den sie gewährte, sollte sie das diesseitige Leben auf eine höhere Stufe heben. Es entstand die Vorstellung von der Kunst als Bestandteil intellektueller und moralischer Bildung.
Architektur
Die Architektur der Renaissance sollte dem Bauherrn und dem Baumeister zu Ruhm und Ansehen verhelfen. Sie signierten ihre Entwürfe und Pläne und wurden von Monarchen wie ihresgleichen behandelt. Die um 1414 wiederentdeckte Schrift "De Architectura" des antiken Schriftstellers Vitruv (23 v. Chr.) wurde zur Offenbarung für die Baumeister der italienischen Renaissance. Nach einem Satz des Vitruv sollen alle Teile eines Baues genauso wie die Teile des menschlichen Körpers in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Es fand sich ein Bemühen, den Menschen zum Maß aller Dinge zu machen.
In der Frührenaissance wurden einfache, regelmäßige Raumformen bevorzugt. Der Grundriss wurde meist sehr konsequent aus den geometrischen Formen Quadrat und Kreis entwickelt, wobei das Vierungsquadrat, überwölbt von einer Kuppel, die Maßeinheit bildete. Die in der Gotik durch Triforium und Maßwerkfenster aufgelösten Wände erschienen wieder geschlossen. Rippen und Spitzbogen verschwanden. Fenster wurden in der Frührenaissance mit Rundbogen, in der Hochrenaissance waagerecht abgeschlossen und mit einem
wieder die klassische n Säulenordnungen dorisch, ionisch, korinthisch und auch das
Wenn nun auch viele antike Einzelformen wie Kapitelle, Gebälke, Fensterrahmungen und Ornamente in neuen Bauten Anwendung fanden, so hatte dies jedoch keineswegs ein Kopieren antiker Gesamtbaukörper zur Folge. Das architektonische Ideal der Hoch- und Spätrenaissance war eigentlich der
Zentralbau
mit seinem symmetrischen Grundriss von Kreis oder gleichschenkligem Kreuz. Die gottesdienstliche Funktion erzwang jedoch in den meisten Fällen
Langhausbauten
nach altem Vorbild.
Erstmals entwickelte sich in der Renaissance die Gleichwertigkeit von Kirchen- und Profanbau. Für den Stadtpalast (Palazzo) und die ländliche Villa wurden eigene architektonische Formen entwickelt.
Plastik
Die Motivwelt der Bildhauerei wurde in der Renaissance auf Weltliches ausgedehnt. Die Mythologie des Altertums lieferte Vorwände für die Darstellung der menschlichen Figur. Das Studium der Anatomie versetzte die Bildhauer in die Lage, naturnah zu formen.. Büsten und Standbilder hochgestellter Auftraggeber wurden zu echten Porträts und versuchten, die Individualität des Dargestellten naturnah wiederzugeben. Aus der Darstellung einer Welt transzendenter Kräfte wurde die unmittelbare, sinnlich erfahrbare, irdische Wirklichkeit. Der Aufgabenbereich der Bildhaue r richtete sich vor allem auf die frei in den Raum gestellte
Figur. In der Frührenaissance, um das Jahr 1430, wird von Donatello mit dem David aus Bronze die erste lebensgroße freiplastische Aktfigur seit der Antike geschaffen. Die Zentralperspektive fand bei der Gestaltung des Hintergrundes Anwendung, in der vorderen Reliefebene jedoch wurde ein neues Gefühl für plastisches Volumen, Größenverhältnisse einer natürlichen Erscheinung und Schönheit sichtbar. An der Plastik der Hochrenaissance -hier sei beispielhaft auf den David von Michelangelo (Abb.) verwiesen- wird das Interesse an den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien anschaulich. Im Vergleich zum David Donatellos sieht man eine lebendigere Bewegung, ein Anspannen der Muskeln, eine physische Reaktion. Die Bildhauerei der Spätrenaissance wurde bestimmt durch das Artistische, eine gewisse handwerkliche Geschicklichkeit. Die Beherrschung der Darstellung der Menschenfigur in ihrer frei bewegten Natürlichkeit war selbstverständlich.
Malerei
Die Malerei der Renaissance wagte zu Beginn der Neuzeit, die tatsächliche Umwelt der Menschen mit der Freude des Entdeckens im Bild sinnlich erfahrbar wiederzugeben. Um dem Ziel, der Illusion einer Wirklichkeit auf einer wie durch einen Rahmen begrenzten Bildfläche möglichst nahe zu kommen, musste man nach Regeln und Gesetzmäßigkeiten suchen. Als Hilfe bei der Darstellung eines Raumes entwickelte die Frührenaissance die Zentralperspektive, häufig begleitet von symmetrischen Anordnungen der einzelnen Figuren, F igurengruppen und anderer Bildelemente. Die Komposition folgte dabei vorwiegend einer Kreis- oder Dreiecksform.
Allmählich entwickelt sich das Liebhaberbild, gedacht für die herrschaftliche Villa oder das Studierzimmer. Solche Bilder erlaubten die Nacktheit der dargestellten Figuren.
Dem Maler der Hochrenaissance ging es darum, die natürliche Erscheinung zu idealisieren, um einen möglichst hohen Grad an Schönheit zu erreichen und die Figuren mit einer natürlichen und lebendigen Ausdrucksform auszustatten. Die Künstler der Hochrenaissance entwickelten darüber hinaus die Luft- und Farbperspektive sowie das sogenannte Sfumato als weitere und vielseitiger verwendbare Möglichkeit der Raumillusion auf der Bildfläche. Am Ende der Hochrenaissance setzte ein Stilwandel ein. Die nachfolgende Zeit wird zum Teil als Spätrenaissance, zum Teil als Manierismus bezeichnet, was vom italienischen "maniera" kommt und soviel wie "Eigenart" bedeutet. Charakteristisch sind die fließenden Übergänge und das Nebeneinander von Manierismus, Spätrenaissance und Frühbarock. Ausgangspunkt für diesen Kunststil waren die Bilder der Hochrenaissance von Raffael und Michelangelo. Die "maniera" zeigt sich in überlängten, in sich gedrehten Bildfiguren mit kleinen Köpfen, sehr langen Hälsen und Fingern sowie in gezierten Bewegungen, die in unklaren räumlichen Beziehungen zum Hintergrund stehen.
Arbeit zitieren:
Jana Trenkel, 2000, Renaissance, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Referat / Aufsatz (Schule), 5 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jana Trenkel hat den Text Renaissance veröffentlicht
Jana Trenkel hat einen neuen Text hochgeladen
Annika Weber hat den Text Renaissance kommentiert
Rosalia Abbenhaus, Ulrike Hartmann-Nölle, Katja Sommereisen, Daniel Sommereisen
Innovativer Kunstunterricht, d...
Rosalia Abbenhaus, Ulrike Hartmann-Nölle
Klaus Murr
Chapeau !.
Der Beitrag ist für ein Referat aus der 11.Klasse überdurchschnittlich gut.
Das Thema wird kompakt in den einzelnen Kunstformen dargestellt, wobei das Wesentliche gut erkannt und vermittelt wird.
Erfreulicherweise werden keinerlei orthographische Fehler gemacht, was in einem solchen Schulreferat eher selten ist.
Chapeau !
Klaus Murr
Student der Kunstgeschichte im Nebenfach
am Wednesday, September 05, 2001-
Annika Weber
Renaissance.
ICH finde dieses Referat hätte ne 1+++ Verdient
am Sunday, June 01, 2008-