Die Anfänge (1933-1935)
- Bereits kurz nach Machtergreifung (30. 1. 33) begannen die Nationalsozialisten, ihr antisemitisches Programm in die Tat umzusetzen
- Mehr als 50 zwischen April 1933 und September 1935 erlassene Gesetze verbannten die Juden aus dem öffentlichen Leben Deutschlands.
- akadem. Berufe, Schulen, Hoch~, einflussreiche Positionen in Staat u. Verwaltung waren ihnen verschlossen
- Organisierte Übergriffe auf Juden, ausgehend von Thüringen im Februar/März 1933
- bereits am 1. April 1933 riefen die Nationalsozialisten erfolgreich zum Boykott jüdischer Geschäfte auf.
- Am 15 September 1935 wurden die Nürnberger Gesetze verabschiedet. (S.43 vorlesen )
- Höhepkt. der antijüdischen Aktionen zunächst in der Nacht vom 9. zum 10.Nov 1938."Reichskristallnacht" (zynische Verharmlosung).
- angeblich dem entfesselten Volkszorn entspringender Angriff auf jüdische Geschäfte, Häuser u. Synagogen
- in Wahrheit eine von NSDAP und SA durchorganisierte Aktion
- Fensterscheiben von über 7000 jüdischen Geschäften, 29 Warenhäusern 265 Synagogen (265) zerstört
-zahlreiche Gebäude waren nach der Gewaltnacht abbruchreif. Mit Brandsätzen bewaffnete Nationalsozialisten ermordeten zudem im Verlauf der Nacht 97 Menschen.
- äußeren Vorwand der Gewaltaktion war Attentat auf den Sekretär der dt. Botschaft in Paris, am 7. November Anschluss an Nacht etwa 30000 Juden vorübergehend in KZs interniert
Vor Ausbruch des 2.WK emigrierten noch etwa 315000 Juden aus Dtl, wie anfangs von den Nazis noch gewollt, dann wurde es aber später verboten. Die Situation der Juden verschlechterte sich Tag für Tag
Der 2. Weltkrieg (1939-1945) und die Endlösung
Am 04. Juli entstand die Verordnung über die Zusammenfassung (Konzentration) aller ,,Rassejuden" . Mit dem Angriff der deutschen Truppen auf Polen am 01. September 1939 begann der zweite Weltkrieg. Den Juden wurde verboten, sich nach 20 Uhr auf den Straßen aufzuhalten und sie mussten ihre Rundfunkgeräte abliefern.
- Mit Besetzung einiger osteurop. Staaten zu Beginn des 2.WK gelangte auch dort eine große Zahl von Juden in den Machtbereich der Nazis. Eroberung der westl. u. nördl. Nachbarländer (Frankreich, Niederlande, Dänemark)
- Juden per Druck zur Emigration zu zwingen, schien nationalsoz. Machthabern kein geeignetes Mittel, um die Judenfreiheit ihres Machtkreises zu erreichen. Stattdessen war die Ausrottung der Juden im Grunde beschlossen.
- Die polnischen Juden wurden daher in abgeriegelten Stadtvierteln, den Ghettos, in Warschau, Lodz, Krakau, Tarnow und Lublin unter unmenschlichen Verhältnissen auf engstem Raum festgehalten. Die Ghettos wurden streng bewacht und durch Mauern und Zäune von der Umwelt abgeschnitten. Die Oberaufsicht und damit die Entscheidungsfreiheit über die Ghettos lag bei den Deutschen. Auf ihren Befehl hin wurden in jedem Ghetto führende Männer (meistens 12)ausgesucht, die den Judenrat bildeten. Diese 12 in größeren Ghettos 24 Männer mussten die innere Verwaltung des Ghettos übernehmen. Sie waren für Fragen der Gesundheit, der Wohnungsbeschaffung und der örtlichen Ordnung zuständig. Sie betrieben
Krankenhäuser, verteilten Nahrungsmittel und stellten in größeren Ghettos sogar eine jüdische Polizeitruppe auf. Die Judenräte bildeten die Regierung in den Ghettos. Sie wurden gezwungen alle Befehle der deutschen Machthaber zu befolgen. Tag für Tag wurden die Juden von Ghetto- Polizisten, meist Angehörigen der SS, gequält, geprügelt und gedemütigt. Bedrückende Enge wegen Überfüllung, Armut, Kälte und unzureichenden hygienischen Verhältnissen führten zu einem regelrechtem Dahinvegetieren, einem Warten auf den Tod. Durch Hunger, Krankheiten und Seuchen starben viele schwache Menschen, Vor allem Kinder und ältere Leute. Kinder versuchten durch Betteln, tauschen und stehlen wenigstens etwas zum Essen zu bekommen. Entsetzliches Elend und absolute Hoffnungslosigkeit waren die Folgen dieser bewusst in Kauf genommenen Verschlechterungen der Lebensverhältnisse. Täglich wurden auf den Straßen die Leichen zusammen gekarrt.
- bekanntes G.: Warschauer G. 1939/40 an der Stelle des traditionsreichen Warsch. Judenviertels errichtet
-1940 auf engstem Raum bis zu 500000 Juden aus Warschau u. Umgebung, später auch ausländische Juden in das Ghetto.
-Winter 1941/42: 100000 Ghettobewohner sterben an Hunger und Epidemien -Juni 1942 Beginn der Massendeportation in Vernichtungslager: -22.Juli 1942 300000 Juden abtransportiert, im Ghetto verblieben noch etwa 60 000 Bewohner
-wenige Tage später Gründung der jüd. Kampforganisation Zydowska, Organizacja Bojowa im Ghetto
-Deportationen im Jan. 1943 (ins Vernichtungslager Treblinka) Auslöser für bewaffneten Aufstand der Juden, -> wurde von der SS brutal niedergeschlagen; 50000 Juden kamen ums Leben.
- Mit Überfall auf die Sowjetunion(22.Juni 1941) nahm system. Ausrottung der europäischen Juden durch Nazis Anfang.
Neu eingerichtete, dem Reichssicherheitshauptamt unterstellte Einsatzgruppen folgten deutschem Heer in Osten und ermordeten dort annähernd eine Million Juden systematisch durch Erschießungen
- Januar 1942 Wannseekonferenz: Am 30 Juli 1941 schrieb Reichsmarschall Hermann Göring an Sicherheitschef Reinhard Heydrich und gab ihm den Auftrag alle erforderlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sachlicher und personeller Hinsicht zu treffen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflussgebiet in Europa. Weiterhin sollte er einen Gesamtentwurf zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorlegen. Heydrich berief dann am 20. Januar ein Konferenz. Protokoll schrieb Adolf Eichmann, Chef des Reichssicherheitssamtes. Es kamen noch hohe Verwaltungsbeamte aus verschiedenen Ämtern und wichtige SS Führer und unterhielten sich über geeignete Mittel und Wege Millionen von Menschen zu vernichten. 14,7 Millionen Juden sollten mittels Gas in Vernichtungslagern umgebracht werden und man begann augenblicklich mit der Umsetzung dieses Planes
- Trennung der in Güterwaggons herangeschafften Menschen bei der Ankunft in Lagern in Arbeitsfähige und unmittelbare Todeskandidaten. Unter dem Vorwand einer Desinfektionsmaßnahme wurden die Opfer mittels Zyklon B (Blausäure,Zyanwasserstoff) das aus den Duschköpfen strömte, erstickt (vergast). Die ungeheuren Mengen an Leichnamen wurden schließlich in lagereigenen Krematoriumsöfen verbrannt.
- Bevor militärische Niederlage Dtl. die beispiellose Vernichtungsmaschinerie zum Stillstand brachte, starben ca. 3 Mio. Juden aus Europa allein in Vernichtungslagern Auschwitz, Chelmno, Belzec, Sobibór, Treblinka.
- Neueste Schätzungen: Gesamtzahl Opfer des Holocaust 6 Mio. Menschen. Die nach Kriegsende von d. Alliierten und später von Dtl. angestrengten Strafprozesse gegen die (z.T. erfolgreich untergetauchten) Verantwortlichen gehen teilweise bis in Gegenwart.
Aber wie reagierte das Judentum auf alle diese Gewalt?
- In Jahren vor Hitlers Machtergreifung hatten sich Juden aller Schmähungen enthalten und weder auf sozialdemokrat. noch auf kommun. Seite an Straßenaufmärschen teilgenommen.
- Juden überzeugt, daß sie schweren Zeiten entgegen gingen, Lage jedoch nicht unerträglich werden würde
- Mit Parolen, wie "man kann uns zum Hungern verurteilen, aber nicht zum Verhungern", oder "man kann unter jedem Gesetz leben" versuchten Juden in ihren Zeitungen die anderen jüdischen Glaubens zum Durchhalten zu motivieren, denn nach ihrer Ansicht konnte man unter jedem Gesetz leben.
- 1939 wußte jüd. Gemeindeführung Lesern nur noch einen Rat zu geben: sämtliche offiziellen Anordnungen u. Weisungen peinlichst genau zu erfüllen, doch das konnte ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr helfen.
Arbeit zitieren:
Prinz, Andreas, 2001, Holocaust, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Prinz, Andreas hat den Text Holocaust veröffentlicht
Prinz, Andreas hat einen neuen Text hochgeladen
The Holocaust by Bullets: A Priest's Journey to Uncover the Truth Behi...
Patrick Desbois, Paul A. Shapiro
Holocaust as Fiction: Bernhard Schlink's "Nazi" Novels and Their Films
William Collins Donahue
The Holocaust and History: The Known, the Unknown, the Disputed, and t...
Michael Berenbaum, Abraham J. Peck
0 Kommentare