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Die Aufenthaltsdauer von Migranten im Gastland - Eine Analyse am Beispiel der EU Osterweiterung

Titel: Die Aufenthaltsdauer von Migranten im Gastland - Eine Analyse am Beispiel der EU Osterweiterung

Diplomarbeit , 2002 , 47 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Diplom-Ökonom Jan Philipp Soennecken (Autor:in)

VWL - Fallstudien, Länderstudien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die voranschreitende wirtschaftliche Integration der Europäischen Union (EU)1 in Verbindung mit der Erweiterung der EU um neue Mitgliedsstaaten wirft die Frage auf, welche Form zukünftig zu erwartende Arbeitskräftebewegungen in Europa besitzen werden. Das besondere Augenmerk liegt hier auf den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL)2.
In der Literatur hat dabei die Frage der Aufenthaltsdauer von Migranten in einem Aufnahmeland bisher nur wenig Beachtung gefunden. Im Zuge der Osterweiterung der EU beschäftigen sich zahlreiche Studien mit Prognosen über den Umfang der Zuwanderungsströme nach Eintreten von Niederlassungsfreiheit für Personen und Freizügigkeit für Arbeitnehmer.3
Diese beiden Kriterien sind unabdingbare Elemente einer vollwertigen EUMitgliedschaft.4
Der Migrationsstrom im Zuge der Erweiterung wird sich auf Österreich und Deutschland, insbesondere die Grenzregionen dieser beiden Länder zu den MOEL, konzentrieren. Allein 75 Prozent der migrierten Menschen und 80 Prozent der erwerbstätigen Migranten aus den MOEL ließen sich bis 1999 in diesen beiden Ländern nieder. In Österreich machten Migranten aus den Ländern Bulgarien, Polen, Rumänien, Tschechien, Slowakei und Ungarn in 1995 1,1 Prozent, in Deutschland 0,5 Prozent der Beschäftigten aus.5
Die vorliegende Arbeit betrachtet dabei das Migrationspotential, das in den Staaten Mittel- und Osteuropas besteht und gibt unterschiedliche Schätzungen bezüglich der Anzahl der Migranten wieder. Sie nimmt bezug auf Befragungen migrationsbereiter Mittel- und Osteuropäer, die nach einer begrenzten Zeit der Wanderung in die EU wieder in ihr Heimatland zurückkehren wollen.
[...]
1 Zur Europäischen Union gehören die Staaten Deutschland, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien und das Vereinigte Königreich.
2 Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn bilden die MOEL.
3 Die Kodifizierung der Freizügigkeit erfolgt in Artikel 39 des EG-Vertrages.
4 Vgl. Brücker, H. / Trübswetter, P. / Weise, C.: EU-Osterweiterung: Keine massive Zuwanderung zu erwarten. In: Wochenbericht. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (Hrsg.), 67. Jahrgang (2000), S. 315.
5 Vgl. Boeri, T. / Brücker, H.: The Impact of Eastern Enlargement on Employment and Labour Markets in the EU Member States. European Integration Consortium (Hrsg.). Berlin / Mailand 2001, S. 53.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Abschätzung des Migrationspotentials

3 Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation in den MOEL

3.1 Arbeitslosigkeit

3.2 Erwerbstätigkeit

3.3 Bruttoinlandsprodukt

3.4 Kaufkraftparitäten

4 Migration als Investition in Humankapital

5 Referenzmodell zur Migration bei Geltung der Kaufkraftparität

6 Modellierung optimaler Rückkehrzeitpunkte

6.1 Nichtgeltung von Kaufkraftparität und konstante Preise

6.2 Nichtgeltung von Kaufkraftparität, konstante Preise, Arbeitslosigkeit

6.3 Logarithmische Nutzenfunktion

6.3.1 Innere Lösung

6.3.2 Randlösung

6.4 Logarithmische Nutzenfunktion bei Arbeitslosigkeit

6.4.1 Innere Lösung

6.4.2 Randlösung

7 Berechnung optimaler Rückkehrzeitpunkte

7.1 Migration von den MOEL in die EU

7.2 Migration von den MOEL nach Deutschland

7.3 Migration von den MOEL nach Österreich

7.4 Kritik der Berechnung optimaler Aufenthaltsdauern

8 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die optimale Aufenthaltsdauer von Migranten aus den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) in den Ländern der Europäischen Union, insbesondere in Deutschland und Österreich. Ziel ist es, durch die Entwicklung eines ökonomischen Modells unter Berücksichtigung von Kaufkraftunterschieden und Beschäftigungswahrscheinlichkeiten zu analysieren, unter welchen Bedingungen eine temporäre Rückwanderung für das Individuum nutzenmaximierend ist.

  • Analyse des Migrationspotentials im Kontext der EU-Osterweiterung.
  • Untersuchung von Kaufkraftparitäten und Lohnunterschieden als Migrationsfaktoren.
  • Modellierung von optimalen Rückkehrzeitpunkten mittels Lagrange-Ansätzen.
  • Einfluss von Arbeitslosigkeit und individuellen Beschäftigungschancen auf das Wanderungsverhalten.

Auszug aus dem Buch

6.3.1 Innere Lösung

Genaue Ergebnisse erhält man, wenn eine logarithmische Nutzenfunktion herangezogen wird. Die Nutzenfunktion hat dann die Form (43) U(C) = ln C. Um Vergleichbarkeit zwischen dem Nutzen, der sich aus Konsum im Zielland ergibt, und demjenigen, der sich aus Konsum im Herkunftsland ergibt, sicherzustellen, wird dazu der Konsum in Einheiten der Währung des Ziellandes gemessen. Die höhere Kaufkraft der Währung des Ziellandes im Heimatland (E > 1) stellt die Erreichung eines gegebenen Nutzenniveaus mit einem geringeren Volumen in fremder Währung sicher.

Da das gleiche Konsumniveau in Ziel- und Heimatland den gleichen Grenznutzen hervorruft, folgt aus (46) und (47) (48) CF = CH. Für den in (48) beschriebenen Fall übersteigt aber der im Herkunftsland erreichte Nutzen den des Aufnahmelandes, wegen (46) und (47) und Gleichung (48) mit einer Kaufkraftparität E > 1.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Hinführung zum Thema Migration im Kontext der EU-Osterweiterung und Darstellung der Forschungsrelevanz.

2 Abschätzung des Migrationspotentials: Auswertung von Prognosen und Befragungen zum Migrationsverhalten aus den mittel- und osteuropäischen Ländern.

3 Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation in den MOEL: Detaillierte Analyse ökonomischer Indikatoren wie Arbeitslosigkeit, Erwerbstätigkeit, BIP und Kaufkraftparitäten.

4 Migration als Investition in Humankapital: theoretische Herleitung der Wanderungsentscheidung auf Basis von Einkommensunterschieden.

5 Referenzmodell zur Migration bei Geltung der Kaufkraftparität: Definition der grundlegenden Annahmen für das ökonomische Nutzenmodell.

6 Modellierung optimaler Rückkehrzeitpunkte: Mathematische Herleitung der optimalen Aufenthaltsdauer unter verschiedenen Bedingungen (Preise, Arbeitslosigkeit, Nutzenfunktionen).

7 Berechnung optimaler Rückkehrzeitpunkte: Empirische Anwendung des Modells auf Daten der EU, Deutschlands und Österreichs sowie kritische Reflexion.

8 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen bezüglich zukünftiger Wanderungsströme.

Schlüsselwörter

Migration, EU-Osterweiterung, Aufenthaltsdauer, Kaufkraftparität, Remigration, Humankapital, Nutzenmaximierung, Arbeitslosigkeit, MOEL, Rückkehrzeitpunkt, Lohndifferential, Konsumniveau, Migrationspotential, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsindikatoren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert, warum und wie lange Migranten aus osteuropäischen Ländern in EU-Staaten verbleiben und unter welchen Umständen eine Rückkehr in das Heimatland für sie vorteilhaft ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die wirtschaftliche Lage in den MOEL, die Theorie der Migration als Humankapitalinvestition sowie die mathematische Modellierung von Aufenthaltsdauern unter Berücksichtigung von Kaufkraftunterschieden ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Bestimmung des optimalen Rückkehrzeitpunkts für Migranten, um den individuellen Nutzen zu maximieren, wobei insbesondere die Kaufkraft der im Gastland erzielten Einkünfte im Heimatland eine zentrale Rolle spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine formal-mathematische Modellierung (Lagrange-Ansätze zur Nutzenmaximierung) in Kombination mit einer empirischen Analyse aktueller ökonomischer Daten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der schrittweisen Erweiterung ökonomischer Modelle: angefangen bei einem Referenzmodell bis hin zur Einbeziehung von Arbeitslosigkeitsrisiken und der Verwendung logarithmischer Nutzenfunktionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Kaufkraftparität (E), das Kaufkraftdifferential, die optimale Aufenthaltsdauer und die Unterscheidung zwischen temporärer und permanenter Migration.

Warum ist das Kaufkraftdifferential so entscheidend für das Modell?

Das Kaufkraftdifferential verdeutlicht, dass ein im Ausland erwirtschafteter Euro im Heimatland eine höhere Konsumkraft besitzt. Dieser Vorteil verringert die notwendige Aufenthaltsdauer im Ausland, da das gewünschte Konsumniveau im Heimatland günstiger erreichbar ist.

Welchen Einfluss hat die Arbeitslosigkeit auf die Rückkehrpläne?

Das Modell zeigt, dass ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko im Gastland die Aufenthaltsdauer tendenziell verkürzt, während eine Verschlechterung der Arbeitsmarktbedingungen im Heimatland den Verbleib im Gastland verlängern kann.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Aufenthaltsdauer von Migranten im Gastland - Eine Analyse am Beispiel der EU Osterweiterung
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Lehrstuhl für Theoretische Volkswirtschaftslehre I)
Note
1,3
Autor
Diplom-Ökonom Jan Philipp Soennecken (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
47
Katalognummer
V10311
ISBN (eBook)
9783638167703
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EU Osterweiterung MOEL Migration Aufenthaltsdauer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Ökonom Jan Philipp Soennecken (Autor:in), 2002, Die Aufenthaltsdauer von Migranten im Gastland - Eine Analyse am Beispiel der EU Osterweiterung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10311
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Leseprobe aus  47  Seiten
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