Aufklärung - Die Weltanschauung des 18. Jahrhunderts
John Locke (1632-1704, Engländer)
In seinen "Two Treatises of Government" - "Zwei Abhandlungen über die Regierung" bekämpft er die Ideologie vom göttlichen Königsrecht und zeichnet die Umrisse eines liberaldemokratischen Staates. Die Gewaltenteilung nur durch Legislative (gesetzgebende) und Exekutive (ausführende) steht im Mittelpunkt, wobei sich beide hemmen um schädliche Machkonzentrationen zu verhindern.
In seiner Naturrechtslehre formuliert er das Recht eines jeden Menschen auf Leben, Freiheit und Eigentum als ewiges und unveräußerliches Naturrecht. Um dieses Recht zu schützen
schließen die Menschen auf freiwilliger Basis und stiller Übereinkunft einen Gesellschaftsvertrag, in dem sie sich Verpflichten eine Institution (Staat) zu errichten.
Der Naturrechtsgedanke macht Locke zum klassischen Vertreter der Idee der Menschenrechte und zum Begründer des politischen Liberalismus im 19. und 20. Jahrhundert.
Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibnitz (1646-1716, dt.)
Versucht die phil. Methoden Descartes mit dem christlichen Weltbild zu vereinen. Erklärte in seiner "Theodizee" diese Welt zur besten aller möglichen. (Monadologie)
Charles-Louis de Montesquieu (1689-1755, Frankreich)
In seinen 20 Büchern "Vom Geist der Gesetze" geht er detailliert auf die Notwendigkeit der Gewaltenteilung ein. Die Aufsplitterung der staatlichen Macht in Legislative (gesetzgebende), Exekutive (ausführende) und Judikative (rechtsprechende Gewalt), deren Ausübung in verschiedene Hände und bei unterschiedlichen sozialen Gruppen liegen soll, gewährleistet am wirksamsten die gegenseitige Kontrolle und verhindert damit den Machtmißbrach.
Voltaire (1694-1778, Frankreich)
"Lieber Gott, wenn es dich gibt, sei meiner Seele gnädig, wenn ich eine habe." Hielt die Erkenntnis von Transzendentem, insbesondere der Unsterblichkeit, für unmöglich.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778, Fankreich)
Greift die von Thomas Hobbes (1588-1679) entwickelte Lehre "Leviathan" - "Krieg aller gegen alle" auf und formuliert 1762 den Gesellschaftsvertrag "Contract social". Darin geht er von einer ursprünglichen Übereinkunft aus, der alle Mitglieder einer Gesellschaft zustimmen. Im Ausgleich von Einzelinteressen entsteht der Gemeinwille, der dann dem eigentlichen, den wahren Interessen der Gesellschaft und damit dem, was jeder vernünftigerweise wollen muß, entspricht. Rousseau lehnte die Gewaltenteilung ab und forderte die unmittelbare Machtausübung durch das Volk.
Immanuel Kant (1724-1804, Preußen)
Begründer des Kritizismus (phil. Richtung, Synthese aus Rationalismus und Empirismus). Mit seinem Werk "Sapere aude" - "Wage zu denken" faßt er die Forderung nach Rationalität zusammen. Seine politische Theorie ging von der Schaffung einer bürgerlichen Gesellschaft aus, die dem einzelnen ein Höchstmaß an Freiheit bescheren soll. Die Grenzen der Freiheit des einzelnen sind bestimmte durch die Vereinbarkeit der Freiheit mit der des anderen. Die Regierungsart, welche diese Grundsätze verwirklichen sollte, nannte er republikanisch. Die Regierungsart war für ihn weit wichtiger als die jeweilige Staatsform. Kants politisches Denken beeinflußte die preußischen Reformer zu Beginn des 19. Jh. Und förderte wesentlich die Entwicklung des Rechtsstaates im Deutschland.
Friedrich Schiller (1759-1805, dt.)
"Geben Sie Gedankenfreiheit" - Sturm und Drang als lit. Bewegung
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Aufklärung - Die Weltanschauung des 18. Jahrhunderts
Politische Forderungen
Religiöse Toleranz, Trennung von Staat und Kirche, Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Abschaffung ständig-aristokratischer Privilegien, Förderung von Industrie und Handel sowie Kunst und Wissenschaft, Reform des Schulwesens
Revolution
• In Frankreich lebte König Ludwig XVI weiter in Verschwendung, ging nicht auf die Ideen
der Aufklärung ein. Mißernten und Wirtschaftskrisen erschütterten das Vertrauen in das absolutistische Herrschaftssystem. Die Unzufriedenheit der Bürger gipfelte schließlich in der Französischen Revolution.
• Nach dem nordamerikanischen Unabhängigkeitskampf formulierte die Unabhängigkeits-
erklärung (1776) erstmals die Menschenrechte als Grundsatzprogramm für freiheitliches Gemeinwesen.
Aufgeklärte Absolutismus
Im Zuge der Aufklärung erkannte Friedrich II in Preußen die Notwendigkeit von Reformen. Sein Leitsatz lautete "Der Herrscher ist der erste Diener des Staates". Er erlaubte die Presse- und Glaubensfreiheit und übte als Atheist religiöse Toleranz, behielt aber die starre ständische Gesellschaftsordnung und die Adelsprivilegien bei. Ein bestimmtes Merkmal des aufgeklärten Absolutismus war es, einerseits durch Rechtsreformen (1794 Allgemeines Landrecht) die Rechtssicherheit des einzelnen Bürgers zu erhöhen, andererseits gleichzeitig durch eine zunehmende Bürokratisierung den einzelnen in seiner persönlichen Freiheit zu reglementieren.
Die Wirtschaft richtete er nach den Wesensmerkmalen des Merkantilismus (billige Rohstoffe importieren und teure Waren exportieren) aus. Dadurch wollte er die Staatseinnahmen erhöhen, die er für sein riesiges Heer brauchte. Friedrich der Große führte drei verlustreiche Kriege, die Preußen zur europäischen Großmacht verhalfen, es jedoch auch an den Rand seiner staatlichen Existenz trieben.
In Österreich sah Joseph II, Sohn von Maria Theresia, in der Durchsetzung von Reformen seine Pflicht.
Weiter Auswirkungen
• Umwälzung der Wissenschaften
• Grundstein für modernes Wissenschaftsverständnis
• Aufstieg der empirischen Naturwissenschaften und Geschichtsschreibung
Neue Erfindungen - Forschungen
• 1590 Mikroskop
• 1610 astronomisches Fernrohr
• 1618 Blutkreislauf
• 1643 Quecksilberbarometer
• 1657 Pendeluhr
• 1666 Gesetz der Schwerkraft
• 1693 Porzellan (in Europa)
• 1718 Quecksilberthermometer
• 1735 Gußstahl
• 1752 Blitzableiter
• 1766 Wasserstoff
• 1771 Sauerstoff
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Arbeit zitieren:
Mathias Linke, 1999, Aufklärung - Weltanschauung des 18. Jh, München, GRIN Verlag GmbH
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