Diese Befragung zeigt;daß jeder mit dem Begriff der Angst etwas anzufangen weiß. Wenn allerdings aus dem beklemmenden Gefühltes wird was den Alltag dauerhaft (nicht nur kurzfristig nach einem aktuellen Ereignis) bestimmt kann man von einer Angststörung sprechen.
Hierbei gibt es verschieden einzuordnende Krankheitsbilder: 1.Die Phobien 2.Die Angstneurosen
Phobien: Darunter werden neurotische Entwicklungen verstanden, bei denen eine große abnorme Furcht und Angst das vorherscherschende Symptom sind.Die Furcht ist bei Phobien immer auf etwas bestimmtes bezogen. Die Angstzustände können so stark werden, daß die betroffenen es nicht mehr wagen das Haus zu verlassen, oder ihren gesammten Tagesablauf darauf ausrichten einer Situation oder Sache aus dem Weg zu gehen
Einige Beispiele für Phobien:
-Agoraphobie ⇒ die Angst vor großen Plätzen -Klaustrophobie ⇒ die Angst vor engen Räumen
-sehr häufig kommen aber auch Phobien vor Tieren (Mäuse, schlangen, Hunde) oder vor bestimmten Dingen (Schußwaffen, verschiedenste Lebensmittel) vor -oder aber die Angst vor bestimmten Situationen wie z.B. Fliegen oder vor vielen Leuten etwas tun oder sagen zu müssen
Woher aber kommen Phobien?
Meist sind Phobien „erlernt“.Das heißt sie sind unter den Gesichtspunkten der Klassischen Konditionierung anerzogen.
An einem Beispiel erklärt sieht dies dann so aus:
Ein angeborener Reiz ⇒Schreck wird mit einem künstlichen Reiz ⇒ Spinne
zeitlich und räumlich verbunden. Durch Wiederholung und Verstärkung (beispielsweise schlechteErfahrung wie ein Biß, Angst der Vertrauensperson oder Phantasie) wird mit der Zeit eine künstliche Reaktion erzeugt ⇒
Spinnenphobie
Angeborener Reiz
Neben den Phobien gibt es noch die Angstneurosen:
Bei den Angstneurosen ist die Angst nicht an ein Objekt oder an eine Situation gebunden. Sie kann vielmehr bei sehr multiplen Situationen(die auch wechseln) auftauchen. Diese Art der Angst tritt meist anfallartig von Angst- und Panikatacken.
Auffallende dieser Krankheitsform ist, daß sie sich auch in vegetativen Erscheinungen zeigt. Dies äußert sich dann in Erscheinungen wie beschleunigter Atmung und Herztätigkeit, Blutdruckanstieg, Schweißausbrüchen Diarrhö und Harndrang.
Die Angstneurose bestimmt meis t das gesamte Leben der betroffenen Person. Es kann bis zur generalisierten angststörung kommen, bei der der betroffene vor allem in seinem Leben Angst hat (vor dem alleine sein genauso wie vor Menschen, diemeisten Situationen des Alltags verursachen diese angst genauso). Meist kann der Kranke nichts mehr machen, weil die angst zu groß ist.
Woher kommen Angstneurosen?
Die Ursache liegt hierbei meist in einer fehlverarbeitung von Ereignissen mit Konfliktcharakter. Das bedeutet, daß ein Erlebnis als traumatisch empfunden wurde und verdrängt oder so fehlerhaft verarbeitet wurde, daß daraus Angst entstehen konnte.
Beispiel:
Eine junge Frau wurde vergewaltigt. Konnte aus Scham nicht darüber reden oder dieses Erlebnis verarbeiten.Anstatt sich damit auseinanderzusetzen ging sie allem was auch nur im entferntesten mit diesem zu tun hat aus dem Weg. Sie entwickelte eine Schutzstrategie:
Sie hatte von nun an vor allen Männern Angst. Ebenso ging sie allen Situationen aus dem Weg, bei denen sie alleine war. Alles was mit Sexualität zu tun hat bereitete ihr Angst. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch eine Freundin der sie vertraute. Wenn diese Freundin allerdings etwas tat sie nicht vorhersehen konnte oder ihr nicht passte machte ihr auch dies Angst. Nach einiger Zeit konnte und wollte die Freundin diesen Zustand der Veränderung und Unwissenheit von was das kommt nicht nicht mehr standhalten. Sie löste sich langsam von der jungen Frau. Diese interpretierte indieses Verhalten, daß man niemandem vertrauen kann und entwickelte eine zusätzliche Angst vor Freundschaften und fremden Menschen. In diesem Teufelskreis wurde sie immer weiter gezogen. Heute nach fast drei Jahren kann sie nichts mehr außer Haus erledigen ohne Panikatacken zu bekommen. Auch bei sich zu Hause lebt sie ständig mit der Angst.
Wie können Angststörungen therapiert werden?
Angststörungen sind schwer zu therapieren weil sie meist erst relativ spät erkannt und in die Hände eines Fachmanns gegeben werden. Hierbei spielt auch wieder die Frage eine Rolle ab wann Angst krankhaft wird. Auch spielt hier die sehr unterschiedliche Verarbeitungsform der einzelnen Person eine große Rolle. Bei Menschen mit gleichen oder ähnlichen Erlebnissen kann es zu total unterschiedlichen Reaktionen kommen (einer erkrankt an einer Angsterkrankung, ein anderer erleidet eine Depression und ein Dritter wiederum kann die Situation verarbeiten und trägt keinerlei Krankheitszeichen davon)
Im Allgemeinen gibt es zwei Ansätze der Therapie, die teils einzeln teils zusammen angewandt werden:
1.Eine Therapie mit zu übenden Verfahren
-bei der der Klient immer wieder in die Furchteinflößende Situation versetzt wird. Dies wird solange praktiziert, bis der Betroffene selbst erkennen kann, daß ihm diese Situation nicht gefährlich werden kann. Diese Form ist besonders erfolgreich bei der Therapie von Phobien
2.Die analytische Psychotherapie,
-bei dieser wird Schritt für Schritt herausgefunden woher diese große Bereitschaft zur Angst kommt. Ebenso wird bei dieser Art der Therapie die Vergangenheit (vor allem die Kindheit) aufgearbeitet.
Die Art und der Ansatz der Therapie richtet sich allerdings auch stark nach der Bereitschaft der Mitarbeit der zu behandelnden Person, da es sich oft um eine sehr langwierige und kräfteraubende Therapie handelt. Die Erfolgschancen sind je nach Dauer der Erkrankung, nach Schweregrad der Erkrankung und nach dem Willen der Heilung zu sehen. Auch zu erwähnen ist, daß es zwar zunächst relativ viele „Heilungen“ gibt, die Rückfallrate aber auch sehr hoch ist.
Die folgende Skizze soll zeigen in welchem kleinen „Spielfeld“ man sich bewegt:
Kommentar:
Meiner Meinung nach ist Angst etwas was in jedem Menschen ist. Keiner ist davor geschützt, auch nicht die Leute die anderen zu verstehen geben wollen, sie kennen das Gefühl der nagenden Ungewißheit nicht. Sie ist sicherlich sehr Personenabhängig, in ihrer Art und Ausprägung, aber kennen tut sie jeder. Interessant ist vor allem, vor was die jeweilige Person Angst hat: So haben Kinder zum Beispiel die größte Angst im Dunkeln alleine zu sein, oder aber auch ihr liebstes Spielzeug zu verlieren.
Frisch Verliebte geben auf die Frage was ihnen am meisten Angst macht oft an, „meinen Partner zu verlieren“, oder sie haben Angst, daß ihrem Partner etwas zustößt.
Eltern (vor allem mit noch kleinen Kindern) werden wohl meist angeben, daß sie die meiste Angst um ihre Kinder haben.
Alte Menschen haben häufig Angst vor dem Alleine sein, oder davor zu sterben. Wenn man dies nun betrachtet fällt auf, daß in den unterschiedlichen Lebensabschnitten die Angst um das was man am meisten liebt, was einem am wichtigsten ist, am größten ist.
Im Zusammenhang damit wäre zu überdenken, ob die Angst in einem gesunden Maß nicht vielleicht eine sinnvolle, und durchaus geplante Sache der Natur ist, um sich selbst und Andere zu schützen. Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt ,müßte meiner Meinung nach schon in der frühen Kindererziehung umgedacht werden und Angst nicht mehr als Erziehungsmittel eingesetzt werden. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit erhalten seine persönliche Art der Angst kennenzulernen und mit ihr leben zu können.
Literaturnachweis
Walter f. Haupt, Kurt Alphons Jochheim, Helmut Remschmidt:
Neurologie und Psychiatrie für Krankenpflegeberufe
7. überarbeitete Auflage; Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York 1993
Dr. med. Norbert Boss, Dr. med. Renate Jäckle, Lexikonredaktion des Verlages Urban & Schwarzenberg:
Hexal Taschenlexikon Medizin
Urban & Schwarzenberg, München, Wien, Baltimore
Aufschriebe aus dem Psychologieunterricht bei Hr. Kuhn 1996-1997
Referat
FACH: Psychiatrie und Neurologie
DOZENT: Herr Gottinger
Referentin: Simone Wagenblast
Kurs 96/99
Inhaltsverzeichnis
1. Definition Angst 1
2. Krankhafte Angstformen 2
2.1.Phobien 2 2
2.2Angstneurosen 3 3
3. Therapie von Angststörungen 4
Kommentar 5
Arbeit zitieren:
Susanne Schäffler, 1999, Angstformen, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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Angstformen.
Die Darstellung ist etwas verkürzt, teilweise einfach auch so nicht richtig. Angstneurosen sind sicher neben Zwangsneurosen einer der häufigsten Diagnosen,jedoch ist gerade bei Angstneurosen die Erfolgsquote, um nicht Heilungsquote zu sagen, sehr hoch. Zudem gibt es neben dem klassischen Mittel Analyse noch eine Vielzahl anderer tiefenpsychologisch fundierter Therapieformen, die erfolgreich zur Behandlung von Angstneurosen eingesetzt werden.
am Sunday, July 28, 2002-