2 Biografien der Autoren 2.1 Biografie Hermann Hesses
„Die Schule ist die einzige moderne Kulturfrage, die ich ernst nehme und die mich gelegentlich aufregt. An mir hat die Schule viel kaputtgemacht.“ Dies schreibt Hermann Hesse in einem Brief an Karl Isenberg am 25.11.1904.Mit dieser Aussage kommt schon die Problematik Schule im Leben von Hermann Hesse zum Vorschein, die er in seinem mit bekanntesten Werk „Unterm Rad“ zum Ausdruck kommen lässt. Hermann Hesse wird am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und einer württembergischen Missionars Tochter geboren. Er wollte entweder Dichter oder gar nichts werden. Aus diesem Grund flieht er aus dem evangelischen Klosterseminar Maulbronn schon nach sieben Monaten. Im Juni 1892 begeht er einen Selbstmordversuch. Daraufhin wird er in die Nervenheilanstalt Stetten eingewiesen. Bereits im Alter von 15 Jahren einen solchen Versuch durchzuführen deutet auf den kritischen seelischen Zustand, mit dem Hermann Hesse in seinen jungen Jahren zu kämpfen hatte, was nicht zuletzt an der Institution Schule gelegen hat. 1898 erscheint sein erstes veröffentlichtes Druckwerk „Romantische Lieder“. Hermann Hesse hat sein Ziel, Dichter zu werden nicht aufgegeben. Im September des folgenden Jahres übersiedelt er nach Basel. Dort ist er 1900 als freier Mitarbeiter bei der allgemeinen Schweizer Zeitung tätig. Im letzten Viertel des Jahres 1903 entsteht seine Erzählung „Unterm Rad“. Am 28.Dezember schickt er das Manuskript an Samuel Fischer und hofft auf einen Vorabdruck in der „Neuen Rundschau“.
1904 heiratet er Maria Bernoulli und wurde Schriftsteller in Gaienhofen am Bodensee. Er arbeitet bei zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, z.B.: Münchner Zeitung und Simplicissimus mit.
Im darauffolgenden Jahr wird sein erster Sohn Bruno geboren. Sein Werk „Unterm Rad“ erscheint 1906 beim S. Fischer Verlag in Berlin.
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1909 wird sein zweiter Sohn Heiner und 1910 sein dritter Sohn Martin geboren. Zwischen 1910 und 1912 unternimmt Hermann Hesse mehrere Reisen nach Österreich, Italien, in die Schweiz und nach Indien. Die Seereise nach Indien ist für ihn Flucht aus einer Lebensidylle, die er als beengend und unerträglich empfand. Er schreibt:
Bei Kriegsbeginn 1914 meldet sich Hesse freiwillig, jedoch wurde er als dienstuntauglich zurückgestellt und wurde bis 1919 der Deutschen Kriegsgefangenenfürsorge zugeteilt. Im Mai siedelt er nach Montagnola/Tessin über. Er trennt sich von seiner Frau und bringt die Kinder bei Freunden unter. Hermann Hesse, dessen Romane, Erzählungen, Märchen und Gedichte für viele Menschen zum geistigen Besitz gehören, wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Er starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano.
2.2 Biografie Robert Musils
Genau wie Hermann Hesse fühlt sich Robert Musil der Arbeit als Schriftsteller berufen und auch er geht vor dieser Einsicht einen anderen Weg.
Robert Musil wird 3Jahre später, am 6. November 1880 als Sohn des Ingenieurs und späteren Hochschullehrers Alfred Musil und seiner Frau Hermine in Klagefurt geboren. Er besucht die Militärschule in Eisenstadt und Mährisch - Weißkirchen. Danach beginnt er ein technisches Studium an der Militärakademie in Wien. Dies entspricht seinem eigenem Wunsch, aber auch dem des Vaters.
Im Dezember 1897 bricht er die Ausbildung als Artillerieoffizier in Wien ab und wechselt an die technische Hochschule Brünn, an der er sich für Maschinenbau einschreibt. 1901 beendet er sein Maschinenbaustudium mit der zweiten Staatsprüfung.
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Zwei Jahre später schreibt er sich zum Studium der Philosophie, Psychologie, Mathematik und Physik in Berlin ein. Diese häufigen Abbrüche und Wechsel zeigen das große Interesse und die Vielseitigkeit dieses Schriftstellers.
Der Erfolg seines 1906 veröffentlichten Romans „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ bestärkt ihn in der Überzeugung Schriftsteller zu werden und er verzichtet auf eine akademische Karriere. Musil entscheidet sich für ein Leben als freier Schriftsteller. Wie bei Hermann Hesse kommen auch in diesem veröffentlichten Werk Züge des eigenen Lebens zum Vorschein.
In Berlin arbeitet er als Herausgeber der Zeitschrift „Pan“. 1911 veröffentlicht er einen Band von Erzählungen mit dem Titel „Vereinigungen“ und heiratet die Malerin Martha Marcovaldi - Heimann in Wien.
Musil gelingt es jedoch von 1911- 1914 nicht, sich eine Existenz als Schriftsteller zu schaffen und arbeitet an der technischen Hochschule in Wien als Bibliothekar. Außerdem schreibt er Essays und arbeitet an seiner Komödie „Die Schwärmer“.
Sein Ziel Schriftsteller zu werden erreicht, stecken in Robert Musil weiterhin Sympathien zum Militär und er gehört im Ersten Weltkrieg zu denen, die begeistert ins Feld ziehen. Er ist österreich- ungarischer Reserveoffizier in Südtirol und an der italienisch- serbischen Front stationiert.
Musil arbeitet bei der Militärpresse und gibt die „Südtiroler Soldatenzeitung“ und die „Heimat“ heraus.
Von 1920- 1922 ist er Berater für Militärangelegenheiten. Ein Jahr später erhält er den Kleist-Preis.
1926 wird er mit dem Kunstpreis der Stadt Wien und 1929 mit dem Gerhart- Hauptmann-Preis ausgezeichnet.
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1932 wird in Berlin die Musil- Gesellschaft gegründet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlässt Musil Deutschland und kehrt nach Wien zurück. Musil stirbt im April 1942 an einem Gehirnschlag.
3 Hermann Hesses „Unterm Rad“
3.1 Hintergrundinformationen zu „Unterm Rad“
Das Buch „Unterm Rad“ erfreut sich großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen der Zeitbezogenheit. Trotzdem hat die Erzählung in der Forschung vergleichsweise wenig Betrachtung gefunden. Es kann passagenweise wie ein historisches Dokument zur Erziehungspolitik einer vergangenen Epoche angesehen werden. Durch die Gemeinsamkeiten von Hesses Leben und jenem seiner Romanfiguren wird die starke emotionale Bindung des Autors mit seinem Werk offenbar. (Die Einzelheiten der autobiografischen Züge werden später noch erörtert.) So betrachtet wird Unterm Rad zu einer Abrechnung mit der Schule. Hesse weist nach, dass das was Heilner und Hans persönlich widerfährt, auf Missstände des Erziehungs- und Schulwesens im allgemeinen zurückzuführen ist.
3.2 Inhaltsangabe und Interpretation zu „Unterm Rad“ sowie autobiografische Züge
Hans Giebenrath stammt aus einer gut bürgerlichen Familie. Seine Mutter ist jedoch schon sehr früh verstorben. Er ist der Einzige aus dem kleinen Dorf, der zum kurz bevorstehenden Landesexamen entsannt wird. Dafür muss er sehr viel lernen, wobei er von allen Seiten große Unterstützung erhält. Vor allem seitens des Rektors und des Pfarrers, die ihm täglich Nachhilfe erteilen. Bald werden erste negative Anzeichen des enormen Drucks sichtbar. Am Tag vor dem Examen schließlich, als er sich einige Stunden vom Lernen abwendet, wird ihm
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bewusst, dass er seine Kindheit und die Freiheit der Jugend gegen das Lernen eingetauscht hat. Er fährt trotzdem zum Landexamen in die für ihn unbekannte Großstadt. Nachdem er dies hinter sich gebracht hat, genießt er einige Tage in seiner Heimat. Später erfährt er, dass er das Examen als Zweitbester bestanden hat. Hans ist jedoch nicht nur stolz darüber, sondern ist sich nun auch bewusst, dass er das unbeschwerte Leben seiner Kindheit nun endgültig verlieren wird. Im Herbst kommt er ins Kloster Maulbronn. Dort setzt er seine Ziele sehr hoch, um seinen Vater und die Lehrer nicht zu enttäuschen und wird so zu einem Einzelgänger - bis er Hermann Heilner kennen lernt. Dieser ist, wie später noch erörtert werden wird, das völlige Gegenteil zum „Streber“ Hans Giebenrath. Als Hermann einmal einen Schüler schlägt bekommt er die ,,Karzerstrafe“ und der Umgang mit ihm wird so gut wie verboten. Hans müsste als guter Freund zu ihm halten, tut es jedoch nicht. Hindu ein ruhiger Mitschüler von Hans verunglückt in einem See. Daraufhin erkennt Hans wie feige er war und versöhnt sich mit Heilner. Die Lehrer verbieten Hermann daraufhin endgültig, den Umgang mit Hans. Bald werden die Noten Hans Giebenraths deutlich schlechter. Der Euphorus diktiert ihn zu ihm und meint, dass er aufpassen müsse nicht "unters Rad zu kommen". Plötzlich ist Heilner verschwunden - ausgerissen. Als man ihn findet wird er aus dem Kloster geworfen. Die Leistungen von Hans Giebenrath steigern sich jedoch nicht. Im Gegenteil: seine Noten und sein geistiger Zustand verschlechtern sich so sehr, dass er, wie es heißt „auf Urlaub“, nach Hause geschickt werden muss. Doch allen ist klar, dass er nie mehr ins Seminar zurückkehren würde. Nun steht Hans vor dem Nichts und versucht krampfhaft einen Weg zurück in seine Kinderjahre zu finden. Dieser Versuch Schlägt fehl, und so beschließt er, Selbstmord zu begehen. Als er alles vorbereitet hat, erkennt er, dass er mit diesem Zustand, über sein Weiterleben frei entscheiden zu können, sehr zufrieden ist. Nun findet er viel Zeit sich über seine verlorenen Jahre Gedanken zu machen. Bis er Emma trifft und sich in sie verliebt. Diese reist jedoch ohne Verabschiedung wieder ab. Hans, den noch immer schwerer Liebeskummer plagt, entschließt sich nun den Beruf des Schmiedes zu
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erlernen. Schon am nächsten Tag feiert der neue Arbeitskollege und Schulfreund von Hans seinen ersten Gesellenlohn. Die anderen Gäste verstehen es, Feste mit Alkohol zu feiern, und Hans versucht ein letztes Mal, sich krampfhaft anzupassen. Nach reichlichem Genuss von Bier, Wein und Zigaretten, macht er sich, schwer betrunken, auf den Weg nach Hause, wo er nicht mehr ankommen wird. Am nächsten Tag findet man den ihn ertrunken in einem Bach. Am Tag seines Begräbnisses wird Hans zur Berühmtheit. Viele Leute kommen, um diesen intelligenten Jungen zu betrauern. Lediglich Flaig, einer seiner Kindheitsfreunde, erkennt die Lehrer als wahren Grund für Hans Tod.
Hans, der mit Wissen traktiert wird, übernimmt das ihm auferlegte Leistungsdenken und wird von einem übertrieben Ehrgeiz besessen. Er sieht auf seine Mitschüler herab, was ihm unmöglich macht, echte Freundschaften zu schließen. Auch unterliegt er dem Kampf zwischen Freundespflicht und Ehrgeiz. Ständig ist er im Konflikt zwischen dem „Erwachsenwerden“ und den Kindheitsfreuden, denen er doch nicht ganz entsagen will. In seiner Verzweiflung wendet er sich der Natur, besonders aber dem Wasser zu. Da sein Zerfallsprozess zu weit fortgeschritten ist, bedeutet das Symbol Wasser nicht „aufgehen“ in diesem Element sondern Untergang und Tod. (Schon zu Beginn des Buches wird sein Scheitern und die enge Beziehung zum Wasser immer wieder angedeutet).Wie in fast allen Werken Hesses wird auch in diesem der Prozess der eigenen Identitätssuche dargestellt.©
Mit dem Tod Giebenraths und Goldmunds hat der Autor eine Phase seines Lebens noch einmal erlebt und hinter sich gebracht. Heilner, der ebenfalls ein Außenseiter ist, flüchtet auch in die Natur und begegnet Hans. Er sieht auf die anderen herab, da er ihre Unfreiheit erkennt. Mit Hilfe seiner Phantasie und der Literatur kann er sich im Gegensatz zu Hans eine eigene Wirklichkeit schaffen. Vorerst versucht Hans in zwei Welten zu leben und seine schulischen Pflichten der Freundschaft wegen nicht zu vernachlässigen. Schließlich verliert er jede Orientierung und erleidet einen physischen Zusammenbruch. Er kann sich nicht wie Heilner
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vom Seminar befreien - er wird befreit. Die Flucht ins Künstlertum bleibt ihm versperrt. Wieder zu Hause erkennt er seine Isolation und auch den Raubbau, den man an ihm und seiner Kindheit betrieben hat. Er sucht alle Plätze auf, da er sich in hoffnungsfrohe Zeiten flüchten will. In den beiden letzten Kapiteln wird er mit der Liebe und seiner Mechanikerlehre konfrontiert. Beidem ist er nicht gewachsen. Er versucht noch einmal verzweifelt, sich in die Gemeinschaft zu integrieren, es überfordert ihn allerdings, und er stirbt.
Der Autor greift oft auf eigene Erlebnisse zurück; er stattet jedoch zwei Figuren, nämlich nicht nur Hans Giebenrath, sondern auch dessen Freund Hermann Heilner mit autobiographischen Zügen aus. Im Februar 1890 wurde der damals 12jährige Hesse von seinen Eltern aus Calw nach Göppingen gebracht, wo er auf der dortigen Lateinschule auf das sogenannte „Landexamen" vorbereitet werden sollte. Wie auch Hans, schaffte Hesse das Landexamen und wurde in das Seminar Maulbronn aufgenommen. Hesse wusste zunächst seinen Eltern in seinen Briefen nichts negatives zu berichten. Der Unterricht machte ihm Freude und er hatte keinerlei Lernprobleme. Beide, Heilner, wie auch Hesse, entliefen dem Seminar ohne Winterkleidung und ohne einen Pfennig in der Tasche. Auch die Bestrafung, als sie aufgefunden werden ist die gleiche: 8 Stunden Karzer. Hesse wird als Aussätziger behandelt und im Mai 1892 offiziell zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt. Die Beurlaubung dient aber in Wirklichkeit - wie auch in „Unterm Rad" - dazu, einen Seminaristen, der dem Leistungsdruck nicht standhält, unauffällig aus der Anstalt zu entfernen. Mit dem Austritt trat für ihn eine Zeit der Depression ein, und er litt an einer schweren Nervenkrise, in der er auch einen Selbstmordversuch unternahm.
3.3 Konfliktanalysen zu „Unterm Rad“
3.3.1 Der Konflikt zwischen Hans Giebenrath und seinem Vater 3.3.2 Der Konflikt zwischen Hans Giebenrath und seinen Lehrern
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Aber nicht nur durch seinen engstirnigen Vater wird Hans unter Druck gesetzt. Er wird außerdem von seinen Lehrern, vom Schulrektor und Stadtpfarrer in eine Rolle gedrängt, der er nicht gerecht werden kann. „Die Lehrer, der Rektor,(...)und jedermann gab zu, der Bub sei ein feiner Kopf und überhaupt etwas Besonderes. Damit war seine Zukunft bestimmt und festgelegt.“(S.9) Hans ist seelisch sehr labil, gutgläubig und leicht beeinflussbar. Diese Merkmale äußern sich im ständigen Nachgehen der gegebenen Aufgaben bis in die Nacht, durch die er häufig Kopfschmerzen bekommt aber er sein Umfeld einfach nicht enttäuschen möchte. Und man erkennt es auch daran, dass er das Angebot vom Stadtpfarrer in den Sommerferien schon etwas für das Seminar zu machen einfach nicht ablehnen kann. “Wenn du nun Lust hast, so könnten wir in diesen Ferien einen kleinen Anfang machen.(...),doch schämte er sich abzulehnen.“(S.41) Hans verdrängt die schönen Dinge des Lebens, die ihn jedoch manchmal einholen. „Das Angeln! Das war doch das Schönste in all den langen Schuljahren gewesen.“(S.12) Man kann zwischen Hans und seinen Lehrern keinen direkten Konflikt erkennen, da Hans nie seine wahren Gefühle zum Ausdruck gebracht hat, nie den Mut hatte und es nie zu einer Auseinandersetzung hat kommen lassen, er infolge dessen jedoch sehr introvertiert im Verlauf der Handlung wirkt. Seine Lehrer wollen, das Hans Großes für die kleine Stadt leistet und wollen sich selbst durch die Person Hans Giebenraths in ein gutes Licht rücken. Sie peinigen ihn damit und zerstören sein Leben. „An die Schulstunden, die täglich bis vier Uhr dauerten, schloss sich die griechische Extralektion beim Rektor an, um sechs(...) Repetitionsstunde in Latein und Religion (...)zweimal in der Woche fand nach dem Abendessen noch eine einstündige Unterweisung beim Mathematiklehrer statt.“(S.9) Solch einen Druck im Leben eines Jungen Menschen ist einfach nicht zumutbar und kann nur am seelischen Zustand zehren. „ In den letzten acht Tagen war die Vergeistigung eklatant geworden.“(S.11) Im Buch erscheinen indirekte Hinweise darauf, das sich Hans durch den Druck der Lehrer mit einem inneren Konflikt auseinandersetzt. Beim Abschied vom Rektor am Tag vor der Fahrt zum Landexamen. „ ‚Heute Abend‘, sagte der
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gefürchtete Herrscher mit ungewöhnlicher Milde, ‚darfst du nichts mehr arbeiten‘.“(S.11)“Gefürchtet“ und „Herrscher“ bringen zum Ausdruck, wie sich die Schüler und vor allen Dingen Hans durch seine Begabung, gefühlt haben müssen. „Unterm Rad“ ist ohne Zweifel eine Anklage gegen das Schulsystem dieser Zeit, es lässt Individualität keinen Raum und züchtet autoritätshörige Untertanen heran.
„Hans war erstaunt, statt der gefürchteten Menge von Ratschlägen so viel Wohlwollen zu erleben, und trat aufatmend aus dem Schulhaus“(S.12)Und wieder taucht „Gefürchtet“ auf, das hier nur mit einer schon vorhandenen Erfahrung von Hans zu verstehen ist. Das Aufatmen von Hans drückt aus, das für diesen Moment ein Stück Last von seinen Schultern genommen worden ist, die ihm, wie von den Lehrern auch vom Rektor und Stadtpfarrer auferlegt wurde. Außer im Maulbronner Kloster, als er sich den Anweisungen des Ephorus, den Kontakt zu Hermann Heilner abzubrechen, widersetzte, hat sich Hans nie richtig gegen die Unterdrückung seines Individuums gewehrt und ist damit Opfer der stumpfsinnigen Nazimitläuferlehrer geworden.
3.3.3 Der Konflikt zwischen Hans Giebenrath und seinen Mitschülern (insbesondere Hermann Heilner)
Ein weiterer Konflikt des Buches, der nicht zuletzt auch die Begabung als Ursache hat, ist die Beziehung zu seinen Mitschülern. Der stille Hans Giebenrath und der forsche Hermann Heilner sind zwei Schüler, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Der schüchterne Hans ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Streber, der sich zum Ziel gesetzt hat, endgültig der Beste im Internat Maulbronn zu werden. Ihm fällt es sehr schwer Freundschaften zu knüpfen. Er lässt sogar den Stubenkameraden Karl Hamel abblitzen, als dieser ihm die Freundschaft anbietet. Hermann dagegen ist aufgeschlossen und meint alles kommentieren zu
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müssen. Er ist ein rebellischer Einzelgänger, der das schadhafte Treiben des Internats durchschaut und dieses auch heftig kritisiert. Auch ist er nicht in dem Maße bestrebt der Beste zu sein und arbeitet demnach herzlich wenig für die Schule. Deshalb verspottet er Hans auch des öfteren als Streber. ,,Was hast du denn davon, wenn du Erster oder Zweiter bist? Ich bin Zwanzigster und darum doch nicht dümmer als ihr Streber!" (S. 75). Hermann verbringt seine
Freizeit darum auch nicht mit Lernen wie alle anderen, sondern streift durch die Wälder und schreibt Gedichte. Auch bei der ersten echten Begegnung der beiden am Weiher, ist Hermann damit beschäftigt zu dichten. Die beiden Jungen, die sich bis dahin kaum kannten, träumen beide davon auf einem Schiff über den Rhein zu schippern. Dann kommt ihr Gesprächsthema jedoch rasch auf das Kloster Maulbronn. Hermann kritisiert hart das Leben im Internat und öffnet Hans somit die Augen, denn bisher kannte Hans nichts anderes als die Welt aus seinen Büchern. Hermann zeigt ihm die wirklich schönen Dinge der Welt und schwärmt vom Herbst, dem Weiher und den Klosterbauten. Hans bewundert Hermann, der so viel von der Welt zu wissen scheint. In manchen Dingen jedoch versteht er seinen Freund überhaupt nicht. Nach einer Schlägerei mit Otto Wenger zum Beispiel fängt Hermann vor allen Anderen ganz ungeniert an zu weinen. Und dabei gilt Weinen als das Allerschlimmste im Internat. Als sein Stubenkamerad Otto Hartner ihn daraufhin fragt, ob er sich denn nicht schäme, antwortet Hermann kühn: ,,Mich schämen - vor Euch? Nein, mein Bester!" (S. 71) und lacht ihn
verächtlich aus. Hans ist über diesen Gefühlsausbruch erschrocken und erstaunt zugleich. Er sucht seinen Freund auf um mit ihm darüber zu reden. Doch dieser weißt ihn zunächst ab. Daraufhin sehen sich die beiden zum ersten Mal ernsthaft an. Beide spüren eine intensive Seelenverwandtschaft beziehungsweise Zuneigung zueinander und küssen sich schließlich als eine Art Freundschaftserklärung. Hans schämt sich dafür, ist aber auf der anderen Seite auch stolz darauf nun endlich einen Freund gefunden zu haben. Von nun an gelten die beiden als Freundschaftspaar, wenn auch als das ungleichste von allen: Der Leichtsinnige und der Gewissenhafte, der Dichter und der Streber, das Genie und der Musterknabe. Die Freund-
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schaft der beiden ist ein sonderbares Verhältnis. Und für beide scheint sie eine andere Bedeutung zu haben. Für Hermann scheint sie ein Vergnügen, ein Luxus, eine Bequemlichkeit, vielleicht aber auch nur eine Laune zu sein. Hans hingegen liegt viel an der Freundschaft, die er wie einen Schatz hütet. Auch wenn es ihm schwer fällt, denn er muss Hermanns Spott über seine Streberei ertragen. Aber auch Hermann braucht den Freund, der ihm zuhört und ihn tröstet, dem er sich anvertrauen kann. Er genießt Hans' Bewunderung. Doch dann kommt es zu einer Situation, welche die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe stellt und sie schließlich zerbrechen lässt. Hermann jagt den unerwünschten Lucius, der seine Geige mit fürchterlichen Tönen quält, aus dem Musikzimmer und versetzt ihm einen gewaltigen Fußtritt, so dass Lucius dem Ephorus vor die Füße fällt. Das bringt Hermann eine schwere Karzerstrafe ein. Von allen wird er nun gemieden. Selbst Hans hat nicht den Mut zu seinem Freund zu stehen, obwohl es eigentlich seine Pflicht sein müsste. Hans selbst leidet unter seiner Feigheit. Hermann ist sehr enttäuscht. Er hat zwar damit gerechnet, dass die anderen ihn meiden, aber auf Hans hatte er sich verlassen. Nun kommen Hassgefühle auf und Hermann verachtet den feigen Freund. Damit scheint die Freundschaft der beiden beendet zu sein. Die Beziehung endet also als Resultat der Gegensätzlichkeit der Charaktere, der Anschauungen und der Gefühle. Die Bedeutung der Begabung ist hierbei unschwer zu erkennen. Die Einstellung zum Lernen spielt ebenfalls eine große Rolle. Es ist nicht zuletzt die Feigheit von Hans Giebenrath, welche die anfängliche Freundschaft im Konflikt enden lässt.
3.3.4 Der Konflikt zwischen Hans Giebenrath und Emma
4 Robert Musils „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“
4.1 Inhaltsangabe und Interpretation zu „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“
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Die Erzählung beginnt und endet mit Abschied. Abschied nicht nur von Törleß, der eine Militärakademie zu besuchen hat, sondern letztlich Abschied von der unbeschwerten Kindheit. Seit dem Augenblick, als Törleß der Internatsschule beitritt leidet er an fürchterlichem leidenschaftlichen Heimweh. Er schließt sich den Schülern Beineberg und Reiting an. Gleichzeitig brechen in ihm unbekannte sexuelle Gefühle auf. Er wird verstrickt in die sadistische Grausamkeit gegenüber dem Mitschüler Basini, da dieser, wie Reiting entdeckte, die Kameraden bestohlen hat. Beineberg und Reiting quälen diesen mit Folter obwohl beide ein sexuelles Verhältnis zu Basini haben. Doch Törleß quält ihn nicht durch physische sondern durch psychische Misshandlung. Basini fühlt sich zu Törleß wegen seiner Zurückhaltung angezogen und verführt ihn schließlich. Törleß reagiert sogleich mit Scham, Verachtung und einer neuen Leidenschaft. Am Ende entschließen Beineberg und Reiting Basini den Schülern und Lehrern auszuliefern. Es entstand ein schulinterner Skandal und auch Törleß muss sich rechtfertigen. Er begegnet den Lehrern mit dem Versuch, tiefgehende Verunsicherung hinter hochmütiger Überlegenheit zu verstecken. Mit beinahe dichterischer Inspiration repräsentiert er sich und seien Interessen vor den Lehrpersonen. Letztendlich beschließt Törleß aus der Schule auszutreten, was auch den Lehrern nicht missfällt, da sie sich seiner Erziehung nicht mehr länger gewachsen fühlen. Das Buch beginnt mit den Leiden des Kindes, führt über die Verwirrungen des pubertären Zöglings und endet mit dem Versuch des nahezu Erwachsenen, sich selbst zu bestimmen.
Musil hat in dieser Pubertätsstudie seine Erfahrungen als Kadett einer österreichischen Militärerziehungsanstalt ausgewertet. Er hat mit diesem Buch das Prinzip späterer Diktaturen vorausgeahnt und gleichsam vorweggenommen. Musil bezeichnet nämlich in seiner Erzählung die beiden Schüler Beineberg und Reiting als „präformierte Faschisten“. Ebenfalls hat er darauf hingewiesen, wie stark eine Gruppendynamik sein kann, ja sogar oft über der Vernunft steht. Die Erzählung beschreibt überwiegend die Gedanken des Törleß. Wie der Titel ,,Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" schon aussagt, so verwirrend ist auch seine
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Darstellungsweise. Es erfolgen Sprünge von der einen Seite seiner Gedanken zur anderen Seite - von der gutmütigen zur abstoßenden Seite.
Es ist eine zwar versteckte, aber dennoch eine stark ausgeprägte autobiographische Thematik in dem Werk zu finden, insbesondere das Leiden im Internat und das Erlebnis jugendlicher Homosexualität. Musil hat viel von diesen eigenen Erfahrungen in den Tagebüchern niedergelegt.
4.2 Vergleichende Konfliktanalyse mit „Unterm Rad“
Diese Dinge bestimmen auch die Konflikte des Werkes. Schon am Anfang leidet Törleß unter den Lebensbedingungen der Internatsschule. Durch das Werk zieht sich ständig der Konflikt zwischen dem intellektuellem Individuum des Törleß und der gesellschaftlich, kollektiv vorhandenen Wirklichkeit des Instituts.
Daraus kann man schon eine Gemeinsamkeit zu „Unterm Rad“ erkennen, da Hans Giebenrath auch in das gemeinschaftliche Leben des Internats gekommen ist und er sich dort dem Druck der autoritären Lehrer beugen musste. Für beide Figuren war ihr Lebensweg, aufgrund ihrer Begabung bestimmt. Sie haben vorerst Probleme sich in das Leben des Instituts zu integrieren, wobei Hans im Internat als Außenseiter gilt und durch ständigen Druck unter Kopfschmerzen leidet, und Törleß, der durch Heimweh geplagt ist. “Dieser Entschluss hatte später viele Tränen gekostet. Denn fast seit dem Augenblicke, da sich das Tor des Instituts unwiderruflich hinter ihm geschlossen hatte, litt der kleine Törleß an fürchterlichem, leidenschaftlichem Heimweh.“ (S.8 Volk und Welt Verlag)
Beide schließen sich im Internat Schülern an, durch die sie sich ein Stück mehr in das Internatsleben integriert fühlen, jedoch dadurch wieder Konflikte entstehen. „Merkwürdigerweise waren dies gerade die übelsten seines Jahrgangs,(...), aber bisweilen bis zur Rohheit wild und ungebärdig.“(S.13)
Dies ist schon eine Art Vorausdeutung, in was Törleß mit hineingezogen wird.
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Hans Giebenrath schließt Freundschaft mit Hermann Heilner, der wie er als Außenseiter im Internat gilt. Mit dieser Freundschaft wird Hans zunehmend von den Schularbeiten abgelenkt, woraus der Konflikt zwischen Hans und den Internatslehrern seine Wurzeln hat. “Bisher hatte Hans die Abendstunden stets zur Arbeit benützt. Jetzt kam es fast alle Tage vor, dass Hermann, wenn er das Büffeln satt hatte, zu ihm herüberkam, ihm das Buch wegzog und ihn in Anspruch nahm.“(S.74 )
Und damit gerät Hans automatisch in einen Gewissenskonflikt, da er Angst davor hat etwas zu versäumen. “Schließlich zitterte Hans, so lieb ihm der Freund war, jeden Abend vor seinem Kommen und arbeitete in den obligatorischen Arbeitsstunden doppelt eifrig und eilig, um nichts zu versäumen.“(S.74)
Damit wird auch wieder der Druck, der ihm von den Lehrern, wie von den Eltern auferlegt wurde deutlich.
Bei Törleß handelt es sich eindeutig um einen Konflikt, der seine Wurzeln auch in der Freundschaft zu seinen Kameraden Beineberg und Reiting hat, aber auch durch das zentrale Motiv der Erzählung, die „Verwirrungen“ des pubertären Törleß.
Dies bedeutet, dass sich Törleß in einer Phase der „Ich-findung“, Selbstbestimmung befindet in der Konflikte zumeist unvermeidbar sind. “Sein ganzes Leben bestand in dieser kritischen Periode eigentlich nur in diesem immer erneuten Bemühen, seinen rauen, männlicheren Freunden nachzueifern, und in einer tief innerlichen Gleichgültigkeit gegen dieses Bestreben.“(S.15)
Somit besteht eine wesentliche Gemeinsamkeit zwischen beiden Werken, da in ihnen Konflikte aufgrund der Beeinflussung durch das Umfeld entstehen. In beiden Werken gibt es Gewissenskonflikte und den Konflikt mit den Lehrern. Beide Werke enthalten zudem stark autobiographische Züge.
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5 Zusammenfassung der Erkenntnisse 5.1 Lösung der Konflikte
In der Lösung der Konflikte beider Figuren steckt wieder eine wesentliche Gemeinsamkeit. Wie Hans beugte sich auch Törleß dem autoritären Umfeld der Lehrer. Beide verließen freiwillig die Internate und ließen die Konflikte hinter sich. Törleß hatte entgültig mit seinen Kameraden abgeschlossen und ist wieder nach Hause gefahren. “Es war beschlossen, dass Törleß von seiner Mutter abgeholt werde. Er nahm Abschied von seinen Kameraden. Beinahe begann er schon ihre Namen zu vergessen.“(S.167 Volk und Welt)
Dies beweist, dass ihm diese Freunde in dieser Phase seines Lebens eher unbedeutend waren. Törleß verließ freiwillig das Internat, aber es wäre auch so zum Verweis aus der Schule gekommen. “Ich glaube nicht, dass wir die Verantwortung weiter tragen können. Törleß gehört in die Privaterziehung; ich werde in diesem Sinne an seinen Vater schreiben“.(S.167) Dieser Meinung war der Direktor, dem sich alle anderen Kollegen einspruchslos anschlossen. Mit „...beinahe dichterischer Inspiration leicht und selbstverständlich...“(S.166) repräsentierte Törleß sich und seine Interessen vor dem Leiter und den Lehrern und begreift die radikale Subjektivität seiner Psyche, aber auch ihren Konflikt mit einer Umwelt, die mit ihrer inhumanen Praxis durch moralisch verbürgte Konventionen diese nicht beeinträchtigt. Dadurch wird er auch nicht von seiner Umwelt verstanden, was auch zum Austritt aus dieser konservativen Institution geführt hat.
Damit ist auch Hans Giebenraths Austritt zu erklären, der sich mit der Institution, die einem die Freundschaft zu einem Mitschüler verbietet nicht vereinbaren konnte. Im Gegensatz zu Törleß ist der Grund seines Austritts durch die Freundschaft zu Hermann Heilner entstanden. War Törleß die Freundschaft zu seinen Kameraden unbedeutend geworden, siegte diese bei Hans und trug dazu bei, dass er aufgrund seiner Leistungsabfälle von den Lehrern gehasst wurde und er stark darunter litt.
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„Die übrigen Lehrer waren über ihn entrüstet, straften ihn durch verächtliches Nachsitzen oder versuchten gelegentlich, seinen eingeschlafenen Ehrgeiz durch ironisches Kitzeln aufzuwecken“(S.108)
Dies sind Gründe dafür, dass Hans eines Tages zusammenbricht und nach Hause geschickt wird, was sicher auch seinem eigenen Interesse entspricht. Der Konflikt mit den Lehrern ist dadurch abgebrochen, jedoch nicht der zum Vater. Selbst ist Hans nicht enttäuscht über seinen Austritt. „Doch machte ihn das jetzt nicht traurig, nur die Angst vor seinem enttäuschten Vater, dessen Hoffnungen er betrogen hatte, beschwerte ihm das Herz.“(S.111)
Oft plagen ihn Kopfschmerzen und er hat Alpträume aufgrund seines seelischen Zustandes. Auch die Befürchtungen seines Vaters wegen schienen sich zu bewahrheiten. “Gelegentlich bemerkte er nun auch, dass er ihn mit sonderbar prüfenden Blicken, mit einer unheimlichen Neugierde anschaute, in einem gedämpften und verlogenen Ton mit ihm redete und ihn, ohne dass er es merken sollte, beobachtete.“(S.112)
Sein Vater scheint sichtlich gedemütigt zu sein. Bei beiden Werken sind die Konflikte nur teilweise zu einer Lösung gekommen, da Törleß sich immer noch unverstanden von seiner Umwelt fühlt und sich Hans Vorwürfe gegen sich selbst, aber auch gegenüber dem Vater macht. Endgültig abgebrochen sind die Konflikte in „Unterm Rad“ erst durch den Tod von Hans. Ob es ein Unfall war oder Hans an der Realität zerbrochen ist, ist fragwürdig, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordes hoch gewesen, da er zum einen durch einen früheren Selbstmordversuch suizid-gefährdet war und er durch den Alkohol wahrscheinlich jegliche Hemmungen verlor.
Beide Werke sind Beispiele dafür, welchen Einfluss die Schule auf einen jungen Menschen haben kann und wie dieser damit umgeht, was auch in der heutigen Zeit durchaus ein diskutables Thema ist.
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5.2 Konflikte im Hinblick auf die Gegenwart
Darauf wollen wir im letzten Punkt unserer Arbeit noch einmal eingehen. Betrachtet man die Institution Schule in der Gegenwart, kann man sicherlich eine Veränderung zur damaligen Zeit erkennen, denn eine freie Entfaltung der Persönlichkeit und Meinungsäußerungen sind heutzutage mehr denn je erlaubt. Jedoch besteht immer noch der Unterschied zwischen erlaubt und einhalten. Es wird oder gibt hier und da sicherlich konservative, „verbohrte“ Lehrer. Es gibt auch wie bei „Unterm Rad“ Lehrer, die es mit der Ironie stark übertreiben und so Schüler verunsichern, was sich dann gerade bei jüngeren Schülern im weiteren Schulleben fortsetzen kann.
Es gab in der letzten Zeit auch beängstigende Beispiele, welche die Lehrmethoden der Schule sicherlich auch in Frage stellen können. Wenn Schüler schon Attentate auf Lehrer ausüben fragt man sich, ob diese Racheakte wirklich an den Lehrern selbst liegen oder ob dies etwas mit dem Umfeld, in dem sich diese Schüler außerhalb der Schule befinden zu tun hat. Auf jeden Fall sind diese Tatsachen zu hinterfragen und eine Diskussion wert. Eine eindeutige Antwort wird man dafür vielleicht nie geben können, welche Ursachen diese Taten haben.
Es wird aber hauptsächlich in einer Leistungsgesellschaft wie wir sie heutzutage vorfinden immer wieder der Fall sein, dass Druck auf Kinder ausgeübt wird. Ob von Lehrern oder von Eltern. Eltern übertragen oft eigene Wünsche und Vorstellungen auf das Kind, dies kann schnell zur Überforderung führen.
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Benjamin Korth, 2001, Hesse, Hermann - Unterm Rad - Konfliktanalyse (sowie Die Verwirrungen des Zöglings Törleß), München, GRIN Verlag GmbH
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Robert Musil
Robert Musil Verwirrungen des Zöglings Törleß
Materialien und Arbeitsanregun...
Robert Musil, Christian Dawidowski
Die Verwirrungen des Zöglings Törleß. Lektüreschlüssel für Schüler
Robert Musil, Manfred Eisenbeis
Madeleine
Große Hilfe.
morgen muss ich ein referat halten und das hier war mir doch eine sehr große hilfe, denn schon das alleinige durchlesen hat mir schon viel gebracht. ich mochte das buch nicht besonders und ich kann nicht sagen, dass es mir nach zweimaligem lesen besser gefallen hat, aber diese hausarbeit hat es mir schon wesentlich erleichtert, dass buch besser zu verstehen.
mfg
am Sunday, November 21, 2004-
Burkhard Dickhagen
einiges wohl doch nicht so ganz verstanden.
da ich eine wissenschatfliche hausarbeit über die beiden romane schreibe, war ich zunächst gespannt, welche ausführungen und erkenntnisse zu den beiden weke gewonnen wurden. nicht sehr viele, zum glück.
da ich nicht so genau weiss, ob es sich um eine "schülerhausarbeit" handelt, fällt mir eine differenzierte bewertung an dieser stelle schwer. es wird halt fast nur der aspekt "des bildungssystems" betrachtet...
mfg
burkhard
am Monday, September 05, 2005-