Schriftliche Fassung zum Referat
Paul Klee - Hommage à Picasso
Referentin: Christa Harlander
Datum des Referates: 19.4.2002
Das Referat wurde von der Verfasserin im Sommersemester 2002 an der
Universität Wien im Rahmen des kunstgeschichtlichen Proseminars "Paul Klee"
gehalten und mit der Note 2 (=gut) bewertet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Bildinhalt und Komposition 3
Paul Klee und der Kubismus 5
Der schöpferische Prozess von Paul Klee und Pablo Picasso im Vergleich 9
Quellenangaben Literatur 12
Einleitung
Das Thema dieses Referates ist Paul Klees Hommage à Picasso ein Ölbild (Öl auf Karton)
im Format 38 x 30cm welches im Jahr 1914 entstand und sich heute in einer Privatsammlung
befindet
Zunächst werde ich Thema und Komposition des Bildes erläutern und anschließend die
Einflüsse aufzeigen die von der Hommage à Picasso reflektiert werden und den
künstlerischen Entwicklungsweg Paul Klees auch im Hinblick auf spätere Werke geprägt
haben Im Vordergrund der Ausführungen wird die Auseinandersetzung Klees mit dem
Kubismus und den Werken Robert Delaunays stehen Zum Schluß möchte ich noch der Frage
nach Gemeinsamkeiten zwischen dem künstlerischen Schaffen Klees und dem Picassos
nachgehen
Bildinhalt und Komposition
Das Thema des Bildes ist durch den Titel eindeutig benannt die Hommage à Picasso ist
allerdings weder ein Zitat eines bestimmten Werkes von Picasso (jedenfalls keines der mir
bekannten Werke) noch ist sie ein Portrait des Künstlers wie etwa jene Hommage à
Picasso die Juan Gris im Jahr 1912 malte
Die Komposition des Bildes besteht aus farbigen Rechtecken und Quadraten unterschiedlicher
Größe Dieses Kästchengeflecht verweist zusammen mit dem Titel des Werkes auf eine
Auseinandersetzung des Malers mit dem Kubismus und den Künstlern dieser Stilrichtung. Zusätzlich erinnert auch die annähernd ovale Bildform an kubistische Werke, wie sie Georges Braque und Pablo Picasso ab 1911 - jedoch meist in größeren Formaten - schufen. Ein Beispiel hierfür ist Picassos "Stilleben mit einem Korbstuhl" von 1912.
Ein weiterer Aspekt, der ebenfalls als Einfluß der kubistischen Kunst gedeutet werden kann, ist die Beschaffenheit der Bildoberfläche der "Hommage à Picasso": diese ist nicht glatt, sondern hat eine unregelmäßige Textur. Erzeugt werden solche Texturen beispielsweise, indem der Farbe Materialien, wie Sand oder Sägespäne beigemengt werden oder indem dicke Farbschichten mit verschiedenen Geräten und Techniken bearbeitet werden. Durch "Kämmen" der nassen Farbe hat zum Beispiel Picasso in seinem 1911 entstandenen Werk "Der Poet" die Oberfläche der Haare und des Bartes gestaltet.
Während Picasso seine Texturen - so wie im Bild "Der Poet" - meist selektiv und kompositorisch verwendete und in Beziehung zur Farbe setzte, hat Klee in seiner "Hommage à Picasso" die Textur auf die gesamte Bildoberfläche und ohne Zusammenspiel mit dem Farbnetz angewendet. Auch in einem anderen Werk von 1914 hat Klee eine Textur in dieser generellen Art eingesetzt, nämlich in seinem "Teppich der Erinnerung".
Ein Gegensatz zu Picassos kubistischen Kompositionen besteht auch darin, dass dieser immer von einer gegebenen Form ausging, die er zerlegte und umformte, um dann aus ihren Bruchstücken etwas Neues aufzubauen; die geometrischen Farbflächen in Klees "Hommage" sind hingegen nicht gegenstandsgebunden: eine kubistische Gegenstandsanalyse ist in diesem Werk offenbar nicht zum Tragen gekommen.
Die Komposition der "Hommage à Picasso" erinnert jedoch auch an Werke von Robert Delaunay, vor allem an die Farbfeldmalerei und die Bildstruktur seiner Fensterbilder . Ein Beispiel für diese Werkgruppe Delaunays ist "Fenster simultan geöffnet, 1.Teil, 3.
Im Hinblick auf die festgestellten kubistischen Elemente und Tendenzen in der "Hommage à Picasso" möchte ich nun näher auf die Entwicklung von Klees Beziehung zum Kubismus eingehen.
4
Arbeit zitieren:
Christa Harlander, 2002, Paul Klee "Hommage à Picasso" - eine Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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