HÖRBEISPIELE
1 Benny Goodman „One O’clock Jump“ WEISSER SWING
- dem Stil von Count Basie (bsp. 2) „verpflichtet“
- starke Virtuosität v.a. in den hohen Tönen der Klarinetten-Improvisation und den Schlagzeugsolos von Krupa
- 12-taktig (Bluesform) 4x Klavier 2x Chorus des Tenorsax. 2x Chorus der Posaune
6x Goodman (Klarinette??) (sehr spannungssteigernd, „Klangloch“ nach 3x) 2x Klavierchorus 2x Trompetenchorus 4x reine Riff-chorusse 1x Klarinette (dramatisch)
2 Count Basie (perc.) „Where shall I go“ SCHWARZER SWING
- Kansas-City-Stil
- schmuufer Pianist (fast Boogie Woogie)
- head-Riff: unablässige Wiederholung bringt eine mel. Eintönigkeit dagegen aber ständig wechselnde harmonische Basis, was zu einer heftigen inneren Spannung führt.
- Konsistenz der Rhytmusgruppe
- 4-even-beats sehr auffällig
- 32-taktig, AABA (A: Klavier, B =bridge: Trompete, dann erst Sängerin Helen Humes)
3 Coleman Hawkins (tenorsax) „Body and Soul“
- 32-taktig, AABA, Ballade
- Nivellierung des Klangs im Swingorchester, Überpointierung der solistisch individualistischen Interpretation (???)
- Komplexität der Harmonik à Interpretationen Hawkins kaum an Thema gebunden (wie im modernen Jazz)
ÜBERSICHT DER NAMEN (SWING, BIGBAND)
Schlagzeuger:
Gene Krupa: * 1909 in Chicago, + 1973; „Erfinder“ des Schlagzeug-Solos (entstanden aus den Breaks), ab 1935 im Benny Goodman-Orchester (bsp 1) Cozy Cole
Arrangeure/Orchesterleiter:
Klarinette:
Benny Goodman: weiss, *1909 in Chicago; 1934: Gründung eigener BigBand ohne grossen Erfolg bis 1935. Solisten: Bunny Berigan (tr), Gene Krupa (dr), Jess Stacy (p), Helen Ward (voc); Arrangements von Fletcher Henderson mit einfachen, übersichtlichen Strukturen Goodman versuchte, die Rassenschranken zu durchbrechen und beschäftigte schwarze, auf der Bühne sichtbare Solisten, so zum Beispiel Lionel Hampton (vibra), was als unerhört galt. Er selber sehr virtuos, flüssiges Spiel, mit Einfluss der klassischen Ausbildung. (bsp 1)
Tenorsax:
Coleman Hawkins: „Hawk“, * 1904 in Missouri, + 1969 in NY; Solist im Orchester von Fletcher Henderson 23-34, als einer der ersten Swinger nach Europa, Grösster Erfolg 1939 mit „Body and Soul“ (bsp 3); Daddy des Tenorsaxophons (zitate s.113, bild s.112); Lehrer von Illinois Jacquet, Ben Webster.
Piano:
Count Basie: „Swing-Maschine“, *1904 in New Jersey; setzt piano sehr gezielt und sparsam ein. Sehr kompakte Rhytmusgruppe im Basie-Orchester mit Freddie Green (guit, bild s. 138), Jo Jones (dr), Walter Page (bass), Count Basie (piano). (bilder s. 138/39) (bsp 2)
weitere schwarze Orchester: Chick Webb, Jimmie Luneford
weitere weisse Orchester: Artie Shaw, Jimmy & Tommy Dorsey,
Fletcher Henderson: legte 1923 den Grundstein für die BigBand-Ära, zuerst nur mit 10 Musikern, Orchester (s 123) von 1924 mit C. Hawkins, Louis Armstrong, Fletcher Henderson etc.)
Duke Ellington: (s.146): DER BigBand-Leiter, * 1899 in Washington, + 1974 in NY 1922: erste BigBand, fast ein halbes Jahrhundert als Leiter verschiedener BigBands sehr erfolgreich. Entwickelte z.B. den „Mood-Style“ (langsam, melancholisch), entwickelte die Musik ständig weiter. (s. 149 zitat)
im Üebergang zum Beebop: Versuche durch Cab Calloway, Dizzy Gillespie etc. Vermischung 40er Jahren zB. auch mit Lester Young (tenorsax, bild s. 125)
Klarinettisten
Swing-Zeit = Zeit der erfolgreichen Klarinettisten, „clarinet craze“; Verrücktheit des amerikanischen Publikums nach Klarinette.
Benny Goodman (siehe Orchesterleiter), Ed Hall, Barney Bigard, Pee Wee Russel (bild s.109 am V-Day, Sieg 2.WK)
Vibraphonisten
Gute Mischung zwischen percussiv und melodisch.
Lionel Hampton: *1909 in Kentucky, zuerst Schlagzeuger, darum bei ihm das Vibra fast als „melodisiertes Schlagzeug“, und dann plötzlich wieder langsame Balladen (bild s.110), Stück „Flying Home“ sehr erfolgreich, inspirierte einen schwarzen Zuhörer zu einem Sprung vom 2. Rang als er heimfliegen wollte, allerdings woanders landete...
Trompete
Königliches Instrument des Jazz (trompete = Loius Armstrong)
Cootie Williams, Rex Stewart, Harry Edison etc.
Geige
bald verdrängt, weil zu leise
Joe Venuti, Stuff Smith etc.
GEOGRAPHISCHE ÜBERSICHT:
New York: Zentrum des BigBand-Jazz (+Kansas City)
à Harlem: in der Swing-Ära eine Art Hauptstadt des Jazz mit dem Apollo-Theater, Savoy Ballroom, versch. Clubs, Kirchen (Gospel), und bei den Leuten zu Hause. Dichter wie Langston Hughes (s. 122 bild/gedicht)
Steptänzer: Jazzmusik mit den Füssen, sogar Solostücke für Tap-Dancer-Solisten, zB. Baby Laurence, Buster Brown, Jimmy Slide (bild s. 123)
Quote paper:
Joël Kuster, 2001, SWING, Munich, GRIN Publishing GmbH
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