Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 3
Tabellenverzeichnis. 5
1 Einführung 6
2 Abschätzung des Migrationspotentials 8
3 Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation in den MOEL 10
3.1 Arbeitslosigkeit. 10
3.2 Erwerbstätigkeit. 12
3.3 Bruttoinlandsprodukt 12
3.4 Kaufkraftparitäten. 14
4 Migration als Investition in Humankapital 16
5 Referenzmodell zur Migration bei Geltung der Kaufkraftparität 17
6 Modellierung optimaler Rückkehrzeitpunkte. 21
6.1 Nichtgeltung von Kaufkraftparität und konstante Preise 21
6.2 Nichtgeltung von Kaufkraftparität,
konstante Preise, Arbeitslosigkeit 25
6.3 Logarithmische Nutzenfunktion 29
6.3.1 Innere Lösung 29
6.3.2 Randlösung. 31
6.4 Logarithmische Nutzenfunktion bei Arbeitslosigkeit 33
6.4.1 Innere Lösung 33
6.4.2 Randlösung. 35
1
7 Berechnung optimaler Rückkehrzeitpunkte 35
7.1 Migration von den MOEL in die E.U 37
7.2 Migration von den MOEL nach Deutschland 38
7.3 Migration von den MOEL nach Österreich 40
7.4 Kritik der Berechnung optimaler Aufenthaltsdauern 42
8 Zusammenfassung 43
Literaturverzeichnis. 44
Versicherung 46
2
Abkürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt
EG Europäische Gemeinschaft
EU Europäische Union
KKS Kaufkraftstandard
MOEL Mittel- und Osteuropäische Länder
a Arbeitslosenquote im Gastland
F a Arbeitslosenquote im Heimatland
H C Konsum
C Konsum im Gastland
F C Mindestkonsumniveau im Gastland
min F C Konsum im Heimatland
H Kaufkraftfaktor E
Gastland F
Strategie, temporär zu migrieren FH
Heimatland H
Strategie, permanent zu migrieren HF
Index i
j Index
k Zeitindex
Migrationskosten K
Lagrangefunktion L
Subskriptum für Migrant M
NM Subskriptum für Nichtmigration
3
PM
Zinssatz r
t Zeitvariable
t Rückkehrzeitpunkt / Aufenthaltsdauer bei Remigration
F Restlebenserwartung T
U Nutzenfunktion des Individuums
U Nutzenniveau des Migranten im Gastland
F U Nutzenniveau des Migranten im Heimatland
H U Nutzenniveau eines temporären Migranten
M w Lohnsatz im Gastland
F w Lohnsatz im Heimatland
H
Lohnsatz in der Region i zum Zeitpunkt k w
ik
Lohnsatz in der Region j zum Zeitpunkt k w
jk γ Gewichtungsfaktor der individuellen Wahrscheinlichkeit
F
des Individuums, im Gastland arbeitslos zu werden
γ Gewichtungsfaktor der individuellen Wahrscheinlichkeit
H
des Individuums, im Heimatland arbeitslos zu werden
λ Lagrangemultiplikator
µ Lagrangemultiplikator
µ Lagrangemultiplikator
1 µ Lagrangemultiplikator
2 µ Lagrangemultiplikator
3 Φ Hilfsfunktion
4
Tabellenverzeichnis
Tabelle 3.1: Arbeitslosenquoten in den MOEL,
der EU, Deutschland und Österreich......................................................... 11
Tabelle 3.2: Erwerbstätige in den MOEL ......................................................... 12
Tabelle 3.3: Pro-Kopf-BIP in den MOEL,
der EU, Deutschland und Österreich in Euro............................................ 13
Tabelle 3.4: Pro-Kopf-BIP in den MOEL,
der EU, Deutschland und Österreich in KKS ........................................... 14
Tabelle 3.5: Kaufkraftparitäten der EU zu den MOEL..................................... 15
Tabelle 3.6: Kaufkraftparitäten Deutschlands zu den MOEL........................... 16
Tabelle 3.7: Kaufkraftparitäten Österreichs zu den MOEL.............................. 16
Tabelle 7.1: Aufenthaltsdauer bei Migration von den MOEL in die EU.......... 37
Tabelle 7.2: Vergleich der Nutzenniveaus bei Nichtmigration
oder permanenter Migration von Polen, Slowenien und der EU .............. 38
Tabelle 7.3: Aufenthaltsdauer bei Migration
von den MOEL nach Deutschland ............................................................ 39
Tabelle 7.4: Vergleich der Nutzenniveaus bei Nichtmigration oder permanenter Migration von Polen, Slowenien und Deutschland .............. 40
Tabelle 7.5: Aufenthaltsdauer bei Migration
von den MOEL nach Österreich ............................................................... 41
Tabelle 7.6: Vergleich der Nutzenniveaus bei Nichtmigration oder permanenter Migration von Polen, Slowenien und Österreich................. 41
5
1 Einführung
Die voranschreitende wirtschaftliche Integration der Europäischen Union (EU) 1 in Verbindung mit der Erweiterung der EU um neue Mitgliedsstaaten wirft die Frage auf, welche Form zukünftig zu erwartende
Arbeitskräftebewegungen in Europa besitzen werden. Das besondere Augenmerk liegt hier auf den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) 2 . In der Literatur hat dabei die Frage der Aufenthaltsdauer von Migranten in einem Aufnahmeland bisher nur wenig Beachtung gefunden. Im Zuge der Osterweiterung der EU beschäftigen sich zahlreiche Studien mit Prognosen über den Umfang der Zuwanderungsströme nach Eintreten von Niederlassungsfreiheit für Personen und Freizügigkeit für Arbeitnehmer. 3 Diese beiden Kriterien sind unabdingbare Elemente einer vollwertigen EU-Mitgliedschaft. 4
Der Migrationsstrom im Zuge der Erweiterung wird sich auf Österreich und Deutschland, insbesondere die Grenzregionen dieser beiden Länder zu den MOEL, konzentrieren. Allein 75 Prozent der migrierten Menschen und 80 Prozent der erwerbstätigen Migranten aus den MOEL ließen sich bis 1999 in diesen beiden Ländern nieder. In Österreich machten Migranten aus den
1 Zur Europäischen Union gehören die Staaten Deutschland, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal,
Schweden, Spanien und das Vereinigte Königreich.
2 B ulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn bilden die MOEL.
3 Die Kodifizierung der Freizügigkeit erfolgt in Artikel 39 des EG-Vertrages.
4 Vgl. Brücker, H. / Trübswetter, P. / Weise, C.: EU-Osterweiterung: Keine massive Zuwanderung zu erwarten. In: Wochenbericht. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
(Hrsg.), 67. Jahrgang (2000), S. 315.
6
Ländern Bulgarien, P olen, Rumänien, Tschechien, Slowakei und Ungarn in 1995 1,1 Prozent, in Deutschland 0,5 Prozent der Beschäftigten aus. 5
Die vorliegende Arbeit betrachtet dabei das Migrationspotential, das in den Staaten Mittel- und Osteuropas besteht und gibt unterschiedliche Schätzungen bezüglich der Anzahl der Migranten wieder. Sie nimmt bezug auf Befragungen migrationsbereiter Mittel- und Osteuropäer, die nach einer begrenzten Zeit der Wanderung in die EU wieder in ihr Heimatland zurückkehren wollen.
Die wirtschaftliche Situation in den MOEL stellt sich uneinheitlich zwischen den einzelnen Ländern dar. So geht die Spanne der Arbeitslosenquoten in den MOEL in 1998 von 16 Prozent in Bulgarien bis zu 6,3 Prozent in Rumänien. Diese Werte schwanken um die Arbeitslosenquote von 9,9 Prozent in der Europäischen Union (vgl. Tabelle 3.1). Besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen ist in den MOEL die Gruppe der unter 25jährigen Menschen. Zusammen mit einem höheren Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt in der EU als in den Ländern Mittel- und Osteuropas beeinflussen diese Faktoren das Wanderungsverhalten nach Eintreten der Freizügigkeit.
Der in Kapitel 4 vorgestellte Humankapitalansatz verdeutlicht, dass Migration bei ausreichend großen Disparitäten zwischen Heimat- und Gastland stattfindet. Und zwar genau dann, wenn die Erträge aus der Wanderung für das Individuum größer sind als die wanderungsbedingten Kosten.
Darauf aufbauend wird im Folgenden die Frage aufgeworfen, ob die Remigration vom Gast- in das Heimatland eine den Nutzen des Individuums maximierende Strategie ist. Über die Wahl eines optimalen Rückkehrzeitpunktes für die Remigration in das Heimatland soll das Individuum seinen Nutzen maximieren. Als Einflussgröße wird dazu die Kaufkraft der im Gastland erwirtschafteten Währung im Heimatland hinzugezogen. Hier wird in
5 Vgl. Boeri, T. / Brücker, H.: The Impact of Eastern Enlargement on Employment and Labour Markets in the EU Member States. European Integration Consortium (Hrsg.). Berlin / Mailand
2001, S. 53.
7
der Arbeit ein Modell entwickelt, das zunächst von identischer Kaufkraft der Währungseinheiten in Gast- und Heimatland ausgeht und Lohnunterschiede zwischen Gast- und Heimatland berücksichtigt. Weitergehend wird ein Unterschied in der Kaufkraft zwischen Gast- und Heimatland eingeführt, wie es auch der Situation zwischen den MOEL und den Ländern der EU entspricht (vgl. Tabellen 3.5 bis 3.7). Die Erweiterung des Modells um die individuelle Beschäftigungswahrscheinlichkeit ermöglicht eine differenziertere Betrachtungsweise. Durch Hinzuziehung einer spezifischen Form der Nutzenfunktion gelingt es, die Wirkungsweise der die Wanderung beeinflussenden Parameter auf die optimale Aufenthaltsdauer zu verdeutlichen.
Mit den theoretischen Erkenntnissen der Arbeit wird in Kapitel 7 eine Berechnung optimaler Rückkehrzeitpunkte für die Fälle der Migration von den MOEL in die EU, Deutschland und Österreich vorgenommen. Es lässt sich erkennen, in welchem Umfang zukünftige Wanderungen von Ost nach West temporären Charakter besitzen können und welche Migranten der Länder Mittel- und Osteuropas eher zu einer temporären Migration neigen als andere.
2 Abschätzung des Migrationspotentials
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und d em Fall des Eisernen Vorhangs entstand in der EU Beunruhigung über einen Anstieg des Migrationsstromes von Ost nach West. Dabei wurde die Wanderung großer Menschenmassen befürchtet. Diese Wanderungswellen traten jedoch nicht ein, da die davon betroffenen m öglichen Aufnahmeländer durch restriktive Einwanderungsvorschriften den Strom der Migranten auf kurzfristig Arbeitssuchende mit zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen beschränkten. 6 Dies erfolgte nach 1993 auch bedingt durch die wirtschaftliche Rezession in Europa. 7
6 Vgl. Europäische Kommission, Generaldirektorat für Wirtschafts- und Finanzbeziehungen: The economic impact of enlargement. In: Enlargement Papers. 2001, S. 40.
7 Vgl. Brücker / Trübswetter / Weise (2000), S. 317.
8
Nach der Erweiterung der Europäischen Union gehen die Annahmen für ein Migrationspotential von den Ländern Mittel- und Osteuropas zu den Ländern der bestehenden Europäischen Union von 200.000 8 bis 335.000 9 Zuwanderern jährlich mit einer in der Zukunft sinkenden Tendenz aus. Insgesamt wird der Bestand von Migranten aus den MOEL in der EU im Jahre 2010 auf 2,9 10 bzw. 2,6 bis 3 Millionen, in Abhängigkeit von der Einkommensentwicklung 11 , geschätzt. Bis 2015 liegen die Schätzungen bei 3,4 12 bzw. 3,2 bis 4 Millionen Migranten. 13
Aus Befragungen von Bewohnern Osteuropas ergibt sich, dass die Wanderung von Osten nach Westen einen temporären Charakter besitzen kann. So planen 63 Prozent befragter wanderungsbereiter Menschen Auslandsaufenthalte, die nicht länger als fünf Jahre dauern sollen. 19 Prozent streben Aufenthalte an, die ein Jahr dauern, 26 Prozent können sich temporäre Migration für ein bis zwei Jahre vorstellen und 18 Prozent wiederum halten einen Zeitraum von fünf Jahren als Aufenthaltsdauer im Gastland für möglich. Gleichwohl muss eingeräumt werden, dass die Ost-West-Wanderung mit einem temporären Charakter auf kurz- bis mittelfristige Sicht in der Willenserklärung potentieller Migranten in der langen Frist in der Realität Permanenz erlangen könnte.
8 Vgl. Bauer, T. K. / Zimmermann, K. F.: Assessment of Possible Migration Pressure and its Labour Market Impact Following EU Enlargement to Central and Eastern Europe. Bonn 1999,
S. 33.
9 Vgl. Boeri / Brücker (2001), S. 104.
10 Vgl. Boeri / Brücker (2001), S. 105.
11 Vgl. Sinn, H.-W. u. a.: EU-Erweiterung und Arbeitskräftemigration. Wege zu einer schrittweisen Annäherung der Arbeitsmärkte. München 2001, S. 22.
12 Vgl. Boeri / Brücker (2001), S. 105.
13 Vgl. Sinn u.a. (2001), S. 22.
9
Arbeit zitieren:
Diplom-Ökonom Jan Philipp Soennecken, 2002, Die Aufenthaltsdauer von Migranten im Gastland - Eine Analyse am Beispiel der EU Osterweiterung, München, GRIN Verlag GmbH
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