eindrucksvolle Bauwerke (zu DDR-Zeiten nur mangelhaft erhalten), z. Bsp.: die Stadtkirche Sankt Peter und Paul (Herderkirche, aus 15. Jahrhundert) mit Altargemälde von Lucas Cranach dem Älteren, das Rote Schloss (15. Jahrhundert) und das Grüne Schloss (16. Jahrhundert), dort heute Zentralbibliothek der deutschen Klassik (Goethe-Schiller-Archiv), Archiv des Philosophen Friedrich Nietzsche und wichtige literaturwissenschaftliche Forschungsstätte, das ehemalige Residenzschloss (1789 bis 1803 erbaut) - literarische Vergangenheit der Stadt dokumentieren das Goethehaus am Frauenplan (darin das Goethe-Nationalmuseum), das Gartenhaus des Dichters (in Park an der Ilm), Schillers Wohnhaus an der Esplanade, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Fürstengruft, Schloss Tiefurt und Schloss Ettersburg
- weitere Gebäude sind das Lucas-Cranach-Haus (1549) am Markt, das Liszthaus, in dem der Komponist von 1869 bis 1896 lebte, Eckermanns Haus und das ehemalige Fürstenhaus aus dem 18. Jahrhundert, in dem heute die Franz-Liszt-Hochschule untergebracht ist. Goethe in Weimar 1775 - 1786 - lebte 1774 in Frankfurt
- Enkel des Frankfurter Bürgermeisters und Sohn aus einer wohlhabenden und angesehenen Patrizierfamilie
- Der Roman ,,Die leiden des jungen Werthers" ließ ihn innerhalb kurzer Zeit zur Berühmtheit werden _ ,,Werther-Fieber grassiert (Nachahmungen , Parodien , einige begehen aus Liebeskummer auf die gleiche Art Selbstmord wie ihr Vorbild )
- daraufhin lädt Herzog Karl August von Sachsen Weimar (18 Jahre ) Goethe (26 Jahre)nach Weimar ein
- nach Ankunft Goethes, der rasch zum hohen Staatsbeamten aufrückte (1776 Geheimer Legationsrat, 1779 Geheimer Rat, 1782 Leiter der Finanzkammer), sollte sich die künstlerisch-wissenschaftliche Geselligkeit der Stadt umso reicher entfalten - das 1782 bezogene Haus am Frauenplan wurde zu einem Anziehungspunkt auch für eine lange Reihe teils prominenter auswärtiger Besucher. - wird einer der einflussreichsten und bestbezahlten Männer im Lande
- Folgen :er ging bei Hofe ein und aus ; er hatte so viel Arbeit , dass er nur wenig schreiben konnte ; musste sich mit Herzog arrangieren ; hatte nicht nur Freunde - Die amtlichen Verpflichtungen beengten bald den Dichter in ihm, so ,,floh" er 1786-88 nach Italien
- er kam in höfische Abhängigkeit
- er war in seinen ersten Weimarer Jahren nicht unumstritten denn er ließ sich in Gesellschaft des jugendlichen Herzogs zu Streichen und Späßen verleiten - er stürzt sich mit viel Begeisterung in politische Arbeit - er gehörte zahlreichen wichtigen Kommissionen an ( z. B. Kriegs-, Steuer-, Wasserkommission )
- brachte Reform auf den Weg , insbesondere in Bezug auf das Landwirtschaftswesen und auf große Einsparungen im Soldatenwesen
- er engagierte sich für Belange der Bauern und der kleinen Handwerker - er brachte auch materielle Opfer um Hilfsbedürftige und Notleidende zu unterstützen - sein Ehrgeiz war es , das Land zu reformieren und nach bürgerlichen Maßstäben voranzubringendes ging ihm aber alles zu langsam _seine Reaktion : er besann sich wieder mehr auf sich selbst und schrieb auch wieder etwas mehr
- schon damals war Charlotte von Stein eine der Hauptgründe weshalb Goethe in Weimar blieb , er verband mit ihr ein inniges Vertrauensverhältnis , es war ihr Einfluss der den letzten Rest des ,,Stürmers und Drängers" in ihm tilgte Man nannte Weimar das deutsche Athen
- zu Lebzeiten Goethes und Schillers kultureller Mittelpunkt Deutschlands - die sächsische Residenzstadt genoss damals bereits einen Ruf als ,,Musenhof", an dem die Herzogin Anna Amalia bedeutende Persönlichkeiten des deutschen Geisteslebens vereint hatte, darunter Christoph Martin Wieland als Erzieher ihres Sohnes - bis 1775 stand Karl-August unter der Regentschaft seiner Mutter und wurde von u. a. Wieland erzogen
- 1774 schloss er Bekanntschaft mit Goethe, der maßgeblich dazu beitrug, dass das Fürstentum, vor allem die Städte Jena und Weimar, zum Zentrum der kulturellen Entwicklung in Deutschland wurde
- Karl August berief die Größen des deutschen Geisteslebens - neben Goethe u. a. Herder(1776) und Schiller(1787) - nach Weimar und agierte als aufgeklärter absolutistischer Fürst, der sich der gesellschaftlichen Entwicklung nicht verschloss
- ferner wirkten dort die Schriftsteller Karl Ludwig von Knebel, Johann Christian Bertuch und Johann Karl August Musäus sowie die Komponisten Friedrich Hildebrand von Einsiedel und Karl Siegmund Freiherr von Seckendorff. In literarischen Gesprächsrunden, musischen Zirkeln und dergleichen bot sich dort ein Begegnungsfeld des aufgeklärten Adels mit dem
gebildeten Bürgertum, das in dieser Art einmalig in Deutschland war - Weimar war ein Modell
- war zum erstenmal möglich geworden , dass ein bürgerlicher Dichter (ein sehr bekannter und selten angepasster) konkret in das politische Geschehen eines Landes eingriff und zusammen mit Adel regierte
- Herzog Karl August war in dieser Zeit , die durch Revolution und Restauration in Europa geprägt war Regent in Weimar
- er war der erste weltliche Fürst, der sich für den Anschluss der deutschen Klein- und Mittelstaaten an den politisch und moralisch umstrittenen Sonderfrieden von Basel einsetzte - Goethe und Schiller haben an den Friedensbemühungen Karl Augusts lebhaft Anteil genommen, ihnen war klar, das die von ihnen erstrebte ästhetische Neutralität mit der Politik Sachsen-Weimars eng verbunden war
- durch den Beitritt Kursachsens und seiner Verbündeten zu dem preußisch französischen Abkommen Ende 1796 wurde der ,,Friede des klassischen Weimar" bis 1806 gesichert - in diese Zeit fällt der Bund Goethe und Schillers, welcher aufgrund der politischen Konstellation kein Zufall
- Leopold Ranke: ,,...diese Jahre der Neutralität fast die fruchtbarsten in der deutschen Literatur gewesen sind, fruchtbar an Originalen und für die Nation unschätzbaren Hervorbringungen"
- Bürgertum und Adel bemühten sich um eine gerechte Regierung, die Kunst und Literatur neben den Staatsgeschäften zu ihrem Recht kommen ließ
- ganz Europa schaute auf Weimar, ob ein Zusammenregieren und -leben der Menschen auch ohne die bisher strengen Klassenunterschiede möglich sei Madame de Staël, berühmte französische Schriftstellerin dazu:
Weimar das deutsche Athen... war es der einzige ort, in dem das Interesse für die schönen Künste sozusagen national war und als verbrüderndes Band zwischen den verschiedenen Ständen diente. Ein aufgeklärter Hof suchte dort die Gesellschaft der Schriftsteller, und die Literatur gewann ungemein durch den Einfluss des guten Geschmacks, der an diesem Hof herrschte. Man konnte nach diesem kleinem Kreis die gute Wirkung beurteilen, die eine solche Mischung in Deutschland hervorbringen würde, wenn man es allgemein einführen würde.
- die Neutralität Sachsen-Weimars endete mit dem Krieg Frankreichs gegen Preußen, an dem auch der weimarische Herzog als preußischer General teilnimmt - in der Doppelschlacht von Jena und Auerstädt bereitete Napoleon den Preußen eine vernichtende Niederlage
- somit steht die Existenz des Weimarer Fürstenhauses, damit aber auch der sensible Kosmos der literarischen Kultur auf dem Spiele
- Goethes Bewunderung Napoleons, die auch durch seine zwiespältige Haltung in den Befreiungskriegen bedingt, entfremdet ihn den Herzog und seinen Freunden - Napoleons Respekt vor dem literarischen Weimar hinderte ihn davor, das Herzogtum weiterhin unter Druck zu setzen oder seinen Landesherren abzusetzen - jenes Modell scheiterte letztendlich
- es wurde von der gesellschaftlichen Entwicklung des 19.Jahrhunderts überholt - Existenz keiner anderen Epoche deren politische und gesellschaftliche Bedingungen ideologisch so ausgebeutet und überfrachtet wurde - Ursache liegt am kulturellen Leben am Fürstenhof zu Weimar selbst - Dichtung war von Weltbürgern für Weltbürger geschrieben
- Kultur Weimars war nicht nur auf Kunst und Literatur begrenzt, sondern auch Sozial- und Naturwissenschaften waren wesentlicher Bestandteil - das große künstlerische und soziale Vorbild war die Antike Quellenangabe:
Encarta Enzyklopädie 98, Deutsche Literaturgeschichte In Einem Band (Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin), Deutsch in der Oberstufe (Schöningh Verlag), Deutsch Oberstufe (Pelster und Krebs)
Arbeit zitieren:
Clara Schwarz, 2000, Weimarer Klassik - Warum gerade Weimar?, München, GRIN Verlag GmbH
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Lord Hunter
Lord Hunter.
Toll so eine Encarta Enzyklopädie, einfach genial!
Jetzt mal ernsthaft mit so einen Text kriegt man höchstens eine 3.......
am Thursday, March 29, 2001-