So ist es zum Beispiel grundfalsch, den Gegner nur lächerlich zu machen, wie man das in Österreich und Deutschland w ährend des Ersten Weltkrieges gemacht hat, da die Soldaten vom Feind sofort eine ganz andere Überzeugung erhielten, sobald sie auf ihn trafen. Was wiederum die Moral zum Sinken brachte.
Ganz anders war hingegen die Kriegspropaganda der Engländer und Amerikaner. Sie hatten diese psychologisch wie folgt ausgelegt: Sie stellten ihrem eigenen Volk die Deutschen als Barbaren und Hunnen vor. So schafften sie es, ihre Männer auf die Schrecken des Krieges vorzubereiten, und ihnen den Krieg gegen dieses Volk näher zu bringen. So war ihre Wehrmacht sehr viel besser auf die Gegner vorbereitet, ganz im Gegensatz zur deutschen. Dies führte sogar soweit, dass man in Deutschland alles was von dieser Seite kam, als Schwindel abtat.
Die Aufgabe der Propaganda ist nach Hitler das ausschließliche Betonen des einen eben durch sie zu vertretenden Rechtes. Sie hat nicht die objektive Wahrheit - sofern sie der Gegenseite günstig erscheint - zu erforschen, sondern ausschließlich der eigenen zu dienen.
Ein gutes Beispiel dafür is t, dass es von Grund auf falsch war, im Ersten Weltkrieg zu sagen, dass nicht nur Deutschland Schuld an dessen Ausbruch wäre. Vielmehr hätte man diese Schuld restlos dem Gegner aufbürden müssen. Die Masse war nämlich nicht in der Lage nun zu unterscheiden, wo denn das fremde Unrecht aufhört und das eigene beginnt. Das hatte zur Folge, dass sie unsicher und misstrauisch wurde, da der Gegner jede Schuld von sich wies. Am Schluss kam es dann sogar soweit, dass das eigene Volk der Propaganda der Amerikaner und Engländer mehr glaubte als ihrer eigenen. Hitlers Meinung nach hat besonders die englische Propaganda dies verstanden und berücksichtigt, während die deutsche immer zweideutig blieb. Ein fundamentaler Grundsatz der Propaganda ist es, sich auf wenig zu beschränken, aber dieses dafür beharrlich zu wiederholen. Ästhetik ist hier sekundär, sie muss nur überzeugen. Jede Abwechslung in der Propaganda darf nie den Inhalt des durch sie zu bringenden verändern, sondern sie muss am Schluss immer das Gleiche besagen. Die Schlagwörter müssen sehr wohl von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet werden, allein das Ergebnis muss immer dasselbe sein. Jede Reklame trägt den Erfolg in der Dauer und in ihrer Einheitlichkeit in sich.
Arbeit zitieren:
Udo Seelhofer, 2001, Kriegspropaganda, München, GRIN Verlag GmbH
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