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Industriepolitik in Europa: Fallbeispiel Luftfahrzeugindustrie

Title: Industriepolitik in Europa: Fallbeispiel Luftfahrzeugindustrie

Seminar Paper , 1993 , 33 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Andreas Streim (Author)

Economics - Industrial Economics
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Summary Excerpt Details

In der Diskussion über das Für und Wider von Industriepolitik stößt man sehr
schnell auf das Beispiel „Weltmarkt für Verkehrsflugzeuge“, konkret auf die
Auseinandersetzung zwischen Boeing und Airbus.1 Offensichtlich handelt es sich
um ein Musterbeispiel für einen Markt, auf dem industriepolitische Maßnahmen
des Staates notwendig sind. Daher bietet es sich an, auch gerade im Rahmen einer
Seminararbeit, diesen ersten Eindruck zu überprüfen. Schwierig erweist sich dabei
der Spagat zwischen rein beschreibender, quasi historischer Darstellung der
Vorgänge und einer stärker theoretischen Betrachtung der Hintergründe. Diese
Arbeit versucht, beide Seiten zu berücksichtigen, was jedoch zur Konsequenz hat,
daß sie aus Platzgründen an einigen Stellen nur sehr grob und überblickshaft
darstellen kann. Im Mittelpunkt stehen die Fragen:
Was sind die Gründe, die diesen Markt zu einem Paradebeispiel für
Industriepolitiker machen?
Wie werden die industriepolitischen Maßnahmen begründet und wie sehen sie
aus?
Wie ist der Erfolg der Industriepolitik im Falle Airbus Industrie zu bewerten?
In einem ersten Kapitel wird zunächst ein knapper geschichtlicher Überblick über
die Entwicklung des Weltmarktes für zivile Verkehrsflugzeuge gegeben. Dieser ist
notwendig, da ohne die historischen Bedingungen und Entwicklungen, die zur
Gründung von Airbus Industrie führten, nicht zu verstehen sind. In diesem Kapitel
wird auch die Gründung von Airbus Industrie und deren Organisationsstruktur
knapp dargestellt.
Im darauffolgenden Kapitel wird der Weltmarkt für zivile Verkehrsflugzeuge
näher betrachtet, sowohl auf der Nachfrager- als auch auf der Anbieterseite. Diese
Ergebnisse führen dann zu einer stärker theoretischen Betrachtung der Marktform
und ihren Folgen für den Wettbewerb auf diesem Markt. Abschließend werden
noch einmal die Besonderheiten dieses Marktes gegenüber anderen, „normal
funktionierenden“ Märkten dargestellt und damit übergeleitet zum vierten Kapitel.
In diesem Kapitel werden die in der theoretischen Diskussion vorgebrachten
Argumente zugunsten industriepolitischer Maßnahmen des Staates vorgestellt und auf die Luftfahrtindustrie übertragen. Dabei werden die außerökonomischen
Argumente nur am Rande behandelt, im Mittelpunkt stehen die einzelnen
ökonomisch begründeten Argumente. In einem abschließenden fünften Kapitel werden anhand des Beispiels der
Bundesrepublik Deutschland die industriepolitischen Maßnahmen eines am
Airbusprojekt beteiligten Landes dargestellt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE ENTWICKLUNG DES WELTMARKTES FÜR ZIVILE VERKEHRSFLUGZEUGE

2.1 Die Ausgangssituation nach dem Zweiten Weltkrieg

2.2 Die Entstehung von Airbus Industrie und Organisationsstruktur

2.3 Die Entwicklung von Airbus Industrie seit der Gründung

3 DER HEUTIGE WELTMARKT FÜR ZIVILE VERKEHRSFLUGZEUGE

3.1 Die Marktkonstellation

3.1.1 Die Nachfragerseite

3.1.2 Die Anbieterseite

3.2 Erklärungsansätze zur Marktkonstellation

3.2.1 Die Marktform

3.2.2 Die Größe der Marktteilnehmer

3.2.3 Die Markttransparenz

3.2.4 Die Marktzutrittsbarrieren

3.2.5 Zusammenfassung

3.3 Besonderheiten dieses Marktes

4 ARGUMENTE FÜR INDUSTRIEPOLITISCHE MAßNAHMEN

4.1 Außerökonomische Argumente

4.2 Ökonomische Argumente

4.2.1 Beschäftigungseffekte

4.2.2 Positive Externalitäten (spin-offs)

4.2.3 Unvollkommener Wettbewerb durch hohe Markteintrittsbarrieren

4.2.3.1 Die Neue Strategische Handelspolitik

4.2.3.2 Die Brander-Spencer-Analyse

4.3 Versuch der Bewertung der Argumente

5 INDUSTRIEPOLITISCHE MAßNAHMEN AM BEISPIEL DER DEUTSCHEN SUBVENTIONEN FÜR DAS PROJEKT AIRBUS

6 VERSUCH EINER BEURTEILUNG UND SCHLUßBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit und Legitimation staatlicher Industriepolitik am Beispiel des Airbus-Projektes im Weltmarkt für zivile Verkehrsflugzeuge. Dabei wird analysiert, inwieweit staatliche Eingriffe notwendig waren, um im Wettbewerb gegen dominante US-Hersteller wie Boeing bestehen zu können, und wie diese Maßnahmen ökonomisch zu begründen sind.

  • Marktstruktur und Wettbewerbsverhältnisse in der zivilen Luftfahrtindustrie
  • Analyse von Marktzutrittsbarrieren und industriepolitischen Begründungsmustern
  • Die Rolle staatlicher Subventionen und ihre Ausgestaltung am Beispiel Deutschlands
  • Theoretische Fundierung durch die Neue Strategische Handelspolitik und die Brander-Spencer-Analyse
  • Kritische Würdigung des Airbus-Projektes als industriepolitisches Instrument

Auszug aus dem Buch

3.2.4 Die Marktzutrittsbarrieren

Je niedriger die Marktzutrittsbarrieren auf einem Markt, desto wahrscheinlicher ist es, daß der wettbewerbliche Regelmechanismus funktioniert. Sollte es demnach einem Unternehmen gelingen, auf einem Markt Renten abzuschöpfen, so werden solange weitere Anbieter auf diesen Markt drängen, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist.

Bain nennt vier Elemente der Marktstruktur, die dazu geeignet sind, den Markteintritt für neue Anbieter zu erschweren bzw. zu ermöglichen, die alle auf den Flugzeugmarkt zutreffen: economies of scale: Bei economies of scale handelt es sich um sinkende Produktionskosten je produzierter Einheit bei steigender Produktionsmenge. Da gerade im Flugzeugbau sehr hohe Entwicklungskosten anfallen, ist dieser Effekt sehr bedeutsam. Anders als normale Fixkosten, z.B. der Bau von Produktionsanlagen, sind Entwicklungskosten weitgehend sunk costs. Während Fixkosten beim Marktaustritt liquidierbar sind, sind sunk costs beim Marktaustritt verschwunden. Es handelt sich um Kosten für ein Anlagegut, die keine alternative Verwendungsmöglichkeit haben Damit sind sunk costs für ein bereits produzierendes Unternehmen keine Opportunitätskosten, da es für diese Kosten keine alternative Verwendung gibt. Dagegen sind es für ein Unternehmen, das neu in den Markt eintreten will, aber noch nicht produziert, sehr wohl Opportunitätskosten. Die gesamte Marktnachfrage ist in Stückzahlen recht gering. Gleichzeitig ist für eine effiziente Fertigung eine recht hohe Menge an produzierten Einheiten notwendig. Dadurch ist auf dem Markt nur für wenige Anbieter Platz.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach der Notwendigkeit und Begründbarkeit industriepolitischer Maßnahmen am Beispiel des Wettbewerbs zwischen Airbus und Boeing.

2 DIE ENTWICKLUNG DES WELTMARKTES FÜR ZIVILE VERKEHRSFLUGZEUGE: Dieses Kapitel liefert einen geschichtlichen Überblick über die schwierige Ausgangslage der europäischen Luftfahrtindustrie nach 1945 und den Gründungsprozess der Airbus Industrie.

3 DER HEUTIGE WELTMARKT FÜR ZIVILE VERKEHRSFLUGZEUGE: Hier wird die Marktkonstellation analysiert, wobei insbesondere die hohe Konzentration, die Markttransparenz und die extrem hohen Marktzutrittsbarrieren als zentrale Merkmale hervorgehoben werden.

4 ARGUMENTE FÜR INDUSTRIEPOLITISCHE MAßNAHMEN: Dieses Kapitel theoretisiert die Gründe für staatliche Eingriffe, von außerökonomischen Motiven bis hin zu ökonomischen Modellen wie der Neuen Strategischen Handelspolitik.

5 INDUSTRIEPOLITISCHE MAßNAHMEN AM BEISPIEL DER DEUTSCHEN SUBVENTIONEN FÜR DAS PROJEKT AIRBUS: Anhand konkreter Finanzinstrumente wie Darlehen, Bürgschaften und Wechselkursabsicherungen wird die staatliche Unterstützung des deutschen Airbus-Anteils dargestellt.

6 VERSUCH EINER BEURTEILUNG UND SCHLUßBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer schwierigen Abwägung des Erfolges, die zwischen dem gelungenen Markteintritt und der anhaltenden Abhängigkeit von staatlichen Hilfen abwägt.

Schlüsselwörter

Industriepolitik, Airbus, Luftfahrtindustrie, Weltmarkt, Wettbewerb, Subventionen, Marktversagen, Marktzutrittsbarrieren, Strategische Handelspolitik, Brander-Spencer-Analyse, Boeing, Skaleneffekte, Sunk Costs, Hochtechnologie, Europäische Kooperation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen industriepolitischem Engagement des Staates und den Marktrealitäten im zivilen Flugzeugbau, fokussiert auf das Projekt Airbus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Marktstruktur, den hohen Markteintrittsbarrieren, der ökonomischen Begründbarkeit staatlicher Förderung und der konkreten Ausgestaltung von Subventionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die Industriepolitik der europäischen Staaten im Fall Airbus eine ökonomisch rationale und erfolgreiche Strategie darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine Kombination aus historischer deskriptiver Darstellung und einer theoretischen Analyse basierend auf industriökonomischen Ansätzen wie der Neuen Strategischen Handelspolitik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Marktkonstellation, die theoretischen Argumente für Industriepolitik sowie die praktischen Fördermaßnahmen am Beispiel der deutschen Subventionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Industriepolitik, Airbus, Wettbewerb, Subventionen, Marktzutrittsbarrieren und Strategische Handelspolitik.

Welche Bedeutung haben "sunk costs" für die Branche?

Sunk costs sind im Flugzeugbau aufgrund extrem hoher Forschungs- und Entwicklungskosten zentral, da sie beim Marktaustritt verloren sind und somit eine massive Markteintrittsbarriere bilden.

Wie bewertet der Autor die Effektivität staatlicher Subventionen?

Der Autor kommt zu einem "sowohl als auch"-Fazit: Ohne Subventionen wäre Airbus nicht in den Markt eingetreten, eine rein ökonomisch-rationale Rechtfertigung der hohen Mittel bleibt jedoch schwierig.

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Details

Title
Industriepolitik in Europa: Fallbeispiel Luftfahrzeugindustrie
College
University of Trier
Course
Ökonomie und Hochschule
Grade
2,3
Author
Andreas Streim (Author)
Publication Year
1993
Pages
33
Catalog Number
V107207
ISBN (eBook)
9783640054817
ISBN (Book)
9783640856206
Language
German
Tags
Einbindung Zielsystem Universitäten Hochschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Streim (Author), 1993, Industriepolitik in Europa: Fallbeispiel Luftfahrzeugindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107207
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