-Drama des Barocks
- aus England
- Stücke auf geringem Niveau
- Untergruppen: -Trauerspiel: - hohes lateinisches Niveau
Vergnügen der Zuschauer
-Roman des Barocks
- der höfische Roman: über / für hohen Adel
- der Schäferroman: Schäfer in freier Natur für hohes Bürgertum
- der Schelmroman: Schelm mit Lastern / Sünden für niedriges Bürgertum
- der politische Roman: Reise eines jungen Mannes, Erfahrungen
4. Sprache im Barock
- immer mehr Interesse vom Bürgertum an Literatur
- 1609: 1. Wochenzeitung
- Ablösung des Lateins durch die deutsche Sprache
- Sprachgesellschaft (Bewahrung der deutschen Begriffe vor ausländischen Einflüssen, einheitliche deutsche Grammatik)
5. Kultur im Barock
- Theater- / Opernbesuche üblich → 1. Theater in der Zeit des Barock
- Titel / Anreden wichtiger (Ansehen großen Einfluss)
- Messer, Gabel, Geschirr aus Silber / Gold immer üblicher
- Essgewohnheitenänderung (Tee, Kaffee, Genussmittel (Schokolade))
- Musik immer wichtiger (Bach, Händel, Vivaldi)
- Kleidung wesentliches Element der Repräsentation (große Kragen / Ärmel → französische Mode (Mann: Strümpfe/ hohe Schuhe / Perücke; Frau: Korsett / Kleid))
- erst Verlagerung ins prunkvolle Leben → Lebensstiländerung (alles bezieht sich nur auf die Adligen)
Andreas Gryphius
- 02.10.1616 geboren in Glogau
- Gymnasium in Danzig (1634) → lateinischer Herodes-Epos
- danach Hauslehrer
- 1637 1. Sonettsammlung in Lissa
- 1638 Reise zur Universität Leiden → Jura, Anatomie, Metaphysik, Poetik
- 1644 - 1646 Frankreich - Italienreise (Paris, Angers, Marseille, Florenz, Rom) → lateinisches Epos über Leiden Christi: Widmung Venedig
- 1646 / 47 Straßburg: Fertigstellung 1. Trauerspiel („Leo Arminius“)
- 1649 Heirat mit Rosina Deutschländer
1. Fassung des „Carolus Stuardus“
- 1650 Landessyndikus (Bevollmächtigter) von Glogau
- 1657 Teilausgabe der Dichtungen: 1658 „Absurda Conica“ 1660 „Verliebte Gespenster“
- 1662 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft (Erneuerung der deutschen Sprache)
- 16.07.1664 Tod in Glogau
Tränen des Vaterlands (1637 veröffentlicht)
1 Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret! Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun, Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Kartaun Hat aller Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret.
5 Die Türme stehn in Glut, die Kirch ist umgekehrt, Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun, Die Jungfraun sind geschänd’t, und wo wir hin nur schaun, Ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchfähret.
Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
10 Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut, Von Leichen fast verstopft, sind langsam fort gedrungen.
Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest und Glut und Hungersnot, Dass auch der Seelenschatz so vielen abgezwungen.
1. Strophe: Ursache der Kriegsverwüstungen
2. Strophe: verursachte Folgen
3. Strophe: körperliche Leiden
4. Strophe: geistige Leiden
1. + 2. Strophe: Quartett mit umarmenden Reimen (abba cddc)
3. + 4. Strophe: Terzett mit 2 Paarreimen und 1 Schweifreim (eef ggf)
- „Tränen“ im Titel: Trauer durch Krieg
- „Vaterland“: patriotische Gesinnung des Autors
1. Strophe:
- „wir“ (1): Zusammenhalt mit Bevölkerung
- 1. Vers: Hyperbel (Steigerung des Superlativs „und mehr ganz, ja mehr denn ganz“)
- Adjektive zur Beschreibung der Mittel der Verwüstungen
- Adjektive personifizierend („die rasende Posaun“ (2))
2. Strophe:
- inhaltlicher Anschluss an 1. Strophe
- Aufzählungen der Zerstörungen in Reihenfolge (erst zerstörte Stadt, dann geistliche / weltliche Zerstörung) durch
„die Kirche ist umgekehrt“ (5) „im Graus“ (6) → Beschreibung der materiellen Dinge Auswirkung der Kriege auf Personen:
„die Starken“ (6) Schutz der Stadt → schon besiegt → Verletzung der „Jungfraun“ (7),
Symbol für Moral / Anstand
- Ende der Strophe durch Klimax (Aufzählung allgegenwärtiger Kriegsfolgen „Feuer, Pest und Tod“ (8))
3. Strophe
- Beginn mit Hyperbel „rinnt allzeit frisches Blut“ (9)
- flehender Charakter
- „Dreimal sind schon sechs Jahr, [..], sind langsam fort gedrungen“ (10f) → Teilung der 18 Kriegsjahre (danach nur noch Elend) in 3 Teile
→ Hochrechnung der 3 Abschnitte auf Gryphius (1616 geboren)
→8 / 14 / 20 Jahre alt → die 3 wichtigsten Stadien der Reifeprozesses → durch Umstände
in dieser wichtigen Zeit keine Erfahrung der Individualität / Möglichkeit zur freien Auslebung
4. Strophe:
- „Dass auch der Seelenschatz so vielen abgezwungen.“ (14) Was meint er damit? → Lebensgefühl des Barocks beantwortbar → moralischer Verfall,
schiere Grausamkeit, Mensch verunsichert / erschüttert / nachhaltig beeinflusst
Was fehlt Leser am Schluss?
Wahrscheinlich: Art politische Aussage / Aufruf / Kritik an tragischen Missständen → nicht vorhanden → Abbruch des Gedichts an dieser Stelle → Wirkung wie
stillschweigendes Hinnehmen
→ Anschein einer Klage / Hilferuf → aber keine Verbesserungsvorschläge → typisch für
Barock
- These „Wir sind doch nun mehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret“ (1)
- Aufzählung von Beispielen (Kriegsschäden)
- poentisches Ende → Klimax- / Finalstruktur
- Antithetik „die Starken sind zerhaun, die Jungfraun sind geschänd’t“ (6f)
6. Quellen
- Internet
- Deutschbuch
- Brockhaus Lexikon
Quote paper:
Martin Zemke, 2001, Barock, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Franzi
DANKE!.
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on Monday, October 29, 2001-