Zum Werk "Anna Karenina"
- krit. Gesellschaftsroman d. 70er Jahre sowie Höhepkt. d. klass. europ. Romanentwicklg. - Glück u. Unglück Anna Kareninas steht für viele Frauenschicksale dieses Jh. u. dieser Beding. - ist Opfer ihrer soz. Verhältnisse, die ihr nicht gestatten, Glücksanspruch zu verwirkl. - durch Widersetzen gegen Gesellschaftsgesetze à trag. schuldig àverletzt nat. Gesetze (Familie, Sohn, Ehe) - Anna K. als klass. Heldin dieser Kunstperiode à Anstoß für andere
- von Grund auf dem Untergang geweihtà im ganzen Roman Motive d. Todes zu finden: "Ein Bahnwärter hatte das Herannahen des entgegenkommenden Zuges nicht gehört und war überfahren worden --- Anna träumt von ihrem Tod Pferd stürzt bei Rennen; muß erschossen werden solche Elemente z.B.: bei Fontanes „Effie Briest“ zu finden
typ. für T. war mehrschichtige Kompsition --> in "Anna Karenina" drei parallel laufende voneinander unabh. Handlg. - vieles bleibt offen, nur angezeigt
"Kommt zur Besinnung!" (Pamphlet (Streit -,Schmähschrift) geg. jap.- russ. Krieg) mit Roman „Auferstehung“ (1899) u.a. polemische Schriften
à Kampf gegen die bestehende Gesellschaftsordnung, falsche Moral, soz. Ungerechtigkeit schrieb auch schlichte Volkserzählungen: „Die Macht der Finsternis“ (1886) ; „Der Lebende Leichnam“ (1900)
Lehre:
seine Lehre als Konzept eines neuen Christentums oft auch genannt: Tolstojs christl. Anarchismus in Anlehnung an die Bergpredigt: 5 Gebote (1.) Du sollst nicht zürnen. (2.) Du sollst nicht ehebrechen. (3.) Du sollst nicht schwören.
(4.) Du sollst dich dem Bösen nicht mit Gewalt widersetzen. (5.) Du sollst niemandes Feind sein.
- Leben als Prozess der moralischen Selbstvollkommg. - in Einklang m. den 5 Geboten - moral. Ideal: einf. asketisches Leben - mögl. wenig abhängig v. Arbeit anderer - staatliche, kirchliche Gesetze u. Normen werden nicht anerkannt. - verneinte Eigentum, den Staat, die Kirche, staatl. Justiz
- da Gewalt nur neue Gewalt herausfordert à einzige Mittel, Kreislauf zu durchbrechen -- Verzicht auf Gewalt. à moralische Reform. àà Beeinflussung vieler Menschen weltweit:
z.B. Gandhi entwickelte seine gewaltfreien Techniken unter anderem nach Theorien v. Tolstoj Darstellung dieser Überzeugungen in... Das Märchen von Iwan dem Narren
"(...) Der alte Teufel sah, daß sein Anschlag mißglückt war; da begab er sich zum Kakerlakenzaren und schmeichelte sich bei ihm ein. "Wir wollen dem Zaren Iwan den Krieg erklären und sein Land erobern", riet er ihm. "Er hat zwar kein Geld, aber Getreide und Vieh und sonstiges Gut in Menge."
Da rüstete der Kakerlakenzar zum Kriege. Er stellte eine große Armee auf, ließ Gewehre und Kanonen in Ordnung bringen, zog bis an die Landesgrenze und fiel in Iwans Reich ein.
Die Leute kamen zu Iwan und meldeten: "Der Kakerlakenzar bedroht uns mit Krieg." "Meinetwegen!" sagte Iwan. Der Kakerlakenzar überschritt mit seinem Heer die Grenze, sandte Kundschafter aus, die Iwans Heer aufspüren sollten. Die Kundschafter suchten und suchten, aber nirgends war ein Heer zu sehen. Sollte man warten, bis es irgendwo auftauchte? Nirgends hörte man auch nur von einem Heere reden, es war niemand da, mit dem man hätte Krieg führen können. Da schickte der Kakerlakenzar seine Soldaten aus, die Dörfer zu besetzen. Die Soldaten zogen in ein Dorf ein: die Narren und Närrinnen kamen aus ihren Häusern gestürzt, sahen die Soldaten an und staunten. Die Soldaten nahmen den Narren ihr Getreide und ihr Vieh weg; die Narren gaben ihnen alles, und keiner wehrte sich. Die Soldaten zogen in ein anderes Dorf, da ging es ebenso. So zogen die Soldaten einen Tag durchs Land und noch einen - überall erlebten sie dasselbe: Die Leute gaben alles her, wehrten sich nicht und forderten die Soldaten auf, bei ihnen wohnen zu bleiben. "Wenn ihr's daheim nicht gut habt", sagten sie, "so kommt zu uns und bleibt bei uns!"
Lange Zeit zogen die Soldaten umher, aber nirgends stießen sie auf eine Armee. Überall wohnten friedliche Leute, die sich und andere durch ihre Arbeit ernährten, sich nicht zur Wehr setzten und die Eindringlinge aufforderten, bei ihnen zu bleiben.
Die Soldaten hatten es bald satt und kehrten zu ihrem Kakerlakenzar zurück. "Wir können keinen Krieg führen", sagten sie, "Führe uns in ein anderes Land! Das hier ist kein Krieg. Es ist, als ob man Brei mit dem Messer schneiden wollte. Wir können hier keinen Krieg führen." Da wurde der Kakerlakenzar böse und befahl den Soldaten, durch das ganze Land zu ziehen, die Dörfer zu verwüsten, die Häuser und das Getreide zu verbrennen, das Vieh abzustechen. "Wenn ihr meinem Befehl nicht gehorcht", sagte er, "lasse ich euch alle hinrichten."
Die Soldaten erschraken und erfüllten den Befehl des Zaren. Sie brannten die Häuser nieder, verbrannten das Getreide, töteten das Vieh. Die Narren aber verteidigten sich nicht, sondern weinten nur. Es weinten die Greise, es weinten die Weiber, es weinten die kleinen Kinder.
"Warum kränkt ihr uns?" sagten die Leute. "Warum zerstört ihr ohne Sinn und Verstand unser Gut? Braucht ihr etwas davon, so nehmt es nur!"
Da faßte die Soldaten der Ekel. Sie zogen nicht weiter, und das ganze Heer lief auseinander."
Arbeit zitieren:
Karsten Doherr, 2001, Tolstoj, Lew - (Leo Tolstoi) und sein Wirken auf dt. Realisten, München, GRIN Verlag GmbH
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Sergej aus Moskau hat den Text Tolstoj, Lew - (Leo Tolstoi) und sein Wirken auf dt. Realisten kommentiert
In the Land of Tolstoi: experiences of famine and misrule in Russia. [...
Jonas Stadling, Will Reason
Sergej aus Moskau
Kleine Richtigstellungen dazu.
1. Tula ist etwa 180km nach Sueden von Moskau.
2. Die Zeitschrift hiess "Ssowrjemjennik" (dt/Zeitgenosse)
am Tuesday, October 28, 2008-