- 5- hebiger Jambus, aber: Schwebung im letzten Vers. (Der Sprechrhythmus verhält sich hier gegen das Metrum/ Abweichung vom natürlichen Ton)
- Strophe 1 und 2: Kreuzreim (abab, cdcd), 3. Strophe: umarmender Reim (effe), der lange Satz wird so zusammenzuhalten.
- wechselnder Versschluss (w-m-w-m, w-m-w-m, m-w-w-m), Analogie zum Reimschema
Sprache:
- langsam getragen, fast beschwert und melancholisch
- Anaphern: nicht ganz- nicht ganz (V6 + V7)
- Enjambement ( V7 - V8)
- Polysyndeton: V 10, um Eindrücke aneinanderzureihen wird das Verbindungswort "und" verwendet.
- Alliteration: ganz gehörend (V5), bald begrenzt- bald begreifend (V11)
- Personifikation des Abends: Er wechselt langsam die Gewänder " " des Hauses: Es schweigt
- gegensätzliche Paare: Himmel - Erde, Stein - Gestirn
Inhalt:
- keine konkrete Handlung
- 1 Strophe: das lyrische Ich beschreibt die Vorgänge in der Natur. Im V3 spricht er (sie) jmd. direkt an. Unklar wer es ist. Entweder der Leser, oder er selbst (Monolog).
"Der Abend wechselt die Gewänder" (V1): Beobachtung des Naturschauspiels, bei dem der Abend von der Dämmerung in die Nacht übergeht. (Oder auch: Wandel im alltäglichen Leben der Menschen: Arbeitstag mündet in Ruhe).
"ein himmelfahrendes (Land) und eins, das fällt": erster Gegensatz zwischen Himmel und Erde (zentrales Thema).
Gegensatz zwischen irdischem und himmlischen Dasein.
- 2. Strophe: Entfernung von der Beschreibung der Natur.Gedanken über diesen Gegensatz. Bedeutung des Abends wird klar: nicht nur Tageszeit, sondern auch die Lebenszeit (des Autors). Der Autor befindet sich im Lebensabend, kein akutes Sterben, aber er sagt er "gehört weder zum himmelfahrenden Land noch zum Land das fällt" (Erde) Der Gegensatz Himmel (Gottes Reich Ü Frömmigkeit Rilkes) und Erde Ü Gedanken über die Vergänglichkeit des Lebens und das Leben nach dem Tod. Keine Sicherheit über Leben nach dem Tod. Aber: "nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt" und "nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend" (ewig wie die Nacht)
- 3.Strophe: Einblick in das Leben nach dem Tod unmöglich ("unsäglich zu entwirrn"), Leben ist gereift und erscheint "bang und riesenhaft" Ü "begrenzt". Erkennt Vergänglich- keit des Lebens auf der Erde. Unsichere Weltordnung, es gibt etwas nach dem Tod, wo die Gegensätze Himmel ("Gestirn") und Erde ("Stein") zentrales Thema sind.
Rilke und Impressionismus:
"Abend": charakteristisch für Impressionismus, Eindrücke und Gefühle aneinander gereiht. Erleben des Abends und die Gedanken über Vergänglichkeit und Tod vertreten das im Impressionismus häufige Bild von Vergehen und Entstehen. Rilke beschäftigt sich nicht nur im "Abend" mit den Bildern Himmel, Erde, Gott, Lebensabend, Tod und Vergänglichkeit, vgl. dazu "Herbst".
Quellen: Colleg Deutsch 3, 1994
Rilke, rororo-Verlag KATHARINA FRIEDL, 26.03.2001
Arbeit zitieren:
Katharina Friedl, 2001, Rilke, Rainer Maria - Abend, München, GRIN Verlag GmbH
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