Der Kaplan und Schwingshackl schleppen den phantasierenden Sebastian in die Küche und setzen ihn auf einen Stuhl. Zuerst muá er ein halbvolles Glas Enzianschnaps trinken. Er springt auf und ringt nach Luft. Doch er beruhigt sich wieder und schluckt eine widerlich schmeckende Mischung aus Olivenöl und Bienenhonig hinunter, die Burgl auf Geheiß der Tante des Kaplans bereitet hat. Es schüttelt ihn zwar zuerst gewaltig durch, doch dann läßt er sich vom Sessel auf den Boden sinken und bleibt dort regungslos, aber ein bißchen blöd lächelnd liegen. Kein Wunder nach dem vielen Schnaps ist er betrunken. Nach einer heißen Suppe setzen sie ihren Weg fort. Bald sind sie an der Grenze. Alle bekommen einen Reisepaß und dann geht es wieder los. Sebastian geht ein bißchen benommen zwischen Burgl und Schorsch, die ihn stützen.
Nach ein paar Stunden sind sie in Ravensburg am Kindermarkt angelangt. Alle Kinder müssen sich in einer Reihe aufstellen. Da kommt auch schon der erste interessierte Bauer. Er braucht einen Buben zum Kühe hüten, doch als er Schorsch fragt, ob er noch zu kaufen sei schüttelt der schnell den Kopf, denn Kühe hüten will er nicht. Er betet schon den ganzen Weg la ng darum, daß er zu einem Bauern kommt, der schöne Pferde hat, denn die sind sein Traum. LESEPROBE: S.96-S.97
Doch als er seinen Käufer fragt, ob er ein Kindermädchen braucht, schüttelt der wehmütig den Kopf. Nach und nach werden alle Kinder gekauft, nur den blassen Sebastian will niemand haben. Schwingshackel hat ihn schon so oft angepriesen, doch niemand interessiert sich für den kranken Kerl. Doch da kommt ein Mann ... LESEPROBE: S.108-S110
Nachdem Herr Scheuble Sebastian gekauft hat, bekommt Sebastian eine Suppe und dann darf auf einem Leiterwagen mit Pferd, den Herr Scheuble bestellt hat, nach Hause fahren.
Auch Schorsch geht es sehr gut. Die Frau Tant, wie er die Frau des Riesen nennen darf, stopft ihn mit Essen voll, so da er schon fürchtet bald zu platzen und vom dem Onkel hat er sogar ein neues Gewand und neue Schuhe bekommen. Mit denen geht er auch jeden Sonntag in die Kirche.
Burgl hat es nicht so gut erwischt. Der Bauer, bei dem sie ist, ist Witwer und bei ihm wohnen seine Schwägerin Anna und seine 4 Kinder. Die Kinder sind sehr nett zu Burl, doch unter der Anna haben alle zu leiden. Oft fallen ihr mache Arbeiten, die Burgl ihrer Meinung nach tun soll, erst ein, wenn die anderen schon beim Tisch sitzen, und wenn Burgl dann verspätet kommt, ist nichts mehr für sie da. Doch die Kinder machen das und heben heimlich den einen oder anderen guten Brocken für sie auf. Das ist ein Trost für sie.
Doch schnell ist die Zeit vergangen und schon müssen sich die Kinder wieder auf dem Platz versammeln, an dem sie vor 7 Monaten angekommen sind. Leicht fällt keinem der Abschied. Burgl weint, als sie sich von den 4 Kindern, die ihr gute Freunde geworden sind, verabschieden muß. Schorsch wird von seiner Tante fast zerdrückt und auch der Onkel hat feuchte Augen. Sebastian geht auch unter Tränen mit Herrn Scheuble zum Versammlungsplatz. Scheuble hat eine wohldurchdachte Rede aufgesetzt, die er dem jungen geistlichen Schwingshackl halten will. Doch er ist versetzt worden. An seiner Stelle steht ein korpulenter geistlicher Herr da, der nicht besonders freundlich dreinschaut. Nach einem letzten Gebet für eine glückliche Heimkehr setzt sich der Kinderzug in Bewegung. Als sie aus ihrer
österreichischen Heimat gekommen sind, haben sie gehungert. Jetzt da sie den Weg zurückge hen, sind die meisten satt und haben Verpflegung für den Marsch. Im März sind sie aus dem Winter in einen ungewissen Sommer gezogen, nicht wissend, was sie erwartet. Jetzt marschieren sie in den Winter der Berge zurück, sehr wohl wissend, was dort ihrer ha rrt: Mangel und Armut. In diesem Buch ist die Situation der Kinder in den Jahren 1850-1860 sehr gut beschrieben. Selber kann man sich solche Umstände gar nicht mehr vorstellen. Wer geht heute ca. 120 km zu Fuß? Diese Kinder mussten tapfer sein und viel durchmachen wie zum Beispiel mit 6 Jahren 9 Monate von den Eltern getrennt sein. Allein die Vorstellung macht mich persönlich nachdenklich. Mir ist im Winter kalt, auch wenn ich eine Jacke anhabe und ich frage mich die ganze Zeit, wie die Kinder das ausgehalten haben, bei minus-graden ohne Handschuhe, ohne Haube und mit kaputten, nassen Schuhen den langen Weg gegangen sind. Sind wir verwöhnt, oder waren die Kinder damals abgehärteter? Als ich die Passage mit den K„fern in der Suppe gelesen habe, grauste mir richtig davor. Das die Kinder das nicht bemerkt haben wunderte mich zuerst, doch glaube ich auch, dass ich die Suppe selber auch gegessen hätte, wenn ich so einen Hunger hätte wie diese Kinder.
Schwingshackel hat eine sehr schwere Aufgabe. Bei ihm liegt die Verantwortung, die Kinder heil nach Ravensburg zu bringen und heil wieder zurück. Er muss für sie immer wieder Nahrung auftreiben, egal wie. Als Sebastian krank wurde hatte Schwingshackel natürlich groáe Sorgen. Er konnte ihn nicht zurück nach Hause schicken, weil wer sollte ihn begleiten und alleine konnte Schwingshackel ihn so und so nicht gehen lassen. Gott sei dank fand der Wirt, wo sie in dieser Nacht untergebracht waren einen alten Schlitten, wo sich Sebastian drauflegen konnte. Ab der Grenze konnte er dann schon wieder gehen, aber nur mit Hilfe von Schorsch und Burgl.
Das Verkaufen am Kindermarkt ist wieder so eine eigene Sache. Die Kinder wissen nicht zu wem sie kommen, ob der Käufer nett oder böse ist. Wie schon erwähnt hat es Burgl nicht so gut erwischt. Bei ihrer Ankunft war es so: LESEPROBE: S.120-S.121 Schorsch und Sebastian hatten dagegen Gl•ck.
Der Autor beschreibt die Gefühle der Kinder besonders gut, er übertreibt oder verkitscht es aber nicht. Er schreibt alles sehr glaubwürdig und ich möchte dieses Buch auf alle Fälle weiterempfehlen. DANKE!!!
Arbeit zitieren:
2001, Lang, Othmar Franz - Hungerweg, München, GRIN Verlag GmbH
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. . .
...dein referat ist nicht vollständig.
am Saturday, February 16, 2002-
MC
Vollständig.
Der Arbeit fehlt eindeutig Information zum Autor und etwas geschichtlicher Hintergrund. Ich möchte gernbe noch einen zusätzliche Bewertung des Buches abgeben: Besonders hat mich beeindruckt, wie doch in der größten Not und der allgemeinen Armut es doch immer wieder Menschen gab, die trotz bitterster eigener Armut das Wenige , was sie hatten mit den Schwabenkindern teilten. Heute gibt es keinen Hungermarsch, aber das in die Fremde ziehen um was zu lernenoder als AuPair zu arbeiten gibt es wieder vermehrt. In Osteueropa ist dabei aber auch sicherder finanziele Aspekt nicht zu vergessen.
am Friday, June 17, 2005-