Die Arabismen in der spanischen Sprache


Seminararbeit, 2005
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext
2.1 La Conquista
2.2 La Reconquista

3. Die muslimische Kultur und ihr Einfluss im Spanischen
3.1 Die maurische Kultur in Spanien wird eigenständig
3.2 Die Situation in Al-Andalus
3.3 Der Sprachkontakt zwischen Christen und Mauren
3.4 Die Arabismen im Spanischen
3.4.1 Morphologie/Syntax
3.4.2 Phonetik
3.4.3 Beispiele von Arabismen

4. Schlussbemerkung

5. Literatur

1. Einleitung

Die spanische Sprache zählt neben Französisch und Italienisch zu den romanischen Sprachen, da ihr Ursprung das Latein war. Dennoch erfuhr die Sprache im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Einflüsse anderer Sprachen. Dabei spielte das Arabisch eine große Rolle. Denn fast 800 Jahre beherrschten die Mauren[1] die iberische Halbinsel und brachten so ihre Kultur nach Spanien, was bis zum heutigen Tag noch ein Teil des spanischen Kulturerbes (Häuser, Kirchen, Bibliotheken) ist.

Ein besonderes Indiz für die einstige Herrschaft der Araber in Spanien sind die Arabismen, spanische Wörter die auf einen arabischen Ursprung zurückzuführen sind. In keiner anderen romanischen Sprache sind so viele Arabismen vertreten, wie im Spanischen.

Dies ist auch Gegenstand dieser Arbeit.

Der erste Teil beschäftigt sich mit dem geschichtlichen Hintergrund, in dem gezeigt wird, wie die Araber die iberische Halbinsel einnahmen und wie sie wieder von ihr vertrieben wurden.

Im zweiten Teil wird gezeigt, wie der über 800 Jahre dauernde Kulturkontakt im Groben aussah und wie die sprachlichen Elemente des Arabischen in die romanische Sprache der Christen gelangten.

Im Schlussteil wird eine Zusammenfassung gegeben und der weitere Verlauf der Arabismen und ihre Bedeutung in Bezug auf die heutige Situation dargestellt.

Als Literatur werden vor allem die Werke von Kontzi, Reinhold; Kiesler Reinhard; Lapesa Rafael und das gemeinsame Werk von Dietrich, Wolf und Geckeler, Horst verwendet.

2. Historischer Kontext

2.1 La Conquista

Nach dem Erfolgszug Mohammeds[2] eroberten die Araber in weniger als einem halben Jahrhundert Syrien, Persien, Nordafrika und Sizilien. Die islamische Welt breitete sich Mitte des 7. Jahrhunderts so weit aus, dass sie im Osten bis Indien und im Westen bis zum Atlantik reichte.[3]

Eine weitere Ausdehnung erfuhr das Reich als es in sieben Jahren die iberische Halbinsel mit Ausnahme des nördlichen Küstenstreifens eroberte. Zu diesem Zeitpunkt lebten die Westgoten im heutigen Spanien. Allerdings war das Westgotenreich politisch stark zerrüttet. Sie bekämpften sich untereinander, was es den Mauren leicht machte, in diesem Gebiet Fuß zu fassen. Einen ersten Vorstoß machte dabei Tarif b. Malluk im Jahre 710.[4] Im folgenden Jahr setzten zwei muslimische Heere, die ca. 12.000 Mann umfassten, über die Straße von Gibraltar über. Geführt wurden diese Heere vom berberischen Befehlshaber Tāriq b.Ziyād, nachdem später abgeleitet von seinem Landungsort Gabal Tāriq (Berg des Tariq) der Stadtname Gibraltar entstand. In einigen Geschichtsbüchern wird die Meinung vertreten, dass die Heere, welche meist aus Berbern bestanden, von einem Westgoten gerufen wurden, um einen Nachbarn aus dem Weg zu räumen.[5] 711 wurden aber die Westgoten schließlich am Guadelete (bei Jerez de la Frontera) endgültig geschlagen.[6] In kurzer Zeit wurden danach die restlichen Gebiete eingenommen. Es ist allerdings festzuhalten, dass die Araber dabei kaum auf Widerstand trafen, da ein Großteil des westgotischen Adels die Invasoren akzeptierte, sofern im Gegenzug der Besitz und die Privilegien des Adels unangetastet blieben. Um 718 kam die Conqiusta zum erliegen und die Christen sollten 800 Jahre benötigen, um die einstigen Eroberer von der iberischen Halbinsel zu vertreiben.

2.2 La Reconquista

Der Ausgangspunkt der Reconquista lag im Gebiet von Asturien und Kantabrien. Die hier ansässigen Völker leisteten den Mauren Widerstand. Unter dem Westgoten Pelayo (ca. 718 bis 737) konnten die Christen in einer fast unzugänglichen asturischen Felsengegend (bei Covadonga) die Mauren zurückschlagen.[7] Dennoch stabilisierte sich die arabische Herrschaft in Spanien und die Dynastie der Omajaden gründete von Córdoba aus einen mächtigen Staat, der seine höchste Blüte im 10. Jahrhundert erreichte. Im 8. Jahrhundert war das kaum bevölkerte Tal des Duero noch eine Art Niemandsland zwischen Asturien und Al-Andalus (die Bezeichnung der Mauren für die arabischen Gebiete auf der iberische Halbinsel), doch die gotischen Spanier konnten mit dem Anbruch des neuen Jahrtausends für immer die Duerolinie für sich beanspruchen. Zur selben Zeit wurden Galizien, Asturien, Leon, Castilien, Navarra, Aragon und Catalonien selbständig.[8] Aufgrund von Bürgerkriegen endete die omajadische Epoche im Jahre 1031. Der bisher zentral regierte maurische Herrschaftsbereich zerfiel in kleine Emirate, sog. Taifas.[9]

Dies vermittelte der Reconquista neue Schubkraft. Die Eroberung Toledos durch König Alfonso VI. von Kastilien und León im Jahre 1085 stellte den übrigen islamischen Fürsten ihre Unsicherheit vor Augen.[10] Mu’tamid von Sevilla, dessen Territorium das Ziel Alfonsos sein

musste, verband sich mit den Fürsten von Badajoz und Granada und rief die Almoraviden um

Hilfe an.[11]

1086 besiegten die nordafrikanischen Almoraviden Alfonso VI. und schafften die Kleinstaaterei ab. 1092 wurden endgültig alle Reyes de Taifas abgesetzt, wobei einige nach Marokko

verbannt wurden.[12] Aber auch dieses Haus konnte sich nicht auf Dauer in Spanien durchsetzen.

Im 12. Jahrhundert verlor die Almoravidendynastie die Herrschaft über Al-Andalus an die marokkanischen Almohaden, wodurch die Christen von ihrem Durchbruch nach Süden noch einmal aufgehalten wurden.

Die Almohaden hatten schon 1145 begonnen, auf der Halbinsel Fuß zu fassen. Ein Jahr später eroberten sie Cádiz. Dann aber verging mehr als ein Jahrzehnt, ehe Südspanien einschließlich Granada in ihre Hände fiel und Almería den Christen wieder entrissen war. Sevilla wurde die spanische Hauptstadt der Almohaden.[13]

Im Jahre 1212 wurden allerdings die Almohaden bei Las Navas de Tolosa entscheidend geschlagen. Dies war „die letzte große Schlacht der Muslime in Al-Andalus“.[14] Die vereinigten christlichen Heere[15] öffneten Kastilien den Weg zur Wiedereroberung Niederandalusiens. Als 1236 Córdoba und 1248 Sevilla zurückerobert wurden, gelang Kastilien unter König Alfonso X. (Alfons der Weise, 1252 bis 1284) auch noch der Sieg in Cádiz (1262) und Murcia (1266).[16] Nur im äußersten Süden konnte sich Granada, als letztes maurisches Reich, noch zweieinhalb Jahrhunderte lang halten. König Ferdinand II (1452-1516), König von Aragonien, annektierte es erst 1492.[17]

[...]


[1] Bezeichnung für die arabisch-berberische Mischbevölkerung Nordafrikas

[2] Gudemann, Wolf-Eckhard: Das neue Taschenlexikon, Band 10,Gütersloh 1992, S. 255.

arab. Muhammed (570- 632), Begründer des Islam, der im Koran die von Allah empfangenen Offenbarungen

fixierte.

[3] Hrsg. Schmidt, Peer: Kleine Geschichte Spaniens, Stuttgart 2002, S. 77.

[4] Schmidt, S. 78.

[5] Ebenda.

[6] Ebenda.

[7] Dietrich, Wolf, Geckeler, Horst: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft, Berlin, 1993, S. 161

[8] Seybold, Christian: Die arabische Sprache in den romanischen Ländern. In: Gröber, Gustav (Hg.): Grundriß der

romanischen Philologien. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Bd. 1, Straßburg 1905, 515-523, S. 516.

[9] Kiesler, Reinhard: Kleines vergleichendes Wörterbuch der Arabismen im Iberoromanischen und Italienischen,

Tübingen, Basel 1994, S. 6.

[10] Weimann, Gunnar: Die Übersetzerschule von Toledo - Diplomarbeit im Rahmen des Studiums der

Übersetzungswissenschaften an der Universität Leipzig, S. 77.

http://www.uni-leipzig.de/media-analyst/tnehmer/weimann/diplom.html

Die Eroberung Toledos war nicht Ergebnis eines Feldzuges der christlichen Armeen, sondern eine Art

Tauschgeschäft zwischen dem letzten muslimischen König von Toledo al Qādir, der sich von seinen

muslimischen Rivalen Ibn Hūd genannt al-Muqtadir, aus Zaragoza und Ibn cAbbād, genannt al-Muc tadid

aus Sevilla bedrängt sah, und Alfonso VI. König von Kastilien und León, wobei ersterer letzterem das

Königreich Toledo übergab, wenn er ihm helfe, die Herrschaft über Valencia zu erlangen.

[11] Grunebaum, Gustav Edmund von: Der Islam.; In: Mann, Golo (Hg.), Nitschke, August (Hg.): Propyläen

Weltgeschichte. Eine Universalgeschichte. Bd. 5: Islam. Die Entstehung Europas, Berlin, Frankfurt am Main 1986,

S. 160.

[12] Kiesler, S. 8.

[13] Grunebaum, S. 167.

[14] Kiesler, S. 9.

[15] Ebenda.

Es handelt sich hier um die vereinigten Streitkräfte Alfons VII. von Kastilien, Pedros II. von

Aragón und Sanchos VII. von Navarra, die durch portugiesische, leonesische und

französische Kontingente verstärkt worden sind.

[16] Dietrich/Geckeler, S.163.

[17] Ebenda.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Arabismen in der spanischen Sprache
Hochschule
Universität Rostock  (Romanistisches Institut)
Veranstaltung
Sprachkontakte des Spanischen
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V89555
ISBN (eBook)
9783638036054
ISBN (Buch)
9783640204496
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arabismen, Sprache, Sprachkontakte, Spanischen
Arbeit zitieren
Daniel Lukoski (Autor), 2005, Die Arabismen in der spanischen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89555

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