Ziel des Ganzen ist das Erreichen des Nirvanas oder wenigstens einer höheren Wiedergeburt. Das wird durch das Karma bestimmt, genau wie im Hinduismus. Laut Buddha könne unterschiedliche Karmas zu einer Wiedergeburt als Mensch, als Tier, als hungriger Geist, als Bewohner der Hölle oder sogar als einer der Hindugötter führen. Die Existenz als Mensch ist der Existenz als Gott jedoch vorzuziehen, da die Götter von ihren Vergnügungen so beansprucht sind, daß sie darüber die Notwendigkeit der Erlösung vergessen.
• Die Normen die zum Nirvana führen, sind nach innen gerichtet. Sie umfassen: Güte, Mitleid, mitfühlende Freude und Gleichmut.
• Die Normen, die zu einem verbesserten Dasein durch Wiedergeburt führen, sind die Erfüllung der gesellschaftlichen Pflichten: Wohltätigkeitshandlungen (Unterstützung der Sangha), und die Einhaltung der fünf Gebote.
Die fünf Gebote: 1. nicht töten, 2. nicht stehlen, 3. nicht lügen, 4. Enthaltung von unkeuschem
Lebenswandel und 5. kein Genuß von Rauschmitteln. Mit der Einhaltung dieser Gebote können die drei Hauptwurzeln des Bösen - Gier, Haß und Verblendung - überwunden werden. Für die Mitglieder der Sangha gibt es noch weitere fünf Gebote: 6. Nicht zur falschen Zeit essen, 7. Verzicht auf Tanz, Gesang, Musik und Theater, 8. keine Veränderung des natürlichen Körpers durch Salben, Parfüms, usw., 9. Verzicht auf ein großes, bequemes Bett und 10. kein Geld besitzen.
Die Wiedergeburt
Nach der Tradition des Buddhismus besteht die Persönlichkeit des Menschen aus fünf Komponenten: dem materiellen Körper, den Empfindungen, den Wahrnehmungen, den Gefühlsregungen und dem Bewußtsein.
Grundlage ist der materielle Körper, der durch die sechs Sinnesorgane in Kontakt mit der Außenwelt treten kann: dem Seh-, Gehör-, Tast-, Geschmacks- und dem Denk- oder Bewußtseinssinn, der unter anderem die Koordination der fünf anderen Sinne übernimmt.
In einer Reihe von verschiedenen Stadien wird jedes Objekt wahrgenommen. Zum Schluß entsteht das Bewußtsein über das Wahrgenommene. Die Bewußtseinsebene in der sich die Aufarbeitung der Wahrnehmungen vollzieht, wird Verstand genannt.
Der lebensfähige Körper setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem aus chemischen Stoffen bestehendem materiellen Körper und dem Geist, wobei das eine nicht ohne das andere existieren kann
Im tiefsten Bewußtsein aller Menschen liegt die Vorstellung der eigenen Beständigkeit. Der Buddhismus betrachtet das Dasein der Menschen auf der Erde nicht als das ganze Leben sondern nur als einen Ausschnitt aus dem Leben.
Die Wiedergeburt jedoch ist nicht als eine persönliche Fortdauer zu verstehen. Nach buddhistischer Auffassung stirbt mit dem Tod die ganze Persönlichkeit, einschließlich ihres Bewußtseins. Es bleibt jedoch ein Keim übrig, aus welchem ein neues Individuum mit neuem Bewußtsein hervorgeht. Die Wiedergeburt gleicht der Übertragung einer Flamme von einer Fackel auf eine andere: Es ist die „gleiche“ Flamme, jedoch der Träger (Beim Menschen die Persönlichkeit) ein völlig neuer.
Das Nirvana
Das Nirvana (bedeutet: Verlöschen, Verwehen) läßt sich mit Worten nur umschreiben. Unter den zahlreichen Bezeichnungen für Nirvana kann man in Anlehnung an den bekannten Buddhologen Edward Conze Kategorien bilden. Demnach ist das Nirvana:
• Leer, denn es hat keinen Bezug zum eigenen Selbst (Das Erlöschen des persönlichen Selbst ist Voraussetzung für das Erreichen des Nirvanas).
• Zeichenlos, denn das Nirvana besitzt nichts, woran es zu erkennen wäre.
• Wunschlos, denn man kann es nicht begehren und wer es erreicht hat, begnüt sich mit dem, was es einfach ist.
• Todlos, frei von allem Sterben und jeder Art von Vergänglichkeit, denn das Nirvana ist ungeschaffen, unwandelbar, unzerstörbar und endlos dauernd.
• Friedlich, denn es ist frei von allem Leid und Störungen seiner friedlichen Stille.
• Sicher, denn es ist frei von den Bedrohungen eines äußeren Nicht-Selbst und frei von aller inneren Selbstentfremdung.
Buddhismus heute
Der Buddhismus ist keine einheitliche Religion geblieben. Im Laufe der Zeit haben sich viele unterschiedliche Richtungen entwickelt. Die drei wichtigsten sind folgende:
• Der Hinayana- bzw. Theravada-Buddhismus (das Kleine Fahrzeug): die älteste Form des Buddhismus, die die ursprüngliche Lehre Buddhas am ehesten bewahrt hat.
• Mahayana-Buddhismus (das große Fahrzeug): eine jüngere Form, die sich etwa seit dem 2.Jahrhundert n.Chr. entwickelt hat. Im Mahayana wird Buddha als Gott verehrt und es werden prachtvolle Gottedienste gehalten und reiche Tempel gebaut. An die Stelle der Meditation als Weg zur Erlösung tritt das große Gebot des Mitleids mit allen Lebewesen. Die weitaus meisten Buddhisten - etwa 200 Millionen - gehören dem Mahayana an.
• Vajrayana-Buddhismus (das Diamantene Fahrzeug): er steht in vieler Hinsicht im Gegensatz zum ursprünglichen Buddhismus, denn der Vajrayana ist eine hierarchisch geordnete Religion, in der die Priester große Macht haben. Typisch für den Vajrayana sind Dämonenfurcht und Vielgötterei. An der Spitze steht der Dalei Lama, den die Gläubigen als göttlich verehren.
Der Buddhismus, eine gottlose Religion?
Im großen und ganzen hat Buddha in seinen Lehrreden kaum von Gott gesprochen. Viele haben deshalb gesagt, der Buddhismus sei eine atheistische Religion, doch Buddhisten weisen darauf hin, daß das Schweigen über Gott seine Existenz nicht leugnet, sondern daß hinter diesem Schwiegen vielleicht ein Wissen um die Grenze der menschlichen Sprache, die gegenüber dem unaussprechlichen verstummen muß.
Arbeit zitieren:
Kathrin Schneider, 2001, Buddhismus, München, GRIN Verlag GmbH
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Dinge falsch dargestellt!.
(Wie so häufig) sind die edlen 4 Wahrheiten sinngemäss falsch dargestellt - ich empfehle, die Erläuterungen auf den WebSeiten der Buddhistischen deutschen Zentren (zB http://www.buddhismus-muenchen.de/html/texte/t_vi_bod.pdf) nachzuschlagen.
am Tuesday, February 26, 2002-
Francesco Ficicchia
Buddhismus (Autorin: Kathrin Schneider).
Ansprechende und einfühlsame Einführung in den Buddhismus, besonders was die Ausführungen über Wiedergeburt und Nirvana betrifft.
Unzutreffend sind die Angaben über die Verbreitung des Buddhismus (200 Mio. Anhänger). Allein in China ist die Zahl auf 200 Mio. anzusetzen. Doch der Buddhismus ist auch in Japan, Korea, Taiwan, Vietnam, Kambodscha, Laos, Thailand, Myanmar (Burma), Singapur, Indien, Sri Lanka, Mongolei, Tibet und anderen Himalaya-Staaten verbreitet. Viele dieser Länder, in denen der Buddhismus vorherrschend, weisen eine grosse Bevölkerungszahl auf. So ist die Gesamtverbreitung auf etwa 500-600 Mio. zu veranschlagen, wovon etwa 60% auf das Mahayana entfallen. In der westlichen Welt leben etwa 4-5 Mio. Buddhisten.
Sarva mangalam
Francesco Ficicchia
http://www.navayana.ch
am Saturday, July 20, 2002-