Backbone des Internets, Konzeption, Beteiligung, Wirtschaftlichkeit
HAUSARBEIT
im Studiengang Organisation und Wirtschaftsinformatik
des Fachbereichs Betriebswirtschaft III
-Wirtschaftswissenschaften-
der Fachhochschule Mainz
Inhaltsverzeichnis
1. Abkürzungsverzeichnis
2. Abbildungsverzeichnis
3. Einführung
3.1. Problemstellung
3.2. Zielsetzung
3.3. Vorgehensweise
4. Was ist ein Backbone
4.1. Definition
4.2. Anwendung
5. Der Backbone des Internets
5.1. Aufbau des Internets am Beispiel der USA
5.2. verschiedene Internet-Backbones von Netzbetreibern in Deutschland:
Topologien, Verkabelung, Übertragungsraten
5.3. Wissenschaftsnetze B-Win und G-Win
5.4. TEN-155, europäischer Backbone der nationalen Wissenschaftsnetze
5.5. Ebone - Der europäische Internet-Backbone
6. Ausblick
Literaturverzeichnis
Anhangverzeichnis
Anhang
1. Abkürzungsverzeichnis
ATM Asynchronous Transfer Mode
B-Win Breitband Wissenschaftsnetz
DE-CIX Deutscher Commercial Internet Exchange
DFN Deutsches Forschungsnetz
Ebone European Backbone
Eco Electronic Commerce Forum e.V.
FA-1 Flac-Atlantic 1
Gbit/s Gigabit pro Sekunde
GHz Gigahertz
GTS Global Telesystems Group
G-Win Gigabit Wissenschaftsnetz
IAP Internet Acces Provider
IP Internet Protocol
ISP Internet Service Provider
LAN Local Area Network
LAP Local Acces Provider
MAE Metropolitan Area Exchange
Mbit/s Megabit pro Sekunde
MBS Managed Bandwidth Service
NAP Network Acces Providers
NSF National Science Fondation
SDH Synchronous Digital Hierarchy
TEN 34 Trans European Network on 34 Mbit/s
TEN 155 Trans European Network on 155 Mbit/s
WAN Wide Area Network
WDM Wavelength-Division-Multiplex
2. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Current Internet Network Architecture, USA 1997, S.9
Abbildung 2: 155 Mbit/s Backbone, S. 11
Abbildung 3: 2,5 Gbit/s Backbone, S. 11
Abbildung 4: TEN-155, S. 13
3. Einführung
Vor dem tieferen Einstieg in das Thema dieser Hausarbeit soll an dieser Stelle kurz darauf eingegangen werden, welche Intention und welche Zielsetzung verfolgt wird und wie sich der Aufbau gestaltet.
3.1. Problemstellung
Wenn im allgemeinen von Internet gesprochen wird, wird dieses als großes, weltweites Computernetzwerk bezeichnet, das beispielsweise den Transfer einer E-Mail auf die gegenüberliegende Straßenseite genauso ermöglicht wie einen Datentransfer nach Übersee. Im engeren Sinne stellt das Internet jedoch kein streng begrenztes Netz dar, sondern setzt sich vielmehr aus einer Vielzahl kleinerer Netze zusammen.1
3.2. Zielsetzung
In dieser Hausarbeit soll nun die Frage erörtert werden, was diese Netze verbindet und es damit ermöglichte, dass das Internet eine ähnliche technologische Revolution ausgelöst hat wie beispielsweise der erste Computer, das Auto oder die industrielle Massenfertigung. Dabei wird der Internet-Backbone als das Rückrat des Internets betrachtet, der es ermöglicht, weltweit verschiedene unternehmens- und organisationseigene Netze zu dem großen weltweiten Netz zu verbinden, das als Internet bezeichnet wird. Dies soll vor allem durch die Betrachtung des deutschen bzw. europäischen Aufbau des Internets erfolgen.
3.3. Vorgehensweise
Zu Beginn soll nun der Begriff des Backbones an sich erörtert werden. Anschließend folgt eine Beschreibung einiger der bestehenden Internet-Backbones in Deutschland und Europa. Am Ende soll ein Ausblick auf zu erwartende beziehungsweise mögliche weitere Entwicklungen gegeben werden. Dies alles erfolgt unter Zuhilfenahme von Fachliteratur sowie einer Vielzahl von Internetquellen die in der Regel öffentlich zugänglich sind.
4. Was ist ein Backbone
Bevor auf den Backbone des Internets im Speziellen eingegangen wird, soll an dieser Stelle eine generelle Definition von Backbones in Netzwerken erfolgen.
4.1. Definition
Für den Begriff Backbone oder Backbone-Netz gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Definitionen, die sich in einzelnen Details voneinander unterscheiden. In der Regel werden Backbones jedoch in der folgenden Art und Weise charakterisiert: ,,Ein Backbone ist oft ein Hochgeschwindigkeits-Übertragungsmedium, das auch zur Verbindung mehrerer Netzwerksegmente oder kleinerer Netzwerke verwendet werden kann."2 Backbones können also verkürzt als das ,,Rückgrat" (dt. Übersetzung) oder als das Hauptnetz3 eines Netzwerkes bezeichnet werden. Eine weitere Betrachtungsmöglichkeit zeigen Stahlknecht und Hasenkamp auf. Sie definieren ein Backbone-Netz als ,,Hintergrund-Netz (...), in dem die Knoten durch die einzelnen Teilnetze repräsentiert werden."4
4.2. Anwendung
Es ist oft nicht sinnvoll in einem Betrieb ein Gesamtnetzwerk aufzubauen, weil einzelne Bereiche aufgrund ihrer Konzeption nur geringen Datenverkehr mit dem restlichen Betrieb unterhalten. Die bereichsinterne Kommunikation würde in diesen Fällen das Gesamtnetz unnötig belasten. ,,Für Durchsatz- und Antwortzeitverhalten sind hier mehrere verbundene lokale Netze besser, bei denen die Verbindungsknoten nur den nach außen gerichteten Verkehr ,durchlassen`."5 An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, inwiefern es notwendig ist statt Bridges oder Routern ein Backbone-Netz zur Verbindung von verschiedenen Teilnetzen aufzubauen. Gerd Siegmund schreibt hierzu, dass die Größe und Anforderungen, die an das Netzwerk gerichtet werden hierfür ausschlaggebend sind. Zum einen wird ab einer bestimmten Größe, zum anderen wenn sehr hohe Anforderungen an Zuverlässigkeit und Übermittlungs-geschwindigkeit des Netzes gestellt werden, ein Backbone-Netz aufgebaut.6 Auch Dr. Franz Joachim Kauffels schreibt, dass ,,das ungesteuerte Wachstum von Brücken und Routern nur zum vorprogrammierten Chaos"7 führen würde. Der Aufbau eines Backbone-Netzes ist somit eine strategische Entscheidung im Bereich des Informationsverteilungs-Management. Beispielsweise können mit Hilfe eines Backbone-Netzes verschiene Lokale Netze (LANs) ohne einen zentralen Großrechner miteinander gekoppelt werden, was Stahlknecht und Hasenkamp als ,,Extremfall des Downsizings" bezeichnen8. Aufgrund der hohen Anforderungen, die an Zuverlässigkeit und Übertragungsgeschwindigkeit an Backbones gestellt werden, werden häufig Glasfaserkabel für die Verkabelung verwendet9.
5. Der Backbone des Internets
Ähnliche Überlegungen wie bei dem Aufbau von Backbone-Netzen zur Verknüpfung von LAN innerhalb von Unternehmen oder Organisationen, mussten auch bei der Architektur bzw. der Erweiterung der Architektur des Internets angestellt werden. Ursprünglich gab es in den WAN, deren Wege als ,,Transportröhren" zwischen den LAN verwendet wurden, keine direkt der Internet-Kommunikation zugeordneten Netzelemente. Im Zuge des schnellen Wachstums des Internets wurde es jedoch notwendig reine Internet-Netzelemente - Internet Backbones - in der Weitverkehrsebene aufzubauen10. Um jedoch die Effizienz und Kapazität des Datenverkehrs im Internet zu erhöhen, müssen diese Backbones an zentralen Punkten miteinander verknüpft werden. Bis 1995 wurde beispielsweise der innerdeutsche Datenverkehr komplett über die USA geroutet, da zwischen den einzelnen Providern keine Datenaustauschpunkte bestanden. Dies führte, aufgrund des stark wachsenden Datenverkehrs und der nur zwei bestehenden Backbones in die USA, zu erheblichen Kapazitätsproblemen. Befindet sich beispielsweise eine gesuchte Homepage auf einem Server im gleichen Backbone-Netz wie der Anwender, wird in der Regel eine direkte Verbindung aufgebaut. Ist es allerdings nötig, mit Teilnehmern in anderen Backbone-Netzen, also zwischen verschiedenen Providernetzen Daten auszutauschen, werden die Backbone-Netze mittels Peering Points miteinander verbunden. Ein Peering Point stellt sich als ein LAN für ISPs dar. In Deutschland befindet sich der von Eco e.V. betriebene Haupt-Peering Point DE-CIX , an dem die meisten Internet Service Provider angeschlossen sind, in Frankfurt am Main. Der DE-CIX wird als switched Ethernet mit 10 Mbit/s, 100 Mbit/s und 1 Gigabit/s realisiert. Die Deutsche Telekom AG, als einer der größten Netzbetreiber in Europa, ist jedoch nicht an den DE-CIX angeschlossen.11 Vielmehr müssen sich die Provider direkt mit dem Backbone der Deutschen Telekom AG verbinden. Zusätzlich, zu dem den innerdeutschen Datenverkehr abwickelnden DE-CIX, befindet sich in Frankfurt auch der internationale Peering Point MAE, der Deutschland mit Peering Points in den USA verbindet. Eine weitere Verbindung in die USA und das europäische Ausland stellt der Peering Point von AT&T Unisource dar, der sich ebenfalls in Frankfurt befindet. Frankfurt und München sind zudem miteinander und mit anderen europäischen Städten über das Ebone-Netz verbunden (siehe Kapitel 3.5.)12
5.1. Aufbau des Internets am Beispiel USA
In den USA konnten Forschungsprojekte wie das CSNET von NSF zum Durch-bruch
des Internets beitragen, indem sie dem US-amerikanischen Internet
leistungsfähigere Leitungen mit 1,5 Mbit/s nach 56 Kbit/s zur Verfügung
stellten.13 Um einen Überblick zu erhalten, wie sich der Aufbau des Internets
darstellen kann, soll an dieser Stelle die Internet-Architektur in den USA aus
dem Jahr 1997 aufgezeigt werden. Hierbei wird zwischen fünf Ebenen
unter-schieden. Auf der untersten Ebene befinden sich die Endanwender, die
private Nutzer, Unternehmen oder Organisationen sein können. Diese können sich
über LAPs oder teilweise direkt bei den IAPs einwählen. Diese IAPs nutzen in der
Regel die Netzwerke der NAPs, die mit dem von MCI betriebenen Back-bone
verknüpft sind.14
Abbildung 1: Current Internet Network Architecture, USA 1997
(Anm. d. Red.: Tabelle kann nur in der Flashansicht und im E-Book angezeigt werden)
Quelle: Ravi Kalakota, Andrew B. Whinston: Electronic Commerce, A Manager´s Guide, Rochester, New York; Austin, Texas, 1997, S. 41
5.2. verschiedene Internet-Backbones von Netzbetreibern in Deutschland:
Topologien, Verkabelung, Übertragungsraten
An dieser Stelle soll auf die Vielzahl von kommerziellen Netzbetreibern in
Deutschland eingegangen werden, die eigene Backbone-Netze betreiben.
Exemplarisch werden hierfür die Backbone-Netze der Deutsche Telekom AG, UUNET
Germany und der Topnet AG aufgeführt. Daneben etablieren sich aber auch immer
mehr andere Anbieter wie Nacamar Data Communications, PSInet Germany MAZ, ECRC,
Metronet oder IBM15.
Ein flächendeckendes Glasfasernetzwerk besitzt unter anderem die Deutsche
Telekom AG. In diesem Netz hat sich die Übertragungskapazität binnen weniger
Jahre von 34 Mbit/s16 auf 30 Gbit/s erhöht. Ein weiterer Ausbau auf 80 Gbit/s
ist kurzfristig geplant.17 Dieses exponentiell schnelle Wachstum der
Übertragungskapazitäten wird unter anderem durch den Einsatz von WDM- Systemen
erreicht, wodurch sich das Potenzial der Übertragungskapazitäten in den
Glasfasernetzen vervielfachen lässt.18 Auch international baut die Deutsche
Telekom Ihre Netze weiter aus. Über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften
sollen Synergieeffekte genutzt und des weiteren Glasfasernetze zugekauft oder
mit anderen Unternehmen zusammen neu aufgebaut werden. Per 24.02.2000 waren
,,(...) ATM-, IP- bzw. City-Netz-Techniken weltweit an 15 Standorten außerhalb
Europas über breitbandige Verbindungen an das nationale
Telekom-Hochleistungsnetz angeschlossen. Zudem hat die Deutsche Telekom
europäische Metropolen (...) mit (...) optischen Übertragungstechnologien in
einer Ringstruktur verbunden und an ihr nationales Netz angebunden."19
Die MCI WorldCom Tochter UUNET Germany verfügt über insgesamt 120.000 km eigene,
transozeanische Glasfasernetze. Die Wachstumsrate des UUNET-Hochleistungsnetzes
in Deutschland betrug in einem halben Jahr 2000% und macht die rasante
Wachstumsgeschwindigkeit des Internets deutlich. Die Übertragungskapazität
beträgt in Deutschland aktuell 155 Mbit/s (622 Mbit/s in den USA).20
Das Unternehmen Topnet AG verfügt aktuell über einen 155 Mbit/s Backbone, der
auf der ATM Technologie basiert. Derzeit wird jedoch ein 2,5 Gbit/s
Glasfaser-Backbone aufgebaut. Zukünftig sollen mit dem neuen Netz mehr als 100
Gbit/s pro Leitung möglich sein, ohne das längere Serviceunterbrechungen durch
größere Umbauten anfallen. Damit diese Geschwindigkeiten aber voll ausgeschöpft
werden können, werden auch die Bandbreiten zu den Außen-anbindungen erhöht, u.a.
zu den USA auf 622 Mbit/s.21 Die folgenden Abbildungen 2 und 3 zeigen sowohl den
155 Mbit/s Backbone als auch den neueren 2,5 Gbit/s Backbone der Topnet AG.
Abbildung 2: 155 Mbit/s Backbone Abbildung 3: 2,5 Gbit/s Backbone
(Anm. d. Red.: Abbildung kann nur in der Flashansicht und im E-Book angezeigt werden)
Quelle: Topnet AG (Hrsg.): http://www.topnet.de/html4/aaa.html und http://www.topnet.de/html4/aab.html
5.3. Wissenschaftsnetze B-Win und G-Win
Im Frühjahr 1996 wurde das Breitband-Wissenschaftsnetz B-Win des DFN-Vereins
in Betrieb genommen. Den deutschen Universitäten, die am DFN teilnahmen, standen
damit Anschlüsse mit Kapazitäten von zunächst 34 Mbit/s, später dann 155 Mbit/s
zur Verfügung. Das als virtuelles Netz, basierend auf dem ATM-Cross-Connect-Netz
der Deutschen Telekom AG, betriebene B-Win, bedient über zehn zentrale
ATM-Service-Switches die Kundenanschlüsse, die an den Kundenstandorten mit ATM
Kunden Service Switches abschließen. Das B-Win ist über das europäische TEN-155
(siehe Kapitel 3.4.) mit einer Kapazität von 155 Mbit/s und über einen
B-Win-Knoten in den USA mit 150 Mbit/s in das Internet eingebunden.22
,,Am 30.Juni 2000 wurde in Berlin das Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-Win)
offiziell eingeweiht."23 Der Backbone des G-Wins wird durch 27 Kernnetzknoten,
die durch Glasfaserleitungen, auf denen die Deutsche Telekom AG, anders als im
B-Win, den WDM/SDH-Dienst realisiert, und die mit Routern der Firma Cisco
ausgestattet sind, gebildet.24 Das G-Win, aufgrund seiner hohen
Übertragungsgeschwindigkeit und der weltweiten Konnektivität auch als Internet 2
in Deutschland bezeichnet25, ist der Nachfolger des B-Wins. Basierend auf
Glasfasertechnologie stellt es den Teilnehmern zunächst Anschlüsse mit bis zu
2,5 Gbit/s-Kapazität, später mehrere 2,5 Gbit/s-Kanäle zur Verfügung. Im B-Win
lag das übertragene Datenvolumen im Sommer 1999 bei über 120 TeraBytes/Monat.
Sollte das Wachstum mit gleicher Geschwindigkeit andauern, wird das zu
übertragende Datenvolumen im G-Win 2004 ca. 6 PetaBytes/Monat betragen.26
5.4. TEN-155, europäischer Backbone der nationalen Wissenschaftsnetze
Im Dezember 1998 wurde der paneuropäische Backbone der europäischen
Universitäten in Betrieb genommen. Das Trans European Network on 155 Mbit/s,
kurz TEN-155, ist der Nachfolger des TEN-34, der in den Jahren 1997 und 1998 den
europäischen Universitäten als Backbone zur Verfügung stand.
Der TEN-155 basiert wie das G-Win auf der SDH Technologie. Anders als das G-Win
besitzt es allerdings ein ATM-Overlay, das ein Bandbreitenmanagement (Managed
Bandwidth Service (MBS)) erlaubt, um die optimale Leistung der SDH-Kapazität zu
erreichen. Dieses Bandbreitenmanagement soll speziellen Nutzergruppen den
temporären Aufbau von virtuellen Pfaden erlauben, die die vollen Bandbreiten bei
Übertragungen zwischen nationalen Research Netzwerken und ihren Nutzern
gewährleisten. Zusätzlich zu dem TEN-155 wurde das Quantum Testing Programme
geschaffen, das neue Technologien und Produkte testet und diese eventuell in das
TEN-155 integriert. Die Dante-Organisation fungiert hierbei als Koordinator. Mit
Unisource Belgien wurde ein Dreijahresvertrag geschlossen, der bis zum Jahr 2001
einen Ausbau 622 Mbit/s vorsieht.27
Abbildung 2: TEN-155
(Anm. d. Red.: Abbildung kann nur in der Flashansicht und im E-Book angezeigt werden)
Quelle: Dante (Hrsg.): http://www.dante.net/ten-155/ten155net.gif
5.5. Ebone - Der europäische Internet-Backbone
Der größte europäische Internet-Backbone, der European Backbone (Ebone), den die Firma Global Telesystems Group (GTS) vollständig von RIPE übernommen hat, bietet über 150 Internetserviceprovidern verteilt über 20 europäische Staaten28 einen Hochgeschwindigkeitsinternetzugang. Ursprünglich ermöglichte der 1992 in Betrieb genommene Backbone Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 45 Mbit/sund stellte ,,den ersten zentralen europäischen Internet-Hauptverkehrsweg für Datenkommunikation dar."29 Inzwischen wurde er zum ersten 2,5 Gbit/s internationalen optischen Netzwerk erweitert und wird aktuell auf 10 Gbit/s ausgebaut. Mit dem auf dem Internetprotokoll (IP) basierende Backbone sind inzwischen 25% der euro-päischen Internetnutzer angeschlossen. Als Ringtopologie konzipiert ist der Ebone durch den von FLAG Telecom und GTS betriebenen transatlantischen 10 Gbit/s-Backbone Flag-Atlantic 1 (FA-1) mit Knoten in New York und Pennsauken und damit mit dem US-amerikanischen Internet verbunden.30
6. Ausblick
In der Zukunft wird sich zeigen müssen, welche Technologien sich letztendlich bei den Backbone-Netzen durchsetzen können. Der derzeit im Bereich dieser Netze häufig verwandte ATM wird, wie man am Beispiel der Entwicklung vom B-Win zum G-Win deutlich erkennen kann, nicht mehr überall als das Non-plusultra der Zugriffsverfahren angesehen. Im G-Win wird beispielsweise der WDM/SDH-Dienst der Deutsche Telekom AG eingesetzt. Auch die immer zu-verlässigere Funktion von Satellitenfunk als Backbone-Lösung macht es ATM schwer sich durchzusetzen. An anderer Stelle setzt man jedoch bei neuen Lösungen auf die ATM-Technik. Im Bereich des linken Niederrheins beispiels-weise, wird derzeit ein Richtfunk-Backbone mit einer Bandbreite von 155 Mbit/s auf Basis von ATM geplant. Dieser soll die dort ansässigen Kommunen mit-einander verbinden. Die zugehörigen Bildungseinrichtungen sollen dann per 2,4-GHz-Wireless-Technik auf das High-Speed-Netz zugreifen können. Diese Richtfunkverbindung können dabei mit deutlichen Kostenvorteilen gegenüber Festverbindungen betrieben werden.31 Wie diese Beispiele zeigen ist also auch im Bereich der Backbone-Netze die Entwicklung von neuen Technologien noch nicht an einem Ende angekommen. Vielmehr wird es das stetig wachsende Datenvolumen, dass durch die Backbones transportiert wird nötig machen, schnellere, effizientere und auch kostengünstigere Technologien zu schaffen, so dass eine Prognose über die Technologien oder Architekturen der Zukunft kaum möglich scheint.
Literaturverzeichnis
Deutsche Telekom AG: Deutsche Telekom AG- Das Geschäftsjahr 1999, 1999, Seite 80 bis 81
Hansen, Dr. Hans Robert,
Wirtschaftsinformatik I, 7. Aufl., Wien, 1996
Kalakota, Ravi; Whinston, Andrew B.: Electronic Commerce, A Manager´s Guide, Rochester, New York; Austin, Texas, 1997
Kauffels, Dr. Franz-Joachim: Durchblick im Netz, 3. Aufl., Bonn, 2000
Lüerssen, Hartmut: Geldmangel führt zu Innovationen, in: NetworkWorld, 2000, Heft 11, S. 27
Schulze, Hans Herbert: PC-Lexikon, Fachbegriffe schlüssig erklärt, Neuausgabe, Berlin 1997
Siegmund, Gerd: Technik der Netze, 4. Aufl., Heidelberg, 1999
Stahlknecht, Peter; Hasenkamp, Ulrich: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 8., Aufl. Berlin-Heidelberg-New York, 1997
Woodcock, JoAnne: Netzwerke, Das Einsteigerbuch, Redmond, Washington 1999
Anhangverzeichnis
Anhang I Eco Forum e.V. (Hrsg.): 18;
http://www.eco.de/DECIX/Hintergrund.htm
Anhang II ZDNet (Hrsg.):
http://www.zdnet.de/internet/artikel/tech/199901/ 23netzfunktion01-03-we.htm
Anhang III Deutsche Telekom AG - Pressemappe (Hrsg.): 25
http://www.telekom.de/dtag/presse/artikel/0,1018,x561,00.htm
Anhang IV Deutsche Telekom AG: 28; Deutsche Telekom AG- Das Geschäftsjahr 1999, 1999, Kopie der Seiten 80 bis 81
Anhang V persönliche Information durch: UUNET Info, 12.10.2000 30
Anhang VI Topnet AG (Hrsg):
http://www.topnet.de/html4/4aa.htm 31
Anhang VII DFN, Adler, Hans-Martin (Autor): Informationen zum B-Win,
http://www.dfn.de/win/bwin/bwintext.htm 34
Anhang VIII Heinze/Noack/Schulze, Universität Hannover: 1. Gigabit-Win
offiziell gestartet,
http://www.rzn.uni-hannover.de/BIs/Jahrgang2000/BI341/bi341-1.htm 35
Anhang IX DFN, Quandel, Dr. Gudrun (Verantw.): Das Gigabit-Wissenschaftsnetz,
http://dfn.de/win/gwin/ueberblick 37
Anhang X DFN, Quandel, Dr. Gudrun (Verantw.): Das Gigabit-Wissenschaftsnetz,
http://dfn.de/win/gwin/ueberblick/wiss.htm 39
Anhang XI Dante (Hrsg.): High Bandwidth for European Research,
http://www.dante.net/ten-155/brochure2.htm 40
Anhang XII GTS (Hrsg.): Overview of Ebone Services,
http://www.gtsgroup.com/gts.nsf/728f5bc3...
6748d01e01c802569690038ec65?OpenDocumen 42
Anhang XIII Computerwoche Verlag GmbH (Hrsg.): European backbone (EBONE),
http://www.networkworld.de/knowledge/lex....de/
knowledge/lexikon/docs/6/F007486.HTM 43
Anhang XIV GTS (Hrsg.): Backbone Characteristics,
http://www.gtsgroup.com/gts.nsf/0/
D4085318FE85C69F8025693B005BA9F 44
1 vgl. Siegmund, Gerd: Technik der Netze, 4. Aufl., Heidelberg, 1999, S. 43
2 Woodcock, JoAnne: Netzwerke, Das Einsteigerbuch, Redmond, Washington 1999, S. 239
3 vgl. Schulze, Hans Herbert: PC-Lexikon, Fachbegriffe schlüssig erklärt, Neuausgabe, Berlin 1997, S. 80
4 Stahlknecht, Peter; Hasenkamp, Ulrich: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 8. Aufl. Berlin-Heidelberg-New York, 1997, S. 158 f.
5 Hansen, Dr. Hans Robert: Wirtschaftsinformatik I, 7. Aufl., Wien, 1996, S. 1118
6 vgl. Siegmund, Gerd: Technik der Netze, 4. Aufl., Heidelberg, 1999, S. 953
7 Kauffels, Dr. Franz-Joachim: Durchblick im Netz, 3. Aufl., Bonn, 2000, S. 248
8 vgl. Stahlknecht, Peter; Hasenkamp, Ulrich: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 8., Aufl. Berlin-Heidelberg-New York, 1997, S. 473 f.
9 vgl. Woodcock, JoAnne: Netzwerke, Das Einsteigerbuch, Redmond, Washington 1999, S. 124
10 vgl. Siegmund, Gerd: Technik der Netze, 4. Aufl., Heidelberg, 1999, S. 43 f.
11 vgl. Eco Forum e.V. (Hrsg.): http://www.eco.de/DECIX/Hintergrund.htm, S. 1 ff.
12 vgl. ZDNet (Hrsg.): http://www.zdnet.de/internet/artikel/tech/199901/netzfunktion01-03-we.htm, S. 1 f.
13 vgl. Kauffels, Dr. Franz-Joachim: Durchblick im Netz, 3. Aufl., Bonn, 2000, S. 287
14 vgl. Kalakota, Ravi ; Whinston, Andrew B.: Electronic Commerce, A Manager´s Guide, Rochester, New York; Austin, Texas, 1997, S. 41
15 vgl. Kauffels, Dr. Franz-Joachim: Durchblick im Netz, 3. Aufl., Bonn, 2000, S. 289
16 vgl. Siegmund, Gerd: Technik der Netze, 4. Aufl., Heidelberg, 1999, S. 43
17 vgl. Deutsche Telekom AG - Pressemappe (Hrsg.): http://www.telekom.de/dtag/presse/artikel/0,1018,x561,00.htm, S. 1
18 vgl. Deutsche Telekom AG: Deutsche Telekom AG - Das Geschäftsjahr 1999, S. 80 f.
19 Deutsche Telekom AG - Pressemappe (Hrsg.): http://www.telekom.de/dtag/presse/artikel/0,1018,x561,00.htm, S. 1
20 vgl. persönliche Information durch: UUNET Info, 12.10.2000
21 vgl. Topnet AG (Hrsg): http://www.topnet.de/html4/4aa.htm, S. 1 ff
22 vgl. DFN, Adler, Hans-Martin (Autor): Informationen zum B-Win, http://www.dfn.de/win/bwin/bwintext.htm
23 Heinze/Noack/Schulze, Universität Hannover: 1. Gigabit-Win offiziell gestartet, http://www.rzn.uni-hannover.de/BIs/Jahrgang2000/BI341/bi341-1.htm, S. 1
24 vgl. Heinze/Noack/Schulze, Universität Hannover: 1. Gigabit-Win offiziell gestartet, http://www.rzn.uni-hannover.de/BIs/Jahrgang2000/BI341/bi341-1.htm, S. 1
25 vgl. DFN, Quandel, Dr. Gudrun (Verantw.): Das Gigabit-Wissenschaftsnetz, http://dfn.de/win/gwin/ueberblick, S. 1
26 vgl. DFN, Quandel, Dr. Gudrun (Verantw.): Das Gigabit-Wissenschaftsnetz, http://dfn.de/win/gwin/ueberblick/wiss.html
27 vgl. Dante (Hrsg.): High Bandwidth for European Research, http://www.dante.net/ten-155/brochure2.htm, S. 1 f.
28 vgl. GTS (Hrsg.): Overview of Ebone Services, http://www.gtsgroup.com/gts.nsf/728f5bc3... 6748d01e01c802569690038ec65?OpenDocumen
29 Computerwoche Verlag GmbH (Hrsg.): European backbone (EBONE), http://www.networkworld.de/knowledge/lex....de/knowledge/lexikon/docs/6/F007486.HTM
30 vgl. GTS (Hrsg.): Backbone Characteristics, http://www.gtsgroup.com/gts.nsf/0/D4085318FE85C69F8025693B005BA9F
31 Vgl. Lüerssen, Hartmut: Geldmangel führt zu Innovationen, in: NetworkWorld, Heft 11, 2000, S. 27
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Dieter Worf, 2000, Backbone des Internets, München, GRIN Verlag GmbH
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