Seite -2-
Gliederung
1. Einleitung Seite -4-
2. Probleme der Implementation von Facharbeiter-Ausbildung und -Einsatz
Seite -5-
2.1 Strukturmuster des “Klassischen Anlernbetriebes der Prozeßproduktion - Struktur-
typ I Seite -6-
2.1.1 Typischer Berufsverlauf des Angelernten Seite -7-
2.2 betriebliche Arbeitseinsatz- und Gratifikationsstrukturen Seite -9-
3. Das Berufsverlaufsmuster von Facharbeitern Seite -10-
3.1 Berufsverlaufsmuster von (Reparatur)-Facharbeitern Seite -10-
3.2 Beispiel für Lohnkarrieren von Elektro- und Metallfacharbeitern im Hüttenbetrieb
Seite -10-
3.3 Strukturelle Problemursachen Integration von Facharbeiter-Karrieren in bestehende
betriebliche Strukturen - Problemursachen und Problemlösungen Seite -11-
3.3.1 Strategien und Maßnahmen der Problemlösung Seite -12-
3.3.2 Maßnahmen zur Abfederung des Umstrukturierungsprozesses
Seite -13-
4. Schaffung attraktiver Berufsverlaufsperspektiven für Ausbildungsplatzbewerber -
Problemursachen und Problemlösungen - Seite -14-
4.1 Strukturelle Ursachen der Unattraktivität Seite -14-
4.2 Unattraktive Berufsverlaufsmuster als indirektes Produkt gegebener betrieblicher
Strukturen Seite -15-
4.3 Strategien und Maßnahmen der Problemlösung Seite -15-
5. Betriebe ohne Implementationsprobleme - Strukturtyp II Seite -16-
6. Gesellschaftliche Ursachen der Verbreitung und Verfestigung der Berufsverlaufsmuster
von qualifiziert Angelernten und Facharbeitern
Seite -16-
7. Zusammenfassung Seite -17-
8. Literaturverzeichnis ........................................ Seite -18-
Seite -3- 1. Einleitung
In diesem Referat wurde eine Studie von Ingrid Drexel: “Belegschaftstrukturen zwischen Veränderungsdruck und Beharrung” vorgestellt. Diese Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft in Auftrag gegeben. Das Ziel der Untersuchung waren die Implementationsprobleme bei der Einführung neuer Ausbildungsberufe (Facharbeiterberufe) in Betrieben, die überwiegend Angelernte einsetzten. Die Qualifikationsstruktur vieler Betriebe war durch eine Dreiteilung gekennzeichnet, die sich in Facharbeiter, Angelernte und Ungelernte unterteilte. Es wurden qualitative Untersuchungsmethoden gewählt, wie Fallstudien, Expertenbefragungen, Strukturanalysen. Ausserdem wurden 12 Betriebsfallstudien der 1976/77 durchgeführten Untersuchung in der Chemischen und der Eisen- und Stahlindustrie, Kurzfallstudien in einem Betrieb der Papier, Pappe und Kunststoffverarbeitenden Industrie, einem Betrieb der Flachglaserzeugenden Industrie, einem Betrieb der Papier, Pappe, zellstoff- und holzstoffverarbeitenden Industrie, einem Betrieb der Hohlglas erzeugenden Industrie, einem Betrieb der Kautschuk und Kunststoffverarbeitenden Industrie sowie zwei Betriebe der Lebensmittelindustrie miteinbezogen.
Zuerst wird in dieser Arbeit auf die Probleme der Betriebe bei der Implementationsproblematik eingegangen. Drexel untersucht hier insbesondere die Betriebe mit Implementationsproblemen, die sie auch als Strukturtyp I bezeichnet. Zur Verdeutlichung wird ein typisches Berufsverlaufsmuster eines Angelernten mit einem Beispiel des betrieblichen Arbeitseinsatzes und der Gratifikationsstruktur und ein typisches Berufsverlaufsmuster eines Facharbeiters mit einem Beispiel gegenübergestellt. Im zweiten Teil der vorliegenden Arbeit werden die Integration von Facharbeiterkarrieren und deren Probleme, die Strategien und Maßnahmen der Problemlösung, Maßnahmen zur Abfederung des Umstrukturierungsprozesses und die Ursachen der Unattraktivität der Facharbeiterberufe bei Jugendlichen dargestellt.
Bei dieser Studie gab es auch Betriebe ohne Implementationsprobleme (Strukturtyp II). Auf die Charakteristika dieser Betriebe wird am Schluss dieser Arbeit kurz eingegangen.
Seite -4- 2. Probleme der Implementation von Facharbeiter-Ausbildung und -Einsatz
Bei der Implementation von Facharbeiterausbildungen in den vorgenannten Betrieben kam es zu verschiedenen Problemen. Dieser rührten insbesondere von der mangelnden Akzeptanz der Facharbeiterausbildung und des Einsatzes durch das vorhandene Produktionspersonal der Betriebe - es wurde sogar aktiver Widerstand dagegen ausgeübt - und die Unmöglichkeit genügend Jugendliche für diese Ausbildungen zu rekrutieren, her.
Die überwiegenden Probleme mit angelernten Produktionsarbeitern stellten sich dar, indem sie versuchten den Jugendlichen in der praktischen Ausbildung wichtige Qualifikationschancen vorzuenthalten (Brotzeitholen, offene oder verdeckte Antipathie, Spott in Bezug auf faktische oder unterstellte Berufserwartungen). Auch die ungenügende Einarbeitung durch die Angelernten nach der Ausbildung oder der Widerstand seitens der Meister und Vorarbeiter, die Reibereien und Konflikte zu schlichten hatten, verursachten Probleme. Die Betriebleiter der Produktionsbereiche lehnten Ausbildung ab. Sie wollten die jungen Facharbeiter nicht übernehmen. Daraus folgt, daß die Unternehmensleitungen im Hinblick auf die Aufrechterhaltung einer reibungslosen, effizienten und rentablen Produktion kein Interesse daran hatten, durch eine rücksichtslose Durchsetzung von Facharbeiterausbildungen und -Einsatz gegen den Willen dieser Kerngruppen des produktiven Personals dieses zu demotivieren oder sogar zu verlieren. 1
Das weitere größere Problem bestand darin, daß die neuen Berufe für potentielle Ausbildungsplatzbewerber eher unattraktiv waren. Dieses Attraktivitätsproblem ist abhängig von der örtlichen Arbeitsmarktsituation, von der absoluten Größe der betrieblichen Nachfrage nach Auszubildenden pro Jahr, und den geforderten Vorqualifikationen. 2
Allerdings gab es auch Unterschiede bei den Betrieben, denn nicht alle hatten Probleme. Parallel zu den Rekrutierungsschwierigkeiten bzw. -erfolgen kam der Eintritt der geburtenschwachen Jahrgänge in die Erwerbstätigkeit, so daß auch Betriebe mit weniger oder keinen Rekrutierungsproblemen mit kommenenden Schwierigkeiten rechneten. Es kam zu einer Verringerung des Bewerberangebots. Kompensiert wurden diese Rekrutierungsprobleme durch:
1 vgl. Drexel, S. 65
2 vgl. ebd. S. 68
Seite -5- C
Verbesserung der Grundlagen der traditionellen Anlernung, z.B. Eingliederung junger Metall-und Elektrofacharbeiter aus der betriebseigenen Ausbildung, die nicht in ausbildungsgerechte Arbeitsplätze in Reparaturbetrieben übernommen werden konnten C
Nutzung der Werkerausbildungen C
Erwachsenenausbildung, Ausbildung bereits langjährig in der Produktion angelernter Arbeitskräfte in den neuen Produktionsberufen (Qualifizierungsstrategie, die die Verbesserung der Grundlagen der Anlernung durch diese Qualifizierungsgänge systematisch mit einbezieht). 3 Die Ursachen und Lösungen der Implementationsproblematik wurden lt. Drexel insbesondere verursacht durch ganz bestimmte innerbetriebliche Strukturmuster: durch spezifische Muster des Berufsverlaufs von angelernten Arbeitskräften und durch spezifische Arbeitseinsatz- und Gratifikationsstrukturen, die in Betriebstypen mit Anlernung nicht vereinbar waren.
2.1 Strukturmuster des “Klassischen Anlernbetriebes der Prozeßproduktion” - Strukturtyp I
Die Betriebe mit Implementationsproblemen stellten sich als “Klassischer Anlernbetrieb der Prozeßproduktion” dar. Die Qualifizierung von Arbeitskräften durch erfolgt durch Anlernung. Die Arbeitskräfte werden auf Arbeitsplätze ohne spezifische Qualifikationsanforderungen, aber mit hohen körperlichen Anforderungen eingesetzt. Diejenigen Arbeiter, die sich bewähren, steigen vom Status des Hilfsarbeiters in den des angelernten Produktionsarbeiters auf. Eine Anlernung erfolgt, durch Beobachtung der Produktionsanlagen und der Tätigkeit der Kollegen, in Zusammenarbeit mit Arbeitskräften des gleichen oder höheren Qualifikationsniveaus, aber auch durch fragen und langjährige Sammlung von Routine. D.h. es entsteht ein Lernprozeß im Kontext von sehr spezifischen Strukturbedingungen der Nutzung der Arbeitskraft.
3 vgl. Drexel, S. 72
Arbeit zitieren:
Eva-Maria Müller, 1999, Drexel - Betriebliche Qualifikationsstruktur- und Reproduktionsmuster, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Zusammenhang von Ethik und Politik bei Max Weber
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Essay, 13 Seiten
Terrorismus, Medien, öffentliche Meinung, politisches Handeln
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Seminararbeit, 42 Seiten
Das Verhältnis von 'Freiheit' und 'Eigenheit' in Stirn...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 29 Seiten
Quo vadis USA - Ist die US-Außenpolitik auf dem Weg zu einer Pax Ameri...
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Föderalismusreform in Deutschland
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 16 Seiten
Souveränität und sogenannte humanitäre Intervention zum Schutz von Min...
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Seminararbeit, 23 Seiten
Ein Tag danach - Die Berichterstattung über den 11. September 2001 in ...
Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein
Hausarbeit, 22 Seiten
Elizabeth I. - Königin von England
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 24 Seiten
Praxisbericht zur Erlangung der staatlichen Anerkennung für Diplomsozi...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Zur Berichterstattung über Terrorismus in TV-Nachrichtensendungen am B...
Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Magisterarbeit, 171 Seiten
Nato-Doppelbeschluss und Afghanistan-Einmarsch - Die Gefahr einer neue...
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Eva-Maria Müller hat den Text Drexel - Betriebliche Qualifikationsstruktur- und Reproduktionsmuster veröffentlicht
Eva-Maria Müller hat einen neuen Text hochgeladen
Familien. Klein. Betriebe. Die Besonderheiten von Familien - Kleinbetr...
Familien. Klein. Betriebe. Die...
Nachfolgende Betriebsvereinbarungen über Direktzusagen einer betriebli...
Ein Beitrag zur gerichtlichen ...
Wolfgang Lucht
0 Kommentare