1 Die Bibel erhebt jedoch den Anspruch, ein von Gott inspiriertes Buch zu sein begrenzt waren.”
(2. Timotheus 3:16). Wenn das zutrifft, müßte sie gewiß von den irrigen Ansichten frei sein, die in der jeweiligen Zeit, in der die verschiedenen Teile der Bibel verfaßt wurden, vorherrschten. Kann die Bibel einer Überprüfung gemäß dem heutigen Wissensstand standhalten? Bei der Betrachtung dieser Frage behalte man im Sinn, daß sich die Menschen angesichts des zunehmenden Wissens stets aufs neue genötigt sehen, ihre Ansichten zu korrigieren, um sie mit neuen Erkenntnissen und Entdeckungen in Übereinstimmung zu bringen. Die Zeitschrift Scientific Monthly bemerkte einmal: “Man kann nicht erwarten, daß Artikel, die fünf Jahre oder länger zurückliegen, als repräsentativ für den letzten Stand des Wissenschaftszweiges 2 betrachtet werden können, mit dem sie sich befassen.” Die Niederschrift und
Zusammenstellung der Bibel erstreckte sich hingegen über einen Zeitraum von etwa 1.600 Jahren und wurde vor nahezu 2.000 Jahren abgeschlossen. Was läßt sich heute über ihre Genauigkeit sagen?
1. Die Bibel und die Wissenschaft
1.1 Erde und Universum
Zur Zeit der Niederschrift der Bibel war man geteilter Meinung darüber, wie die Erde im All befestigt sei. Einige glaubten zum Beispiel, die Erde werde von vier Elefanten getragen, die auf einer riesigen Meeresschildkröte stünden. In der Bibel spiegeln sich jedoch nicht die wirklichkeitsfremden, unwissenschaftlichen Ansichten wider, die zur Zeit ihrer Niederschrift vertreten wurden, sondern darin heißt es einfach: “[Gott] spannt den Norden aus über dem leeren Raum, hängt die Erde auf an nichts” (Hiob 26:7). Diese korrekte, über 3.000 Jahre alte Aussage der Bibel, nach der die Erde nicht sichtbar befestigt ist, steht im Einklang mit dem viel später erlangten Verständnis der Gesetze über Schwerkraft und Bewegung. “Wieso Hiob das richtige Verständnis hatte, ist”, wie ein Religionsgelehrter bemerkte, “eine Frage, die von denen, die die Inspiration der Heiligen Schrift leugnen, nicht leicht zu beantworten ist.” 3 In der Encyclopedia Americana wird über die Gestalt der Erde gesagt: “Gemäß der ältesten bekannten Vorstellung, die die Menschen von der Erde hatten, war sie eine flache, im Zentrum des Universums ruhende Plattfom.... Bis zur Renaissance hatte sich die Vorstellung von der Kugelgestalt der Erde nicht
Gerald Larue, "The Bible as a Political Weapon". Free Inguiry, Sommer 1983, 1 S.39
2 Harry V. Warren, "Geology and Heatth". Scientific Monthly, Juni 1954, S. 396
3 F.C. Cook, Cook`s Commentary. 1878, Bd. IV,S.96
durchgesetzt.” 4 Einige der frühen Seefahrer befürchteten sogar, über die Kante der flachen Erde hinauszusegeln. Doch dann wurden mit der Einführung des Kompasses und anderer Neuerungen größere Seereisen möglich. Diese “Entdeckungsreisen”, heißt es in einer anderen Enzyklopädie, “bewiesen, daß die Erde rund ist und nicht flach, was die meisten Menschen bis dahin geglaubt hatten.” 5
Lange bevor solche Reisen unternommen wurden, ja 1 vor ungefähr 2.700 Jahren sagte schon ein Bibelschreiber: “Da ist einer, der über dem Kreis der Erde wohnt, deren Bewohner wie Grashüpfer sind” (Jesaja 40:22). Das hebräische Wort chugh, das hier mit “Kreis” übersetzt ist, kann auch “Kugel” bedeuten, wie aus Nachschlagewerken, zum Beispiel aus Davidsons Analytical Hebrew and Chaldee Lexicon, hervorgeht. Andere Übersetzungen sagen deshalb “Erdkugel” (Douay Version) und “Erdenrund” (Pattloch-Bibel). Somit wurde die Bibel von der zur Zeit ihrer Niederschrift vorherrschenden irrigen Vorstellung von einer Erdscheibe nicht beeinflußt. Sie war genau. Seit jeher wissen die Menschen, daß Flüsse ins Meer münden und dessen Wasserspiegel dennoch nicht ansteigt. Bevor man herausgefunden hatte, daß die Erde eine Kugel ist, erklärten einige dieses Phänomen damit, daß eine entsprechende Menge Wasser an den Enden der Erde überlaufe. Später kam man darauf, daß die Sonne jede Sekunde Millionen von Kubikmetern Wasser in Form von Wasserdampf aus den Meeren “zieht”. Dadurch entstehen Wolken, die vom Wind über Landgebiete getragen werden, wo die Feuchtigkeit als Regen oder Schnee herabfällt. Das Wasser läuft in die Flüsse und fließt wieder ins Meer zurück. Von diesem wundervollen Kreislauf, der in alter Zeit gemeinhin unbekannt war, ist in der Bibel die Rede:
“Alle Flüsse fließen ins Meer, aber das Meer wird nicht voll. Das Wasser kehrt zu den Quellen zurück, und wieder fließt es ins Meer” (Prediger 1:7, Die Gute Nachricht).
Über den Ursprung des Universums heißt es in der Bibel: “Im Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde” (1. Mose 1:1). Zahlreiche Wissenschaftler betrachteten dies aber als unwissenschaftlich, da sie behaupteten, das Universum habe keinen Anfang gehabt. Auf neuere Erkenntnisse hinweisend, erklärt der Astronom Robert Jastrow jedoch: “Im wesentlichen bestehen die befremdenden
4 Encyclopedia Americana. 1977, Bd. 9, S.553
5 The World Book Encyclopedia. 1984, Bd. 20, S. 136
Entwicklungen darin, daß das Universum in gewissem Sinne einen Anfang hatte - daß es zu einem bestimmten Zeitpunkt zu existieren begann.” Jastrow bezieht sich hier auf die heute allgemein akzeptierte “Urknalltheorie”. Er sagt außerdem: “Jetzt erkennen wir, daß das Beweismaterial der Astronomie zu einer biblischen Ansicht über die Entstehung der Welt führt. Die Details weichen voneinander ab, aber die wesentlichen Elemente in der Genesis der Astronomie und der Bibel sind dieselben.” 6
Wie hat man auf derartige Entdeckungen reagiert? “Die Astronomen sind merkwürdigerweise aus der Fassung geraten”, schreibt Jastrow. “Ihre Reaktion ist ein interessantes Beispiel für die Geisteshaltung des Wissenschaftlers - von ihm wird erwartet, daß er absolut objektiv ist -, wenn wissenschaftliche Beweise zu einem Konflikt mit den “religiösen” Dogmen seines Berufes führen. Es zeigt sich, daß sich der Wissenschaftler ebenso verhält wie andere Menschen, wenn ihre Auffassung mit den Beweisen in Konflikt gerät. Wir werden ärgerlich, wir tun so, als bestehe der Konflikt nicht, oder wir suchen ihn durch nichtssagende Worte zu vertuschen.” 7
Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, daß sich das, was vor Jahrtausenden in der Bibel niedergeschrieben wurde, bestätigt hat, wohingegen die “wissenschaftlichen Beweise” den lange vertretenen Ansichten der Wissenschaftler über den Ursprung des Universums widersprechen.
Die Bibel spricht davon, daß in den Tagen Noahs die Erde, selbst die höchsten Berge, von einer großen Flut überschwemmt wurde, die alles menschliche Leben außerhalb der von Noah erbauten riesigen Arche vernichtete (1. Mose 7:1-24). Über diesen Bericht ist oft gespottet worden. Doch man findet Seemuscheln auf hohen Bergen. Ein weiterer Beweis für eine Flut ungeheuren Ausmaßes in nicht allzu ferner Vergangenheit ist die Vielzahl von Fossilien und Tierkadavern, die in vereister Sumpferde eingelagert sind. In der Zeitung The Saturday Evening Post hieß es: “Das Fleisch vieler dieser Tiere war völlig frisch, auch waren sie unversehrt erhalten und knieten oder standen immer noch aufrecht. ... Das ergibt — in Anbetracht unserer früheren Denkweise — ein unglaubliches Bild. Ungeheure Herden mächtiger, wohlgenährter Tiere, die nicht besonders für ein sehr kaltes Klima ausgerüstet waren, grasten friedlich auf sonnigen Weiden ... Plötzlich und ohne sichtbares Zeichen von Gewalt wurden sie alle getötet, und zwar noch bevor sie die letzten Bissen Nahrung
6 Robert Jastrow, God and the Astronomers. 1978,S.11,14
hinunterschlucken konnten, und dann wurden sie so rasch eingefroren, daß jede Zelle ihres Körpers erhalten geblieben ist.” 8
Das stimmt mit den Auswirkungen der Sintflut überein. Die Bibel beschreibt die Flut wie folgt: “An diesem Tag wurden alle Quellen der großen Wassertiefe aufgebrochen, und die Schleusen der Himmel wurden geöffnet.” Die einstürzenden Wasser nahmen überhand auf der Erde und ohne Zweifel waren sie in den Polargebieten von eisigen Winden begleitet (1. Mose 1:6-8; 7:11, 19). Dort muß sich der Temperaturwechsel am schnellsten vollzogen haben und besonders drastisch gewesen sein. Verschiedene Tiere wurden daher in gefrierenden Sümpfen eingeschlossen und blieben erhalten. Ein solches Tier könnte das bei Ausgrabungen in Sibirien freigelegte Mammut sein. In seinem Maul und seinem Magen befanden sich noch grüne Pflanzen, und sein Fleisch war nach dem Auftauen sogar noch genießbar. 9
1.2 Die Bibel und die Gesundheit
Jahrhundertelang hat auf medizinischem Gebiet große Unwissenheit geherrscht. Ein Arzt bemerkte sogar: “Viele Menschen sind immer noch von den verschiedensten abergläubischen Vorstellungen überzeugt, wie zum Beispiel, eine Kastanie in der Hosentasche verhindere Rheumatismus; man bekomme Warzen, wenn man Kröten anfasse, und das Tragen von rotem Flanell um den Hals beseitige Halsschmerzen.” Er erklärte jedoch: “In der Bibel sind keine 10 derartigen Aussagen zu finden. Das ist an sich schon bemerkens-wert.” Es ist ferner interessant, gefährliche, in der Vergangenheit angewandte Heilmethoden mit dem zu vergleichen, was in der Bibel steht. Der Papyrus Ebers, ein Dokument über die Medizin der alten Ägypter, schrieb zum Beispiel für die Behandlung verschiedener Verletzungen die Verwendung von Exkrementen vor. Er enthielt die Anweisung, auf Wunden, die nach dem Abfallen des Schorfs noch nicht verheilt sind, eine Packung in Milch angerührter menschlicher Exkremente aufzutragen. Und als Mittel zum Herausziehen von Splittern wurde empfohlen: “Würmer mit ihrem Blut in Öl kochen und zerstoßen; Maulwurf töten, in Öl kochen und abseihen; Dung von Eseln in frischer Milch
7 Ebd., S. 16
8 Ivan T. Sanderson, "Riddle of the Frozen Giants". The Saturday Evening Post, 16.Januar 1960, S. 82,83
9 The New Dictionary of Thoughts. 1954, ursprünglich zusammengestellt von Tryon Edwards. Revidiert von C. N. Catrevas und Jonathan Edwards, S. 534
10 C. Raimer Smith, The Physician Examines the Bible. 1950, S. 354
anrühren. Auf die Öffnung legen.” 11 Solche Behandlungsmethoden können, wie man heute weiß, zu ernsthaften Infektionen führen.
Wie äußert sich die Bibel über den Umgang mit Exkrementen? Ihre Anweisung lautet: “Du sollst (mit einem Gerät zum Graben) ein Loch graben und dich umwenden und deine Exkremente bedecken” (5. Mose 23 : 13). Die in der Bibel enthaltenen Anweisungen waren weit davon entfernt, den medizinischen Gebrauch von Exkrementen zu empfehlen, sondern schrieben vielmehr die sichere Beseitigung von Fäkalien vor. Bis in unser Jahrhundert war allgemein nicht bekannt, welche Gefahren damit verbunden sind, wenn Exkremente Fliegen zugänglich sind. So breiteten sich gefährliche durch Fliegen übertragene Krankheiten aus, an denen viele Menschen starben. Doch die ganze Zeit war in der Bibel ein einfaches Verfahren aufgezeichnet, das die Israeliten schon vor mehr als 3 000 Jahren anwandten.
Im letzten Jahrhundert gingen Ärzte, unmittelbar nachdem sie Leichen seziert hatten und ohne sich die Hände zu waschen, zur Entbindungsstation und nahmen Untersuchungen vor. Auf diese Weise wurden Infektionserreger von den Leichen auf die Patienten übertragen, und viele starben. Selbst als der Wert des Händewaschens bewiesen worden war, wehrten sich in medizinischen Kreisen viele gegen eine derartige Hygienemaßnahme. Ohne es zu wissen, verwarf man den Rat der Bibel, denn das Gesetz, das Gott den Israeliten gegeben hatte, erklärte einen jeden, der eine Leiche berührte, für unrein und verlangte von ihm, sich und seine Kleider zu waschen (4. Mose 19:11-22).
Folgendes Gebot Gottes sollte Abraham zum Zeichen eines Bundes dienen: “Im Alter von acht Tagen soll alles Männliche von euch beschnitten werden.” Dieses Erfordernis wurde später gegenüber der Nation Israel wiederholt (1. Mose 17:12; 3. Mose 12:2, 3). Damals wurde nicht näher erklärt, warum der achte Tag vorgesehen war, doch heute kennen wir den Grund. Die medizinische Forschung hat herausgefunden, daß das Vitamin K, ein Blutgerinnungsfaktor, nur zu diesem Zeitpunkt einen entsprechend günstigen Wert erreicht. Ein weiterer wichtiger Blutgerinnungsfaktor, das Prothrombin, scheint am achten Tag nach der Geburt im Blut des Kindes in einer Konzentration vorzukommen, die nie mehr erreicht wird. Gestützt auf diese Tatsachen, kommt Dr. S. I. McMillen zu dem Schluß: “Der achte Tag... [ist] der geeignetste für 12 War diese Übereinstimmung zufällig? Keineswegs. Das Wissen wurde die Beschneidung.”
von einem Gott weitergegeben, der mit den einschlägigen Kenntnissen vertraut ist. Eine weitere Entdeckung der modernen Wissenschaft besteht darin, daß die Gesundheit in gewissem Grade von der inneren Einstellung und dem Gefühlsleben beeinflußt wird. In einer Enzyklopädie wird erklärt: “Nach 1940 erkannte man immer deutlicher, daß die physiologischen Funktionen von Organen und Organsystemen in enger Wechselbeziehung zu dem psychischen Zustand des einzelnen stehen und daß in einem so beeinträchtigten Organ
11 C.P. Bryan, The Papyrus Ebers. 1931, S.73,91, 92
12 S.I. McMillen, Vermeidbare Krankheiten. 1970, S. 20
sogar Gewebeveränderungen auftreten können.” 13 Auf diesen engen Zusammenhang zwischen innerer Einstellung und körperlicher Gesundheit weist jedoch die Bibel schon lange hin. Sie sagt zum Beispiel: “Ein gelassenes Herz ist das Leben des fleischlichen Organismus, Eifersucht aber ist Fäulnis für das Gebein” (Sprüche 14:30; 17:22).
Die Bibel warnt also vor nagenden Gefühlen und einer schädlichen Einstellung. “Laßt uns anständig wandeln”, lautet ihre Warnung, ,,... nicht in Streit und Eifersucht.” Auch gibt sie den Rat: “Möge alle boshafte Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und lästerliches Reden samt aller Schlechtigkeit von euch entfernt werden. Werdet aber gütig zueinander, voll zarten Erbarmens” (Römer 13:13; Epheser 4:31, 32). Besonders empfiehlt die Bibel die Liebe: “Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe.” Als größter Befürworter der Liebe gebot Jesus seinen Jüngern: “Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.” In der Bergpredigt sagte er sogar: “Fahrt fort, eure Feinde zu lieben” (Kolosser 3:12-15; Johannes 13:34; Matthäus 5:44).
Manch einer mag dies als eine Schwäche belächeln, muß dafür aber büßen. Die Wissenschaft hat in Erfahrung gebracht, daß ein Mangel an Liebe eine wesentliche Ursache für eine Reihe von Geisteskrankheiten und andere Probleme ist.
Das britische Ärztejournal Lancet bemerkte einmal: “Die bei weitem bedeutendste Entdeckung der Nervenheilkunde ist die Macht der Liebe, den Sinn zu schützen und zu regenerieren.” 14 Gleichermaßen sagte Dr. Hans Selye, ein bekannter Streßspezialist: “Nicht derjenige, den man haßt, oder der frustrierende Chef bekommt Magengeschwüre, Bluthochdruck oder ein Herzleiden, sondern der, der Haß entwickelt, und der, der sich frustrieren läßt. Liebe deinen Nächsten” ist einer der weisesten medizinischen Ratschläge, die je gegeben worden sind.” 15
Die Bibel ist in ihrer Weisheit in der Tat modernen Erkenntnissen weit voraus. Dr. James T. Fisher schrieb:
“Wenn man alles Wichtige, das von Psychologen und Psychiatern zum Thema
13 Encyclopedia Americana. 1956, Bd. 18, S. 582b
14 Geoffrey Vickers, "Mental Health and Spiritual Values". The Lancet, 12. März 1955, S.524
15 J.D. Ratcliff, "How to Avoid Harmful Stress". Today`s Health, Juli 1970, S. 43
der geistigen Hygiene geschrieben worden ist, kombinierte und konzentrierte und alle überflüssigen Dinge wegließe und dann den besten Stilisten zur weiteren Bearbeitung gäbe, würde man bestenfalls eine häßliche Übersetzung der Bergpredigt erhalten.” 16
1.3 Die Bibel und die Geschichte
Nachdem Darwin seine Evolutionstheorie veröffentlicht hatte, wurde der Geschichtsbericht der Bibel von allen Seiten angegriffen. Der Archäologe Leonard Woolley erklärte dies näher: “Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts formierte sich eine extrem kritische Richtung, deren Anhänger sich nicht zurückhielten, nahezu allem, was in den älteren Büchern des Alten 17 In der Tat behaupteten manche Testaments steht, die historische Grundlage abzusprechen.”
Kritiker sogar, das Anfertigen schriftlicher Aufzeichnungen sei nicht vor der Zeit Salomos, sondern eher später üblich geworden und deswegen könnten frühe biblische Schilderungen nicht zuverlässig sein, da sie erst Jahrhunderte nach den Geschehnissen aufgezeichnet worden seien. Ein hervorragender Vertreter dieser Theorie sagte 1892: “Die Zeit, von der die vormosaischen Erzählungen berichten, ist allein schon Beweis für den legendären Charakter 18 der Berichte, denn es war eine Zeit, die die Schreibkunst noch nicht kannte.” In den letzten Jahrzehnten sind jedoch sehr viele archäologische Funde zusammengetragen worden, die beweisen, daß man lange vor Moses Zeiten allgemein des Schreibens kundig war. “Wir müssen wiederum hervorheben”, erklärte der Archäologe William Foxwell Albright, “daß in Kanaan und den benachbarten Gebieten von der Patriarchenzeit an die alphabetische hebräische Schrift verwendet wurde und daß der schnelle Wechsel der Buchstabenformen ein deutlicher Beweis für ihre allgemeine Verwendung war.” 19 Ein anderer führender Historiker und Ausgrabungssachverständiger bemerkte: “Daß jemals die Frage überhaupt auftauchen durfte, ob Moses schreiben konnte, erscheint uns heute albern.” 20
Immer wieder ist der Geschichtsbericht der Bibel durch die Erkenntnisse, die neue Funde lieferten, erhärtet worden. Der assyrische König Sargon war zum Beispiel über lange Zeit nur durch den Bibelbericht in Jesaja 20:1 bekannt. Anfang des letzten Jahrhunderts maßen Kritiker dieser biblischen Bezugnahme auf Sargon keinen historischen Wert bei. Später legte man bei Ausgrabungen die Ruinen des prächtigen Palastes Sargons in Chorsabad frei und stieß auf viele Inschriften, die die Herrschaft Sargons bezeugen. Seither ist Sargon einer der bekanntesten Könige Assyriens. Der israelische Historiker Moshe Pearlman schrieb: “Skeptiker, die sogar die Authentizität der geschichtlichen Aussagen des Alten Testaments in Frage stellten, revidierten plötzlich ihre Ansichten.” 21
In einer der Inschriften Sargons ist von einem Ereignis die Rede, das vorher nur aus der Bibel bekannt war. Die Inschrift lautet: “Ich belagerte und eroberte Samaria und führte 27.290 seiner 22 Der betreffende Bibelbericht in 2. Könige 17:6 lautet: “Im Einwohner als Beute hinweg.”
neunten Jahr Hoscheas nahm der König von Assyrien Samaria ein und führte Israel dann ins Exil.” Hinsichtlich der auffallenden Ähnlichkeit dieser beiden Berichte bemerkte Pearlman: “Hier gab es also zwei Berichte in den Annalen des Eroberers und in denen der Besiegten, die fast 23 wie ein Spiegelbild einander glichen.”
Sollte man denn erwarten, daß biblische und außerbiblische Berichte in allen Einzelheiten übereinstimmen? Nein, denn Pearlman versicherte: “Diese Art identischer
“Kriegsberichterstattung” beider Seiten war im Nahen Osten des Altertums unüblich (und zur heutigen Zeit gelegentlich ebenfalls). Ein solcher Fall trat nur ein, wenn es um Konflikte zwischen Israel und einem seiner Nachbarn ging, und auch nur dann, wenn Israel unterlag. Hatte Israel gesiegt, enthielten die Chroniken des Feindes keinen Bericht über das Versagen” 24 (Kursivschrift von uns). Es überrascht somit nicht, wenn assyrische Chroniken, die von dem Kriegszug gegen Israel unter Sanherib, dem Sohn Sargons, erzählen, eine große Lücke aufweisen. Worum handelt es sich dabei?
In dem Palast König Sanheribs sind Wandreliefs entdeckt worden, die Szenen seines Feldzuges gegen Israel darstellen. Auch schriftliche Aufzeichnungen darüber sind gefunden worden. Auf einem Tonprisma ist zu lesen: “Und Hiskia, der Judäer, der sich meinem [Sanheribs] Joch nicht unterworfen hatte — sechsundvierzig seiner festen ummauerten Städte... belagerte ich.. . Ihn [Hiskia] selbst schloß ich wie einen Käfigvogel in Jerusalem, seiner Residenz, ein ... [Ich] verkleinerte ... sein Land, aber ich erhöhte seinen Tribut .. . jährlich 25 Was die assyrischen Siege angeht, stimmt somit Sanheribs Darstellung mit der abzuliefern.”
Bibel überein. Wie jedoch zu erwarten ist, unterläßt er es, auf die mißlungene Eroberung Jerusalems einzugehen, und erwähnt nicht, daß er gezwungen war, den Rückzug anzutreten, weil 185 000 seiner Soldaten in einer Nacht getötet worden waren (2. Könige 18:13 bis 19:36; Jesaja 36:1 bis 37:37).
Man vergleiche die Berichte über die Ermordung Sanheribs mit den Erkennt-nissen, die sich aus einem neueren Fund ergeben. In der Bibel wird gesagt, zwei seiner Söhne, Adrammelech und Sarezer, hätten ihn zu Tode gebracht (2. Könige 19:36, 37). Hingegen wird sowohl in dem Bericht, der dem babylonischen König Nabonid zugeschrieben wird, als auch in dem Bericht des babylonischen Priesters Berossos, der im 3. Jahrhundert v. u. Z. lebte, erwähnt, daß nur ein Sohn an der Ermordung beteiligt gewesen sei. Was war richtig? Der Historiker Philip Biberfeld kommentierte ein in neuerer Zeit entdecktes Frag-ment eines Prismas Esar-Haddons, des Sohnes und Thronfolgers Sanheribs, wie folgt: “Nur die Darstellung der Bibel erweist sich als richtig! Sie stimmt in allen Einzelheiten auch über die Flucht der Mörder mit dem Bericht Asarhaddons überein. Es zeigt sich mithin, daß die Bibel sogar für Ereignisse der assyrischbabylonischen Geschichte eine zuverlässigere Quelle ist als die babylonischen Chroniken. Das ist ein Faktum von ganz außerordentlicher Tragweite für die Bewertung selbst zeitgenössischer 26 Quellen, deren Angaben sich mit denen der Bibel nicht zu decken scheinen!”
Es gab eine Zeit, in der sich alle bekannten alten Quellen auch in bezug auf Belsazar von der Bibel unterschieden. Gemäß der Bibel war Belsazar König in Babylon, als diese Stadt eingenommen wurde (Daniel 5:1-31). In außerbiblischen Aufzeichnungen wurde hingegen gesagt, Nabonid sei zu jener Zeit König gewesen, und Belsazar wurde nicht einmal erwähnt. Kritiker behaupteten daher, Belsazar habe nie gelebt. In jüngerer Zeit hat man jedoch alte Schriften gefunden, in denen Belsazar als Sohn des Nabonid und Mitregent seines Vaters über Babylon angeführt wird. Offensichtlich heißt es also deshalb in der Bibel, Belsazar habe Daniel angeboten, "als der Dritte im Königreich" zu herrschen, weil Belsazar selbst der Zweite war (Daniel 5:16, 29). Nachdem R. P. Dougherty, Professor an der Yale-Universität, das Buch Daniel mit anderen Schriften des Altertums verglichen hatte, urteilte er folgendermaßen: "Der biblische Bericht übertrifft die anderen, weil er den Namen Belsazar gebraucht, weil er Belsazar königliche Macht zuschreibt und weil er die Tatsache berück-
sichtigt, daß im Königreich eine Doppelherrschaft bestand." 27 Eine weitere Entdeckung, die den historischen Nachweis für eine in der Bibel erwähnte Person liefert, führt Michael J. Howard an, der 1979 in Israel an Ausgrabungen in Cäsarea mitwirkte. "Neunzehnhundert Jahre lang", so schrieb er, "existierte Pilatus nur in den Evangelien und nur vage in der Erinnerung römischer und jüdischer Historiker. Über sein Leben war fast nichts bekannt. Einige sagten sogar, er habe niemals gelebt. Doch bei Ausgrabungen, die 1961 von einer italienischen Gruppe von Archäologen in den Ruinen des alten römischen Theaters in Cäsarea durchgeführt wurden, drehte ein Arbeiter einen Stein um, der als eine der Treppenstufen benutzt worden war. Auf der Rückseite befand sich die folgende teilweise undeutliche Inschrift in lateinischer Sprache: “Caesariensibus Tiberium Pontius Pilatus Praefectus Iudaeae."... [“Pontius Pilatus, Präfekt von Judäa, [hat den Einwohnern von Cäsareja (dieses) Tiberieum [gesch]e[nkt]” (Bo Reicke, Leonhard Rost, Biblisch-Historisches Handwörterbuch, Bd. 3, Sp. 1472).]
Das versetzte den Zweifeln an der Existenz des Pilatus den Todesstoß. ... Zum erstenmal gab es einen zeitgenössischen epigraphischen Beweis für das Leben des Mannes, der die Kreuzigung Christi anordnete ” 28 (Johannes 19:13-16; Apostelgeschichte 4:27).
Entdeckungen der Neuzeit liefern sogar Beweise für geringfügige Einzelheiten des Bibelberichts. Zum Beispiel widersprach Werner Keller der Bibel, als er 1964 behauptete, Kamele seien in ferner Vergangenheit noch nicht gezähmt worden. Er schrieb: "Die schöne Szene z.B., in der wir Rebekka in ihrer Heimatstadt Nahor zum erstenmal begegnen, muß sich dann einen Requisitenwechsel gefallen lassen. Die “Kamele” des zukünftigen Schwiegervaters Abraham am Brunnen waren - Esel" 29 (1. Mose 24:10). Der Archäologe und ehemalige israelische Verteidigungsminister Moshe Dayan wies 1978 indes auf Beweise hin, daß das Kamel in alter Zeit "als Transportmittel diente" und daß somit die Aussage der Bibel korrekt ist. "Auf einem Relief aus dem 18. Jahrhundert v. Chr., das im phönizischen Byblos gefunden wurde, ist ein kniendes Kamel abgebildet", erklärte Dayan. "Und auf Siegelzylindern aus der Zeit der Erzväter, die erst vor kurzem in Mesopotamien entdeckt wurden, sind Kamelreiter dargestellt." 30
Der Berg an Beweisen, die für die historische Genauigkeit der Bibel sprechen, hat sich unaufhaltsam erhöht. Zugegeben, Berichte über die vernichtende Niederlage der Ägypter am Roten Meer oder über ähnliche Niederlagen sind in außerbiblischen Chroniken nicht gefunden worden, aber das überrascht nicht, da Regenten ihre Niederlagen nicht aufzuzeichnen pflegten. Indes wurde an der Tempelmauer von Karnak in Ägypten ein Bericht entdeckt, der von dem erfolgreichen Einfall Pharao Schischaks in Juda während der Regierungszeit Rehabeams, des Sohnes Salomos, handelt. Die Bibel berichtet darüber in 1. Könige 14:25,26. Ferner wurde der sogenannte Mesa-Stein gefunden, auf dem der Aufstand des Moabiterkönigs Mesa gegen Israel aus seiner Sicht geschildert wird. Eine Beschreibung dieses Ereignisses kann ebenfalls in der
Bibel, in 2. Könige 3:4-27, nachgelesen werden.
In vielen Museen sind Wandreliefs, Inschriften und Statuen zu sehen, die den Bibelbericht bestätigen. Die Namen der Könige von Juda und Israel wie Hiskia, Manasse, Omri, Ahab, Pekach, Menahem und Hoschea erscheinen in Keilschriftdokumenten assyrischer Herrscher. Auf dem sogenannten Schwarzen Obelisken Salmanassars ist dargestellt, wie König Jehu oder einer seiner Abgesandten Tribut überbringt. Heute kann man bei einer Besichtigung des persischen Regierungspalastes in Schuschan restaurierte Verzierungen sehen, die aus der Zeit der in der Bibel erwähnten Personen Esther und Mordechai starnmen. In Museen kann man sich auch die Statuen der ersten römischen Kaiser, wie zum Beispiel des Augustus, des Tiberius und des Claudius, ansehen, deren Namen im Bibelbericht vorkommen (Lukas 2:1; 3:1; Apostelgeschichte 11:28; 18:2). Tatsächlich wurde auch ein Silberdenar gefunden, der das Bildnis des Tiberius Cäsar trägt - die gleiche Art Münze wie die, um die Jesus bat, als er über das Zahlen von Steuern sprach (Matthäus 22:19-21). Bibelkenner, die das heutige Land Israel bereisen, können nur staunen, wie genau das Land und seine Merkmale in der Bibel beschrieben werden. Dr. Ze´v
Shremer, Leiter einer Arbeitsgruppe, die auf der Sinaihalbinsel geologische Untersuchungen durchführte, sagte einmal: "Wir haben natürlich unsere eigenen Landkarten und geodätischen Übersichtspläne, aber wo sich Bibel und Landkarten widersprechen, entscheiden wir uns für das Buch der Bücher." 31 Ein sehr anschauliches Beispiel ist der noch heute begehbare 533 Meter lange Tunnel in Jerusalem, der vor mehr als 2.700 Jahren in den Felsen getrieben wurde. Man wollte die Wasserversorgung der Stadt sicherstellen, indem man Wasser von der verborgenen, außerhalb der Stadt gelegenen Quelle Gihon in den innerhalb der Stadt gelegenen Teich von Siloam leitete. Die Bibel erklärt, wie Hiskia in Vorahnung der Belagerung durch Sanherib diesen Wassertunnel aushauen ließ, um die Stadt mit Wasser zu versorgen (2. Könige 20:20; 2. Chronika 32:30).
Das sind nur wenige von vielen Beispielen, die veranschaulichen, daß es unklug ist, die Genauigkeit der Bibel zu unterschätzen. Zweifel an der Zuverlässigkeit der Bibel stützen sich gewöhnlich nicht auf ihren Inhalt oder auf vernünftige Beweise, sondern auf Fehlinformationen oder Unwissenheit. Der frühere Direktor des Britischen Museums, Frederic Kenyon, schrieb: "Die Archäologie hat ihr letztes Wort noch nicht gesprochen; aber die bereits erzielten Ergebnisse bestätigen das, was der Glaube nahelegt, nämlich, daß die Bibel durch zunehmendes Wissen nur gewinnen kann." 32 Der bekannte Archäologe Nelson Glueck stellte fest: "Es kann jedoch entschieden gesagt werden, daß nichts von all dem, was die Archäologen gefunden haben, einer Aussage der Bibel widerspricht. Eine große Anzahl archäologischer Funde bestätigen in deutlichen Umrissen oder bis ins genaue Detail die historischen Aussagen der Bibel." 33
1.4 Ehrlichkeit und Harmonie
Darüber hinaus läßt die Ehrlichkeit der Schreiber der Bibel erkennen, daß sie von Gott stammt. Der unvollkommenen menschlichen Natur widerstrebt es,
Fehler oder Mißerfolge zuzugeben, insbesondere schriftlich. Die Verfasser der ältesten nichtbiblischen Schriften berichteten nur über ihre Erfolge und über ihre Leistungen. Moses schrieb jedoch nieder, daß er "pflichtvergessen" gehandelt hatte und ihm daraufhin nicht gestattet wurde, Israel in das Verheißene Land zu führen (5. Mose 32:50-52; 4. Mose 20:1-13). Jona berichtete über seine eigene Widerspenstigkeit (Jona 1:1-3; 4:1). Paulus gab sein früheres Fehlverhalten zu (Apostelgeschichte 22:19, 20; Titus 3:3). Und Matthäus, ein Apostel Christi, verschwieg nicht, daß die Apostel gelegentlich kleingläubig waren, nach Ansehen trachteten und Jesus bei seiner Gefangennahme sogar verließen (Matthäus 17:18-20; 18:1-6; 20:20-28; 26:56).
Wenn die Bibelschreiber irgend etwas hätten verfälschen wollen, hätten sie es dann nicht mit den ungünstigen Angaben über sich selbst getan? Ist es nicht unwahrscheinlich, daß sie einerseits ihre eigenen Unzulänglichkeiten aufge-deckt und andererseits falsche Behauptungen über andere Angelegenheiten aufgestellt hätten? Daher verleiht die Ehrlichkeit der Bibelschreiber ihrer Behauptung, bei der Niederschrift von Gott angeleitet worden zu sein, zusätzliches Gewicht (2. Timotheus 3:16).
Die göttliche Urheberschaft wird des weiteren durch die innere Harmonie - alles dreht sich um ein zentrales Thema - dokumentiert. Es sagt sich zwar leicht, die 66 Bücher der Bibel seien über einen Zeitraum von 16 Jahrhunderten von etwa 40 verschiedenen Schreibern verfaßt worden, man bedenke aber, welch bemerkenswerte Tatsache das ist. Angenommen, die Niederschrift eines Buches wäre zur Zeit der römischen Weltmacht begonnen und während der Epoche der Monarchien bis in unsere Zeit der Republiken fortgesetzt worden und die unterschiedlichsten Menschen hätten daran geschrieben - Soldaten, Könige, Priester, Fischer, Hirten und sogar ein Arzt. Wäre zu erwarten, daß jeder Teil dieses Buches genau dem gleichen Thema folgen würde? Doch die Bibel wurde über einen vergleichbaren Zeitraum geschrieben, unter verschiedenen politischen Herrschaftsformen und von Männern all der genannten gesellschaftlichen Stellungen. Und sie ist durch und durch harmonisch. Ihre grundlegende Botschaft hat von Anfang bis Ende die gleiche Zielrichtung. Verleiht dies dem Anspruch der Bibel, daß “Menschen ... von Gott aus [redeten], wie sie von heiligem Geist getrieben wurden”, nicht noch mehr Gewicht? (2. Petrus 1:20, 21). Kann man der Bibel vertrauen? Wenn man wirklich untersucht, was sie zu sagen hat, und nicht bedenkenlos etwas akzeptiert, wovon gewisse Personen behaupten, es stehe in der Bibel, wird man bestimmt Gründe finden, der Bibel zu vertrauen. Doch es gibt sogar noch zwingendere Beweise dafür, daß die Bibel tatsächlich von Gott inspiriert wurde. Damit befaßt sich das nächste Kapitel.
2. Ist die Bibel wirklich von Gott inspiriert?
Kein Mensch vermag die Zukunft genau und bis in alle Einzelheiten vorherzusagen. So etwas geht über die Fähigkeiten des Menschen hinaus. Der Schöpfer des Universums ist hingegen mit allen erforderlichen Fakten vertraut und kann die Ereignisse sogar steuern. Daher kann von ihm als von dem gesprochen werden, “der von Anfang an den Ausgang kundtut und von alters her die Dinge, die nicht getan worden sind” (Jesaja 46:10; 41:22, 23). Die Bibel enthält Hunderte von Prophezeiungen. Haben sie sich bisher genau erfüllt? Wenn ja, dann wäre das ein eindrucksvoller Hinweis darauf, daß die Bibel “von Gott inspiriert” ist (2. Timotheus 3:16, 17). Auch würde das Vertrauen in Prophezeiungen von Ereignissen gestärkt, die noch ausstehen. Somit wird es nützlich sein, einen Rückblick auf einige Prophezeiungen zu halten, die sich bereits erfüllt haben.
2.1 Der Untergang von Tyrus
Tyrus, einst ein bekannter phönizischer Seehafen, hatte gegenüber seinem südlichen Nachbarn Israel, wo Gott angebetet wurde, treulos gehandelt. Durch einen Propheten namens Hesekiel kündigte Gott über 250 Jahre im voraus die vollständige Zerstörung der Stadt an. Gott gab bekannt: “Ich will viele Nationen gegen dich heraufführen ... Und sie werden bestimmt die Mauern von Tyrus zerstören und ihre Türme niederreißen, und ich will ihren Staub von ihr abkratzen und sie zu einer glänzenden kahlen Oberfläche eines zerklüfteten Felsens machen. Ein Trockenplatz für Schleppnetze wird sie inmitten des Meeres werden.” Hesekiel nannte im voraus auch das Volk, das Tyrus belagern sollte, und den Namen seines Anführers: “Siehe, ich bringe wider Tyrus Nebukadrezar, den König von Babylon” (Hesekiel 26:3-5, 7). In Erfüllung dieser Prophezeiung unterwarf der babylonische König Nebukadrezar (Nebukadnezar), wie es in Meyers Illustrierter Weltgeschichte heißt, den festländischen Teil von Tyrus nach “13 Jahre langer Belagerung.” 34 Danach wurde berichtet, daß er keine Beute machte: “Aber was Lohn betrifft, es gab von Tyrus keinen für ihn” (Hesekiel 29:18). Warum nicht? Weil sich ein Teil von Tyrus auf einer unweit gelegenen Insel befand. 35 Die meisten Schätze von Tyrus waren vom Festland zum Inselteil der Stadt gebracht worden, der nicht zerstört wurde.
Nebukadnezar konnte durch seine Eroberung nicht den “Staub von ihr [Tyrus] abkratzen und sie zu einer glänzenden kahlen Oberfläche eines zerklüfteten Felsens machen”, was aber Hesekiel vorhergesagt hatte. Auch Sacharjas Prophezeiung, die besagte, daß Tyrus “ins Meer”
niedergeschlagen werde, hatte sich noch nicht erfüllt (Sacharja 9:4). Waren diese Prophezeiungen ungenau? Keineswegs. Im Jahre 332 v.u.Z., also über 250 Jahre nach Hesekiels Prophezeiung und fast 200 Jahre nach derjenigen Sacharjas, wurde Tyrus von griechischen Streitkräften unter Alexander dem Großen vollständig zerstört. “Mit dem Schutt des Festlandteils der Stadt”, heißt es in der Encyclopedia Americana, “baute er 332 einen riesigen ... [Damm], um die Insel mit dem Festland zu verbinden. Nach siebenmonatiger 36 Belagerung ... nahm er Tyrus ein und zerstörte es.”
In Erfüllung der Vorhersagen Hesekiels und Sacharjas wurden der Staub und die Trümmer von Tyrus ins Wasser geworfen. Von der Stadt blieb nur noch eine kahle Oberfläche übrig, “ein Platz, auf dem Netze ausgebreitet werden”, wie ein Besucher dieser Gegend es beschrieb. 37 Somit erfüllten sich Prophezeiungen, die Hunderte von Jahren zuvor geäußert worden waren, bis ins Detail.
2.2 Cyrus und der Untergang Babylons
Ebenso bemerkenswert sind die Prophezeiungen über Juda und Babylon. Die Geschichte berichtet davon, daß die Babylonier die Juden in die Gefangenschaft führten. Doch Jeremia sagte dieses Ereignis etwa 40 Jahre vorher voraus. Jesaja kündigte es etwa 150 Jahre vorher an. Darüber hinaus sagte er voraus, daß die Juden aus der Gefangenschaft zurückkehren würden. Auch Jeremia prophezeite dies, indem er sagte, sie würden nach 70 Jahren wieder in ihr Land zurückkommen (Jesaja 39:6, 7; 44:26; Jeremia 25:8-12; 29:10).
Die Einnahme Babylons durch die Meder und Perser im Jahre 539 v.u.Z. machte diesen Rückzug möglich. Sie wurde von Jesaja fast 200 Jahre zuvor prophezeit, und Jeremia kündigte sie ungefähr 50 Jahre im voraus an. Jeremia sagte, die babylonischen Soldaten würden sich kampflos ergeben. Sowohl nach der Vorhersage Jesajas als auch nach der Jeremias sollten die
schützenden Wasser Babylons, der Euphrat, “ausgetrocknet werden”. Jesaja gab selbst den Namen des Eroberers bekannt, des persischen Feldherrn Cyrus, und er sagte, “daß sogar die Tore [Babylons] nicht verschlossen sein” würden (Jeremia 50:38; 51:11, 30; Jesaja 13:17-19; 44:27; 45:1).
Der griechische Historiker Herodot erklärte, daß Cyrus das Wasser des Euphrat ableitete und dadurch erreichte, “daß das alte Flußbett zu durchwaten war; der Wasserspiegel im Fluß sank” 38 Die feindlichen Soldaten marschierten in der Nacht durch das Flußbett und gelangten durch die sorglos offengelassenen Tore in die Stadt. “Hätten die Babylonier den Plan des Kyros vorher erfahren”, schrieb Herodot weiter, “so hätten sie... alle zum Fluß führenden Tore geschlossen ... Nun aber standen die Perser ganz unvermutet in der Stadt. ... So war damals Babylon zum ersten Male erobert.” 39 Die Babylonier hielten gerade ein Trinkgelage ab, wie die Bibel erklärt und auch Herodot bestätigt 40 (Daniel 5:1-4, 30). Sowohl Jesaja als auch Jeremia sagten vorher, daß von Babylon schließlich nur unbewohnte Ruinen übrigbleiben sollten. Und das trat ein. Heute ist Babylon ein verlassener Erdhügel (Jesaja 13:20-22; Jeremia 51:37, 41-43).
Cyrus ließ die Juden auch in ihr Heimatland zurückkehren. Mehr als zwei Jahrhunderte zuvor hatte Gott über Cyrus vorhergesagt: “Alles, woran ich Gefallen habe, wird er ausführen” (Jesaja 44:28). Genau wie vorhergesagt, nämlich nach 70 Jahren, also im Jahre 537 v.u.Z., veranlaßte
Cyrus die Rück-führung der Gefangenen in ihr Heimatland (Esra 1:1-4). Aus einer altpersischen Inschrift, dem Zylinder des Cyrus, geht deutlich hervor, daß Cyrus die Politik verfolgte, Gefangene zu repatriieren. “Was die Einwohner Babylons betrifft”, soll Cyrus gesagt haben, 41 “versammelte ich auch alle ihre früheren Einwohner und gab ihnen ihre Wohnorte zurück.”
2.3 Medo-Persien und Griechenland
Babylon herrschte noch als Weltmacht, als die Bibel seine Eroberung durch einen symbolischen Widder mit zwei Hörnern vorhersagte, der “die Könige von Medien und Persien” darstellte (Daniel 8:20). Wie vorausgesagt, stieg Medo-Persien zur Weltmacht auf, nachdem es 539 v.u.Z. Babylon erobert hatte. Zur bestimmten Zeit ging jedoch ein “Ziegenbock”, der Griechenland darstellte, “daran, den Widder niederzuschlagen und seine zwei Hörner zu zerbrechen” (Daniel 8:1-7). Das geschah 332 v. u. Z., als Griechenland Medo-Persien besiegte und sich zur neuen Weltmacht aufschwang. Man beachte, was gemäß der Vorhersage folgen sollte: “Und der Ziegenbock seinerseits tat über die Maßen groß; aber sobald er mächtig wurde, wurde das große Horn zerbrochen, und es kamen dann auffälligerweise vier an seiner Stelle empor” (Daniel 8:8). Was hat dies zu bedeuten? Die Erklärung der Bibel lautet: “Der haarige Ziegenbock steht für den König von Griechenland; und was das große Horn betrifft, das zwischen seinen Augen war, es steht für den ersten König. Und daß eins zerbrochen worden war, so daß an seiner Stelle schließlich vier aufstanden: Da sind vier Königreiche aus seiner Nation, die aufstehen werden, aber nicht mit seiner Kraft” (Daniel 8:21, 22). Die Geschichte zeigt, daß dieser “König von Griechenland” Alexander der Große war. Nach seinem Tod im Jahre 323 v.u.Z. wurde sein Reich jedoch unter vier Generäle aufgeteilt -Seleukos Nikator, Kassander, Ptolemaios Lagi und Lysimachos. Wie in der Bibel vorausgesagt worden war, standen “an seiner Stelle schließlich vier” auf. Wie aber auch vorausgesagt worden war, gelangte keiner dieser Nachfolger jemals zu einer so großen Macht wie Alexander. Somit begann sich die Prophezeiung über 200 Jahre nach ihrer Niederschrift zu erfüllen.
2.4 Der Messias
Besonders bemerkenswert sind die zahlreichen biblischen Prophezeiungen über Jesus Christus. Professor J. P. Free bemerkte: “Die Wahrscheinlichkeit, daß sich alle diese Prophezeiungen an einem Menschen erfüllen konnten, ist derart gering, daß es sich dabei unmöglich nur um scharfsinnige Vermutungen von Menschen handeln konnte.” 42
Jesus kann die Erfüllung vieler dieser Prophezeiungen nicht beeinflußt haben. Es lag zum Beispiel nicht in seiner Hand, im Stamm Juda oder als Nachkomme Davids geboren zu werden (1. Mose 49:10; Jesaja 9:6,7; 11:1,10; Matthäus 1:2-16). Auch auf die Ereignisse, die zu seiner Geburt in Bethlehem führten, konnte er keinen Einfluß nehmen (Micha 5:2; Lukas 2:1-7). Er hätte sicher nicht veranlaßt, für 30 Silberstücke verraten zu werden (Sacharja 11:12; Matthäus 26:15); von seinen Feinden angespien zu werden (Jesaja 50:6; Matthäus 26:67); verunglimpft zu werden, während er am Marterpfahl hing (Psalm 22:7, 8; Matthäus 27:39-43); durchstochen zu werden, ohne daß ihm ein Knochen gebrochen wurde (Sacharja 12:10; Psalm 34:20; Johannes 19:33-37), und daß Soldaten über seine Kleider Lose warfen (Psalm 22:18; Matthäus 27:35). Dies sind nur einige wenige der zahlreichen Prophezeiungen, die sich an Jesus erfüllt haben.
2.5 Die Zerstörung Jerusalems
Jesus war der größte Prophet Gottes. Man beachte zunächst, was nach seinen Worten Jerusalem widerfahren sollte: “Deine Feinde [werden] eine Befestigung aus Spitzpfählen um dich bauen und werden dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen, und sie werden dich und deine Kinder in deiner Mitte zu Boden schmettern, und sie werden in dir keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit deiner Besichtigung nicht erkannt hast” (Lukas 19:43, 44). Jesus sagte auch: “Wenn ihr ferner die Stadt Jerusalem von Heeren umlagert seht, dann erkennt, daß ihre Verwüstung nahe gekommen ist. Dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge zu fliehen beginnen” (Lukas 21:20, 21). In Erfüllung der Prophezeiung zogen im Jahre 66 u.Z. römische Streitkräfte unter Cestius Gallus gegen Jerusalem. Befremdend ist jedoch, daß er die Belagerung nicht zu Ende führte, sondern sich so verhielt, wie es Flavius Josephus, ein Historiker des ersten Jahrhunderts, berichtete: “Cestius ... ließ
plötzlich seine Soldaten den Rückzug antreten ... und verließ unbegreiflicherweise die Stadt.” 43 Da die Belagerung unerwartet aufgehoben wurde, bot sich die Gelegenheit, der Anweisung Jesu nachzukommen und aus Jerusalem zu fliehen. Der Historiker Eusebius berichtete, daß die Christen flohen.” 44 Nach weniger als vier Jahren, im Jahre 70 u.Z., kehrten die römischen Streitkrätte unter General Titus zurück und umzingelten Jerusalem. Im Umkreis von Kilometern fällten sie die Bäume und bauten damit um die Stadt eine Ringmauer, “eine Befestigung aus Spitzpfählen”. Josephus beschrieb das Ergebnis wie folgt: “Mit der Möglichkeit, aus der Stadt zu entkommen, war den Judäern jegliche Aussicht auf Rettung abgeschnitten.” 45 Was nach einer ungefähr fünfmonatigen Belagerung außer drei Türmen und dem Teil einer Mauer noch übrigblieb, war, wie Josephus sagte, “so völlig dem Erdboden gleich, daß spätere Besucher kaum Grund hätten zu glauben, die Stätte sei jemals bewohnt gewesen”. 46
Im Verlauf der Belagerung starben 1.100.000 Menschen, und 97.000 gerieten in Gefangenschaft.” 47 Bis auf den heutigen Tag erinnert ein Denkmal in Rom an die Erfüllung der Prophezeiung Jesu. Es ist der Titusbogen, der 81 u.Z. von den Römern zum Gedenken an die erfolgreiche Einnahme Jerusalems errichtet wurde. Dieser Bogen ist ein stummer Zeuge dafür, daß sich das Außerachtlassen von Warnungen der biblischen Prophetie katastrophal auswirken kann.
3. Schlußfolgerung
Allen Kritikern zum Trotz scheint die Authentizität der Bibel gegeben zu sein. Wenn man desweiteren die gefunden “Qumran-Rollen” vom Schwarzen Meer in
einer Beurteilung miteinbezieht, ist auf wissenschaftlicher Basis die Glaubwürdigkeit der Bibel gegeben. Bibliographie
1 Gerald Larue, "The Bible as a Political Weapon". Free Inguiry, Sommer 1983, S.39
2 Harry V. Warren, "Geology and Heatth". Scientific Monthly, Juni 1954, S. 396 3 F.C. Cook, Cook`s Commentary. 1878, Bd. IV,S.96 4 Encyclopedia Americana. 1977, Bd. 9, S.553 5 The World Book Encyclopedia. 1984, Bd. 20, S. 136 6 Robert Jastrow, God and the Astronomers. 1978,S.11,14. 7 Ebd., S. 16
8 Ivan T. Sanderson, "Riddle of the Frozen Giants". The Saturday Evening Post, 16.Januar 1960, S. 82,83
9 The New Dictionary of Thoughts. 1954, ursprünglich zusammengestellt von Tryon Edwards. Revidiert von C. N. Catrevas und Jonathan Edwards, S. 534 10 C. Raimer Smith, The Physician Examines the Bible. 1950, S. 354 11 C.P. Bryan, The Papyrus Ebers. 1931, S.73,91, 92 12 S.I. McMillen, Vermeidbare Krankheiten. 1970, S. 20 13 Encyclopedia Americana. 1956, Bd. 18, S. 582b
14 Geoffrey Vickers, "Mental Health and Spiritual Values". The Lancet, 12. März 1955, S.524
15 J.D. Ratcliff, "How to Avoid Harmful Stress". Today`s Health, Juli 1970, S. 43 16 James T. Fisher und Lowell S. Hawley, Umgang mit dem Verborgenen. 1954, S. 291
17 Leonard Woolley. Abraham, Recent Discoveries and Hebrew Origins. 1935, S. 22
18 J.H. Hertz (Herausgeber), "Exodus". Pentateuch und Haftaroth. 1937, Bd. 2, S. 106
19 William FoxweU Albright, Von der Steinzeit zum Christentum. 1949, S. 253 20 J.H. Hertz (Herausgeber). "Exodus". Pentateuch und Haftaroth, Bd. 2, S. 106,107
21 Moshe Pearlman, Digging Up the Bible. 1980, S.85 22 James B.Pritchard (Herausgeber), Die Archäologie und das Alte Testament. 1962, S. 143
23 Moshe Pearlman, Digging Up the Bible. S. 85 24 Ebd.
25 James B. Pritchard (Herausgeber), Die Archäologie und das AlteTestament. S.161
26 Philip Biberfeld, Einführung in die jüdische Geschichte. 1937. Bd. 1, S. 33 27 Raymond Philip Dougherty, Nabonidus and Belahazzar. 1929, S. 200 28 Michael J. Howard, "Unearthing Pontius Pilate". The Sun, Baltimore, Maryland, 24. März 1980, S. B1, B2
29 Werner Keller. Und die Bibel hat doch recht. Ausgabe 1978, S. 183 30 Moshe Dayan, Leben mit der Bibel. 1981. S. 34, 36 31 The Sun, San Bernardino, Kalifornien, 19. Oktober 1967, S. B-12 32 Frederic Kenyon. The Bible and Archaeology. 1940, S. 279 33 Nelson Glueck, Rivers of the Desert. 1959, S.31 34 Meyers Illustrierte Weltgeschichte. Bd. 3, S. 114 35 The World Book Encyclopedia. 1984, Bd. 19, S. 445 36 Encyclopedia Americana. 1977, Bd. 27, S. 331
37 E. Robinson und E. Smith, Biblical Researches in Palestine. 1856, Bd.II. S. 463
38 Josef Feix (Herausgeber), Herodot Historien. 1963, Bd. l, S. 175.177 39 Ebd. 40 Ebd.
41 James B. Pritchard (Herausgeber), Ancient Near Eastern Texts Relating to the Old Teatament. 1969. S. 316
42 Joseph P. Free, Archaeology and Bible History. 1962, revidierte Ausgabe, S. 284
43 Flavius Josephus, Geschichte des Jüdischen Krieges. übersetzt von Heinrich Clementz, 1977. 2. Buch, Kap. 19, Abs. 7, S.200 44 Heinrich Kraft (Herausgeber), Eusebius von Cäsarea, Kirchengeschichte. Übersetzt von Philip Haeuser, 1967, S. 154
45 Flavius Josepbus, Geschichte des Jüdischen Krieges. 5. Buch, Kap. 12, Abs. 3. S.396
46 Ebd., 7, Buch, Kap. 1, Abs. 1. S. 451 47 Ebd., 6. Buch, Kap. 9, Abs. 3. S. 448
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