"Cold War Culture" und christlicher Fundamentalismus in James Camerons Terminator 1 & 2

Zur kulturellen Anschlussfähigkeit der Filme und ihrer Darstellung der Wissenschaft


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
von Jan-Niklas Bamler

1. Inhalt der Filme
von Isabel Arndt
1.1. Terminator 1
1.2. Terminator 2

2. Die Terminator-Filme vor dem Hintergrund des Kalten Krieges
von Isabel Arndt
2.1. Die kulturelle Anschlussfähigkeit von „Der Terminator“
2.2. Die Bedeutsamkeit der Technik zu Beginn der 80er Jahre
2.3. Die militärstrategische sowie politische Lage im Kalten Krieg
2.4. „Die atomare Angst“ der Menschen
2.5. Ein abschließender Blick

3. Die Terminatorfilme vor dem Hintergrund des christlichen Fundamentalismus
von Jan-Niklas Bamler
3.1. Christlicher Fundamentalismus in den USA
3.2. Kulturelle Anschlussfähigkeit aus religions-soziologischer Sicht und Camerons Bild der Wissenschaft
3.2.1. Vom „Cammeron Evangelium“ zur Aufklärung

4. Fazit
von Jan-Niklas Bamler

Anhang: Literaturverzeichnisse der Autoren

Einleitung

von Jan-Niklas Bamler

In einer Zeit existentieller Bedrohung, den Zeiten des kalten Krieges, entstand Anfang der Achtzigerjahre ein Meilenstein des populären Kinos: der „Terminator“. Bemerkenswert an diesem Phänomen ist, dass der ursprüngliche „b-movie“ zu einer unerwartet starken Reaktion beim Publikum führte, zumindest gemessen an Zuschauerzahlen und Umsatz. Daher verwundert es kaum, dass es 1991 zu einer Fortsetzung kam. Auch dieser film wurde zu einem „Blockbuster“ des Regisseurs James Cammeron. Wurde der Film also einfach intelligent vermarktet oder woran liegt es, dass ein Terminator, der den gesamten ersten Teil mit weniger als 20 Sätzen bestreitet, derart zu einem Kultobjekt werden konnte?

Um sich dieser Frage anzunähern, soll ein Ansatze verfolgt werden der untersucht in wiefern die Filme sich der etablierten gesellschaftlichen Kultur im Amerika der frühen Achtziger und Neunziger Jahre anschließt. Von zentraler Bedeutung sind hierfür zwei Aspekte:

1. der Hintergrund des Kalten Krieges, der im englischen auch als „Cold War Culture“ bezeichnet wird, sowie
2. ein religions-soziologischer Ansatz, der versucht damalige gesellschaftliche Sichtweisen als Grundlage der Terminator-Filme herauszuarbeiten.

Neben der Verwendung von Umfragewerten, sollen mit Hilfe der Analyse und Interpretation von damaligem politischen Entscheidungen, wie auch der Interpretation der Filme, Daten zur Auswertung hervorgebracht werden, die einen umfassenden Eindruck des Zusammenspiels von gesellschaftlichem Hintergrund und künstlerischem Ausdruck im Film ermöglichen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich gerade im Kalten Krieg ein Fortschritt manifestiert, der das Potential birgt, die Menschheit entgültig zu vernichten. Eben dieses Potential hinterfragen die Filme. Natürlich liegt es in solch Existentialistischen Zeiten nahe, Trost in der Religion zu finden, jedoch vermag wiederum die Religion das Individuum in einer solch reduzierten Weltsicht wie zu Zeiten des Kalten Krieges, zu bestärken. Welche Position beziehen die Filme also in einem Konflikt zwischen wissenschaftlicher Machbarkeit und religiösen Ethik- und Moralvorstellungen? Welches Bild der Wissenschaft wird so vermittelt?

Hierfür soll nun zunächst der Inhalt der Filme wiedergegeben werden, um anschließend einen Blick auf gesellschaftliche Tendenzen zu werfen. Inwiefern diese aufgegriffen werden, analysiert detaillierter dann die Interpretation der Filme, um deren verdeckten Motive aufzuzeigen.

1. Inhalt der Filme

von Isabel Arndt

1.1. Der Inhalt des Filmes „Der Terminator“, gedreht 1984 :

Der Film „Terminator 1“ beginnt mit der Darstellung eines Infernos im Jahre 2029. Es herrscht Dunkelheit, in ihr bewegen sich Panzerketten und Stahlskelette; die einen geben permanent Feuerstrahlen ab, die anderen zermalmen menschliche Knochenschädel unter sich. Es hätte ein nukleares Feuer stattgefunden, dessen Asche die Maschinen erstiegen seien - diese seien seit Jahrzehnten in dem Krieg, die Menschheit auszumerzen. Die letzte Schlacht würde in der Gegenwart, und zwar heute nacht - im Mai 1984 in Los Angeles - ausgefochten werden.

Hieraufhin wird ein Gabelstapler gezeigt, in dem ein farbiger Mann sitzt; es zieht ein Wind heran, der den Schmutz und (Papier-)Müll des Platzes aufwirbelt; an diesem Ort blitzt und knistert es einige Male, daraus ersteht ein anfangs hockender überaus muskulöser nackter Mann, welcher dann im Folgenden von einer Anhöhe aus auf die funkelnde Stadt herabblickt und daraufhin auf jugendliche Punks zugeht, denen er wortkarg und sehr gewaltsam die schwarze Lederkleidung stiehlt, um sie selbst zu tragen. Etwa zur gleichen Zeit wiederholt sich in einem dreckigen Hinterhof der Stadt die gleiche Materialisierung – diesmal eines schlanken jungen Manns, der eine Hose und Waffe sowie einen Overall entwendet und alsbald vor der Polizei fliehen muss. Er sucht in einem Telefonbuch den Namen „Sarah Connor“, welcher dort dreimal eingetragen ist. Diese gesuchte Frau – so wird im Weiteren dargestellt - arbeitet in einem Restaurant, sie ist gestresst. Auch der andere muskulöse Mann wird gezeigt: mittlerweile hat er die anderen zwei Frauen, die Sarah Connor heißen, aufgespürt und sie brutal, emotionslos getötet. In einer neuen Filmszene sieht der schlanke Mann vor seinem inneren Auge einen Krieg der Zukunft, in welchem Untergrundskämpfer unheimlichen Maschinen gegenüberstehen.

Es ist Abend in Los Angeles und Sarah Connor geht aus. In einer Bar erhält sie über das Fernsehen die Information, dass zwei Frauen mit ihrem Namen umgebracht worden sind. Hieraufhin versucht sie vergeblich Kontakt mit der Polizei aufzunehmen – aber das Telefon ist entweder defekt oder sie hängt in der Warteschleife. Sie ist in die Diskothek „Tech Noir“ gegangen; hier kommt es nun zum „Zusammentreffen“ mit dem muskulösen sowie schlanken Mann und es klärt sich, dass ersterer Sarah töten will, die ganze Einrichtung zerstört - der zweite Mann, genannt „Reese“, ist in der Mission, sie zu retten, sie zu beschützen. „Komm mit mir, wenn du leben willst,“ fordert Reese Sarah auf und sie fliehen in einem Auto gemeinsam vor dem Mann, der sich unverletzlich zeigt, trotz Schussverletzungen immer wieder aufsteht, sich auf das Autodach schmeißt, letztlich abgeworfen wird und welchen Reese als den „Terminator“ bezeichnet. In einem gestohlenen Polizeiauto mit Polizeifunk, der von der Position der verkehrsauffälligen „Flüchtenden“ berichtet, nimmt der Terminator eine rasante Verfolgung auf, welche schließlich für alle Beteiligten in einen Unfall mündet; der Terminator verschwindet und Sarah und Reese werden von der Polizei aufgegriffen. Während der Autojagd erzählt der Beschützer Sarah den Grund für das ganze Geschehen: Der stählerne Mann sei ein Cyborg, ein kybernetischer Organismus, einerseits im Äußeren aus Haut und Muskeln, andererseits im Innern eine Maschine; in naher Zukunft werde es einen Atomkrieg geben, der verursacht wird, weil die Menschen ihre Kontrolle über die ganze atomare Luftabwehr an Abwehrnetzcomputer abgaben, welche sich dann verselbständigten und in allen Menschen eine Bedrohung sahen. Wie der Terminator so käme auch Reese sozusagen aus der Zukunft, aus einer anderen Zeit, die jetzt weiter beschrieben wird. Überlebende Menschen würden in Lager zusammengetrieben werden - Reese trägt einen Barcode – deren Anführer im Widerstand gegen die Maschinen John Connor, Sarahs noch nicht gezeugter und geborener Sohn sein würde.

Auf der Polizeiwache wird Reese vom Psychologen Dr. Silbermann für verrückt erklärt, nachdem der Zeitreisende ihm die Ereignisse und die Notwendigkeit, den Cyborg aufzuhalten, drastisch geschildert hat.

Der angeschlagene Terminator, so wird im Folgenden des Films gezeigt, befindet sich in einem Hotelzimmer; hier wird sein Stahlskellet unter der Haut seines nur oberflächlich und scheinbar verwundeten Armes und sein rot leuchtendes maschinelles Auge sichtbar, welches er fortan hinter einer Sonnenbrille verbirgt; er bricht auf, um Sarah zu finden – hierbei schießt er die komplette Polizeistation aus, macht sie mit einem Fahrzeug dem Erdboden gleich. Reese und Sarah gelingt die Flucht zu einer Unterführung; hier verbindet Sarah diesem Mann seinen blutenden schmerzenden Arm. In diesen Augenblicken enträtselt er ihr das Drama vollständig: Kurz vor ihrer totalen Niederlage werden die Maschinen einen Terminator auf eine Zeitreise zurück ins Jahr 1984 nach Los Angeles schicken, um Sarah, die Mutter Johns zu töten, damit John nie sein werde – Reese werde gesandt, diese Tat zu verhindern. Das Leben der Menschen in Höhlen unter der Erde nach dem Atomschlag, im Krieg mit kybernetischen Organismen, welche in die Unterkünfte schießend eindringen und ein Moment der Zukunft wie Reese ein Fotobild von Sarah anschaut werden in dieser Filmsequenz visualisiert.

Bald darauf nehmen sich Sarah und Reese ein Motelzimmer - Reese geht hinaus, um Material für Verteidigungs-Granaten zu besorgen; Sarah ruft ihre Mutter an, die vom Terminator bereits getötet worden ist - am Apparat imitiert er nun deren Stimme und erfährt so den Aufenthaltsort der beiden.

Als Reese zurückkehrt, bauen sie Granaten. Sie fragt ihn, wie die Mädchen in der Zukunft seien, ob es eine Frau dort für ihn gegeben habe, was er verneint und Reese sagt zu Sarah: „Sarah, ich bin zu dir durch die Zeit gekommen. Ich liebe dich. Ich habe es immer getan.“. Sie schlafen miteinander.

Gerade als sie wieder aufrechen wollen, erreicht der Cyborg auf einem Motorrad das Motel; er verfolgt Sarah und Reese - nach einem Zwischenfall steigt er auf einen Tanklastzug um, mit dem er den Jeep rammen kann. So laufen die beiden Menschen vor dem Tanklaster davon und Reese entzündet mit einer Granate diesen zu einer Feuerexplosion, aus welcher der Terminator nach einer Weile als ein Stahlgerüst wieder auferstehen kann und sich jetzt auf langsamere Art fortbewegt hinein in eine Fabrik, in die Sarah und Reese fliehen. Reese wurde vom Terminator mehrfach angeschossen und muss sterben - den unterhalb des Rumpfs liegenden Teil der wandelnden Maschine schafft er noch mit einer Granate zu sprengen. Auf einem Laufband kriecht sie mit der Eisenhand nach Sarahs Fuß ausgreifend dieser hinterher, welche beim Verlassen der Anlage einen Pressmechanismus auslösen kann, welcher das Letzte des Terminators zerquetscht und auslöscht, das Licht seiner Augen entschwindet.

Den Abschluss des Filmes bildet die schwangere Sarah wie sie mit einem Auto durch die mexikanische Wüste fährt; an einer Tankstelle macht ein Junge ein Foto von ihr - als sie gerade an Reese denkt - und „prophezeit“ einen Sturm. Berge liegen vor ihr.

1.2. Der Inhalt des Filmes „Terminator 2 - Tag der Abrechnung“, gedreht 1991

Zu Beginn des Films werden spielende Kinder gezeigt; durchbrochen wird diese Szene durch einen riesigen Lichtblitz, auf den die düstere Landschaft des Jahres 2029 folgt. Der Zuschauer wird durch einen Sprecher aufgeklärt: Am 29. August 1997, „dem Tag der Abrechnung“, endete das Leben von 3 Billionen Menschen durch ein nukleares Feuer und die Menschen, die es überlebten, sahen sich einem bösen Traum, einer Schlacht gegen Maschinen, gegenüber.

Bald wird die Gegenwart, die Zeit Mitte der 90er Jahre, präsentiert, in die ein Terminator von den menschlichen Partisanen `aus der Zukunft` geschickt wird, um John Connor, ihren Anführer, vor einem zweiten – von den Maschinen gesandten - Terminator, der John `in der Gegenwart` töten soll, zu retten. Der beschützende Terminator „materialisiert sich“ vor einer Truckerkneipe, aus dem er sich in brutaler Weise schwarze Lederkleidung zum Anziehen, eine Schrotflinte, eine Sonnenbrille und die Schlüssel für ein vor der Tür parkendes Motorrad besorgt. Sein Vorgehen dabei ist geprägt durch seine schwarz-rote (Infrarot-)Sicht auf die Dinge, sein Abscannen der ihn umgebenden Dinge und Menschen, die auf ihre Körperdaten beispielsweise, wie die Kleidungsgröße, geprüft und abgepasst werden.

Der zweite Zeitreisende bringt einen Polizisten um, nimmt dessen Uniform sowie Auto an sich und erhält mit Hilfe eines Computers einige Daten über John Connor: seine Adresse, dass er wegen bestimmter Vergehen registriert ist und bei Pflegeeltern aufwächst. Hieraufhin bekommt der Zuschauer den etwa dreizehnjährigen John zu Gesicht, der mit einem Freund zusammen an seinem Moped werkelt und von seiner Pflegemutter ermahnt wird, aufzuräumen, woraufhin er mit Freund und Moped abdüst. Sarah Connor, seine wirkliche Mutter, befindet sich im Pescadero State Hospital von Los Angeles. Sie trainiert ihren Körper in ihrer Zelle. Dr. Silberman zeigt sie den Studierenden, erklärt sie für paranoid, an Ängsten sowie an dieser ungewöhnlichen Terminatorgeschichte leidend und dass sie schon mehrmals geflüchtet sei. Beide Terminatoren versuchen vergeblich John bei seinen Pflegeeltern anzutreffen. Dieser raubt mit Hilfe eines Computers und einer Scheckkarte Geld aus einem Automaten und erzählt seinem Freund, seine echte Mutter habe ihm dies beigebracht. Sarah hat in der Klinik eine wiederkehrende Erscheinung, in der sie an einem Zaun vor einem Kinderspielplatz rüttelt und schreit, als ein Atomblitz alles durchschneidet. Diese Vision hatte sie Silberman berichtet und kommentiert, dass alle hier in Wirklichkeit schon tot seien. Ein Teil von Sarahs Wahnvorstellung, der kein Verständnis entgegengebracht wird, existiert sehr wohl in der gegenwärtigen Realität: eine Firma verwischte die Spuren von Sarahs letztem Kampf vor über zehn Jahren mit dem ersten Terminator und lässt dessen Überreste von dem farbigen Ingenieur Dyson fortentwickeln; sie bewahrt eine Platine aus dem Maschinengehirn und die Maschinenhand hochgesichert auf.

In einer Spielhalle vertreiben sich unterdessen John und sein Freund die Zeit, als dort zunächst der für den Jungen mordsgefährliche Terminator nach ihm fragt - John wird gewarnt und flieht durch einen Hinterausgang, wo er auf den Beschützer-Terminator trifft, der die andere „wandelnde Maschine“ beschießt, welches silberne Krater in dieser hinterlässt, die sich schnell wieder schließen. Dieser Terminator nennt sich T-1000. John rast auf seinem Moped davon, die beiden Verfolger prügeln sich bis T-1000 den anderen ihm generell Unterlegenen durch ein Schaufenster wirft. T-1000 nimmt sich einen Lastwagen und fährt John in einem trockengelegtem Kanalsystem hinterher – auch der erste Terminator setzt mit seinem Motorrad nach und zieht John auf sein Gefährt. Sie sehen, wie der andere mit einem Brückenpfeiler kollidiert und aus dem Brand zuerst als quecksilberne Figur hervorgeht, um sich dann wieder zur äußeren Gestalt eines Polizisten zu wandeln. Außerhalb der Stadt erzählt die Maschine John, dass sein zukünftiges Ich den Terminator reprogrammiert hat, ihn selbst (, d. h. John) zu beschützen. Und der Terminator hat sich den Anweisungen von John zu unterwerfen - so befiehlt der Junge, Sarah zu befreien und niemanden dabei umzubringen.

Mithilfe einer Büroklammer und der Geisel Silberman flieht Sarah durch den Hochsicherheitstrakt der Klinik, die auch der T-1000 bereits aufsucht. Sarah begegnet dem Terminator, erleidet ein kurzes Trauma, doch aufgrund der Überzeugungsarbeit ihres Sohnes, fliehen sie gemeinsam vor dem T-1000, den sie schließlich abhängen können, obgleich er sich mit seinen Stahlkrallenarmen an ihr Auto geheftet hatte.

Auf der Fahrt in ein Wüstencamp Mexikos, wo Sarah ein verstecktes Waffenlager besitzt, klärt der Terminator Sarah auf, dass die Firma Cyberdine in drei Monaten die Grundlagen von Sky Net vervollkommnet haben wird. Sie urteilt beim Anblick des Terminators mit ihrem Sohn, der sich nach seinem Vater sehnt, dass diese Maschine die vernünftigste Wahl in einer unheilen Welt sei. In den Tisch ritzt sie mit ihrem Messer: „Kein Schicksal“; kurz darauf verlässt sie das Camp in Kampfmontur. Am Abend erreicht sie Dysons Familienhaus. Im Haus angelangt, bringt sie es nicht fertig, ihn zu erschießen. John und der Terminator sind auch eingetroffen; Dyson wird die bekannte, in ein Funktionssystem gesetzte Stahlhand unter dem Körperfleisch des Terminators präsentiert. So öffnet Dyson sich dafür, seine gesamte Entwicklungsarbeit zu vernichten. Sie fahren zu Cyberdine mit der Absicht, den Prozessor des ersten Terminators zu zerstören. Beim Eindringen in das Gebäude werden sie bemerkt, so dass Alarm ausgelöst wird, welcher die Polizei sowie den T-1000 informieren. Die Vorbereitung der Sprengung des Labors und die Abwehr von positionierten Einsatztruppen vor dem Gebäude übernimmt der Terminator, John und Dyson arbeiten sich zum Chip und Arm der ersten Maschine vor, die in einem Tresor gelagert sind. Cyberdine wird von außen gestürmt, Dyson bleibt sterbend im Labor zurück, währenddessen löst er das Sprengen aus und das Trio Sarah, John und sein „Beschützer“ flüchten vor dem T-1000 bis hin zu einem Stahlwerk, wo es zum Finale kommt: letztendlich siegen sie über die neueste Maschine, indem sie sie in einen Hochofen treiben, welcher mit flüssigem Stahl gefüllt ist – sie versinkt und zerschmilzt in der Hitze des Stahls; Hand und Chip werden hinzugeworfen. Auch der helfende Terminator muss in diese Tiefen gestürzt werden.

2. Die Terminator-Filme vor dem Hintergrund des Kalten Krieges :

von Isabel Arndt

2.1. Die kulturelle Anschlussfähigkeit von „Der Terminator“

Die nukleare Bedrohung der ganzen Welt, nicht allein Nordamerikas, manifestiert sich zweifelsohne als ein zentrales Anliegen des Filmes „Terminator 1“ (1984), welcher auch in Mitteleuropa rezipiert wurde. Ich werde versuchen zu belegen, dass dieser Film an die reale europäische und amerikanische Kultur, bzw. Geisteshaltung der Menschen im Zeitraum von 1978 bis 1986 anknüpft. Beim Erfassen der gesellschaftlichen Situation möchte ich mich auf die Angst und die emotionale Reaktion der Bevölkerung hinsichtlich einer atomaren Zerstörung konzentrieren. Für diesen Abschnitt analysiere ich Filmeinstellungen des „Terminators 1“ und verbinde sie mit einer Untersuchung von James Thompson „Nukleare Bedrohung. Psychologische Dimensionen atomarer Katastrophen“, erstmalig erschienen in England 1985. Zuvor werde ich das politische und militärische Geschehen des Zeitraums 1978 – 1986 skizzieren, den historischen Hintergrund aufzeigen, dass die Entstehung von „Terminator 1“ als ein kleiner Spiegel der Geschichte erscheinen kann und dass ein besonderes Bewusstsein erwachen musste, welches zu einer geistigen Haltung kontrastierte, die Zerstreutheit und wenig Reflexion beinhaltete - letztere hängt zwar als eine Selbstverständlichkeit mit dem materiellen Wohlstand Mitteleuropas und Nordamerikas zusammen, wird jedoch in diesem Film von 1984 herausgestellt: sie könnte sich als ein Gegensatz wieder auf eine kulturelle Erscheinung, auf dieses andere kollektive Bewusstsein der Zeit bezogen haben.

Ein alternativer Gesichtspunkt ist, dass diese Zerstreuung mit der „Technikgläubigkeit“ zu Beginn der 80er Jahre einhergeht, für die James Cameron in seinem Film auf jeden Fall die Aufmerksamkeit wecken will. Diesen Aspekt möchte ich im jetzt folgenden Kapitel erörtern.

2.2. Die Bedeutsamkeit der Technik zu Beginn der 80er Jahre

Ende der 70er Jahre begannen gewisse technische Produkte sich im privaten Bereich der Menschen beliebt zu machen.[1] Für den „Heimbedarf“, nicht für öffentliche, unternehmerische Zwecke allein werden sie hergestellt, und sie scheinen nicht die direkt notwendigen Arbeiten im Haus zu erleichtern, sondern sie dienen eher dem Freizeitkonsum. Nun möchte ich die neuesten technischen Erzeugnisse dieser Zeit nennen. Anfang der 70er Jahre waren Computerbauteile sehr preisgünstig, so dass der Industrie ein PC für den persönlichen Gebrauch produzierbar und absetzbar erschien.[2] Auf dem freien Markt erzielte diese Art von Computern zuerst mit dem Bausatz „Altair 8800“ von 1974 einen erfolgreichen Vertrieb.[3] „Apple II“, der im Juni 1977 präsentiert wurde, war der erste industriell gefertigte PC; mit ihm konnten Texte verarbeitet werden, er besaß Steuerungstechniken und konnte Töne und Farben wiedergeben.[4] 1977 wurden die Pioniere der Heimcomputer „Commodore PET 2001“ und „Tandy TRS 80 Model 1“ öffentlich zur Schau gestellt, allerdings wurden sie v. a. in der Industriefertigung und Universitätsforschung verwendet.[5] Die Firma IBM zog dem Unternehmen Apple nach und zeigte sich im August 1981 mit dem „IBM-PC“, der den Anfang der qualitätsvolleren „Personal Computers“ setzte.[6] Vielverkaufte Modelle von Heimcomputern in den frühen 80er Jahren waren der „Commodore C64“, 1982 und `kleine Maschinen` aus der Amiga-Serie.[7] IBM hatte kein Monopol auf die einzelnen Elemente des Personalcomputers, so wurden in Ostasien Nachbauten entwickelt und dieses führte zur Konkurrenz, zu nachlassenden Preisen und wachsender Innovation in diesem Wirtschaftssektor.[8]

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/1980er#Technik, Zugriff am 13.03.2008, 18.04 Uhr.

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Computer, Zugriff am 13.03.2008, 18.01 Uhr.

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Computer, Zugriff am 13.03.2008, 18.01 Uhr.

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Computer, Zugriff am 13.03.2008, 18.01 Uhr.

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Computer, Zugriff am 13.03.2008, 18.01 Uhr.

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Computer, Zugriff am 13.03.2008, 18.01 Uhr.

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Computer, Zugriff am 13.03.2008, 18.01 Uhr.

[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Personal_Computer, Zugriff, am 13.03.2008, 18.01 Uhr

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
"Cold War Culture" und christlicher Fundamentalismus in James Camerons Terminator 1 & 2
Untertitel
Zur kulturellen Anschlussfähigkeit der Filme und ihrer Darstellung der Wissenschaft
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Mediensoziologie: Zur kulturellen Anschlussfähigkeit von Spielfilmen
Note
1,0
Autoren
Jahr
2008
Seiten
29
Katalognummer
V93169
ISBN (eBook)
9783638064187
Dateigröße
740 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ausgezeichnete, umfangreiche Arbeit mit vielen Statistiken und einer vollständigen Filminterpretation. (Sehr dichte Arbeit mit einfachem Zeilenabstand - Anm. der Red.)
Schlagworte
Cold, Culture, Fundamentalismus, James, Camerons, Terminator, Mediensoziologie, Anschlussfähigkeit, Spielfilmen
Arbeit zitieren
Jan-Niklas Bamler (Autor)Isabel Arndt (Autor), 2008, "Cold War Culture" und christlicher Fundamentalismus in James Camerons Terminator 1 & 2, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93169

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