liegen aber praktisch über der Bedingungen genauso gut. Getreidegrenze, was eine starke
Hochmittelalter:
Nun geschieht ein großer Siedlungsausbau, wobei aber leider viel gerodet wird. Aber auch die Art der Politik hat ihre Folgen:
Die romanischen Bauern wehren sich gegen die Grundherren. Sie bilden in Gemeinschaftsarbeit Kommunen mit dem Ziel, dass dort „Alteingesessene“ und neue Siedler, Reiche und Arme gleiche Rechte haben. Außerdem bemühen sie sich, dass die Allmende ihre wirtschaftliche Bedeutung behält, obwohl die Größe durch die Privatisierung kleiner wird. Auf dem Gebiet, das ehemals Allmende war, bauen sie Siedlungen im alten Baustil.
Bei den germanischen Bauern bekommen die Grundherren die Macht, die sie sich wünschen. Auf das bisher relativ unbesiedelte Gebiet bauen sie Bauernhöfe, die sie zur Pacht freigeben und von den Pächtern, den sogenannten „Bauleuten“, Abgaben verlangen. Nach und nach gewinnen die Bauern zwar etwas mehr Recht, doch die Strukturen sind immer noch sehr grundherrschaftlich.
14. -15. Jahrhundert:
Im nordalpinen Raum geht eine Veränderung vor sich:
Da der Sauerkäse, der aus der ganzen Milch hergestellt wird, nicht mehr gut genug für den Markt ist, weil die Seeleute Hartkäse brauchen, wird auf Labkäse umgestellt. Da Labkäse aber nur aus einem Teil der Milch hergestellt wird, sind die einzelnen Bauern nicht in der Lage, ihn zu produzieren, weil sie zu wenig Kühe haben und man die Milch nicht lange genug aufbewahren kann. Also wird der Labkäse in großen Almen, z. B. denen von Klöstern, hergestellt.
Zugleich ändert sich die Arbeitsteilung der Geschlechter, den seit der neoliti-schen Revolution hat die Frau die Verantwortung über die Milchverarbeitung. Da jetzt die Käselaibe so groß sind, kann die Frau sie nicht mehr tragen und
die Männer übernehmen diese Arbeit. Dies ist eine ständige Gelegenheit, um ihre Stärke zu zeigen. Auch typische, anscheinend schweizerische Bräuche, z.B. das Alphornblasen, entwickeln sich, ebenfalls zur Demonstration der Stärke.
Am Käse werden die Bauern so reich, dass sie es mit den Adeligen aufnehmen können und sich teilweise sogar Luxus gönnen.
Der Grund dafür, dass dies sich nicht im romanischen Wirtschaftsraum abspielt, liegt darin, dass diese wegen ihres starken Gemeinschaftswesens nicht die Freiheit zu raschen Veränderungen haben, dass sie Selbstversorger sind und dass sich ihr Raum einst nicht allein auf die Milchwirtschaft spezialisiert hat.
15. - 19. Jahrhundert:
In dieser Zeit wird sowohl das Klima schlechter, so dass die Bauern Schwierigkeiten bekommen, als auch ihre Sicherheit, denn die benachbarten Länder führen viele Konflikte aus. Es gibt in dieser Zeit eigentlich nur zwei wichtige Veränderungen :
• Die Ziegen und Schafe werden von Rindern abgelöst.
• Die Kartoffel wird eingeführt, die sich schnell durchsetzt, da sie von ihrer Heimat, den Anden, an die Höhe gewöhnt ist.
20. Jahrhundert:
Die Widersprüche zwischen Stadt und Land, zwischen Industrie und Landwirtschaft werden immer größer.
Da der Wert ihrer Produkte sinkt, müssen die Bauern Nebenjobs annehmen. Die Jüngeren haben kein Interesse an der Landwirtschaft mehr, so gehen sie in die Stadt und nehmen sich dort einen Beruf. Folglich altert die Bergbauern- und Almgeneration. Heute haben die Bauern vor allem noch die Pflicht, die typische Landschaft aufrechtzuerhalten, die ohne menschliche oder tierische Nutzung wieder verwildern würde, denn sie ist eine Kulturlandschaft. Man muss die Bergregion als pflegebedürftige Kulturlandschaft betrachten, weil
1. so viel gerodet wurde, dass die Baumgrenze 3oo m unter der natürlichen liegt. 2. die Tiere waagrecht zum Hang gelegene Pfade austreten, was den Hang terassenförmig gestaltet. Diese Form ist gut zur Bodenbefestigung, solange Gras auf den Pfaden wächst. Wenn aber das Gras vertrampelt ist,
ist die Stelle erosionsgefährdet, wenn der Bauer nicht versucht, wieder Gras zu pflanzen. 3. das Gras, wenn es nicht gemäht wird, zu hoch wird und umknickt. Dann fließt das Regenwasser auf dieser glatten Fläche ab, kann nicht mehr vom Boden aufgenommen werden und kann im Tal sogar zu Hochwasser führen.
4. der Dung (Extremente der Tiere) die Rasenqualität sehr verbessert. Wenn der Kräuteranteil nämlich ohne Düngung 30% ist, so ist er mit Düngung 70%.
Damit wäre ohne Pflege die, den Touristen bekannte Idylle, zerstört. Das wäre schlecht, denn in der Tourismusbranche liegen sehr viele Arbeitsplätze.
Für die Urlauber wurden ganze Touristenstädte in die Höhe transportiert, auf Seilbahnen, welche die ganze Gegend zerschneiden. Die Almen mussten mancherorts völlig Platz machen, so liegt die Landwirtschaft dort ganz im Tal. Wo es noch Almen gibt, finden sich manchmal erst im Ausland Senner, die bereit sind, die schweren Arbeiten auf sich nehmen ,wie das Einschlagen von Zaunlatten, das Melken von Hand (es gibt nicht immer Strom) und teilweise auch noch die Bewirtung von Wanderern. Die Bauern wollen aber nicht nur Touristen anziehen, sondern
verständlicherweise auch ein Geschäft machen, obwohl sie in letzterer Zeit von der Regierung Vergünstigungen und Prämien bekommen. Es ist aber nicht von Vorteil für sie, wenn sie, wie jetzt, Großbetriebe beliefern. Also gründen sie Gesellschaften und versuchen, ihre Produkte, der sehr guten Qualität wegen, angemessen zu vermarkten. Außerdem streben sie an, Tourismus zu gewinnen, welcher der Natur und der Landwirtschaft nicht schädlich ist (Sanfter Tourismus), was ein Kompromiss zwischen Tradition und neuen Veränderungen wäre.
Arbeit zitieren:
Christiana Hägele, 2001, Alm- und Bergbauernwirtschaft im Wandel, München, GRIN Verlag GmbH
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