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sein schien. Gleichzeitig die Außenpolitik zu schweißen, die deutschen Staaten zu einigen und zudem noch die Gesellschaft “umzubilden“, indem man ihr Grundrechte bietet, gab der Nationalversammlung wohl derart viel Streitmaterial, dass sie aufgrund ihrer Handlungsunfähigkeit nur noch dazu imstande war, die Revolution nicht unwesentlich aufzuhalten, nicht aber Entscheidungen zu fällen. Sie mußt zu viele Aufgaben mit einem Mal bewältigen.
Um das Argument zu bekräftigen, dass es in den deutschen Staaten keinen zwingenden Grund für eine wesentliche Änderung im Staatswesen gab, sei das Beispiel Frankreich angeführt. Die Beseitigung des von einem Großteil des französischen Volkes gehassten Königs war ein wesentliches Ziel der Bevölkerung, und, einmal erreicht, bauten darauf die Verhandlungen auf, welche in der Nationalversammlung gehalten wurden. Eine Rückkehr zum Absolutismus war recht unwahrscheinlich, wenn man die Zusammensetzung dieses Gremiums betrachtet.
In den deutschen Staaten jedoch ist eine Nationalversammlung nicht unbedingt das geeignete Mittel, eine Revolution zu tragen, zumal diese nicht die Möglichkeit besaß, entscheidenden Druck auszuüben, zum Beispiel durch eine Armee. [Verhandlungen allein machen schließlich noch keine Revolution aus, doch mit Ausnahme von ziemlich unorganisierten Aufständen scheint es in Deutschland fast so.] Den einzelnen Regierungen mit ihren Armeen [notfalls Preußens Armee] hatte die Nationalversammlung nichts vergleichbares entgegenzusetzen. Gegen solchen Armeen hätte die Bürgerwehr mit Sicherheit eine verschwindend geringe Chance gehabt. Das Volk einfach nur in der Hinterhand zu haben ist dabei auch kein As, denn was hätte das denn schon anrichten können, was es nicht schon versucht hatte?
Das Fehlen eines Druckmittels ist deswegen ein viel offensichtlicheres Argument für den gegebenen Ziel-Mittel-Konflikt.
Anders hätten sich die dinge natürlich verhalten, wenn die Armeen übergelaufen wären, wie es in Frankreich beim Sturm auf die Bastille gewesen war. Das hätte eine entscheidende Übermacht der Aufständischen bedeutet, und es wäre ein Grundstein, ein Ausgangspunkt für eine Revolution vorhanden gewesen.
Dass die deutschen Staaten für eine Revolution noch nicht reif waren, ist sicherlich zu umfassend bemerkt. Lediglich die Bauern [und Arbeiter] waren noch nicht bereit, eine bedeutende politische Rolle zu spielen. In der Tatsache jedoch, dass sie die treibende aufständische Kraft darstellten, liegt die Ironie dieser These. Allein das Kleinbürgertum, dem die fortschrittlichen Ideen entsprangen, ist selbstverständlich nicht in der Lage, die deutschen Staaten zu revolutionieren, und solange Bauern [und Proletariat] zu unwesentlich an den Gedanken des Kleinbürgertums interessiert waren, ist die “Unreife“ auf Deutschland übertragbar.
Sie rührt aber von einem weitaus wichtigeren Argument her; dass nämlich die politische Zersplitterung eine größere Rolle beim Niedergang der Revolution spielt. Wie schon zuvor angeführt, lagen die Meinungen und Ziele weit genug auseinander, damit die
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Nationalversammlung zur Handlungsunfähigkeit verdammt war. Diese Zeit nutzten die Gegenkräfte um sich zu sammeln und zum Gegenschlag auszuholen. Ganz deutlich zeigt sich diese Entwicklung am Beispiel von Wien, wo sämtliche Errungenschaften der Revolution weitgehend unterdrückt wurden, nachdem sich die Armee bei den Aufständischen im Oktober 1848 durchgesetzt hatte. Ebenfalls ein Beispiel dafür ist die gewaltsame Auflösung des Landtags durch den König in Preußen. Hatten sich die Konterrevolutionäre erst einmal erholt, schlugen sie die Aufständischen sofort zurück.
Doch nicht nur die verschwendete Zeit spielt bei dem Aspekt der politischen Zersplitterung eine große Rolle: Die Bauern hatten vornehmlich ihre schlechte soziale Lage im Sinn, fanden jedoch kein sonderlich großes Interesse an den neuen Ideen betreffs der Grundrechte etc. Hatte sich ihre Rechtslage erst einmal verbessert und waren ihre materiellen Forderungen erfüllt, war die Revolution für sie gelaufen. Sie kehrten den Liberalen den Rücken zu.
Die Besänftigung dieser großen Gruppe nahm der Revolution schon beträchtlich Wind aus den Segeln. Die Oppositionsbewegung wurde also geschwächt. Nicht selbst von den politisch tonangebenden Liberalen abgekehrt, dafür aber von diesen selbst eher kurz gehalten wurden Arbeiter und Gesellen, die nicht in die Vorstellungen der Liberalen paßten, da sie offensichtlich auf Eigentumsveränderungen aus waren. Wer sollte denn für das erhöhte Gehalt aufkommen, das diese sozialen Schichten forderten? Für die Ideale der Liberalen spielten diese Ansprüche außerdem keine Rolle. Somit verkleinerte sich die revolutionäre Bewegung durch diese sozialen Interessengegensätze merklich. Hinzu kommt noch das städtische Bürger- und Kleinbürgertum als den Liberalen abgewandte Gruppe, denn diese befürchteten durch eine Liberalisierung der Wirtschaft und Modernisierung finanzielle Einbußen, so dass sie sich den konservativen Kräften eher zugewandt sahen. Die unterschiedlichen Auffassungen der Revolution schlugen sich nicht nur in den Zielen sondern auch in deren Durchsetzung nieder. Demokraten beispielsweise waren einer gewaltsamen Revolution nicht abgeneigt. Doch die Liberalen mißachteten die Forderungen der Arbeiterschaft nach politischer Aktivierung deshalb, weil sie es für gefährlich erachteten: Zuviel des guten könnte gegebenenfalls dazu führen, dass sie keine Kontrolle mehr über die Ereignisse hätten, da es zur Radikalisierung der Bevölkerung käme. So geschehen, als die bewaffneten Aufständischen den Krieg um Schleswig-Holsteins Zugehörigkeit zum deutschen Einheitsstaat fortführen wollen. Ein Greuel für die Liberalen, deren Bild einer friedlichen Revolution gestört wurde. Sie waren nur auf den Kompromiß des dänischen Königs eingegangen, weil sie keinen Krieg verantworten konnten; durch ihre Ansichten entsprach das Bündnis mit den Monarchisten schließlich einer Notwendigkeit. Die Unterdrückung einzelner Teile der Bevölkerung und letztlich, als es schon zu spät für solche “vorsorglichen“ Maßnahmen war, die Tatsache, dass sich die Liberalen zu den Monarchisten durchschlugen, führten ebenfalls zur Schmälerung der revolutionären Bewegung. Die differenzierten Interessengruppen ließen sich zudem von Pseudo-Reformen zufriedenstellen, wie es die Zugeständnisse der Monarchen beispielsweise in Wien oder zuvor
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bei den Märzministerien waren. Eine oktroyierte Verfassung kann für eine Revolution nur ein eher lächerliches Ergebnis sein.
Eine solche Zersplitterung ließ die Gewichtung der Aufständischen natürliche sinken, denn nach und nach wurden die Spannungen in den verschiedenen Gruppen abgebaut, anstatt dass sie sich in explosiver Weise entluden wie in Frankreich am 14. Juli 1789. Die politische Zersplitterung zeigte sich auch am Problem des deutschen Einheitsstaates. Ein solcher war schwerlich zu gründen, solange man sich noch nicht über seine Grenzen einig war. Zwar konzentrierten sich die meisten Stimmen auf eine kleindeutsche Lösung, doch die abzuhaltenden Debatten darüber kosteten wiederum wertvolle Zeit. Auch Staatsform und -aufbau waren wichtige Streitpunkte, bei denen die Meinungen auseinandergingen. Während die Demokraten eine zentralistische Republik forderten, argumentierten die konservativen Abgeordneten für eine antizentralistische [konstitutionelle] Monarchie. Die sich ergebenden Konflikte hemmten die Revolution erneut. Es sei damit bewiesen, dass die politische Zersplitterung ein unübersehbares und gewichtiges Problem der Revolution darstellte. Bedeutungsvoller ist nur noch der Aspekt der staatlichen Zersplitterung. Selbst wenn die revolutionäre Bewegung einiger gewesen wäre, hätten sie mit diesem Fakt arg zu kämpfen gehabt, denn wo beispielsweise in Frankreich nur eine Regierung zu stürzen gewesen war, gab es in Deutschland 38. Die zersplitterten Gruppen Revolutionäre konnten auch von den kleineren Regierungen unterdrückt werden, zumal sicherlich mit militärischer Hilfe seitens Preußen zu rechnen gewesen war. Auch vereinzelte, zunächst siegreiche Schläge der Aufständischen brachten die Revolution nicht voran. Als es in Berlin zu Barrikadenkämpfen kam, waren keinesfalls alle deutschen Regierungen bedroht. Selbst wenn in einem Teil Deutschlands ein revolutionärer Erfolg zu verzeichnen gewesen war, so konnte es gleichzeitig in anderen Gebieten des Landes ganz anders aussehen. Von diesen Gebieten ging dann Hilfe aus, wie es durch die Armee Preußens geschah, als die Septemberunruhen niedergeschlagen werden mußten. Es fehlte der gemeinsame Angriffspunkt, von dem aus sich die Revolution hätte ausbreiten können. Als man im Gegensatz dazu rund ½ Jahrhundert zuvor Paris geschlagen hatte, fiel ganz Frankreich und die Revolution war erfolgreich.
Um das Scheitern der Revolution von 1848/49 in den deutschen Staaten zu resümieren, sei gesagt, dass die politische sowie staatliche Zersplitterung wohl die wesentlichste Rolle gespielt haben. Ein Verrat der Liberalen ist Ansichtssache und meiner Meinung nach nie dagewesen; es handelt sich nur um politische Interessengegensätze. Der Ziel-Mittel-Konflikt wie auch die Überlegung, dass Deutschland eventuell noch gar nicht reif für tiefgreifende Veränderungen gewesen war, lassen sich mit den beiden Hauptargumenten verbinden: Denn solange es keine Stabilität unter den Revolutionären gibt, kann ein Land nicht in der Lage sein, sich zu reformieren, da die Bewegung zu schwach ist, also nicht reif, um sich durchzusetzen. Am Ausschlag gebend ist jedoch ist die Vielzahl der Regierungen. Um eine solche Schwierigkeit zu überwinden, hätte es eine starke Armee hinter den Revolutionären geben müssen.
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Meiner Meinung nach hatte die Revolution aufgrund der hier erläuterten, weitreichenden Probleme von vorn herein eine recht geringe Chance auf Erfolg.
QUELLEN:
Zwischen Beharrung und Aufbruch - Buchners Kolleg Geschichte Illustrierte Geschichte Deutschlands - Weltbild Verlag
Arbeit zitieren:
Daniela Schwarz, 1999, Das Scheitern der Revolution 1848/49, München, GRIN Verlag GmbH
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Goethe, Johann Wolfgang von - Faust - Ausarbeitungen über jede einzeln...
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Dieter Dowe, Heinz-Gerhard Haupt, Dieter Langewiesche
herr meyer
yeah baby.
klasse daniela
am Tuesday, September 16, 2008-