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Vorwort
Die Beschäftigung mit Hermann Hesses „Demian/ Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend“ führt mitten hinein in die Problematiken der Initiation, sowohl derjenigen des Einzelnen im schmerzhaften Prozess der Individuation, als auch gegen Ende der Handlung als Initiation eines ganzen Kontinentes in der Katastrophe des Ersten Weltkrieges.
Hesse hat diesen Prozess als persönliche und überpersönliche Krisis erlebt, durchlitten und in einem Roman verarbeitet, der bei Erscheinung sofort den Nerv der Jugend traf. Da war der Dichter bereits einundvierzig und auf dem Wege zum Expressionismus.
Aufgabensetzung der vorliegenden Arbeit ist es zu zeigen, inwieweit der alte Initiationsmythos der Nachtmeerfahrt in Symbolen und Handlungsabläufen zu finden ist und wie Hesse das Erwachsenwerden als Ablösung von der Kindheit mithilfe der Orientierung zum Mutterarchetyp gestaltet.
Diese Arbeit ist Max Demian gewidmet, für seine Hilfe bis zum Schreiben derselben.
Köln, im September 1999
Inhaltsverzeichnis
1. DIE INITATION IM GRUNDSATZ........................................................... 3
1.1 DEFINITION DER INITIATION NACH P. FREESE ............................................. 3
2. INITIATIONSSYMBOLIK IN HERMANN HESSES "DEMIAN" ........ 3
2.1. ZUR BIOGRAPHIE HERMANN HESSES.......................................................... 4 2.2. SYMBOLANALYSE...................................................................................... 5 2.2.1. Der "Daimon" als Initiationshelfer................................................... 5 2.2.2. Einzelne Symbole - Beatrice, der Wappenvogel, Abraxas, Feuer..... 7 2.2.3. "Frau Eva" als Anima.................................................................... 12 2.3. AUSBLICK................................................................................................ 13
3. FAZIT ........................................................................................................... 14
4. LITERATUR ............................................................................................... 14
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1. Die Initation im Grundsatz
1.1 Definition der Initiation nach P. Freese
Anhand der Schrift „ Die Initiationsreise/ Studien zum jugendlichen Helden im modernen amerikanischen Roman“ von P. Freese soll hier eine Definition des Initiationsritus im Grundsätzlichen gegeben werden.
Freese zeigt, dass der Prozess der Initiation immer in drei Teile zerfällt: in Ausgang, Übergang und Eingang. Es handelt sich um einen menschlichen Wandlungs- und Entwicklungsvorgang, der sich im innermenschlichen Bereich, mit dem wir es im „Demian“ hauptsächlich, wenngleich auch nicht ausschließlich zu tun haben, als Individuationsprozess vollzieht. Ergebnis ist eine so vollständige, existentielle Wandlung, dass sie mit dem Tod des alten und der Wiedergeburt des neuen Menschen symbolisiert wird. Der Symbolkatalog, der immer über das individuelle Geschehen der Initiation hinausdeutet, umfasst Vorstellungen von der Rückkehr in den Mutterleib zum Ziel der Neugeburt, den Abstieg in die Unterwelt zur Überwindung der Todesverfallenheit (vgl. Auerstehung Christi) und der Nachtmeerfahrt mit dem Ziel der Erneuerung und Läuterung. Als Bild für die Schwierigkeiten des Prozesses dient der sogenannte paradoxe Durchgang, wie zum Beispiel die Symplegaden, zwei regelmäßig zusammenschlagende Felsen der klassisch-griechischen Argonautenfahrtsage, die passiert werden müssen. Dem Initianden steht fast immer ein Initiationshelfer beratend und führend zur Seite 1 . Im folgenden werden wir uns vor allem mit dem Mythenkreis der Nachtmeerfahrt auseinandersetzen, weshalb er später noch eingehender besprochen wird.
2. Initiationssymbolik in Hermann Hesses "Demian"
Hermann Hesses „Demian“ kann in der symbolischen Entschlüsselung vor allem auf dem Urgrund zweier Initiationsmythen gelesen werden: der "Nachtmeerfahrt" einerseits und dem Komplex des regressus ad uterum andererseits, die, wie Freese zeigt, thematisch eng miteinander verwoben sind 2 .
Bei der "Nachtmeerfahrt" muss der Held als "Sonnenheld" verstanden werden, der, auf dem Hintergrund der Sonnenbewegung ins Meer eintaucht und von einem riesigen, das Meer verkörpernden Fisch verschlungen wird. In dessen Bauch legt er eine Reise von Westen nach Osten zurück, um am Morgen wieder an Land zu gehen, nachdem er (nur in einigen Versionen) den Fisch besiegt hat oder von ihm
1 Freese, P.: „Die Initiationsreise/ Studien zum jugendlichen Helden im modernen amerikanischen Roman“, Neumünster 1971 (im folgenden: Freese, 1971)
2 a.a.O., S. 141
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ausgespieen wird 3 . Die Nähe zum erneuten Eintauchen in den mütterlichen Uterus ist so naheliegend, dass sie nicht erklärt werden muss; der Fisch steht in diesem Zusammenhang auch für den Mutterschoß. In beiden Fällen verheißt die "Wiedergeburt" des Helden eine Verjüngung, bewußtheitliche Erweiterung und Erneuerung seiner Kräfte bis hin zu ewigem Leben. Doch wird dabei der Versuch der Selbsterneuerung durch Schwängerung der Mutter durch das Inzestverbot tabuisiert und verhindert. C.G. Jung erkennt in der diesem Problem zugrundeliegenden Psychologie eine Ablösung von der Mutter durch Übertragung der Rückkehrsehnsucht auf ein erst zu schaffendes Mutter-Imago, das schließlich vom allgemeingültigen Mutterarchetyp ersetzt wird 4 . Dieser Prozess ist besonders interessant in Bezug auf den Handlungsverlauf des "Demian", wie später noch zu zeigen sein wird.
Im folgenden soll dem Versuch nachgegangen werden, Hermann Hesses „Demian“ im chronologischen Ablauf auf seine für die obengenannten Mythen typischen Symbole und Prozesse zu untersuchen, um die Nähe des Handlungsmusters zum Nachtmeerfahrttopos zu zeigen.
2.1. Zur Biographie Hermann Hesses
Nach seiner Übersiedlung in die Schweiz 1912 hatte Hermann Hesses Ehe mit Maria Bernoulli bereits erste Risse bekommen. Als dann 1914, von Hesse zunächst als Befreiungsschlag aus drückender Schwüle begeistert begrüßt, der Erste Weltkrieg ausbrach, stürzte sich der Dichter in redaktionelle und herausgeberische Arbeiten. So gab er beispielsweise bei der Kriegsgefangenenfürsorge eine Bibliothek für Kriegsgefangene heraus. Doch bald musste er feststellen , dass der krieg eine Wendung einnahm, die er nicht vorausgesehen hatte. Also begann er, in seinen Artikeln kritische Ansichten über das Verhalten besonders der deutschen Kriegsberichtserstatter zu äußern. 1917 wurde im schließlich deswegen mit der Zensur ein politischer Maulkorb angelegt. Hesse musste reagieren, wenn er weiter veröffentlichen wollte.
Das Pseudonym „Emil Sinclair“ war gefunden. Zu gleicher Zeit brach bei Hesse eine schwere Depression aus, die mehrere Ursachen hatte. Einerseits lastete durch seine ehrenamtliche Tätigkeit und die Anfeindungen der deutschen Presse gegen ihn ein ungeheurer Druck auf ihm. Andererseits war sein Vater als letztes Elternteil 1916 verstorben. Doch all dies begünstigte wahrscheinlich nur die Wirkung der Unzufriedenheit, die Hesse seit längerem mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit hatte. Hesse brauchte therapeutische Hilfe. Das er diese beim C.G. Jung-Schüler Dr. J.B. Lang suchte, blieb nicht ohne Folgen für sein Schaffen. Es begann mit dieser Krise eine Initiation des fast Vierzigjährigen vom empfindsam-spätromantischen Dichter zum politisch hellwachen und für die Bedürfnisse der Menschen eintretenden Mahner
3 a.a.O., S.141
4 Jung, C.G., 1985 (im folgenden: HEROS), S.82 f.
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seiner Zeit. Als Ergebnis dieser Entwicklung erschien 1919 der „Demian“. Hesse hatte sich gewandelt 5
2.2. Symbolanalyse
2.2.1. Der "Daimon" als Initiationshelfer
Die Grundsituation in Hermann Hesses „Demian“ ist die eines Knaben kurz vor dem Umbruch der Pubertät. Er empfindet deutlich den scheinbar unauflöslichen Zwiespalt zweier Welten, die ihn umgeben. Die eine ist die bürgerliche, moralische, lichte und reine Welt der Eltern, in der es "Liebe und Strenge, Vorbild und Schule [...] Klarheit und Sauberkeit" gibt. 6
Die andere, für den zehnjährigen Knaben weitaus faszinierendere, ist die Welt der Arbeiter, Mägde und Handwerksburschen, die ihn umgibt, sobald er das Haus der Eltern verlässt, ja, in Form der Dienstmädchen gleichsam gezähmt sogar noch bis in die elterliche Stube dringt. 7 So empfindet Sinclair manchmal die "Heimkehr ins Helle - so notwendig und gut sie auch sein mochte - fast wie eine Rückkehr ins weniger Schöne, ins Langweiligere und Ödere." 8
Doch noch stellt sich dieser Zwiespalt dem Jungen nicht als Problem dar, da er, zwar langsam zum Bewusstsein erwachend, sich immer noch eindeutig einer der beiden Welten, nämlich der elterlichen, zugehörig fühlt. Die Gestalten der Schwestern übrigens, die der Sphäre der Eltern angehören, sind sehr verschwommen und
5 Michels, V. (Hrsg.): "Materialien zu Hermann Hesse /"Demian"/ Entstehungsgeschichte in Selbstzeugnissen", (im folgenden: MatD) Suhrkamp Verlag, 1993, S. 9-43
6 Hermann Hesses „Demian“, S. 9
7 a.a.O., vgl. S.10f.
8 a.a.O., S. 11
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schemenhaft, sie werden nicht einmal beim Namen genannt. Mit ihnen in Eintracht zu stehen, wird paradiesischen Empfindungen verglichen 9 .
Der Bruch mit dieser hellen und lichten Welt geschieht erst durch die Ereignisse um die Figur Franz Kromers. Der Volksschüler und Sohn eines Alkoholikers übt eine magische Wirkung auf Sinclair aus, da er sich männlicher und gewandter verhält. Um ihm zu gefallen, prahlt Sinclair mit einer Tat, die er gar nicht begangen hat: dem Diebstahl eines Sackes mit Äpfeln aus dem Müller'schen Obstgarten. Aber Kromer bemerkt die Lüge und nutzt sie für sich, indem er behauptet, der Müller habe demjenigen Geld geboten, der ihm den Dieb anzeigen kann. Für sein Stillschweigen erpresst er Sinclair, dem die Zurücknahme der Lüge unmöglich ist, da ihm dadurch sein Zurückstehen vor dem Älteren schmerzlich bewusst werden müsste. Die geforderte Summe übersteigt seine Barschaft, sodass Sinclair nun einen wirklichen Diebstahl begehen muss.
Nicht zuletzt das Motiv der geklauten Äpfel erinnert an den biblischen Sündenfall, der hier subjektiv an der Schwelle zum Erwachsenwerden nachvollzogen wird. Damit verlässt Sinclair als Neophyt die Eindeutigkeit der elterlichen Sphäre und taucht in die "reale, dunkle" Welt von Schuld und Sühne ein - sein Initiationsprozess beginnt 10 . Volker Michels, Hermann Hesses Herausgeber, schreibt zu diesem Punkt: "Dass Sinclair diesen Konflikt niemandem anvertrauen kann, am wenigsten seinem frommen Vater, ist das entscheidende Problem in seiner Entwicklung und führt zum Bruch mit den Wertbegriffen der offiziellen [...] Welt seiner Herkunft" 11 . An dieser entscheidenden Stelle tritt nun Max Demian in den Handlungsverlauf ein. In ihm erkennen wir über den weiteren Fortgang beobachtet einerseits den "Initiationshelfer, -paten oder Mentor, der als Führer [...] dem Initianden ratend und helfend zur Seite steht." 12
Aber auch ein anderer Komplex steckt in Hesses Titelfigur: C:G.Jung bezeichnet Teile der Psyche, die mit eigener Lebensenergie in Form von Libidosymbolen ausgestattet werden und die mit Archetypen korrespondieren, wie zum Beispiel Traumgestalten, nach dem griechischen "daimones" - Dämonen 13 . Einen solchen Komplex entdecken wir bei der Figur des Demian, insbesondere bei Berücksichtigung der Namensgebung. Zum ersten Mal erscheint die Figur in einem Traumtagebuch Hermann Hesses, dass er auf Wunsch seines Therapeuten Dr. J.B. Lang anlegte. In der Nacht vom 11. zum 12. September 1917 träumt Hesse von einer Begegnung mit einem Mann der Demian heißt und ihn überfällt 14 . Anfänglich macht es den Anschein, dass er betrunken sei und der Kampf schnell entschieden ist, doch gewinnt Demian und entwendet die Brieftasche als Preis für Hesses Niederlage. Hesse schreibt in der assoziativen Betrachtung seines Traumtagebuches: "Zu Demian
9 a.a.O., S.13: "An guten Tagen, wenn es licht war und das Gewissen in Ordnung, da war es oft köstlich, mit den Schwestern zu spielen, gut und artig mit ihnen zu sein und sich selbst in einem braven, edlen Schein zu sehen. So musste es sein, wenn man ein Engel war!"
10 a.a.O., S.24: "[...] ich musste mit erfrierendem Herzen zusehen, wie meine Welt, wie mein gutes, glückliches Leben Vergangenheit wurde und sich von mir ablöste, und musste spüren, wie ich mit neuen saugenden Wurzeln draußen im Finsteren und Fremden verankert und festgehalten war. Zum erstenmal kostete ich den Tod, und der Tod schmeckt bitter, denn er ist Geburt, ist Angst und Bangnis vor furchtbarer Neuerung."
11 MatD , S. 19
12 Freese, 1971, S. 155
13 Jung, HEROS, S. 106
14 MatD, S. 21
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fällt mir ein: es ist eine Verstümmelung von Damian, klingt aber durch den veränderten Laut stark an 'Dämon' an, erinnert mich auch etwas an Demiurg." 15 Max Demian übt nun auf Sinclair eine starke, wenngleich nicht eindeutig positive, sondern vielmehr ambivalente Anziehungskraft aus. Er erscheint als Älterer, Erfahrener und selbstbewusster Mensch, der deutlich aus dem Rahmen der übrigen Schüler herausfällt 16 Dieser tritt sofort dadurch in Erscheinung, d ass er die Bibelgeschichten des Religionsunterrichts auf frappierende Weise neudeutet, jageradezu in ihrer Aussage umdreht.
Schon hier zeigt Demian Sinclair an, dass seine Wertemaßstäbe in frappierender Weise weiter gesteckt sind, als die der elterlichen Umgebung. In Bezug auf die Kromererlebnisse könnte man fast sagen, dass er Sinclair einen Hinweis geben möchte, dass dieser sich ihm ruhig anvertrauen kann. Doch Sinclairs Vertrauen ist noch nicht soweit gediehen, dass er dieses versteckte Angebot nutzen kann. Erst als Kromer durch ein entschiedenes Überschreiten der für den Knaben erträglichen Grenze das Maß des Duldbaren sprengt, - die sexuellen Begierden Kromers gegenüber Sinclairs Schwester haben bei psychodramatischer Deutung der Handlung geradezu einen inzestuösen Beigeschmack - erscheint Demian wieder, um in beängstigender Hellsichtigkeit und Sanftheit Sinclair sein Geheimnis zu entlocken. Fürderhin hat der Knabe Ruhe, Demian hat zum Zeitpunkt höchster Not Franz Kromer auf uns unbekannte Weise zum Schweigen gebracht. Damit hat er aber seine aktive Wirkung auf Sinclairs Leben entfaltet und "wird sich künftig in kritischen Situationen noch solange einstellen, bis Sinclair erwachsen und mit sich selbst, also auch Demian, eins geworden ist." 17
2.2.2. Einzelne Symbole - Beatrice, der Wappenvogel, Abraxas, Feuer
2.2.2.1. Beatrice
Nachdem Sinclair in das Internat gegangen ist, was wir zweifelsohne als die Phase der äußeren und inneren Isolation ansehen dürfen 18 , und eine Phase völligen Selbstverlustes (mit Alkoholexzessen, etc.) 19 hinter sich hat, begegnet ihm in der Gestalt eines Mädchens im Park ein neuer Hoffnungsschimmer. Die Verehrte entspricht Sinclairs Sehnsucht nach Reinheit und Anbetungswürdigkeit. Dabei kommt es zu keinem persönlichen Kontakt.
15 a.a.O., S.21
16 Hermann Hesses „Demian“, S. 33: "Angenehm war er mir eigentlich nicht, im Gegenteil, ich hatte irgend etwas gegen ihn, er war mir zu überlegen und kühl, er war mir allzu herausfordernd sicher in seinem Wesen, und seine Augen hatten den Ausdruck der Erwachsenen [...]", S. 39: "Weiter wurden Märchen erzählt von Max Demians Körperkraft.", S. 40: "Nicht viel später aber kamen neue Gerüchte unter uns Schülern auf, die wussten zu berichten, dass Demian vertrauten Umgang mit Mädchen habe und 'alles wisse'."
17 MatD, S. 20
18 Hermann Hesses „Demian“, S. 81 "Vereinsamung", S. 82 "[...] grollte mich in meine Einsamkeit hinein [...]", S. 90 "Es gibt viele Wege, auf denen der Gott uns einsam machen und zu uns selber führen kann."
19 a.a.O., S. 82 "Was aus mir würde, war mir einerlei."
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Der Jugendliche beginnt zu malen, da ihm das präraffaelitische Porträt von Dantes Beatrice, nach dem er das von ferne angebetete Mädchen benannt hat, nicht ähnlich genug ist. Interessant ist hier der Verweis auf die Beatrice aus Dante Alighieris "Divina Commedia". Diese hat ebenfalls die Funktion eines verehrten "Leitsterns" für den Dichter und ist durch Fürbitte bei Gott Auslöser für die Möglichkeit zur Jenseitswanderung Dantes, einer kosmologischen Initiationsreise. Doch noch etwas anderes fällt bei Beatrice auf. Zweimal wird erwähnt, dass sie Knabenzüge hat 20 . Damit wird sie, oder besser gesagt ihr Porträt, bereits in die Nähe zur Anima, zum weiblichen Seelenteil des Protagonisten gerückt. Verstärkt wird der Eindruck dadurch, dass das Bild, nachdem es nass geworden ist, plötzlich den Zügen Demians ähnelt 21 , etwas später sogar von Sinclair als "mein Inneres, meine Schicksal oder mein Dämon" 22 bezeichnet.
Dennoch hat die Figur Beatrices im Handlungsverlauf eindeutig die Funktion des Mutter-Imago der Jung’schen These 23 , denn keine Sinnlichkeit oder Lust ist bei ihrer Vergötterung im jungen Mann. Er preist an ihr die „Vergeistigung oder Beseelung des Gesichts“ 24 . Vielleicht schwingt bei dieser Form der marienkultähnlichen Verehrung unterbewusst auch das Mutterinzestverbot mit, wenngleich es sich eigentlich um ein kaum älteres Mädchen handelt.
2.2.2.2. Der Wappenvogel
Der Wappenvogel, der für Sinclair in seinem Traum von Demian wieder Bedeutung erlangt und den er später malen wird, ist eines der zentralen Symbole des Romans. Im Traum hat er durch seine veränderliche Gestalt die Bedeutung purer Lebensenergie, und dass der Junge von Demian genötigt wird, das Wappen zu essen und dass es in ihm lebendig bleibt und ihn von innen zu verzehren droht 25 , ist Vorgriff auf die kommende Handlung. Demian ist der Initiationshelfer, der Sinclair auf seinen Weg bringt. Das Wappen ist Symbol der Lebensenergie, die die geglückte Entwicklung dem jungen Mann Sinclair verleihen wird. Dass er Angst hat, ist verständlich, denn das "Von innen verzehrt werden", der "Tod" des Initiationsvorganges in der vollständigen Wandlung, steht ihm nun unmittelbar bevor. Das Symbol des Wappenvogels hat seinen unmittelbaren Ursprung für Hesse im Grabspruch des Vaters. Mit diesem waren im März 1916 Hesses Eltern komplett verstorben, wodurch sich der Sohn seines "Für-Sich-Stehens" in der Welt voll bewusst wurde. Der Psalmvers, den sich der Vater für seinen Grabstein ausgesucht hatte, war aus dem Psalm 124: "Der Strick ist zerrissen, der Vogel ist frei" 26 . Dieser beschäftigte den Dichter noch eine ganze Weile, auch und auch noch, als er zwei Monate später in der Luzerner Klinik Sonnmatt in psychoanalytischer Kur war, und im Juli, als bereits seine therapeutischen Sitzungen mit Dr. Lang begonnen hatten.
20 a.a.O., S. 93 "[...] kluges Knabengesicht [...]", S. 94 "[...] Knabenhaftigkeit der Formen [...]"
21 a.a.O., S. 98 "Es war Demians Gesicht."
22 a.a.O., S. 99
23 Jung, HEROS, S. 82 f.
24 Hermann Hesses „Demian“., S. 94
25 a.a.O., S.104
26 MatD, S. 14
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Zweifelsohne verbirgt sich hinter dem Symbol des aus einer eiförmigen Weltkugel schlüpfenden Sperbers der altägyptische Phönixmythos, der teilweise auch mit dem Horusmythos, der Sage vom altägyptischen Sonnengott, korrespondiert. Der Sage nach war der Phönix ein Vogel, dem ewiges Leben vergönnt war. Wurde ein Tier alt, so baute es sich einen Scheiterhaufen aus Myrrhe und Weihrauch und verbrannte sich selbst. In der Asche fand sich dann eine Schlange, die sich eine Nest baute und ein Ei legte. Aus diesem schlüpfte der Phönix verjüngt zu neuem Leben hervor.
Der Anteil an Sonnensymbolik in dieser Sage ist evident 27 . Nicht nur in der Makrostruktur durch den Zyklus von Tod und Wiedergeburt, sondern auch durch die Schlange (von der die alten Ägypter glaubten, sie können lange leben, da sie mit jeder Haut auch ihr Alter abstreifen würde 28 ), die als Reptil der symbolischen Sphäre „Bewusstsein/ Erkenntnis (Sündenfall!) - Licht/ Feuer - Transformation (Häutung)“ angehört. Ihrer Verbindung mit dem Hahn werden wir noch beim Gott Abraxas begegnen.
Festzuhalten bleibt, dass der Phönixmythos mit dem Nachtmeerfahrtmythos eng verwandt ist über die Verbindung zur Sonnensymbolik
Ein weiterer Aspekt ist die Bedeutung des Vogels als „Seelenhelfer“. Vögel werden in alten Mythen oft metaphorisch für Luftwesen im allgemeinen, also Engel oder Geister, eingesetzt. Als solche sind sie bei der Geburt zugegen und verkünden Ratschläge und tiefere Weisheiten (die sie kennen, da sie mit dem „Himmlischen“, dem Äther in Verbindung stehen) 29 .
Ein gutes Beispiel dafür aus unseren Tagen ist die Stelle der Handlung in Richard Wagners Oper „Siegfried“, als der Held den Drachen Fafner (einen mythologischen Verwandter der Schlange (s.o.) mit negativer Konnotation) erschlagen hat, der in einer Höhle den Hort bewachte (wobei die Höhle unschwer als Uterussymbol zu entziffern ist, der Hort als der Preis für den regressus ad uterum anzusehen ist, nämlich das ewige Leben). Siegfried hieb dem Drachen das Haupt ab und wischt mit seinen Fingern das Blut von der Klinge des Schwertes Notung. Da das heiße Drachenblut auf der Haut brennt, führt er den Finger zur Kühlung zum Mund und versteht auf wunderbare Weise dadurch die Sprache der Vögel. Ein Waldvogel, der sich ihm vor der Bluttat zwitschernd näherte, hält in mittlerweile verständlicher Sprache die entscheidenden Ratschläge für ihn bereit, die ihn zu Brünnhilde führen werden 30 .
27 Jung, HEROS, S. 204
28 a.a.O., S. 232
29 a.a.O., S. 204
30 Wagner, R.: „Siegfried“, Ende 2.Akt
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2.2.2.3. Abraxas
Als Antwort auf den gemalten Wappenvogel, den Sinclair nun an Max Demian schickt erhält er einen gefalteten Zettel mit den berühmten Zeilen „Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören. Der Vogel fliegt zu Gott. Der Gott heißt Abraxas“ 31 . Damit wurde der Name des Gottes eingeführt und wie durch ein Zufall, handelt die soeben laufende Unterrichtsstunde plötzlich auch von diesem Gott. Wie sich herausstellt, verbirgt sich hinter diesem Gott die Möglichkeit der Synthese beider Welten, der hellen, lichten und der dunklen, abgründigen.
Abraxas ist der Geheimname eines Gottes aus der ägyptisch-griechischen Gnosis. Er ist „ein Sonnengott, der mit dem lichten auch das dunkle, dämonisch-diabolische Prinzip zu vereinbaren vermag“. 32 Aus naheliegenden Gründen (u.a. wurde sein Gottesdienst unter öffentlichem Geschlechtsvollzug abgehalten) wurde der Abraxaskult bereits von den frühchristlichen Gemeinschaften fast vollständig getilgt. Um die Gottheit ranken sich zahlreiche weitere Symboliken: seine sieben Buchstaben sind das Symbol für die sieben Tage der Woche und auf alten Gemmen wird er als halb Hahn und halb Schlange dargestellt, was auf seine Zwiegespaltenheit in Sonne und Erde, Licht und Dunkel hinweist (siehe Abbildung). In ersten Kontakt mit der Lehre des Abraxas und Anregungen für die Beschäftigung könnte Hesse sowohl durch Dr. Lang als auch C.G. Jung empfangen haben, da beide sich intensiv mit der alten Gnosis befassten. C.G. Jung schrieb später die Abhandlung „Septem sermones ad Mortuos“ (Die Sieben Belehrungen der Toten), die er pseudonymisch dem syrischen Gnostiker Basilides zuschreibt. Wie genau die Gespräche über Abraxas abliefen, wissen wir nicht. Jedoch hat C.G. Jung unmittelbar nach der Lektüre des „Demian“ 1919 ein Exemplar der „Septem Sermones“ an Hesse gesandt 33 . Die Funktion des Abraxas in Hermann Hesses „Demian“ lässt sich vielleicht am besten in seinen eigenen Worten erklären, wie er sie in seiner 1922 erschienenen Betrachtung über „Exotische Kunst“ zur Erläuterung des „Demiurgen“ gebraucht: „In Zeiten von Untergangsstimmungen kommen stets seltsame neue Götter auf, die mehr
31 Hermann Hesses „Demian“, S. 107
32 MatD., S. 24
33 a.a.O., S. 26
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wie Teufel aussehen, da bisher Vernünftige wird sinnlos, das bisher Verrückte wird positiv, wird hoffnungsvoll, scheinbar wird jede Grenze verwischt, jede Wertung unmöglich, es kommt der Demiurg herauf [...]. Es gehen dabei unter Umständen Moralen u nd Ordnungen unter. Der Vorgang selbst aber ist das denkbar Lebendigste, was sich vorstellen lässt.“
2.2.2.4. Feuer
Mit seinem neuen Bekannten Pistorius verbringt Sinclair einen Abend vor dem Kaminfeuer. Das Schauen in die Glut erregt bei ihm alte Spieltriebe und Leidenschaften, die er als Kind hatte, die doch nie weiter gepflegt wurden. In Verbindung mit dem virtuosen Orgelspiel des Gefährten befinden wir uns hier in einer neuen Sphäre.
Die naheliegendste Interpretation des Feuers ist die als Initiationssymbol. Seine Eigenschaft, abgestorbene Äste und Zweige zu verzehren, in eine neue Form zu transformieren und dabei noch Wärme und Lebensenergie zu spenden, wird seit dem Altertum in diesem Zusammenhang gedeutet. So ist auch das Feuer, das der Sonnenheld in manchen Nachtmeerfahrt-Mythen im Bauche des Fisches entzündet, ein Symbol für die aufgehende Sonne und damit für das wiedergewonnene Leben 34 . Nicht umsonst erzählt Pistorius die Geschichte vom Bruch mit seinem Vaterhaus, wenngleich er noch in dessen Haus lebt. Pistorius und Hesse sind beide Pfarrersöhne, die am pietistischen Erbe ihrer Väter leiden und sich damit nicht zufrieden geben wollen 35 .
Die Pistorius-Episode gehört eindeutig in die väterliche Sphäre. So empfindet Sinclair vor dem Kaminfeuer „beim Betrachten solcher Gebilde, [dem] Sichhingeben an irrationale, krause, seltsame Formen der Natur [...] ein Gefühl der Übereinstimmung
34 Jung, HEROS, S. 204
35 MatD, S. 28
3
unseres Inneren mit dem Willen, der diese Gestalten werden ließ“, und meint sogar, „wenn die äußere Welt unterginge, so wäre einer von uns fähig, sie wieder aufzubauen“ 36 .
Damit ist klar, welcher Geist es ist, der innen und außen, sowohl in der Natur und ihren Formen, als auch in den menschlichen Kunstwerken (Bach-Orgelwerken) zum Ausdruck kommt: es ist der „creator spiritus“, der Schöpfergeist, ein rationaler und doch von Liebe durchdrungener Gestaltungswille, den wir hier symbolisch für das väterliche Prinzip ansehen können.
Sinclair hat entdeckt, dass es eine Konkordanz von diesem zu seinem Inneren gibt und bezieht sich nun in seiner Vorstellungswelt auf den Vaterarchetyp, wodurch er sich mit seiner Herkunft aussöhnen kann. Dieser Prozess ist die Analogie zur Ablösung von der Mutter mithilfe des Mutterarchetyp, wie er für die Entwicklung des Sonnenheros wichtig ist 37 .
2.2.3. "Frau Eva" als Anima
Zweifelsohne eines der Ziele des Handlungsverlaufes und Sinclairs Bestreben ist Frau Eva, Max Demians Mutter. Nach dem bisherigen symbolträchtigen Verlauf des Romans muss ihre Figur derart viele Handlungsstränge beantworten, dass Michels von ihr sagt, sie sei „noch rätselhafter [als Demian] und etwas blutleer-abstrakt“ 38 . Das sie die klassische Animagestalt ist, die das tatsächlich nur als Bild existierende Mutter-Imago der Beatrice ablöst, wird anhand des Begriffsfeldes klar, das Sinclair benutzt, um sie zu beschreiben. Als er zunächst das Photo von ihr sieht erkennt er in
36 Hermann Hesses „Demian“, S. 123 f.
37 Jung, HEROS, S. 82 f.
38 MatD., S. 18
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ihr „die große, männliche Frauenfigur, ihrem Sohne ähnlich, mit Zügen von Mütterlichkeit, [...] Zügen von tiefer Leidenschaft, [...] Dämon und Mutter, Schicksal und Geliebte.“ 39 Sie hat ein „Gesicht, das gleich dem ihres Sohnes ohne Zeit und Alter“ 40 ist. Sein Wunsch ist, in ihr die Kombination aus „Mutter, Geliebte, Göttin“ 41 zu haben und in ihrer Nähe zu sein.
Damit ist klar, inwiefern Frau Eva (man denke nur an den Sündenfall und die daraus entstehende Bewusstwerdung der Erkenntnis) den Kulminationspunkt von Sinclairs bisherigem Weg darstellt. In ihr verschmelzen im Archetyp der „Großen Mutter“ die Spannungsfelder der Sehnsucht nach dem Mütterlichen mit dem Inzestverbot einerseits, als auch das der Urgeliebten andererseits zum Komplex des regressus ad uterum. Die Rückkehr hat inzestuösen Beigeschmack, da Frau Eva die Mutter des Freundes Demian ist, doch zeigt sie Sinclair eindeutig auch Verhaltensweisen einer Geliebten 42 , wenngleich auch sehr zurückhaltend und in die Zukunft verweisend. Doch findet die Assimilation des Archetypus der Mutter erst in jener ambivalenten Szene am Ende des Romans statt, als Max Demian, der ebenfalls verwundet neben Sinclair im Lazarett zu liegen kam, ihm einen Kuss von Frau Eva überbringt. Damit verschwindet Demian aus Sinclairs Geschichte, ohne dass wir genau wissen, was aus ihm geworden ist (was Hesse wahrscheinlich sehr bewusst so gestaltet hat. Denn Sinclair hat sich gewandelt. In seinem Inneren findet er sein eigenes Bild, dass jetzt „ganz Ihm gleicht, Ihm meinem Freund und Führer“ 43 . Demian ist als Persönlichkeitsanteil assimiliert worden, die Spaltung ist aufgehoben und Sinclair hat den Mutterarchetyp integriert, wodurch er sich erfolgreich von der Mutter und damit seiner kindlichen Vergangenheit ablösen konnte. Er ist erwachsen geworden, seine Initiation ist abgeschlossen 44 .
2.3. Ausblick
Die Initiation und die Suche nach dem Mutterarchetyp begegnet von nun an häufig in Hesses literarischem Werk. Man denke nur an „Narziß und Goldmund“ (1930), ein Roman, der den Zwiespalt zwischen Geistesanteil und Sinnenanteil im Menschen metaphorisch in die Geschichte zweier Freunde hineinlegt. Einer der beiden, bezeichnenderweise „Goldmund“ mit Namen, beginnt sein Leben nach einer schweren seelischen Krise auf der Suche nach der Mutter und möchte dann die geträumte Geliebte finden, von der er nur ein Wunschbild in sich trägt. Zum Schluss stellt er fest, dass es das Angesicht des Schicksals oder des Lebens selbst war, das ihn führte und er stirbt in der Gewissheit, zur „Großen Mutter“ einzukehren.
39 Hermann Hesses „Demian“, S. 154
40 a.a.O., S. 163 f.
41 a.a.O., S. 165
42 a.a.O., S. 176 “Sie streichelte mir das Haar und lächelte mir ihre reife, duftende Wärme zu“
43 a.a.O., S. 194
44 MatD, S. 35, vgl. Hesses Brief an seine Schwester Adele vom 04.11.1920: „[...] darum muss Demian am Ende auch verschwinden, da er [...] diesen nimmer braucht.“
3
3. Fazit
Wir können also festhalten, dass in Hermann Hesses „Demian/ Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend“ eine Initiation gestaltet wird, wobei der Handlungsverlauf, der sich oszillierend zwischen Realität und metaphorischer Ebene bewegt, am Mythos des Sonnenhelden und seiner Nachtmeerfahrt angelehnt ist, was sich anhand der zahlreich auftretenden Symbole diesbezüglich belegen lässt.
4. Literatur
• Freese, Peter: "Die Initiationsreise/ Studien zum jugendlichen Helden im
modernen amerikanischen Roman"; Neumünster, 1971
• Hesse, Hermann: „Demian /Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend“,
Frankfurt a.M., 1974
• Jung, C.G.: "Heros und Mutterarchetyp/ (Symbole der Wandlung 2)", Bd.
IX aus: Barz, H., Baumgardt, U., Blomeyer, R., e.a. (Hrsgg) "Grundwerk/ C.G. Jung", Olten, 1985
• Jung, C.G.: "Traumsymbole des Individuationsprozesses / (Psychologie und
Alchemie 1)", Bd. V aus: Barz, H., Baumgardt, U., Blomeyer, R., e.a. (Hrsgg) "Grundwerk/ C.G. Jung", Olten, 1984
• Michels, Volker (Hrsg.): "Materialien zu Hermann Hesse /"Demian"/
Entstehungsgeschichte in Selbstzeugnissen", Suhrkamp Verlag, 1993
Arbeit zitieren:
Carsten Hinrichs, 1997, Initiationssymbole in Hermann Hesses "Demian", München, GRIN Verlag GmbH
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Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (Hermann Hesse - Demian)
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