörner, Drachen o.ä.. Dieses Merkmal trifft nicht auf das Märchen zu. Allerdings ist das Ende nicht unbedingt typisch für ein Märchen. Der Leser erwartet eher ein Happy-End im herkömmlichen Sinne. Das heißt, der Leser rechnet normalerwei- se nicht damit, dass das kleine Mädchen am Ende der Geschichte stirbt. Die Gattung Märchen gliedert sich in Volksmärchen und in Kunstmärchen. Für Volks- märchen ist es charakteristisch, dass sie über sehr lange Zeiträume mündlich weitergege- ben wurden. Die Entstehung von Volksmärchen ist weitgehend unbekannt. Ein weiteres Merkmal ist, dass sie häufig in mehreren verschiedenen Varianten vorliegen. Die Mär- chen der Gebrüder Grimm sind als Beispiel für Volksmärchen zu nennen. Im Gegensatz zu den Volksmärchen gibt es die Kunstmärchen. Die Kunstmärchen sind der Individualli- teratur zuzuordnen. Begründet ist dies, das diese Art der Märchen von einzelnen Dichtern geschaffen und genau fixiert wurden.

In dem Märchen ,,Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ handelt es sich um ein Kunstmärchen. (vgl. http://www.wikipedia.org/wiki/Märchen.de)

3 Zusammenfassung in einem Satz

Dieses Märchen erzählt von einem kleinen, armen und dürftig bekleideten Mädchen, welches in einer eisigen Silvesternacht, draußen auf der Straße, Zündhölzer verkaufen muss und erfriert, wobei das Sterben durch Traumgesichte gemildert wird.

3.1 Inhaltsangabe

Die Einleitung des Märchens beginnt mit der Beschreibung einer dunklen und kalten Silvesternacht. Ein kleines Mädchen ist auf der Straße unterwegs, weil der Vater sie losschickte, damit sie Zündhölzer verkauft.

Der Hauptteil beschreibt, dass die Kleine kein einziges Hölzchen verkauft und sich deswegen nicht nach Hause traut, weil sie sich vor ihrem Vater ängstigt, da er sie schlägt, wenn sie nichts verkauft.

Das Mädchen beginnt, einige Zündhölzer selbst zu verbrennen, um sich körperlich und seelisch zu erwärmen. Sie fühlt sich somit mehr von der Kälte bedroht als von der Angst vor dem Vater.

Durch das Entzünden der Hölzer begegnen dem Mädchen Traum- bzw. Nahtoterlebnisse. Sie stirbt durch Erfrieren.

Der Schlussteil zeigt, dass Passanten das tote Mädchen finden und nüchtern rekonstruieren, was geschehen sein könnte.

4 Analyse und Interpretation des Inhalts I

4. 1 Struktur der Handlung und Ereignisse / Komplikationshandlung

Eine Komplikationshandlung besteht aus drei Teilbereichen. Erstens aus einer Komplika- tion. Zweitens aus einer auf die Komplikation bezogenen Auflösung und drittens aus den Faktoren, welche die Komplikation und die Auflösung bewirken. (Vgl. Leitfaden Stückrath)

Die Komplikation ergibt sich durch die Angst vor ihrem Vater. Der Vater steht für das Mädchen im ständigen Hintergrund und bedroht sie aus der Ferne (Z. 29-32). Obwohl sie immer mehr fror und ihre kleinen Hände fast abgestorben waren, traute sie sich nicht nach Hause, denn sie wusste, dass sie Schläge bekommt, wenn sie zurückkehrt ohne Hölzer verkauft zu haben.

Das Gut besteht für das Mädchen aus Wärme, Geborgenheit, Sicherheit und Essen. Doch das kleine Mädchen war und ist nicht im Besitz dieses Gutes. Das von ihr geschätzte Gut erhält zudem eine Störung, genauer einen Mangel. Dass heißt, das Mädchen ist nicht im Besitz des Gutes. Im Gegenteil, sie befindet sich in einer enormen Notsituation, geprägt von Hunger und Kälte.

Die Auflösung, welche die Komplikationshandlung beendet, kann die Störung für die Hauptfigur beseitigen, dann läge eine positive Auflösung vor. Es kann auch sein, dass die Figur erkennen muss, dass die Störung nicht aufgehoben werden kann, dann läge eine negative Auflösung vor.

In diesem Märchen ist es für das Mädchen eine positive Auflösung, da ihr Mangel beho- ben wird und sie ihr Gut erhält. Die Auflösung stellt die endgültige Lösung aller quälen- den Ereignisse dar, dieses ist gegeben durch den Tod des Mädchens. Der Tod wird hier gemildert durch die warmen und lichten Bilder und Erlebnisse. Auch der Satz des Dich- ters ,,… - sie waren bei Gott!“ (Z. 91) mildern das scheinbar harte Ende. Auch wenn es für den Leser eine auf den ersten Blick negative Auflösung sein mag, geht es darum, wie die Figur die Auflösung erlebt. Und dass sie erhält, wonach sie sich sehnte, nämlich Wär- me, Geborgenheit, Sicherheit und Essen (vgl. Z. 90-91). Das ist für mich eine Begrün- dung für eine positive Auflösung.

Die Auflösung ist auch gleichzeitig als ein besonders erstaunliches Ereignis für den Leser bzw. Hörer anzusehen. Da es ein Märchen ist, erwartet der Leser bzw. Hörer den Tod des Mädchens nicht. Und erst recht nicht, dass das Mädchen auch noch glücklich dabei ist und dadurch ihr Gut erhält.

4. 2 Hauptmotive

Bei mehrmaligem Lesen des Märchens ist es auffällig, dass sich einige Worte und Worte, die sich ähnlich sind, wiederholen.

Der Begriff des Lichts wird in dem Märchen fortlaufend erwähnt. So z.B. in Zeile 39, als sie das erste Hölzchen anzündet und eine helle Flamme beschrieben wird, die wie ein Lichtchen ist. Gleich darauf in Zeile 42 wird es als ein seltsames Licht beschrieben. Dann in Zeile 44: ,,…das Feuer brannte ganz herrlich…“. Bei jedem neuen Anzünden eines Holzes wird das Licht erneut beschrieben. Und auch in den Träumen, die sie durch das Anzünden erlebt, wird das Licht weiterhin häufig erwähnt. So z.B. in Zeile 64, als sie durch das Fenster den schönen Weihnachtsbaum mit den vielen Kerzen sieht. Darauf folgt das Leuchten der Sterne (Z. 69) und das Erscheinen der Sternschnuppe (Z.70). Es findet also eine ständige Wiederholung dieses Begriffes und ähnlicher Begriffe statt.

Eine Begründung für diese Wiederholung und somit für die Wichtigkeit des Begriffes Licht sieht Walter A. Berendsohn darin, dass Andersen Licht in Verbindung mit Gott sieht. Genauer sagt Berendsohn, dass Andersen dass Licht in Verbindung mit der höheren Welt setzt.( vgl. Walter A. Berendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1973, S. 67).

Diese Erklärung Berendsohns wird bekräftigt durch den Schluss des Märchens. Hier flie- gen das kleine Mädchen und ihre Großmutter in Glanz und Freude dahin und der Dichter sagt, als wüsste er es ganz genau: ,,- sie waren bei Gott.“ (Z. 89-91) .( vgl. Walter A. Be- rendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1973, S. 68). Berendsohn schildert in seinem Buch ein weiteres Hauptmotiv Andersens, welches auch in diesem Märchen wiederzufinden ist. Er sagt, dass Andersen sich häufig mit dem Motiv der Sinne beschäftigt. In diesem Märchen ist es der fünfte Sinn, damit ist das Fühlen bzw. das Gefühl gemeint, welcher als Motiv zu erkennen ist. In Bezug auf dieses Märchen han- delt es sich um das Gefühl von Wärme und Kälte. ( vgl. Walter A. Berendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1973, S. 103). ,,Er bemerkt hun- derte und aber hunderte Einzelheiten, verweilt bei den Mitteln, sich gegen Unannehmlich- keiten von ihnen zu schützen und schildert hier und da verschiedene Grade. Am liebsten stellt er die Extreme einander gegenüber, z.B. die Wärme drinnen und die Kälte draußen. ( vgl. Walter A. Berendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesba- den 1973, S. 103). Dieser Punkt lässt sich sehr gut auf das Märchen beziehen. Denn das kleine Mädchen muss draußen bei eisiger Kälte Zündhölzer verkaufen. Während sie die Hölzer zur Erwärmung verbrennt, sieht sie im Inneren der Häuser prächtig geschmückte Weihnachtsbäume, leckeres Essen und viel Glanz und Prunkvolles. Der Kontrast von Wärme und Kälte wird besonders stark im Zusammenhang mit den inneren und äußeren Räumen beschrieben.

Ein weiteres, drittes Hauptmotiv ist die Natur. So ist dieses Märchen besonders durch die Jahreszeit des Winters bestimmt. Das Wetter ist entscheidend für die Handlung und für den Schluss. Das kleine Mädchen stirbt , weil sie erfriert. Das Wetter bzw. die Jahreszeit wird aber auch genutzt, um das Märchen einzuleiten. So wird bereits die Anfangssituation als kalt und dunkel beschrieben. Die Kälte ist auch kennzeichnend für die Wohnsituation des Mädchens daheim, sowie für die Situation des Mädchens auf der Straße. Auch am Schluss des Märchens, wo die Passanten das tote Kind finden, wird eine kalte Morgenstunde beschrieben (Z.92-92), ( vgl. Walter A. Berendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1973, S. 115-122).

Auch die Welt der Kinder ist für Andersen ein sehr wichtiges Motiv. Dieses Motiv trifft ganz eindeutig auf dieses Märchen zu. Es handelt ausschließlich von dem Leben eines kleinen Mädchens.( vgl. Walter A. Berendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1973, S. 122).

Ein weiteres Motiv ist die Armut. ,,Wenn Andersen die Armut schildert, ist es nicht eine Idee, die er anschaulich zu machen versucht, er beugt sich auch nicht wie andere bürgerli- che Schriftsteller mitleidig hinunter zu den Armen, wie Emile Zola im Ro- man ,,Germinal“ oder Gerhard Hauptmann im Drama ,,Die Weber“, sondern er schöpft aus einem unerschöpflichen Born eigener Kindheits- und Jugenderinnerungen. Er stammt aus der untersten Schicht der Gesellschaft und hat selbst sehr schmerzlich erlebt, was Ar- mut wirklich ist und bedeutet. Für nicht wenige Schriftsteller gilt es als Regel, wenn sie sich hochgekämpft haben aus solchen armen Lebensbedingungen zu wirtschaftlicher Ge- borgenheit, dass sie gar nicht mehr an die kleinen Verhältnisse denken mögen, aus denen die aufgestiegen sind, sie schämen sich ihrer Herkunft. Aber H.C. Andersen bleibt seiner Kindheit und Jugend und seinen Eltern treu und gibt darum der Armut einen sehr breiten Raum in seinen Schriften, auch in den ,,Märchen und Geschichten“. In fast 2/3 der 156 Erzählungen kommt dieses Thema vor, nicht selten als Hauptmotiv oder doch an hervor- ragender Stelle. ( vgl. Walter A. Berendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1973, S. 145). So auch in diesem Märchen. Das Mädchen muss in ei- ner eisigen Nacht auf der Straße Zündhölzer verkaufen. Draußen ist es sehr kalt. Zu Hau- se allerdings ist es auch kalt, da durch das Dach der kalte Wind pfeift. Das Mädchen sitzt nun frierend und hungrig in einer Häuserecke. Die Armut wird in diesem Märchen ganz besonders eindringlich geschildert. In den inneren Räumen gibt es leckeres Essen, präch- tige Weihnachtsbäume und einen warmen Ofen. Das kleine Mädchen hingegen lebt in der Armut, sieht den Reichtum nur von draußen.

Häufig, so Berendsohn, schildert Andersen nicht einfach nur die Armut, sondern stellt sie dem Reichtum gegenüber.

Andersen wusste also ganz genau worüber er schrieb. Trotz seiner Erfolge und seinem Verkehren in den adeligen Kreisen vergaß er anscheinend nie seine eigenen Kindheitserinnerungen. Dabei ist deutlich erkennbar, dass Andersen die sozialen Verhältnisse anprangert. Dazu schreibt Berendsohn: ,,Es bleibt nicht der geringste Zweifel, auf welcher Seite er mit seinem Herzen steht.“( vgl. Walter A. Berendsohn, Hans Christian Andersen, Sändig Reprint Verlag, Wiesbaden 1973, S. 149).

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Erzähltextanalyse des Märchens "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" von Hans Christian Andersen
Hochschule
Universität Lüneburg
Veranstaltung
Einführung in die Literaturwissenschaft
Note
2 +
Autor
Jahr
2004
Seiten
30
Katalognummer
V89402
ISBN (eBook)
9783638035156
ISBN (Buch)
9783638931748
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erzähltextanalyse, Märchens, Mädchen, Schwefelhölzern, Hans, Christian, Andersen, Einführung, Literaturwissenschaft
Arbeit zitieren
Inga Baumhoer (Autor), 2004, Erzähltextanalyse des Märchens "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" von Hans Christian Andersen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89402

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