2. Das rhythmische Gesetz der Wiederholung: Wiederholen muß sich immer Gleiches, Ähnliches oder Affines. Die zeitlichen Intervall müssen in einem gewissen Sinne geordnet und aufeinander bezogen sein. 3. Rhythmus und Bewegung:
Bewegung und Rhythmus bilden nicht unbedingt eine untrennbare Einheit, stehen jedoch in einem dynamischen Verhältnis und sind voneinander abhängig. Die Beziehung wird hergestellt
♦ Von der Abhängigkeit organisch- rhythmischer (Willkür-)
Bewegungen, vom Rhythmus biologischer Dauerbewegungen (Herz-, Puls-, Atemtätigkeit) (...). ♦ Von der Ökonomisierungstendenz des Rhythmus im
Bewegungsablauf,
♦ Von einer (funktionalen) Entstehung des Rhythmus aus der
menschlichen Bewegungsweise (Rhythmus als regulierendes und disziplinierendes Moment, „subjektiver“ Rhythmus), ♦ Vom „rhythmischen Ausgleich“ innerhalb der Zeit-, Raum-, Kraft-und Formverhältnisse im Bewegungsablauf.“ 3
Die Norm für rhythmisches Bewegungsverhalten definiert Röthig als eine „harmonische, fließende, organische, natürliche, ökonomische, dynamische, ungehemmte, spontane, ästhetische, anmutige, im Ganzen vielleicht richtige Bewegung.“ 4
Ziele der Rhythmik
Die Ziele der Rhythmik sind auf der einen Seite im sozialen
Bereich, auf der anderen Seite in der Bewegungsschulung angesiedelt. Im sozialen Bereich soll, gerade bei beeinträchtigten Kindern, die Kommunikationsfähigkeit geschult werden, das heißt, dass die Kinder lernen sollen, Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen. Was die Bewegungsschulungbetrifft, leiden behinderte Menschen nach Zuckriegel oft an einem mangelnden Sinn für angemessene,
„richtige“ Bewegungen und Bewegungsmuster, bedingt durch physishe, aber auch psychische Begebenheiten. Die Rhythmik macht es sich zur Aufgabe, die Ausgangslage des Kindes in Bezug auf sein Bewegunsverhalten zu ermitteln und diese dann so weit auszubauen, dass sie in ein natürliches Gleichgewicht gebracht werden kann. Das angestrebte Ziel soll sein, das „Handeln zu erreichen, welches die höchste Form menschlicher Bewegungsäußerung“ 5 darstellt. Elfriede Feudel definiert den Aufgabenbereich der Rhythmik in die Ordnung durch die „Gegebenheiten von Zeit, Raum, Kraft und Form“ 6 Die Zeit wird durch das Erfassen von Metrum und Rhythmus erlebt, der Raum durch Gehen, Laufen, Messen, visuelle und sensorische Wahrnehmung. Aus dem Wechselspiel von An- und Entspannung und der Dynamik ergibt sich das Element der Kraft. Die Form setzt sich aus der angemessenen Koordiantion in einem richtigen Raum, Zeit und Kraftverhältnis zusammen.
Wirkungsbereiche der Rhythmik
Ordnungsübungen:
Diese werden vornehmlich am Anfang einer Rhythmikstunde durchgeführt. Sie sollen bewirken, dass der Schüler eine innere Ordnung finden kann, die es ihm ermöglicht, sich zu sammeln und zu konzentrieren. Desweiteren haben sie die Funktion, dem Kind die äußeren sowie innere Ordnung eines Bewegungsablaufes zu verdeutlichen, so dass sie als „Funktionstraing des motorischen Systems“ 7 gesehn wird. Ordnungsübungen beinhalten ebenfalls, die Schulung der auditiven Wahrnehmung und der sozialen Bezüge innerhalb einer Gruppe.
Sensomotorische Übungen:
Diese Übungen dienen der „Differenzierung der körperlichen Steuerungsfähigkeit ganz allgemein“ sowie der „Differenzierung der optischen, akustischen und taktilen Wahrnehmung.“ 8 Desweiteren sollen sensomotorische Übungen die Schulung des „Hörens, Sehens, Greifens und Begreifens“ 9 fördern.
Konzentrationsübungen:
Das Ziel der Konzentrationsübungen ist es, generelles Differenzierungsbewusstsein und eine umfassende Sinnesschulung anzustreben. Der Schüler bekommt die Möglichkeit, sich auf seinen eigenen Körper zu konzentrieren und zu fixieren, seine Schwächen und Stärken zu erkennen. Dadurch soll das Selbstbewusstsein gestärkt und der Weg nach „draußen“ geebnet werden.
Soziale Übungen:
Der Begriff des Sozialverhaltens stellt sich in der rhythmischen Erziehung als ein Wechselspiel des Führens und Folgens dar. Führen bedeutet, selbständig zu sein, Verantwortung zu übernehmen un zu tragen, sich über jemanden zu ordnen, Regeln zu bestimmen und deren Einhalten zu beachten. Folgen hingegen heißt, sich auf jemanden einlassen zu können, ihm zu vertrauen, sich bestimmten Gegebenheiten unterordnen zu können.
Fantasieübungen:
Neben dem sozialen Aspekt, ist die Ent wicklung von Kreativität und Fantasie eine sehr wichtige Zielsetzung der Rhythmik in Bezug auf beeinträchtige Kinder. Das „selber- tun“ in einer Fantasieüb ung verhilft den Kinder zu einer Selbsterfahrung. Sie sehen, zu was sie alles fähig sein können, was viele Konflickt- und Frustratuionssituationen entschärfen kann.
Begriffsbildungsübungen:
Die Kinder sollen während den Übungen spielerisch die Grundbegriffe des Raumes, der Zeit, der Kraft und der Form kennenlernen und dadurch ihren sprachlichen Ausdruck erweitern und Verbessern.
Arbeit zitieren:
Constanze Groenke, 2000, Rhythmik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Rhythmen in Bewegung, Sprache und Instrumentalspiel erfahren
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Unterrichtsentwurf, 9 Seiten
Die moralische Entwicklung nach Piaget und Kohlberg
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Skript, 4 Seiten
Die praktische Anwendung lernpsychologischer Theorien im Unterricht
Hausarbeit, 19 Seiten
Das moralische Urteil beim Kinde (J. Piaget (1945))
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hausarbeit, 12 Seiten
Der Einfluss von Musik auf die Entwicklung des Kindes
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Diplomarbeit, 138 Seiten
Lateralität beim Menschen - Evolution, Gesellschaft, Sport
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Seminararbeit, 16 Seiten
Moralentwicklung beim Kind - Jean Piaget
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Rhythmus als Problemfeld im Musikunterricht
Analysen zu Vermittlungskonzep...
Examensarbeit, 96 Seiten
Eingewöhnung in den Kindergarten
Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
Seminararbeit, 14 Seiten
Unterrichtseinheit: Erstellen einer Klanggeschichte (Klasse 2)
Unterrichtsentwurf, 18 Seiten
Die entwicklungspsychologische und pädagogische Funktion von Bilderbüc...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Ein historischer Überblick bzw...
Hausarbeit, 14 Seiten
Die sozial-kognitive Lerntheorie von Albert Bandura. Lernen an Medien,...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 36 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Einführung in koordinative Fähigkeiten als generalisierte körperliche ...
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Constanze Groenke hat den Text Rhythmik veröffentlicht
Constanze Groenke hat einen neuen Text hochgeladen
Rhythmik - Spielen und Lernen im Kindergarten
Bildung durch ganzheitliche Mu...
Sabine Hirler
0 Kommentare