Hausarbeiten.de - Bioenergie
Dazu zählen:
Abfall- und Restholz
Stroh, Gras, Laub organischer Hausmüll
Potential der Biomasse
Der Bestand der Biomasse auf der Erde beträgt schätzungsweise 2*10 12 t oder 30*10 21 J oder 1000 Mrd. t SKE (nur Landfläche). Der Holzanteil beträgt dabei 50-90%. Für eine kontinuierliche Nutzung ist allerdings die jährliche Zuwachsrate von ca. 8% des gesamten Biomassebestandes entscheidend.
Für eine Nutzung der Biomasse ist zu beachten, daß nur ein Teil geerntet werden kann. Wurzeln zum Beispiel können kaum oder nur schwer in Energie umgewandelt werden. Trotzdem ist das damit weltweite erzielbare Energiepotential rein rechnerisch gesehen noch 6 bis 7 mal gr ößer als der gesamte Weltprimärenergieverbrauch. Inwieweit dieses Potential tatsächlich ausgenutzt wird, hängt neben der Wirtschaftlichkeit von technischen Problemen wie beispielsweise Ernteverlusten, Energieaufwand für Transport, Zwischenlagerung, Aufbereitung, etc., ab.
Bei der Abschätzung des Biomassepotentials Deutschlands ist zwischen den zwei Arten der Biomasse zu unterscheiden. Da allerdings Pflanzen hauptsächlich zur Nahrungsmittelherstellung angepflanzt werden, kann das Potential von Energieplantagen nur auf Überschußflächen betrachtet werden. Biomasserückstände fallen meist in der Landwirtschaft in Form von tierischen Abfällen, Getreidestroh, Grünpflanzenr ückständen und holzartigen Abfällen an. Durch Energieplantagen auf Überschußflächen Deutschlands könnte eine Primärenergiemenge von 3,55 bis 12,38 Mio. t SKE/Jahr eingespart werden. Dies entspricht ca. 1-3% des Gesamtbedarfs. Etwa in der gleichen Größenordnung ist das Potential der organischen Reststoffe angesiedelt.
Techniken zur energetischen Nutzung von Biomasse
Bevor Biomasse als Energieträger genutzt werden kann, sind verschiedene, auf die jeweiligen Ausgangsstoffe zugeschnittene Umwandlungstechnologien (Biokonversionsverfahren) erforderlich. Dazu gehören einerseits einfache mechanisch-physikalische, andererseits aber auch aufwendigere thermochemische und biologische Verfahren. Die Bioenergieträger stehen dann als feste, flüssige oder gasförmige Energieträger bereit. Darüber hinaus können sie zur Wärme- und Stromgewinnung eingesetzt werden.
Biologische Konversionsverfahren
Bei den biologischen Prozessen sorgen Mikroorganismen für die Umwandlung der Biomasse (meist organische Abfälle). Man spricht von aeroben Verfahren, wenn diese Bakterien mit Luftsauerstoff arbeiten(Kompostierung).
Für die energetische Nutzung interessanter erscheinen jedoch die Vorgänge ohne Luftsauerstoff, wobei man dabei von anaeroben Verfahren spricht. Dabei sind unter technischen und energetischen Gesichtspunkten zwei Gärverfahren von Bedeutung:
Bildung von Biogas
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Wie schon erwähnt, werden in der Biogasanlage organische Stoffe durch Mikroorganismen aufgeschlossen. Dieser vielstufige Prozeß findet unter Luft- und Lichtabschluß statt und besteht im wesentlichen aus zwei Teilen: Aus der Zersetzung hochmolekularer Verbindungen zu niedrigmolekularen Fettsäuren und Alkoholen. Diesen ersten bereits sehr komplexen Teil des Gesamtprozesses bezeichnet man als "Saure Phase" oder Hydrolyse.
Der zweite Teil des Faulvorgangs ist die "alkalische Phase", die Methanbildung, bei der die Methanbakterien die Fettsäuren und Alkohole in Biogas umwandeln. Weitere Bakteriengruppen wirken für Zwischenprodukte konkurrenzierend, so daß für eine aktive Methanbildung ein genaues Zusammenwirken der verschiedenen Bakteriengruppen notwendig ist. Es erstaunt daher nicht, daß dieses System besonders empfindlich ist für Störungen von außen, wie z.B. der Temperatur oder der Zusammensetzung und Menge des Zuflusses. Daher wird heute besonders bei der Fermentation von Küchenabfällen dazu übergegangen, diese verschiedenen Einzelprozesse auch physikalisch zu trennen. Dadurch wird auch eine höhere Qualität des Biogases erreicht.
Biogas, auch Faulgas, Sumpfgas oder Grubengas genannt, ist ein Gasgemisch, welches zu 75% aus Methan (CH 4 ), 30% Kohlendioxid (CO 2 ), sowie 5%, die sich aus Wasserstoff (H 2 ), Sauerstoff (O 2 ), Stickstoff (N) und Schwefelwasserstoff (H 2 S) zusammensetzen, besteht. Es ist in seiner Qualität dem Erdgas vergleichbar und kann auch genauso genutzt werden. Der Heizwert liegt rund 30% unter dem des Erdgases bei etwa 22 MJ/m 3 . Das entspricht ca. 6 kWh/m 3 . Davon können in einer Kraft-Wärme-Kopplung ca. 30 Prozent in elektrische Energie umgewandelt werden. Eine Faustregel besagt, daß man pro Tag und Kuh 3 kWh Strom erwarten darf.
Die Biogasgewinnung erbringt nicht nur einen energetischen Nutzen sondern bietet auch Vorteile bei der Weiterverwendung der hochwertigen Restgülle. Sie ist weniger geruchsintensiv und hat eine gleichmäßigere Zusammensetzung, was sich positiv auf ihr Fließverhalten und damit auf die Pump- und Spritzfähigkeit auswirkt. Sie kann als Kopfdüngung während der Wachstumsphase ausgebracht werden, weil die Ätzwirkung der frischen Gülle nicht mehr vorhanden ist. All diese Vorteile und mehr werden als Düngewertverbesserung bezeichnet. Weltweit sind zwischen fünf und sieben Millionen Biogasanlagen in Betrieb, die meisten davon in Asien. In Deutschland gibt es nur 187 Anlagen. Die derzeit größte Biogasanlage Deutschlands wurde am 3. November 1995 in Gröden (Dresden) in Betrieb genommen. Sie kann bis zu 110 000 t Biomasse/Jahr in 3,65 Mio. m 3 Biogas umwandeln. Verarbeitet werden Rinder- und Schweinegülle aus der Region, Bioabfall, Klärschlamm, Bleicherde sowie Magen- und Darminhalte aus einer örtlichen Schlachterei. Die organischen Reststoffe werden zunächst zerkleinert. Feste organische Stoffe werden einer Hygenisierung zugeführt, wobei Keime und Unkrautsamen bei 70ºC abgetötet werden. Das so vorbehandelte Material wird in einem Vorlagebehälter mit Gülle vermischt und kontinuierlich in zwei parallel geschaltete Reaktoren geleitet. Der Vergärungsprozeß wird bei einer konstanten Temperatur von 37ºC (mesophil) geführt. Nach 20 Tagen verläßt die vergorene Biomasse die Reaktoren und wird von den Landwirten, welche die Gülle angeliefert haben, wieder abgeholt.
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Das Verfahren stellt einen intensiven zweistufigen anaeroben Bioprozeß aus Hydrolyse und Methanisierung dar. Die energetische Nutzung dieser Anlage beläuft sich auf 3 kW el - 15 kW th . Zur Zeit wird geforscht, inwieweit die Anwendung von Ultraschall den Bioprozeß beschleunigt.
Äthanolerzeugung
Das Prinzip der Äthanolvergärung besteht darin, zuckerhaltige Lösungen mit Hilfe von Mikroorganismen in Form von Hefe anaerob zu Alkohol (Äthanol, C 2 H 5 OH) umzusetzen. Es eignen sich zuckerhaltige (Zuckerrübe), stärkehaltige (Kartoffeln, Mais) und cellulosehaltige Biomasse (Holz, Stroh) für diesen Prozeß.
Die Chemie mit Äthanol als Rohstoff ist vielfältig und mit der Äthylenchemie vergleichbar. Die beiden Produkte Äthanol und Äthylen sind wechselseitig durch Abspaltung oder Anlagerung von Wasser ineinander überführbar. Äthanol findet ohne weitere Umwandlung einen großen Anwendungsbereich als Industriealkohol und Treibstoffalkohol.
Chancen und Probleme
Viele der Einzeltechniken zur Umwandlung von Biomasse sind am Markt verfügbar, aber nur wenige sind schon wettbewerbsfähig oder nahe an der Wirtschaftlichkeit.
Zur Zeit bewegen sich die fossilen Energieträger wie Öl, Steinkohle (Importkohle) und Erdgas auf einem unteren Preisniveau. Kostenerlöse der Fernw ärme sind keine attraktive Alternative zum Stromverkauf.
Die Marktpreise der Rohstoffe orientieren sich an den Kosten in der Land- und Forstwirtschaft, die Gesamtkosten zusätzlich an den Anlagekosten des Biomasse-Heizwerkes.
Aus Pflanzen gewonnen, setzen Produkte aus pflanzlichen Rohstoffen nach Gebrauch bei ihrer Verbrennung oder bei der Kompostierung immer nur die Menge an CO 2 frei, die sie während des Wachstums der Atmosphäre entnommen haben. Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen sind sie dadurch weitgehend CO 2 -neutral; die Stoff- und Energiekreisläufe sind de facto geschlossen. Ihre Verwendung kann somit helfen, den sich verstärkenden Treibhauseffekt abzumildern und globalen Klimaveränderungen entgegenzuwirken.
Als CO 2 -neutrale und ressourcenschonende Energiequelle leistet die Biomasse einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zum Umweltschutz z.B. ist die bei der Biogaserzeugung anfallende Gülle besser pflanzenverfügbar und trägt so zur Einsparung von Mineraldünger und zum Gewässerschutz bei. Die Emissionen aus automatischen Holzheizanlagen entsprechen denen modernen Ölheizungen.
Chancen für Landwirtschaft und Industrie
Der Anbau von Industriepflanzen ermöglicht nicht nur die Nutzung von Stilllegungsflächen, sondern stellt generell eine sinnvolle Alternative zur Nahrungsmittelerzeugung dar. Der Landwirt bekommt eine neue Aufgabe: er wird zum Erzeuger ma ßgeschneiderter Inhaltsstoffe für die Industrie.
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anzubieten, müssen herkömmliche Nahrungsmittelpflanzen züchterisch verändert, Methoden des Anbaus perfektioniert werden.
Zusammengefaßt läßt sich feststellen:
Die Vorteile nachwachsender Rohstoffe können mittel- bis langfristig zur Lösung von wirschafts-, umwelt- und gesellschaftsrelevanten Problemen beitragen.
Mit der Produktion nachwachsender Rohstoffe erbringt die Land- die Forstwirtschaft daher eine Dienstleistung für die gesamte Gesellschaft. Der Anbau und die Verwertung nachwachsender Rohstoffe führt zu folgenden positiven Wirkungen:
Nachwachsende Rohstoffe sind weitgehend C02-neutral. Bei ihrer Nutzung entsteht kein zusätzlicher
Sie tragen zur Schonung endlicher fossiler Ressourcen, wie Erdöl, Erdgas und Kohle bei. Nachwachsende Rohstoffe bieten die Chance für innovative Entwicklungen, aus ihnen können Produkte hervorgehen, die weltweit vermarktet werden können.
Durch nachwachsende Rohstoffe profitiert der ländliche Raum. Dadurch werden in den ländlichen Gebieten Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen.
Der Land- und Forstwirtschaft werden durch nachwachsende Rohstoffe Produktions- und Einkommensalternativen geboten.
Da Industrie und Chemie genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Rohstoffe benötigen, ist jedoch nicht nur die Landwirtschaft gefordert. Es bedarf intelligenter Forschung, um der Industrie optimal zuarbeiten zu können. So ist es mittels Pflanzenzüchtung, Biotechnologie und Gentechnik möglich, die gewünschten Rohstoffqualitäten zu erzielen und die Erträge zu optimieren.
Auf diese Weise kann die Landwirtschaft heute hochwertige Ausgangsstoffe zur Verfügung stellen, die der Industrie aufwendige Umwandlungsschritte, wie bei fossilen Rohstoffen nötig, ersparen. Pflanzen bieten Inhaltsstoffe, deren Wert lange Zeit nicht erkannt wurde.
Energieplantagen
Am Beispiel von Energieplantagen sei auf die Vorteile aber auch auf Probleme der Energiegewinnung aus Biomasse hingewiesen:
Vorteile
gute Speicherform
verschiedene Umwandlungsmöglichkeiten Technologie weitgehend bekannt, nicht kapitalintensiv Entwicklung mit heutigen Arbeitskräften und aus vorhandenen Rohstoffen großes Potential für biotechnologische Entwicklungen schafft Arbeitsplätze vernünftig im Preis ökologisch wenig problematisch erhöht CO
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-Konzentration der Luft nicht hohe gesellschaftliche Akzeptanz
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Noëlle Senkel, 2001, Bioenergie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Bombe!!!.
Echt ein Bombenreferat!!!!
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Peter
Göttlich.
Göttlich
on Monday, June 03, 2002-
Mr. B
sehr gut.
Note Sehr Gut! Allerdings muss ich mal auf dem I-Tüpfelchen reiten: In der Tabelle mit den Mikroorganismen und der Fauldauer muss es psychrophil und nicht psychophil heißen!
on Wednesday, April 06, 2005-
Tine
Geht so.
Die Angabe im Referat mit 187 Anlagen in Deutschland ist falsch. In Deutschland gab es im Jahr 2000 bereits über 700 Biogasanlagen. Mittlerweile sind es locker über 1000.
on Sunday, December 25, 2005-