Die Geschichte der Pädagogik

Schwerpunkt: Anton Semjonowitsch Makarenko


Seminararbeit, 2007

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Die Geschichte der Pädagogik von der Antike bis zur Gegenwart unter Berücksichtigung der westlichen und östlichen Welt
I. Ursprung des Wortes ‚Pädagogik’ und Definition
II. Frühe Bildungssysteme in Ägypten, Indien, China, Griechenland vor Entstehung des Christentums
III. Erziehungsinhalte und deren Grundlage in der westlichen Welt vom Altertum bis zur Gegenwart
1) Das Christentum als Grundlage der Erziehungsinhalte bis zum Mittelalter
2) Die scholastische Lehre als Grundlage der Erziehungsinhalte im Mittelalter
3) Rückbesinnung auf antike Bildungsinhalte in der Renaissance
4) Beeinflussung der Erziehungsinhalte durch Protestantische und katholische Kirche zur Zeit der Reformation
5) Die Logik als Grundlage von Erziehungsinhalten im 17. Jahrhundert
6) Die Ausbildung der Persönlichkeit des Kindes als Schwerpunkt der Erziehungsinhalte ab dem 18. Jahrhundert
7) Erziehungsideale im Nationalsozialismus
8) Erziehungsinhalte nach 1945 – West-Ost

B) Anton Semjonowitsch Makarenko
I. Biographie
III A.S. Makarenkos „Sowjetpädagogik“
1) Die Gorki-Kolonie – Die Wiege seiner Pädagogik
2) Makarenkos Pädagogik
IV. Anpassung der Erziehungsinhalte an die Veränderung der Gesellschaft als oberstes Gebot seiner Pädagogik

C) Vergleich zwischen Makarenkos Sozialpädagogik zu westlichen Erziehungsmodellen

Anmerkungen

A. Die Geschichte der Pädagogik von der Antike bis zur Gegenwart unter Berücksichtigung der westlichen und östlichen Welt

I. Ursprung des Wortes ‚Pädagogik’ und Definition

Das Wort ‚Pädagogik’ leitete sich vom griechischen ‚paideia’ ab, was soviel wie Erziehungskunst heißt, die Bezeichnung von Theorie und Methode der Erziehung.[i]

Erziehungsinhalte sind üblicherweise die Einweisung in kulturelle, soziale, religiös-moralische Werte. Mit der Aufklärung kommen dazu auch wissenschaftliche Werte, Normen und Erkenntnisse einer Gesellschaft.

Der Begriff der Pädagogik meint darüber hinaus die Techniken zur Vermittlung dieser Inhalte, abhängig von den jeweiligen körperlichen und geistig-seelischen Voraussetzungen der zu erziehenden Kinder, Jugendlichen oder auch Erwachsenen.

Die Vermittler der Pädagogik können neben Eltern und Familie auch Institutionen und Gruppen wie Kirche, Gesellschaft, Politik sein, sowie professionelle Erzieher in Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen.

II. Frühe Bildungssysteme in Ägypten, Indien, China, Griechenland vor Entstehung des Christentums

Die ältesten geschichtlich bekannten Bildungssysteme erfüllten zwei Aufgaben:

- Unterweisung in der Religion
- Weitergabe der Traditionen des Volkes

Die Tempelschulen des alten Ägypten vermittelten ihren Schülern darüber hinaus Schreiben, Naturwissenschaften, Mathematik und Baukunst.

Auch in Indien, wo der Buddhismus entstand, wurde religiöses und weltliches Wissen vornehmlich von Priestern in buddhistischen Klöstern weitergegeben. Die buddhistischen Werte beeinflussten den gesamten Fernen Osten.

Im alten China lag der Schwerpunkt der Erziehung auf Philosophie, Dichtkunst und Religion (Konfuzius, Lao-tse).

Die in Persien weit verbreiteten Methoden der körperlichen Übungen dienten als Vorbild für das Bildungswesen im alten Griechenland, in dem auf Gymnastik ebenso Wert gelegt wurde wie auf Mathematik und Musik.

Die Bildungssysteme im westlichen Teil der Welt basieren auf der jüdisch-christlichen Tradition sowie auf der griechischen Antike. Ziel des griechischen Erziehungswesens war, vielseitig gebildete junge Menschen für Führungspositionen in Staat und Gesellschaft heranzubilden. Auf dieser Grundlage bildeten sich später die Geisteswissenschaften, die Philosophie, die Kunst und die Gymnastik heraus.

Auch bei den Römern setzte sich das griechische Erziehungsideal durch.[ii]

Im traditionellen Judentum war die Thora die Grundlage für die Erziehung zu Hause, in der Synagoge und in der Schule – was auch heute noch so ist.[iii]

III. Erziehungsinhalte und deren Grundlage in der westlichen Welt vom Altertum bis zur Gegenwart

1) Das Christentum als Grundlage der Erziehungsinhalte bis zum Mittelalter

Nachdem das Christentum im Römischen Reich zur Staatsreligion geworden war, gewann auch die christliche Erziehung an Bedeutung. Im ersten nachchristlichen Jahrhundert vertrat man die Auffassung, dass zur Ausbildung eines guten Redners das Studium der Sprache, der Literatur, der Philosophie und der Naturwissenschaften gehören, wobei man einen besonderen Wert auf die Entwicklung des Charakters legte.

Zu den Formen der christlichen Erziehung gehörten u. a. der Katechumenenunterricht, der Taufbewerber in das Christentum einführte, Katechismusunterricht für Christen sowie die Priesterausbildung an Pfarr- oder Domschulen. Auch die Kirchenväter, insbesondere Augustinus, beschäftigten sich in ihren Werken ausführlich mit Fragen der Erziehung und Bildung im frühen Christentum.[iv]

In den ersten Jahrhunderten wurden viele Klöster sowie Kloster- und Domschulen gegründet, die die Artes liberales (die freien Künste) vermittelten: das Trivium, das die Fächer Grammatik, Rhetorik und Logik, sowie das Quadrivium, das Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik umfasste.[v]

Im 9. Jahrhundert lebte in Westeuropa das Interesse an Erziehung erneut auf. Karl der Große holte Kleriker und den Pädagogen Alkuin von York aus England, um in Aachen eine Palastschule zu gründen. In England gründete König Alfred der Große Erziehungs- und Bildungsinstitutionen. Darüber hinaus regte er die Klöster dazu an, ihre Bildungsaktivitäten zu erweitern. Die hoch gebildeten und kultivierten maurischen Eroberer Spaniens belebten zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert die römische Universität in Córdoba wieder und machten diese zu einem Zentrum der philosophischen, altertumswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und mathematischen Forschung.

2) Die scholastische Lehre als Grundlage der Erziehungsinhalte im Mittelalter

Im Mittelalter versuchte die Scholastik mit Hilfe der Logik, das Christentum mit den aristotelischen Auffassungen in Einklang zu bringen. Seit dem 12. Jahrhundert kam es in Europa zur Gründung einiger Universitäten z. B. in Paris, Oxford, Cambridge und Bologna führte. Während des ganzen Mittelalters waren die Klöster Hochburgen der Bildung, nicht zuletzt deshalb, weil in ihren Bibliotheken viele Handschriften aus der Antike aufbewahrt wurden.

Die Bildung war das Privileg der Oberschicht, während die Unterschicht keine Möglichkeit hatte, Bildung zu erwerben.

3) Rückbesinnung auf antike Bildungsinhalte in der Renaissance

Der Schwerpunkt des Bildungsideal der Renaissance lag auf Wissenschaft, Geschichte, Geographie, Musik und körperliche Übungen. Sie beeinflussten die pädagogische Theorie und dienten bis ins 18. Jahrhundert als Schulmodell. Auch der holländische Humanist Desiderius Erasmus von Rotterdam, der deutsche Pädagoge Johannes Sturm, der französische Essayist Michel de Montaigne und der spanische Humanist und Philosoph Juan Luis Vives beeinflussten in der Renaissance die Theorie der Pädagogik. Sie legten Wert auf die klassischen Fächer wie Griechisch und Latein, was zur Gründung der Lateinschule führte. Aus dieser entwickelte sich u. a. auch das Gymnasium.[vi]

4) Beeinflussung der Erziehungsinhalte durch Protestantische und katholische Kirche zur Zeit der Reformation

Durch die Reformation, die auf Martin Luther zurückging, entstanden im frühen 16. Jahrhundert viele Schulen, die von protestantischen Kirchen gegründet wurden. Im Grundschulunterricht wurde Lesen, Schreiben, Rechnen und der Katechismus vermittelt; weiterführend wurden dann klassische Fächer wie Hebräisch, Mathematik und Naturwissenschaften angeboten.[vii]

Der wachsende protestantische Einfluss in Europa führte in der katholischen Kirche zur Gegenreformation. Der Jesuitenorden (gegr. vom spanischen Kleriker Ignatius von Loyola) führte in vielen Ländern Europas Schulen ein, die eine katholisch geprägte Bildung vermittelten.[viii]

5) Die Logik als Grundlage von Erziehungsinhalten im 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert war durch große Fortschritte in den Naturwissenschaften gekennzeichnet. Sie wurden in die Lehrpläne der Universitäten und weiterführenden Schulen aufgenommen. Die Bedeutung der Naturwissenschaften legte im 16. Jahrhundert der englische Philosoph Francis Bacon in seinen Schriften dar, in denen er Wert auf das Lernen durch Prozesse des induktiven Schließens legte. Lernende sollten dazu angeregt werden, viele Dinge mit ihren Sinnen und geistig zu erfassen, bevor sie zu Schlussfolgerungen gelangten.[ix]

[...]


[i] Vgl. Gudjon, H.: Pädagogisches Grundwissen. 7. Auflage, Bad Heilbrunn 2001, S. 74.

[ii] Vgl. Gudjon, H.: Pädagogisches Grundwissen. 7. Auflage, Bad Heilbrunn 2001, S. 75.

[iii] Vgl. Böhm, W.: Geschichte der Pädagogik. Von Platon bis zur Gegenwart. München 2004, S.20-27.

[iv] Vgl. Böhm, W.: Geschichte der Pädagogik. Von Platon bis zur Gegenwart. München 2004, S.36-40.

[v] Vgl. Gudjon, H.: Pädagogisches Grundwissen. 7. Auflage, Bad Heilbrunn 2001, S. 75.

[vi] Vgl. Böhm, W.: Geschichte der Pädagogik. Von Platon bis zur Gegenwart. München 2004, S.49.

[vii] Vgl. Böhm, W.: Geschichte der Pädagogik. Von Platon bis zur Gegenwart. München 2004, S.50-52.

[viii] Vgl. Böhm, W.: Geschichte der Pädagogik. Von Platon bis zur Gegenwart. München 2004, S. 52.

[ix] Vgl. Gudjon, H.: Pädagogisches Grundwissen. 7. Auflage, Bad Heilbrunn 2001, S. 75.

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Details

Titel
Die Geschichte der Pädagogik
Untertitel
Schwerpunkt: Anton Semjonowitsch Makarenko
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V89511
ISBN (eBook)
9783638038294
ISBN (Buch)
9783656037132
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Pädagogik
Arbeit zitieren
Lea Munkenbeck (Autor), 2007, Die Geschichte der Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89511

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