Kindern liebevoll „Onkel“ genannt, weil er sie wenige Tage vor ihrer Selektion über die Lagerstraßen spazieren fährt oder ihnen Schokolade gibt.
Am Tag der Befreiung (27.1.45) haben von 3000 Zwillingen 180 überlebt.
Mengele verlässt hingegen schon am 17.01.45 Auschwitz und trifft am 2.5.45 im Feldlazarett 2591 ein. In Weiden wird Mengele als normaler Soldat gefangen genommen, obwohl er seit April 1945 auf der Kriegverbrecherliste steht.
Sein Mitgefangener Ulmann besorgt für Mengele einen neuen Pass nach seiner Entlassung. Dr. Josef Mengele heißt ab jetzt „Fritz Hollmann“ und findet am 30.10.1945 auf einen Bauernhof im oberbayerischen Mangolding (bei Rosenheim) eine Anstellung als Knecht.
Seine Frau Irene, die er 1939 geheiratet hat, wird von der MP verhört, gibt jedoch zur Protokoll, dass ihr Mann verschollen sei, obwohl sie von seinem Aufenthaltsort weiß.
Dies führt auch dazu bei, dass der US-Chefankläger General Telford Taylor am 19.1.1948 die Akte Mengele schließt, da laut den Untersuchungen Mengele seit Oktober 1946 tot sei. Mengele veranlasst, dass seine Familie für ihn die Flucht nach Südamerika über Schleussergruppen plant, welche er nach einem ½ Jahr Vorbereitung am 16.04.1949 beginnt.
Mengele steigt in einem Zug nach Innbruck und fährt am frühen Abend des Ostersonntags (17.04.49) in Richtung Brenner, wo er eine Station vor Italien den Zug verlässt und mit Hilfe eines Bergführers über alte Schmugglerpfade nach Italien kommt. Anschließend setzt er seine Reise nach Sterzing fort, um von einem Kontaktmann seinen neuen Südtiroler Pass mit dem Namen „Helmut Gregor“ zu erhalten. Nach einigen Tagen Aufenthalt in Sterzing bekommt Mengele von einem Familienbekannten Bargeld für seine weitere Flucht und fährt nach Genua weiter, um seinen Tiroler Pass in einen Flüchtlingspass des Roten Kreuzes einzutauschen und ein Visum von einem korrupten Beamten abzuholen. Am 18.7.1949 betritt Mengele alias „Helmut Gregor“ das Schiff „North King“ , welches am 26.8.1949 in Buenos Aires (Argentinien) ankommt. Dort lebt er von seiner Schreinerei. Nach einem Kurzbesuch im heimischen Günzburg beantragt Mengele am 09.11.1956 bei der deutschen Botschaft in Buenos Aires einen Reisepass unter seinem gebürtigen Namen und bekommt ihn ausgestellt, da gegen Dr. Josef Mengele laut der Botschaft nichts vorlegen habe, doch dies war falsch, da bereits seit dem 5. Juni 1959 in Deutschland ein Haftbefehl erlassen wird.
Jedoch hat sich Mengele im Mai 1959 nach Paraguay abgesetzt und erhält durch den damaligen Regierungspräsident am 27.11.1959 die paraguayische Staatsangehörigkeit alias „José Mengele“. 1960 zieht Mengele wegen dem israelischen Mossad nach Brasilien und arbeitet unter dem Namen „Peter Hochbichler“ auf einen Bauernhof.
1974 wechselt Mengele seinen Wohnort noch einmal und lässt sich in São Paulo in einen Armenviertel nieder. Für seine Sicherheit seit 1960 hat die Familie Wolfgang Gerhard beauftragt und dieser überlässt Mengele seinen Pass als er (Gerhard) starb.
Nun lebt Mengele unter dem Namen „Wolfgang Gerhard“ in São Paulo und stirbt beim Schwimmen am 7.2.1979 an einem Schlaganfall in Berioga (40 km südlich von São Paulo). Beerdigt wird Mengele von seinem Schüler in Brasilien Bossert in Embu unter dem Namen „Wolfgang Gerhard“. Die Leiche Mengeles wird am 6.6.85 exhumiert und am 21.6.1985 von 18 internationalen Gerichtsmedizinern bestätigt, dass es sich um Dr. Josef Mengele handele.
Heute lagern die Überreste Mengeles im forensischen Institut von São Paulo in zwei Pappkartons.
Arbeit zitieren:
Sascha Meyer, 2000, Dr. Mengele - eine kurze Zusammenfassung, München, GRIN Verlag GmbH
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