Auch durch den Wiener Kongress wurde das Schicksal der Industrialisierung in Deutschland mit bestimmt. 1815 tagte dieser Kongress und beschloss eine Neuverteilung der Territorien. Russland, Österreich und Preußen gründeten eine „Heilige Allianz“ ,die die „monarchische Legitimität wiederherstellen sollten, was einen riesigen Rückschritt in politischer Hinsicht bedeutet und auch für die Industrialisierung nicht förderlich ist. Darum traten auch der engl. König, der Papst und der türkische Sultan dieser Allianz nicht bei. Während des Wiener Kongress schlossen sich auch 35 Fürsten und 4 Reichsstädte zusammen zum „Deutschen Bund“. Dieser Bund war aber zu locker organisiert und brachte so keine Einschränkungen für die Bündnispartner. Da England, Dänemark und die Vereinigten Niederland im Deutschen Bund waren und deren Herrscher Königreich Hannover, Holstein und Luxemburg regierten hatten sie so ihren Einfluss gestärkt. Dadurch war die Industrialisierung in Deutschland (wenn man Deutschland nicht nur als Preußen betrachtet) sehr stark behindert, denn in Deutschland herrschte weiter die Absolute Monarchie vor und als Staatsoberhaupt saß immer noch ein König , dagegen regierte in England der König mit dem souveränen Parlament in einer konstitutionellen Monarchie.
Englands Außenpolitik war auch, vor allem durch die Tatsachen das England einheitlich war, viel agiler und zielgerichteter, was man an ihren Gesetzen (Navigationsakte) und Bemühungen beim Wiener Kongress sieht (sie bemühten sich und bekamen die Inseln Helgoland, Malta, Mauritius und die Kapkolonie). England versuchte so den Handel so effektiv wie möglich für seine Wirtschaft auszulegen. Deutschland dagegen war benachteiligt durch viele Kleinstaaten (damit verbunden ist auch geringes Stimmgewicht in Abstimmung gegen andere Länder) und nur Preußen wäre in der Lage eine zukunftsorientierte Außenpolitik zu führen. 1.2. Wirtschaftliche Bedingungen
Die wirtschaftlichen Bedingungen spielten bei der industriellen Revolution eine wichtige Rolle. Die Agrarevolution in England führte wissenschaftlich erprobte Methoden in die Landwirtschaft ein z. B. Fruchtwechsel, ganzjährige Viehhaltung und Züchtung mit der Absicht Erträge und Gewinne zu steigern. Es entstand eine erhöhte Nachfrage nach Lebensmitteln und einen Preisanstieg. Die Gewinne wurden in die einzige lohnenswerte Geldanlage investiert - Grund und Boden. In der 2. Hälfte des 18. Jh. stiegen die Ernteerträge in den Nordwest europäischen Ländern wegen den zahlreichen Reformen. Die wissenschaftlic he Lehre von der Landwirtschaft unterstützte die Bauern zu effektiveren Arbeiten.
Handelskompanien waren Unternehmen, die mit den erzielten Gewinne handelten. Sie waren mit Konzessionen der Regierung mit Privilegien, Monopolen und manchmal auch mit Territorialhoheitsrechten ausgestattet.
Vor allem in England wurden diese Kompanien sehr unterstützt. Die Navigationsakte wurde vom englischen Parlament im 17. und 18. Jahrhundert eingeführt. Sie verabschiedete Gesetze zur Förderung und zum Schutz der englischen Schifffahrt und des englischen Handels gegenüber der ausländischen Konkurrenz. So konnten die neuen Handelskompanien sich ungehindert weltweit ausbreiten.
Nicht alle waren von der englischen Vormachtstellung auf der See erfreut. Die Kontinentalsperre war eine Maßnahme der französischen Regierung während der Koalitionskriege. Sie sollte Großbritannien daran hindern mit anderen europäischen Ländern zu handeln. Das Dekret von Berlin im November 1806 verbot allen neutralen Festlandsstaaten sowie den französischen Alliierten den Handel mit Großbritannien. Die Folge war das England im Januar 1807 allen Schiffen neutraler Länder verbot in französische Häfen und mit Frankreich verbündeten Häfen einzufahren. In November 1807 blockierten die Briten alle
französische Häfen und ihrer Verbündeten. Daraufhin erließ Napoleon weiter Dekrete, die darauf ausgerichtet waren England vom Handel mit dem europäischen Festland ausschließen. 1810 beschloss Russland die Kontinentalsperre nicht mehr weiter zuführen, woraufhin Napoleon 1812 versucht das Land anzugreifen. Sein Versuch scheiterte und mit dem Ende der Ära Napoleon brach auch dieses System 1815 zusammen.
In Deutschland waren die Bedingungen im Gegensatz zu England noch nicht so weit voran geschritten. Mit der Gewerbefreiheit in Deutschland wurde ein wichtiger Schritt zur wirtschaftlichen Liberalisierung beigetragen. 1807 wurde die Gewerbefreiheit durch das Oktoberedikt beschlossen. Seit 1810 war die Ausübung eines Gewerbes vom Steuer- oder Gewerbeschein abhängig. Es war nun gewährleistet, dass jeder in jedem Umfang jeden Produktionszweig mit jeder Produktionstechnik eröffnen oder bearbeiten konnte. In anderen Ländern Deutschlands vollzog sich die Entwicklung zur Gewerbefreiheit langsamer. Der Konkurrenzkampf wurde größer und somit war das Streben nach Profit wichtig, was die Wirtschaft fördert. Leider kam es auch negative Seiten der Gewerbefreiheit. Nach und nach kam es mehr zur Verarmung der Bevölkerung wegen den wirtschaftlichen Verhältnissen (Pauperismus). Nur ein Teil der wachsenden Bevölkerung fand Arbeit, die oft ungenügend bezahlt war...
1850 waren nur noch 55% der Menschen in der Landwirtschaft tätig. Der Industriezweig blühte immer mehr auf. Mit der zunehmender Industrialisierung gingen die gelernten Arbeiter nicht mehr so häufig in die Landwirtschaft sondern in die Fabrik. Jedoch wuchsen die gewerbliche Nachfrage und die Kaufkraft unterschiedlich. So mussten viele im Existenzminimum leben. Um die Familie aber zu ernähren, mussten Kinder schon in jungen Jahren arbeiten und auch Frauen.
Deutschland war noch immer in viele Kleinstaaten unterteilt. In jedem Staat gab es verschiedene Währungen, so dass an jeder Grenze Zoll bezahlt werden musste. Handel und Verkehr waren dadurch kostspielig und umständlich. Friedrich List war ein Vorkämpfer eines deutschen Zollvereins. Er wurde aber wegen seinen demokratischen Reformen verurteilt und ist 1825 in die USA ausgewandert. 5 Jahre später kam er zurück. Die preußische Regierung machte seinen Gedanken zum Ziel der Politik. Am 1. 1. 1834 schlossen sich 18 Bundesstaaten zum deutschen Zollverein zusammen. Die fehlenden Staaten traten nach und nach ein, zuletzt Hamburg 1888. Nun waren die Konditionen für den Handel günstig. Die Eisenbahn als Transportmittel war eine wichtige Voraussetzung für die Industrialisierung in Deutschland. Die Infrastruktur bestand bis 1835 hauptsächlich aus Straßen und Flüssen. 1835 war in Deutschland die erste Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth entstanden. Für den Bau von Eisenbahnen, Schienen, Lokomotiven, Waggons, Brücken und Tunnel waren neue Industriezweige erforderlich. Die enormen Geldmittel konnte kein einziges Unternehmen aufbringen. Es bildeten sich Aktiengesellschaften. Sie wurden an der Börse gehandelt. Vor allem Eisenbahnaktien versprachen hohe Gewinne und reißenden Absatz. Da die Entwicklung des deutschen Zollvereins und die der Eisenbahn eng miteinander verbunden ist, werden sie auch als „Siamesische Zwillinge“ bezeichnet.
Fortschritte und Veränderungen in der landwirtschaftlichen Produktion waren Aspekte des tief greifenden Wandels um 1800 in ländlichen Gebieten. Die Menschen lebten noch in der Grundherrschaft (Herrschaft über Grund und Boden). Diese Agrarverfassung wurde durch die Agrarreformen entscheidend verändert. Staatliche Gesetze änderten die Besitzverhältnisse in der Landwirtschaft. Lohnarbeiter, Pächter, Hörige ... wurden Eigentümer ihrer Ländereien. Weil Freiheit ohne Existenzgrundlage nicht nützt, wurde nun auch noch die Unfreiheit aufgehoben. Unter den Bauern kam das Interesse der Ertragssteigerung, was dem Wirtschaftswachstum nur gut tat. Die Enteignung der Großgrundbesitzer musste entschädigt werden. Das war aber ein schwer zu lösendes Problem, da sie in der Politik sehr einflussreich waren. In der 2. Hälfte des 20 Jahrhunderts wurde dieses Verfahren auch in Entwicklungsländern angewandt.
In Preußen lebte und arbeitete der Großteil der Bevölkerung auf dem Land. Sie hatten keine Beziehungen zur Stadt und arbeiteten für Gutsherren. 1807 wurden diese Zustände durch die Bauernreformen geändert. Bauern waren frei und keine Untertanen irgendwelcher Gutsherren. Sie konnten ihre Höfe kaufen indem sie Teile ihrer Länder abgaben. Viele hatten aber nicht genug Land und wurden Landarbeiter. Im wesentlichen waren es aber 2 Vorteile für die Bauern - Befreiung aus der Abhängigkeit und Befreiung von Frohendienste uä. 1.3. Soziale und geistige Bedingungen
Ab 1750 kam es zur Bevölkerungsexplosion in Europa. Die Produktion von Nahrungsmitteln stieg, was eine Grundlage zum Bevölkerungswachstum ist. Außerdem haben sich hygienische Verhältnisse deutlich gebessert. Verschiedene wirtschaftliche, soziale und politische Faktoren spielen dabei eine wesentliche Rolle. Der Wachstum verläuft in den 3 Phasen der demographischen Revolution. Verringerung der Säuglingssterblichkeit und Abschwächung der Krisensterblichkeit. Mehr Menschen erreichen das heiratsfähige Alter - die Geburtenziffer steigt. Der Fall von Geburten- und Sterbeziffer. Viele Arbeitskräfte sind vorhanden, die die Wirtschaft ankurbeln können.
Liberalismus war eine politische Bewegung im 18. Jahrhundert. Freiheit und Individualismus stehen Mittelpunkt anstatt kollektiven Ansprüchen von Staat und Kirche. Forderung nach Glaubens- und Meinungsfreiheit und Sicherung der Grundrecht von Bürgern gegenüber staatlichen Eingriffen. Die Unabhängigkeit der Rechtsprechung soll gewährt werden (Gewalteneinteilung).Das Volk sollte im angemessenen Teil an politischen Entscheidungen teilnehmen dürfen.
Die Einführung der Schulpflicht in Preußen 1717 trug sehr zur Bildung des Volkes bei. Lesen, Schreiben, Rechnen, Singen und Religion waren die ersten Unerrichtsfächer. Im 18 Jahrhundert sank die Zahl der Analphabeten von 80-90% auf 50 %. Landesfürsten zeigten großes Interesse für begabte Schüler. Sie wurden streng erzogen und erhielten eine qualifizierte Ausbildung als z. B. Staatsdiener in der Verwaltung, Wirtschaft, Rechtsprechung und Diplomatie. Gelehrte waren überall in den neuen Industriezweigen sehr begehrt. Sie waren in der Lage vieles zum postiven zu verändern.
2. Gründe für das spätere Einsetzen der industriellen Revolution in Deutschland Die Außenpolitik Deutschlands (Preußen) war zu sehr auf Territoriumsvergrößerung ausgelegt. Das Denken war nicht wirtschaftsorientiert genug (Handel). Die Entwicklung der Wirtschaft war gehemmt, weil der Adel Steuerprivilegien und Patrimonialgerichtsbarkeit hatte. Der preußische Adel verhinderte eine Repräsentativverfassung. Außerdem standen die Deutschen Reformen (die ohnehin spät einsetzten) skeptisch gegenüber. Dadurch wurden neue Reformen sehr gehindert. Die vielen Kleinstaaten hielten Deutschland in der Entwicklung wegen Meinungsfreiheiten sehr auf. Erst mit dem Zusammenschluss zum deutschen Zollverein kam eine Einigkeit.
Quellenangabe:
Hindfeld, Heinrich und Mauer, Lorenz: Zwischen Beharrung und Aufbruch. Bamberg: C. C. Buchner Verlag, 1996, S.131ff.
Alter, Peter und Dotterweich, Volker: Grundrisse der Geschichte Altertum, Mittelalter, Frühe Neuzeit. Stuttgart: Ernst Klett Verlag, 1998, S.310ff.
Alter, Peter und Bergmann, Klaus: Geschichte und Geschehen. Stuttgart: Ernst Klett Verlag, 1991.
Günther-Arndt, Hilke, Hoffmann, Dirk und Zwölfer, Norbert: Geschichtsbuch Oberstufe Band 1 Von der Antike bis zum Ende des 19. Jh. Berlin: Cornelsen Velag, 1995.
Arbeit zitieren:
Alexander Herzog, 2001, Bedingungsfaktoren der industriellen Revolution in Deutschland und England, München, GRIN Verlag GmbH
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E. A. Wrigley, Edward Anthony Wrigley
TC
Nicht gut, nicht spannend.
also: da haben wir ja fleissig in den Geschichtsbüchern geforscht. Aber diese Arbeit ist ziemlich überladen mit unwichtigem Müll zur Industriellen Entwicklung. Wo bleibt die demographische Transformation? Die Einwirkung neuer Sozialsysteme? Die Erfindung der Dampfmaschine und so weiter? Zudem sollte die deutsche Rechtschreibung und Grammatik nochmals studiert werden.
am Thursday, July 11, 2002-