dass die Freundschaft des Laelius mit Scipio beispielhaft sei. Zudem sei ihm das Gespräch, von Scaevola (Lehrer Ciceros) berichtete worden und er erinnere sich noch daran. Hauptgespräch:
Scaevola und Fannius unterhalten sich mit ihren Schwiegervater Laelius über dessen Umgang mit den Tod seines Freundes Scipio.
Laelius hat kaum Probleme mit seinem Tod, denn er glaubt, dass alles in einem selbst gelegen sei und die menschlichen Schicksalsschläge durch die Tugend bedeutungslos seien" und Scipio ein sehr erfolgreiches, erfülltes Leben geführt hat (2mal Konsul, Zerstörer Karthagos). Zudem glaubt L. an ein zurückkehren der Seele in den Himmel. Die Probleme, die er dennoch hat, resultieren daraus, dass es einen solchen Freund mit einem derartigen Charakter (tapfer, fromm, freigiebig, gerecht...) mit dem er in Wünschen, Zielen und im Denken übereinstimmte und mit dem ihm die Sorge um den Staat und um Privates gemeinsam war, niemals wiedergeben wird.
Dennoch trauert er nicht denn, ,,durch sein eigenes Unglück (Scipios) heftig gequält zu werden zeugt nicht von Freundesliebe, sondern von Selbstliebe".
Danach bitten ihn seine Schwiegersöhne über Freundschaft, unter den Gesichtspunkten was er von ihr halte (quid), wie sie beschaffen sei (qualis) und sie anzuwenden sei (eigentlich nach welchen Vorschriften) (praecepta) zu referieren. Rede des Laelius als Mahnung zur Freundschaft:
Laelius kommt der Bitte nach und beschreibt die Freundschaft in sehr ideeller und moralischer Form:
1. Die Freundschaft ist vor alle übrigen menschlichen Dinge zu stellen 2. Gegen die Freundschaft ist Reichtum, Ehre, Sinneslust und Gesundheit zweitrangig, denn die Freundschaft beinhaltet (fast) alles. 3. Nur gute Menschen sind zur Freundschaft fähig
Gute Menschen sind nicht nur die Weisen, sondern auch die Menschen mit guten Charakter (Treue, Unbescholtenheit, Gleichheits- und Freiheitssinn, keine Begierigkeit, Zügellosigkeit und Unverschämtheit, Standhaftigkeit).
4. Zwischen allen Menschen besteht eine Art gesellschaftliche Bindung (Ausländer, _Mitbürger, _Verwandte, _selbst gewählte Freunde)
5. Freundschaft ist nichts anderes als mit Wohlwollen und Hochachtung gepaarte Übereinstimmung in allen göttlichen und menschlichen Dingen
6. Ohne die Tugend kann die Freundschaft nicht bestehen
7. Ein wahrer Freund ist das Abbild eines selbst. Deswegen sind sowohl Abwesende da, als auch Bedürftige reich, ebenso Schwache gesund, und auch - was schwieriger zu verstehen ist
- Tote lebendig. So große Ehre und Erinnerung, so große Sehnsucht nach den Freunden begleitet dich. In Folge dessen, erscheint der Tod jener schön und das Leben jener lobenswert. "Sehr viele und größte Annehmlichkeiten also birgt die Freundschaft in sich; damit aber tut sie sich zweifellos vor allem hervor, dass sie die Zukunft vor uns her mit guter Hoffnung erhellt und unseren Mut weder erlahmen noch sinken läßt. Wer nämlich auf einen wahren Freund blickt, erkennt gleichsam ein besseres Bild seiner selbst."
8. Sie beruht auf natürlicher Zuneigung nicht auf Nutzen.
9. Freunden beistehen und raten
10. Mit Freunden kann man alles besprechen
11. In einer Freundschaft teilt man Glück und Unglück
12. Grenzen in der Freundschaft
13. Sorgfalt in der Wahl
14. Nicht neue Freunde alten vorziehen
15. Man muß gleichviel für die Freundschaft tun
"Die meisten Menschen wollen in verkehrter, um nicht zu sagen unverschämter Weise einen Freund besitzen, wie sie selbst nie einer sein können, und was sie ihren Freunden selber nicht erweisen, das verlangen sie von ihnen."
16. Erst im Mannesalter wählen
17. Freunde wegen ihrer inneren Werte wählen
18. Freunden nicht nur schmeicheln
Arbeit zitieren:
L. Reutter, 2001, Laelius de amicitia, München, GRIN Verlag GmbH
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