Die Schlacht von Tannenberg (1411)


Ausarbeitung, 2000

5 Seiten


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Leitaspekte des Referates:

1. Hintergrund
a) Die Vorgänge in Polen und Litauen seit der Herrschaftsübernahme Jagiellos in Litauen
b) Die rivalisierenden Mächte in Polen-Litauen und der Deutsche Orden

2. Der Krieg zwischen dem Deutschen Orden und der polnisch-litauischen Union
c) Der Konflikt bahnt sich an
d) Der Krieg bricht aus
e) Die Schlacht von Tannenberg / Grunwald
f) Die Folgen der Schlacht

3. Bewertung der Ereignisse

4. Literaturverzeichnis

Anmerkungen zum Ort:

Tannenberg (poln.: Stebark) und Grunwald sind zwei ehemals ostpreußische Orte und liegen im westlichen Masuren, das heute zu Polen gehört.

Während deutsche Historiker vorwiegend von Tannenberg sprechen, wird von polnischer Seite oft der Name Grunwald verwendet.

1. Hintergrund:

a) Die Vorgänge in Polen und Litauen seit der Herrschaftsübernahme Jagiellos in Litauen:

Jagiello übernahm 1377 die Großfürstenwürde in Litauen. In der Folgezeit kam es zu Nachfolgekämpfen, die dem Deutschen Orden die Gelegenheit gaben, in die inneren Verhältnisse Litauens einzugreifen. Ziel war es, die politischen Auseinandersetzungen zu schüren, um unter Berufung auf die Missionsaufgabe militärisch intervenieren zu können. Mit der Taufe von Jagiellos Vetter und Rivalen Witold im Jahre 1383 gelang dem Orden zunächst ein großer Erfolg. Die militärisch-strategische Gefahr für den Orden, vergrößerte sich jedoch, als im Jahre 1384 Jagiello und polnische Kleinadelige eine Übereinkunft trafen, durch welche Jagiello, nach erfolgter Taufe, am 04. März 1386 zum polnischen König ernannt wurde. Seitdem trug er den Namen Wladislaw II. Jagiello.

b) Die rivalisierenden Mächte in Polen-Litauen und der Deutsche Orden

Fortan wurde Litauen von der polnischen Kirche christianisiert, was dem Orden die moralische Daseinsberechtigung für seine Feldzüge nach Litauen entzog. Weiterhin überwand Jagiello viele Gegensätze zwischen polnischen und litauischen Adeligen und stärkte somit die Union.

Jagiellos Vetter Witold passte diese Entwicklung nicht, so dass er schließlich, von dem Gefühl getrieben, bei der Verteilung der Statthalterschaften übergangen worden zu sein, im Jahre 1389 mit Jagiello brach. Er schloss sich dem Deutschen Orden an, und es gelang ihm, seinem Vetter mit Hilfe des Ordens und Wladislaws von Oppeln schwer zuzusetzen. Witold bekam daraufhin die Statthalterschaft über Litauen zugesprochen und verfolgte eine Politik der weitgehenden Unabhängigkeit Litauens von Polen. Nach seiner Niederlage bei dem Versuch, das Moskauer Großherzogtum zu erobern, musste sich Witold Jagiello gegenüber zu Treue und Loyalität verpflichten. Er behielt seine Statthalterschaft über Litauen.

2. Der Krieg zwischen dem Deutschen Orden und der polnisch-litauischen Union

c) Der Konflikt bahnt sich an

Ordensheere belagerten bereits früher zwischen 1390 und 1394 zweimal die Städte Wilna und Grodno. Nach der angesprochenen Niederlage Witolds gegen die Tataren bekam der Deutsche Orden im Jahre 1404 das Gebiet Samogitiens übertragen, musste aber im Gegenzug dafür das Land Dobrzyn herausgeben.

Dadurch wurde auch das an sich unbeteiligte Polen mit in die Geschehnisse einbezogen. Denn Wladislaw von Oppeln, der bei der Rückeroberung Rotreußens für Polen eine wichtige Rolle gespielt hatte, fühlte sich von Jagiello übergangen, als ihm die Statthalterschaft über Dobrzyn versagt blieb. Er stellte sich nunmehr gegen Jagiello, schloss sich dem Deutschen Orden an und versuchte die Intervention der Luxemburger in Polen zu erreichen. Dieses Vorhaben scheiterte und er wurde 1406 von allen seinen polnischen Besitztümern vertrieben. Der Deutsche Orden griff zu diesem Zeitpunkt noch nicht ein.

Dennoch ist anzumerken, dass es sich bei dem Königreich Polen-Litauen und dem Deutschen Orden um zwei aneinandergrenzende Großmächte im mittelosteuropäischen Raum handelte, die beide die Tendenz zur Ausdehnung ihres Einflussbereiches zeigten. Bei der Wahrung ihrer Interessen mussten sie zwangsläufig miteinander in Konflikt geraten.

d) Der Krieg bricht aus

Der Konflikt zwischen Polen-Litauen und dem Deutschen Orden wurde im Mai 1409 ausgelöst, als Witold unter den Bewohnern Samogitiens, das er an den Deutschen Orden abtreten musste, einen Aufstand gegen die Ordensherrschaft anzettelte und der Hochmeister Ulrich von Jungingen dies zum Anlass nahm, die vom Orden gekaufte, jedoch von Polen gleichermaßen beanspruchte Burg Driesen an der Neetze besetzen zu lassen. Die Ordenstruppen wurden durch Sigismund von Ungarn und Jagiellos jüngerem Bruder Swidrygiello unterstützt, während die polnisch-litauische Union durch masowische Truppen verstärkt wurde.

e) Die Schlacht von Tannenberg / Grunwald:

Es gelang den polnisch-litauischen Truppen weit in das Ordensgebiet vorzustoßen und am 15. April 1410 kam es zu der berühmten Schlacht von Tanneberg / Grundwald, in der das Deutsche Ordensheer mit ca. 15.000 Mann von den ca. 20.000 Polen und Litauern vernichtend geschlagen wurde. Dabei verloren u.a. der Hochmeister und zahlreiche Ritter, die zur Führungsschicht im Ordensstaat gehörten, ihr Leben. Danach gelang es den Truppen der polnisch-litauischen Union weite Teile des Ordenslandes zu besetzen. Als Witold aber seine Unterstützung für Jagiello zurückzog, musste auch das polnische Heer zurückweichen.

f) Die Folgen der Schlacht:

Im Jahre 1411wurde der Krieg mit dem ,,Ersten Thorner Frieden" beendet. Dieser führte zwar kaum zu territorialen, dafür aber zu erheblichen finanziellen Verlusten des Ordens. Diese wiederum führten zu einer militärischen und politischen Schwächung. Als Folge dessen kam es zu inneren Konflikten zwischen dem Orden und den preußischen Städten einerseits und den Bischöfen und dem Adel andererseits, die ihren Höhepunkt in dem Bürgerkrieg von 1454- 1466, dem sog. ,,13-jährigen Städte- und Ständekrieg" hatten.

Dieser von Polen beendete Bürgerkrieg endete im ,,Zweiten Thorner Frieden", in welchem der Orden erhebliche Gebietsverluste hinnehmen musste, die zum endgültigen Verlust der Großmachtstellung in Ostmitteleuropa führten. Auf der anderen Seite stieg Polen-Litauen zur neuen Großmacht auf. Somit lässt sich die Ursache des Niedergangs des Deutschen Ordens in der Niederlage in der Schlacht bei Tannenberg / Grunwald sehen.

3. Bewertung der Ereignisse

Die Entstehung und der Verlauf des Konfliktes zwischen dem Dt. Orden und dem Königreich Polen-Litauen führen zu dem Schluss, dass es sich bei der Schlacht von Tannenberg nicht um eine von Nationalgefühl beseelte Auseinadersetzung zwischen Deutschen und Polen handelte. Ein Blick auf die Verbündeten beider Seiten macht deutlich, dass es sich vielmehr um eine Auseinandersetzung zwischen Territorialfürsten handelte, welche ihre Partikularinteressen durchsetzen wollten. Dabei wurde die Zugehörigkeit zu einem Staat oder zu einem Volk nicht berücksichtigt.

Unterstützt wird diese Ansicht durch das Verhalten Witolds, der seine eigenen Interessen über die der Union stellte und eigenmächtig und frühzeitig aus dem Krieg ausstieg. Es spielten also hauptsächlich machtpolitische Aspekte einzelner Fürsten die ausschlaggebende Rolle in dieser Auseinandersetzung. Keineswegs handelte es sich um ein zum ersten Mal von nationalem Geist erfülltes, einheitlich kämpfendes deutsches oder polnisches Volk.

4. Literaturverzeichnis:

Bruce, George: Lexikon der Schlachten, Graz u.a. 1984.

Ekdahl, Sven: Die Schlacht von Tannenberg 1410. Quellenkritische Untersuchungen, Band 1, Berlin 1982.

Fischer-Braudenz, Paul: Bei Tannenberg 1914 und 1410. Die Schlacht bei Tannenberg-Grünfelde am 15. Juli 1410 und die Schlachten von Bilgenburg- Hohenstein-Ortelsburg (Schlacht bei Tannenberg) 27., 28., 29. August 1914, Lissa i. P. 1915.

Hoensch, Jörg K.: Geschichte Polens, 2., neubearb. und erw. Aufl., Stuttgart 1990.

Schmidtchen, Volker: Die Feuerwaffen des Deutschen Ordens bis zur Schlacht bei Tannenberg 1410, in: Jäger, Eckhard (Hg.): Schriftenreihe Nordost-Archiv, Heft 10, Lüneburg 1977.

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Details

Titel
Die Schlacht von Tannenberg (1411)
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V99577
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Schlacht von Tannenberg wurde in der polnischen Geschichte oft zum Mythos hochsterilisiert und auch die deutsche Geschichtsschreibung kann oftmals kein unabhängiges Bild der Ereignisse liefern. Mein Referat dient dazu, einen knappen Überblick über die Ereignisse, deren "Ursachen" und Folgen zu geben.
Schlagworte
Polen, Deutscher Orden, Tannenberg
Arbeit zitieren
Tobias Meyer (Autor), 2000, Die Schlacht von Tannenberg (1411), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99577

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