Albrecht Dürer - Die vier Apostel


Hausarbeit, 2001
18 Seiten, Note: 2 (gut)

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Leben des Albrecht Dürer

3. Die zwei Tafeln

4. Systematische Untersuchung

5. Die Situation in Nürnberg

6. Die Vier Apostel als Sinnbild der Temperamente

7. Reale Vorbilder für die vier Apostel?

8. Nachwort

9. Literatur und Quellen

1. Einleitung

Die beiden Holztafeln „Die vier Apostel“ – heutzutage in der Münchener Pinakothek zu betrachten – stellen sowohl einen letzten Höhepunkt in Albrecht Dürers Schaffenskraft als auch einen künstlerischen Ausdruck seiner tiefen Religiosität dar. Die Umtriebe der Schwarmgeister in Nürnberg verunsicherten ihn, die Wirren der Reformation schienen ihn künstlerisch zu bedrohen.

Dürer wollte mit den Tafeln der Stadt ein Geschenk machen und sich selber ein Denkmal setzen. Doch die Tatsache, dass er vom Nürnberger Rat dafür Geld erhielt, relativiert das Ganze, da ein Geschenk, für dass man bezahlt wird, kein Geschenk mehr ist.

Und auch die vier Männer, die abgebildet sind, können zum einen als Versinnbildlichung der vier mittelalterlichen Temperamente, cholerisch – sanguinisch – phlegmatisch – melancholisch, gedeutet werden, auf der anderen Seite sind bestimmte Ähnlichkeiten mit damals lebenden Personen nicht zu verkennen.

In Kapitel (2) wird zunächst die bewegte und reichhaltige Biographie Albrecht Dürers beleuchtet, es folgt daraufhin in (3) eine Beschreibung der Tafeln und der Inschriften am Fuß. In Kapitel (4) untersuchen wir das Werk systematisch. Anschließend gebe ich einen Einblick in die Situation und das Umfeld, in dem Dürer die Tafeln anfertigte. Kapitel (6) und (7) zeigen zwei verschiedene Deutungsversuche für die Gestalten der vier Apostel. Kapitel (8) schließlich zeigt auf, warum Albrecht Dürer seiner Heimatstadt die „Vier Apostel“ schenkte und warum die Stadt daran interessiert war.

2. Das Leben des Albrecht Dürer

Albrecht Dürer betätigte sich auf vielen Gebieten der Kunst: Er war Maler, Kupferstecher und Zeichner für Holzschnitt, aber auch Kunstschriftsteller.

Geboren wurde er am 21. Mai 1471 in Nürnberg als das dritte der 18 Kinder des Goldschmieds Albrecht Dürer der Ältere (1427-1502). Taufpate ist der Buchdrucker und Verleger Anton Koberger. Dürer starb in Nürnberg am 26. April 1528, beigesetzt wurde er auf dem dortigen Johannesfriedhof. Dürers Vater, Sohn des Goldschmieds Anton Dürer in Gyula (Ungarn), war auf seiner Wanderschaft als Geselle des Goldschmiedehandwerks in die Niederlande gezogen und kam 1455 nach Nürnberg. Er trat bei dem Goldschmied Hieronymus Holper in den Dienst, der 1567 dem bereits 40-jährigen tüchtigen Gesellen seine 15 Jahre alte Tochter Barbara (gestorben 1514) zur Frau gab. In demselben Jahr erwarb er das Bürgerrecht und ein Jahr später das Meisterrecht.

Albrecht Dürer besuchte die Lateinschule, auf der er Willibald Pirckheimer kennenlernte, ein Sohn wohlhabender Eltern, der Dürers lebenslanger Freund werden sollte. Nach der Schulzeit erlernte er beim Vater das Goldschmiedehandwerk; er wollte aber lieber Maler werden und bedrängte darum den Vater so lange, bis er ihn Ende 1486 zu dem Nürnberger Maler Michael Wolgemut in die Lehre gab. In dessen Werkstatt wurden unter anderem die zahllosen Holzschnittillustrationen zum "Schatzbehalter" von Stephan Fridolin (1491) und zur „Weltchronik“ des Hartmann Schedel (1493) angefertigt - was für Dürers spätere Entwicklung sehr wichtig war.

Nach Ostern 1490 ging er auf die Wanderschaft, wie es damals für Handwerksgesellen üblich war. Er bereiste weite Teile des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" und kam 1492 nach Colmar im Elsass, wo er hoffte, Martin Schongauer kennen zu lernen. Doch dieser war bereits ein Jahr zuvor verstorben. Dürer lernte jedoch einige Fertigkeiten von dessen Brüdern. Er arbeitete in den Jahren 1492-94 am Oberrhein in Basel und Straßburg bei verschiedenen Druckern und Verlegern als Graphiker für Buchillustrationen. Im Mai 1494 kehrte Dürer nach Nürnberg zurück und heiratete sieben Wochen später Agnes Frey (gestorben 1539), die Tochter eines Kupferschmieds, Mechanikers und Musikers in Nürnberg. Dem damaligen Brauch entsprechend war die Heirat von den Vätern ausgehandelt worden. Kindersegen blieb der Ehe allerdings versagt. Wenige Monate nach der Hochzeit – im Herbst des gleichen Jahres - brach in Nürnberg die Pest aus, und Dürer floh, seine Ehefrau zurücklassend, nach Italien. Er reiste über Innsbruck nach Venedig und kam mit der italienischen Frührenaissance in Berührung. Als er im Frühjahr 1495 zurückkehrte, brachte er eine Anzahl seiner berühmten Landschaftsaquarelle mit.

Dürer machte sich nun als Meister sesshaft und arbeitete hauptsächlich als Graphiker für den Holzschnitt und Kupferstich. Er eröffnete eine eigene Werkstatt und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Kupferstichen, deren Blätter Frau und Mutter auf Märkten verkauften. Untergangsstimmung machte sich breit, das Ende der Welt wurde für das Jahr 1500 angekündigt. Dürer hielt dies in seiner 1498 im eigenen Verlag herausgegebenen Holzschnittfolge der „Heimlichen Offenbarung Johannis“ (Apokalypse) in 15 großen Blättern fest. 1498 entstand auch der Paumgartner-Altar, der im Mittelbild die Geburt Christi und zur Rechten und zur Linken die Stifter Stefan und Lukas Paumgartner als Heilige Georg und Eustachius zeigt. Dürers Ansehen in Nürnberg wuchs. Er trat in enge Verbindung zu den Nürnberger Humanisten, besonders zu seinem Freund Willibald Pirckheimer, der ihm vor allem die geistige Welt der Antike erschloss.

Im Spätsommer 1505 reiste Albrecht Dürer wiederum nach Venedig. Ihm gefiel vor allem die wohlmeinende Einstellung der Bevölkerung gegenüber Künstlern in der Lagunenstadt. Er übernahm den Auftrag, für die Kirche der deutschen Kaufleute dort ein großes Altargemälde mit dem Thema des „Rosenkranzfestes“ zu malen: die thronende Maria, über der Engelchen schweben und andere den Baldachin halten, wendet sich dem knienden Kaiser (Maximilian I.) zu und setzt ihm einen Kranz von Rosen auf das Haupt, während das Christuskind sich nach der anderen Seite kehrt und den Papst (Julius II.) krönt. Die noch erhaltenen 10 Briefe Dürers an Pirckheimer geben Aufschluss über seinen Aufenthalt in Venedig.

Anfang 1507 kehrte er nach Nürnberg zurück. 1508-09 schuf er den Heller-Altar mit der Himmelfahrt der Maria, in Auftrag gegeben von dem Frankfurter Kaufmann Jakob Heller, aber durch den Brand der Münchener Residenz 1729 vernichtet. 1511 folgte das „Allerheiligenbild“ - eine am Himmel oben schwebende Versammlung vieler Heiliger und Märtyrer, auch der Stände des Volkes, dazu des Papstes und des Kaisers. 1511 gab Dürer die Holzschnittfolgen der „Großen Passion“, des 1504 begonnenen „Marienlebens“ und der „Kleinen Passion“ sowie erneut die „Apokalypse“ heraus. Dürer wurde 1509 Mitglied des Großen Rats der Stadt Nürnberg und erwarb zur gleichen Zeit das stattliche Haus am Tiergärtner Tor, das heute noch als Dürerhaus bekannt ist. Auch Kaiser Maximilian I. förderte Albrecht Dürers Kunst und gab ihm 1512, als er sich für kurze Zeit in Nürnberg aufhielt, den Auftrag, den aus 192 Holzstöcken bestehenden Riesenholzschnitt der „Ehrenpforte“ auszuführen. Das Bauwerk erscheint als riesige Bilderwand: in der Mitte der Stammbaum Maximilians und die Wappen der von ihm beherrschten Länder; auf beiden Seiten in 24 Darstellungen geschichtliche Ereignisse aus dem Leben Maximilians und Bildnisse von deutschen Kaisern und Königen sowie Verwandten des habsburgischen Hauses. An der „Ehrenpforte“" arbeiteten noch andere Künstler mit, so etwa Albrecht Altdorf und Hans Burgkmair der Ältere. Ein anderer Auftrag für Dürer und die bedeutendsten Künstler seiner Zeit waren „Die Randzeichnungen des Gebetbuchs Kaiser Maximilians“, die eines der zehn Pergamentexemplare schmückten. Die Randzeichnungen Dürers gehören zu den geistvollsten Erfindungen des Meisters.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Albrecht Dürer - Die vier Apostel
Hochschule
Universität Konstanz  (Kunst- und Medienwissenschaften)
Veranstaltung
Kunst und Architektur im Kontext der Reichsstadt Nürnberg
Note
2 (gut)
Autor
Jahr
2001
Seiten
18
Katalognummer
V9830
ISBN (eBook)
9783638164405
Dateigröße
1305 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dürer, Nürnberg, vier Apostel
Arbeit zitieren
Guido Heinecke (Autor), 2001, Albrecht Dürer - Die vier Apostel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9830

Kommentare

  • Gast am 5.3.2006

    sorry, aber alles andere als kunstwissenschaftlich.

    Wer sich eine kunstwissenschaftliche Arbeit erhofft, sei vor dem Download gewarnt. Keinerlei Bildbeschreibungen und richtig tiefgehende Analyse, dafür wird seitenweise(!) der Bibeltext unter den Bildern wiedergegeben, eine - für den Untersuchungsgegenstand viel zu ausführliche - Künstlerbiographie vorangeklatscht.
    Das kann nie und nimmer eine 2 gewesen sein, falls doch, studiere ich an der falschen Uni ...

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