verstand sein Volk, und sein Volk verstand ihn...“. Sein plötzlicher Tod 13.3.1892 in Darmstadt wurde im Lande aufrichtig betrauert.
Ernst Ludwig
Ernst Ludwig wurde am 25.11.1868 in Darmstadt geboren. Der erforderlichen militärischen Ausbildung unterzog sich Ernst Ludwig in der für zukünftige hessische Regenten üblichen Weise: Mit 15 Jahren Ernennung zum Second-Leutnant ´ la suite, dann Zuordnung zur Leibkompanie des Leibgarderegiments 115. Das Offiziersexamen legte er 1888 in Berlin ab, gefolgt vom Dienst im 1.Garde-Regiment zu Fuß Potsdam. Nach dem unerwartet frühen Tod seines Vaters Ludwig IV. im Jahre 1892 kommt Ernst Ludwig mit fast 24 Jahren an die Regierung. Unmittelbar danach erschien seine Großmutter, Queen Victoria aus England, um „den Enkel das Regieren zu lehren“, wie in der Biographie der Queen von Lady Longford zu lesen ist. Politisch ging Ernst Ludwig behutsam vor, beließ den Minister seines Vaters im Amt und bemühte sich, das Vertrauen der Volksvertretung und der Untertanen zu erwerben.
Queen Victoria, die es gewohnt war, für ihre Kinder und Enkel die Ehepartner auszusuchen, wünschte, daß Ernst Ludwig seine Cousine, Viktoria Melita, heiratete. Diese Ehe mit Melita (*Malta 25.11.1876, † Amorbach 2.3.1936) wurde 1901 geschieden. Aus dieser ersten Ehe entstammt die Tochter Elisabeth, das mit acht Jahren frühverstorbene Prinzeßchen der Darmstädter. Das Grabmal, eine Engelsfigur mit ausgebreiteten Flügeln, ist heite noch auf der Rosenhöhe zu sehen.
Am 2.2.1905 heiratete Ernst Ludwig Eleonore (* Lich 17.9.1871, † Steene bei Ostende 16.11.1937). In ihr erhielt das Hessenland die vorbildliche Landesmutter, die neben der Fortführung der von ihrer Schwiegermutter Alice begonnenen karitativen Aufgaben auch ihrerseits neue Akzente in Darmstadt und darüber hinaus setzte. Den Hochzeitsturm, heute das Wahrzeichen unserer Stadt, schenkten die Bürger Darmstadts dem Großherzoglichen Paar zur Vermählung.
Während des 1.Weltkrieges 1914-1918 erwuchsen Eleonore vielfältig neue Pflichten: Für die Zeit der Anwesenheit des Großherzoges an der Front hatte Eleonore zu Hause in Darmstadt die Regentschaft auszuüben. Die Sorge für Krankenschwestern in den Lazaretten daheim und im Kriegsgebiet war ein weiteres Aufgabengebiet.
Über Ernst Ludwig wissen wir, daß er gerne Gedichte und Lieder schrieb, so z.B.: Weine oh Seele
Weine, oh Seele,
Winde dich Herz, es weiß ja keiner. Wenn man erriete, was du erduldet, glaubte es keiner. Weil du die Menschheit hilflos erkannt, liebst du wie keiner.
Ernst Ludwig war der einzige deutsche Fürst, der nicht abdankte. Als die Abgesandten des Arbeiter- und Soldatenrats am 8. November 1918 ins Neue Palais eindrangen, trat Ernst Ludwig ihnen sehr gefaßt gegenüber, bat sie, sich zu setzen und wunderte sich, daß keiner von ihnen ein Hesse sei. Man wurde sich recht bald einig, so daß die „Machtübernahme“ sehr unheroisch vonstatten ging.
Arbeit zitieren:
Nicolas Lück, 1998, Die beiden letzten Großfürsten von Hessen-Darmstadt und bei Rhein, München, GRIN Verlag GmbH
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