Im Umfeld Schule werden digitale Medien immer relevanter. Schüler vernetzen sich online, präsentieren Lösungen auf dem Whiteboard oder bearbeiten eine Aufgabe am Laptop. Die dafür erforderlichen Kompetenzen müssen zeitaufwendig gelehrt werden. Ist eine gezielte Medienpädagogik in KITAs die Lösung?

In Kindergärten steht die fachliche Unterstützung im Umgang mit den Neuen Medien noch mehr im Zentrum als in der Schule. Die Aufgabe der Erzieher ist eine kompetente Begleitung der Kinder im digitalen Umfeld und eine Anleitung im fachgerechten Umgang mit den technischen Geräten. Unterschied zur Schule ist hier, dass die Kinder weniger Erfahrung im Umgang mit den Geräten haben als Schulkinder und auch die motorischen Fähigkeiten sowie die Reflexion des eigenen Handelns und dessen Auswirkungen noch schwerer beurteilt werden kann. Trotzdem erwartet die digitalisierte Welt immer mehr Medienkompetenz, sodass hier das Motto „früh übt sich“ wegweisend sein kann.

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Digitale Medien in der frühen Kindheit

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Allgemein eröffnet die Integration digitaler Medien in den Alltag im Kindergarten ein neues Forschungsfeld für die Medienpädagogik. Vor allem mit der Zunahme digitaler Prozesse und dem Fortschritt der vierten industriellen Revolution wurde das Thema in der Forschung immer mehr aufgegriffen. Diese Arbeit widmet sich einem Überblick über die Mediatisierung der Gesellschaft.

Was ist die Mediatisierung und welchen Einfluss hat sie auf die Pädagogik? Wie hat die Politik die Digitalisierung bereits in Rahmenpläne für die Erziehung an KITAs integriert? Wie kann Medienkompetenzförderung an Kindergärten praktisch und vor allem nachhaltig umgesetzt werden?

Lernprozesse in der digitalen Welt

Das Lernen der Kinder im Bereich der Medienkompetenz ist grundsätzlich vom analogen Lernen zu unterscheiden. Es macht einen großen Unterschied, auf welches Medium man zur Darstellung und zur Aneignung zurückgreift. Dementsprechend wichtig ist es, sich mit den Beschaffenheiten und Eigenschaften des eingesetzten Mediums auseinanderzusetzen. Nur wer das Medium versteht, kann die Kenntnisse an andere vermitteln.

Dazu sind vor allem gezielte Lernstrategien notwendig, die das nachhaltige Aneignen des Umgangs mit technischen Geräten unterstützen. Der Rückgriff auf altbewährte Theorien ist sinnvoll, muss aber modifiziert werden. Die Etablierung von Lernprozessen innerhalb der KITA ist damit relevant, um Erfolge erzielen zu können und eine einheitliche Strategie im Alltag verfolgen zu können, die am Erfolg bemessen ist.

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Medienkompetenz im Kindergarten. Wie gelingt der Einsatz von digitalen Medien?

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Um Medien bereits im Kindergarten einzuführen und die Medienkompetenz der Kinder zu fördern, müssen geeignete Lernprozesse und -strategien entwickelt und angewendet werden, um den Kindern die komplexe Welt der digitalen Medien altersgerecht zugänglich machen zu können.

Folgende Fragen stehen dabei im Zentrum: Wie kann Medienaneignung im Kindergarten erfolgreich umgesetzt werden? Welchen Einfluss haben dabei bereits das Elternhaus und die jeweilige Biografie der Kinder? Welchen Stellenwert und welche Rolle können moderne Medien im Kindergartenalltag einnehmen? Wie vermitteln Erzieher Medienkompetenz am besten?

Bildungswissenschaftler im Bereich der Medienpädagogik. Empfehlungen für den Medieneinsatz im Kindergarten

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Lernstrategien und -pläne müssen wohlüberlegt und strukturiert sein, um Medienkompetenz erfolgreich zu fördern. Dabei eignet sich vor allem das Heranziehen verschiedener Lerntheorien und deren Einbettung in den Alltag im Kindergarten. Diese Arbeit befasst sich mit Lernmodellen und deren Anwendung im digitalen Kontext.

Welche Lerntheorien gibt es und welche bieten sich für die Vermittlung von Medienkompetenz besonders an? Wie können analoge Lerntheorien an digitale Inhalte angepasst und auf diese übertragen werden? Welche Strategien sind besonders sinnvoll für den Einsatz bei Kleinkindern?

Chancen und Risiken: Eine Abwägungsfrage

Bei der Integration von digitalen Medien in KITAs stellt sich die Frage, ob eine möglichst früh etablierte Medienkompetenz sinnvoll ist. Denn gerade motorische und koordinative Fähigkeiten bei Kleinkindern werden nicht mit digitalen Geräten gelernt, sondern im täglichen Spiel und beim Kontakt zwischen der Umwelt und dem eigenen Körper. Auch soziale Fähigkeiten sind über den Umgang mit Tablets und Smartphones nur schwer zu vermitteln. Die Aneignung von Medienkompetenzen darf somit nicht den größten Raum im Alltag von Kindertagesstätten einnehmen, sondern muss strukturiert und gemäßigt eingebracht werden.

Fraglich ist auch, welche negativen Konsequenzen sich aus der Einführung digitaler Medien an Kindergärten ergeben können. Ist es nicht ausreichend, in der Schule mit dem Lehren der Medienkompetenz einzusetzen und den Kindergartenkindern noch eine Welt möglichst ohne digitale Geräte zu ermöglichen? Oder verlieren wir und vor allem die Kinder dann wertvolle Zeit, die ihnen später im weiteren Bildungsweg fehlt?

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Chancen und Nachteile der digitalen Medien in der frühkindlichen Bildung. Medienpädagogische Arbeit in der Kita

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Die Mediatisierung in Kindergärten birgt Vor- und Nachteile, deren Abwägung zentral ist bei der Frage, ob die Einführung in einem Kindergarten sinnvoll ist oder nicht. Eine eindeutige und vor allem allgemeine Antwort ist darauf nicht zu finden. Fest steht, dass Kinder immer früher mit digitalen Medien in Kontakt kommen: passiv als Baby auf einem Foto, das bei Facebook hochgeladen wird, oder aktiv beim Spielen auf dem Handy der Mutter. Im Zentrum steht eine praxisnahe Untersuchung der Chancen und Risiken der Medienintegration in Kindergärten.

Welche Chancen oder Nachteile ergeben sich aus der Nutzung von digitalen Medien in der frühkindlichen Bildung und wie stehen die pädagogischen Fachkräfte dazu, wenn digitale Medien in ihrer Einrichtung zum Einsatz kommen? Sollte medienpädagogische Arbeit in einer KITA stattfinden?

Virtuelle Realitäten. Cyber-Mobbing als Herausforderung für Medienpädagogik und Kinderschutz

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Wie auch in der Schule ist die Sicherheit im Internet eine zentrale Herausforderung. So ist das Thema Cybermobbing beim regelmäßigen Umgang von Kleinkindern mit dem Internet und sozialen Netzwerken höchst relevant. Ohne entsprechende Unterstützung und Vorsichtsmaßnahmen ist die psychosoziale Gesundheit der Kinder gefährdet. Diese Arbeit befasst sich daher mit den Merkmalen und der Prävention von Cybermobbing.

Welche Relevanz hat Cybermobbing im frühpädagogischen Kontext? Welche spezielle Betreuung der Kinder durch pädagogische Fachkräfte ist notwendig, um Cybermobbing zu verhindern? Welche Fähigkeiten brauchen die Kinder, um mit Cybermobbing im Zweifel gut umgehen zu können?

Hauptakteure der Vermittlung: Die Erzieher

Natürlich stehen bei der Vermittlung von Medienkompetenzen die Kinder und deren Anforderungen im Vordergrund. Jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass, wie bei der Vermittlung von Medienkompetenzen in Schulen, der Erzieher oder Lehrer die Vermittlerfunktion einnimmt und damit wichtige Aufgaben zu erfüllen hat. Allen voran wird den Fachkräften eine hohe fachliche Kompetenz abverlangt, die sie wiederum nach pädagogischen Methoden an die Kinder vermitteln müssen.

Problematisch bei einer Verlagerung des Schwerpunkts „Digitale Medien“ an die Kindergärten ist nur, dass damit viele grundlegende Anforderungen, die in der medienpädagogischen Ausbildung auf die Lehrer fallen würden, vorverlagert werden auf die pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten. Diese müssen gezielt Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien erlernen, um sie an die Kinder weitergeben zu können. Auch hier ist wie an Schulen ein Generationenproblem erkennbar. Zwar haben junge Fachkräfte häufig weniger Schwierigkeiten, da sie selbstbewusst mit dem Umgang von technischen Geräten aufwachsen und diese selbst als Kinder schon angewendet haben, oder sie wurden in ihrer Ausbildung bereits in diesem Bereich geschult. Aber die erfahrenen Pädagogen, die schon lange im Beruf stehen und noch nicht mit Smartphones und Tablets aufgewachsen sind, haben nicht selten ein Wissensdefizit in diesem Bereich.

Diese neuen Anforderungen der digitalen Welt stellen somit nicht nur Kinder, sondern auch die Erzieher vor eine Herausforderung. Ohne Fortbildung oder entsprechende Inhalte in der Ausbildung, die auch von der Politik der Länder entsprechend normiert und gefördert werden sollten, kann eine langfristige erfolgreiche Aneignung des notwendigen Wissens nicht funktionieren.

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Medienpädagogische Kompetenz in der Ausbildung frühpädagogischer Fachkräfte. Qualitative Inhaltsanalyse der Aussagen von fünf Fachlehrkräften der ErzieherInnenausbildung

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Unsere Autorin Karoline Morales hat sich damit befasst, wie medienpädagogische Kompetenzen in der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften vermittelt werden können und empirisch untersucht, welche Position Fachleute zu diesem Thema einnehmen.

Weitere Fragen sind: Welchen Stellenwert haben medienpädagogische Inhalte auf den Erziehungsplänen der Länder? Wie fest sind digitale Inhalte in den Ausbildungen von Pädagogen bereits verankert? Welche Position vertreten Erzieher aus einer praktischen Sicht heraus? Wie umsetzbar ist die digitale Erziehung an Kindergärten? Und welche Verbesserungen sind in der Ausbildung der Fachkräfte notwendig?

Medienerziehung von Kleinkindern

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Da Kinder bereits frühzeitig im familiären Umfeld mit digitalen Medien in Kontakt kommen, spielen auch die Eltern eine entscheidende Rolle bei der Medienerziehung von Kleinkindern. Die besondere Frage, die sich daraus ableitet, ist, wie die Rolle der Familie mit der Rolle der Erzieher zu vergleichen ist. Diesem Vergleich widmet sich Nina Gundacker in ihrer Arbeit.

Wie stellt sich Medienerziehung im familiären Umfeld dar? Wie funktioniert das Aufbauen von Medienkompetenz durch Betreuungspersonen in Kindergärten? Was sind grundlegende Unterschiede und wie können die beiden Pole bestmöglich miteinander verbunden werden, um den größten Nutzen der Kinder ziehen zu könne?

Ein Vergleich mit Alternativmodellen

Neben Kindergärten, die die Medienkompetenz gezielt fördern, gibt es nach wie vor Modelle der Pädagogik, die gezielt darauf verzichten. Ein Beispiel dafür ist die Reformpädagogik, die mit Waldkindergärten auf die Förderung des Kindes durch die Verbindung zur Natur baut. Diese Bildung durch Naturbezug stellt ein extremes Gegenteil zu pädagogischen Modellen mit Digitalbezug dar. Zwar arbeitet auch die Reformpädagogik mit Medien, jedoch vorwiegend mit analogen.

Die vier zentralen Medienformen der Reformpädagogik sind:

  • Die Naturerfahrung als Medium der Anschauung
  • Kulturelle Artefakte als genealogische Medien
  • Werkzeuge, Materialien und Instrumente als Gestaltungsmedien
  • Körper und Stimme als Medien des körperlichen Ausdrucks

Insbesondere Waldkindergärten verfolgen einen pädagogischen Ansatz, der den Lebensraum Wald verstärkt hervorhebt und damit auch Interessen des Natur- und Forstschutzes unterstützt. Der pädagogische Ansatz lässt sich vor allem mit der Erlebnispädagogik kombinieren. Hier wird das Spielen und Erleben im Wald die körperliche Fitness und das Immunsystem stärken sowie kognitive Fähigkeiten fördern.

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Zukunftsmodelle der KITA-Pädagogik im Vergleich

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Auf die Frage, wie die Erziehung in Kindergärten zukünftig aussehen soll, gibt es verschiedene Ansätze. Zwei sehr kontrastäre sind Waldkindergärten, in denen digitale Geräte naturgemäß wenig bis keinen Raum haben, und Kindergärten, die stark auf digitale Bildung im Umfeld der KITA setzen und die Medienkompetenz der Kinder aktiv fördern. Diese Arbeit befasst sich mit einem Vergleich der beiden Formen und stellt sich die Frage, welches der beiden ein geeignetes Zukunftsmodell ist.

Welche Ansätze verfolgt ein Waldkindergarten und welche ein auf digitales Lernen ausgerichteter Kindergarten? Welche Vor- und Nachteile haben die jeweiligen Modelle? Wie zukunftsfähig sind sie? Und kann ein Kind heutzutage überhaupt noch ohne digitale Technik aufwachsen?

Der Einsatz digitaler Medien an Schulen: in der KITA vorbereitet?

Wie oben schon angemerkt, kann die Förderung von Medienkompetenz in Kindergärten ein vorbereitender Schritt auf dem Weg Richtung Schule sein. Kinder erlernen frühzeitig Fähigkeiten, die sie immer häufiger auch an Grundschulen praktisch anwenden müssen. Damit können Schulen durchaus davon profitieren, wenn die Mediatisierung der Kinder bereits an den KITAs beginnt. Gerade die schnellen technischen Fortschritte können so schon sehr früh aufgegriffen werden. Wichtige alltägliche Begleiter der digitalen Welt können so schon in das Umfeld der Kinder gebracht und der Umgang damit umso selbstverständlicher gemacht werden. Dies erleichtert nicht nur die Nutzung in der Schule, sondern kann auch einen selbstbewussten Umgang mit Neuen Medien stärken.

Mehr zu den Herausforderungen und Anwendungsfällen digitaler Medien an Schulen finden Sie in unserer Übersicht: Digitale Medien in der Schule

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Apps in Kinderhänden. Eine qualitative Untersuchung zur App-Nutzung bei Kindern

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Ohne Apps wären unsere digitalen Geräte heutzutage quasi nutzlos. Sie ermöglichen uns die Anwendung verschiedenster Tools auf einem Gerät und schalten somit unzählige neue Inhalte und Möglichkeiten frei. Auch im schulischen Kontext werden Apps gezielt eingesetzt, sei es zur Darstellung von Unterrichtsergebnissen, zum gegenseitigen Austausch mit Lehrern und Mitschülern oder in Form von Lernapps. Kurzum: Ohne Apps geht heute auch an Schulen im digitalen Umfeld nichts mehr. Unsere Autorin befasst sich mit Apps und deren Handhabung, wenn sie bereits von Kleinkindern genutzt werden.

Weitere Fragen der Arbeit sind: Was genau sind Apps und welchen Kriterien unterliegen sie? Wie benutzerfreundlich sind Apps gerade für Kleinkinder? Wie schnell können komplexe Abläufe im Umgang mit ihnen von Kindern erlernt werden? Wie kann man Kinder in der Anwendung am besten unterstützen?

Quellen

  • Fachthemen von GRIN: Digitale Medien in der Schule
  • https://www.kita-digital-bayern.de/
  • https://www.ktk-bundesverband.de/cms/contents/ktk-bundesverband.de/medien/dokumente/2021-digitale-medien/digitale_medien_11012021.pdf

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