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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Die frühneuenglischen Personal- und Possessivpronomina. 3
II.I Das Paradigma im sprachhistorischen Überblick. 3
II.II Die syntaktische Distribution der 2. Person. 5
II.III Zum Bedeutungswandel von you. 6
II.IV Zur Pragmatik von thou und you. 7
III. Thou und you in Shakespeares „Antony and Cleopatra“ 8
III.I Die Protagonisten und Pronomina: Eine Auszählung. 8
III.II Cleopatra und Charmian. 10
III.III Cleopatra und Antony. 11
III.IV Antony und Cleopatra. 14
IV. Zusammenfassung. 18
Literatur 20
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I. Einleitung
Das frühneuenglische System der Personal- und Possessivpronomina hat sich seit frühneuenglischer Zeit stark gewandelt. Als die wohl prägnanteste Veränderung zum Neuenglischen sind die paradigmatischen Entwicklungen der 2. Person zu benennen und die Möglichkeiten ihrer pragmatischen Verwendung.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen deshalb Zweierlei: Zum einen werde ich das frühneuenglische System der Personal- und Possessivpronomina darstellen, mit einem Fokus auf die 2. Person. Dies werde ich in Abgrenzung zum Neuenglischen vornehmen. Weitere Abschnitte gelten als Überblick der syntaktischen Distribution, dem Bedeutungswandel sowie der Pragmatik der 2. Person.
Zum anderen werde ich ihre pragmatische Verwendung konkret anhand eines frühneuenglischen Textes erörtern. Als repräsentative Quelle des Frühneuenglischen dient Shakespeares Drama „Antony and Cleopatra“ 1 . Die dritte Szene des ersten Akts bildet für meine Ausführungen die Grundlage. Anhand dieser Szene werde ich die pragmatischen Kontexte herausarbeiten, in denen sich die Protagonisten der 2. Person bedienen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Verwendung der Pronomina, je nach Charakter, sowie deren mögliche Wirkung im Dialog aufzeigen. Den Abschluß dieser Arbeit bildet die Zusammenfassung der Ergebnisse.
Zu beachten ist, daß sich die Ergebnisse meiner Analyse auf die dritte Szene des ersten Akts beschränken und nicht auf das gesamte Drama zu übertragen sind. Hierfür wären weitere szenische Analsysen nötig, die allerdings den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden.
1 Entst. ca. 1607 - 1608; 1623: 1 Folio-Ausgabe. Grundlage dieser Arbeit: Wilders, John (Hrsg.): Antony and
Cleopatra. The Arden Shakespeare. London: 1995.
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II. Die frühneuenglischen Personal- und Possessivpronomina
II.I Das Paradigma im sprachhistorischen Überblick
Das frühneuenglische Paradigma der Personal- und Possessivpronomina unterscheidet Kasus, Genus und Numerus. 2 Während die Nominalflexion, abgesehen von der Kennzeichnung des Genitivs, seit mittelenglischer Zeit keine morphologische Kasusmarkierung mehr kennt, 3 unterscheidet das frühneuenglische System der Personal- und Possessivpronomina Subjekts- und Objektskasus. 4 Dies führt zur Übermarkiertheit der Pronomina, da Kasus auf syntaktischer Ebene, nämlich durch Wortstellung, ausgedrückt wird.
Die Genusunterscheidung beschränkt sich im Frühneuenglischen wie auch im Neuenglischen auf die Formen der 3. Person Singular. Numerusunterscheidungen sind in der 2. Peron im Neuenglischen kontextsensitiv d. h., Plural bzw. Singular sind nur noch anhand der kommunikativen Situation erschließbar nicht aber aufgrund morphologischer Formen. 5 Im Frühneuenglischen ist die Numerusunterscheidung noch möglich, gleichwohl der Gebrauch der entsprechenden Formen der 2. Person Singular auf pragmatischer Ebene festgelegt ist. 6 So weist das Paradigma neben y-Formen in der 2. Person Singular th-Formen auf, die im Kontrast zu den y-Formen des Plural stehen. Der Formenbestand der frühneuenglischen Personal- und Possessivpronomina 7 gestaltet sich wie folgt:
2 Vergl. Görlach, Manfred: Einführung ins Frühneuenglische. Heidelberg: Winter 1994. S. 68.
3 Seit mittelenglischer Zeit erfolgt der Abbau des flektierenden Sprachbaus. (Vergl. ebd. S. 65.)
4 Vergl. ebd. S. 68.
5 Vergl. ebd.
6 Vergl. ebd. S. 69.
7 Zur sprachhistorischen Entwicklung und Abgrenzung des Systems der Personal- und Possessivpronomina
vergl. auch Görlach, Manfred: Einführung in die englische Sprachgeschichte. Heidelberg: 1994. S. 64 ff.
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Quelle: Scheler Manfred, 1982.
Unterschiede zum neuenglischen Formenbestand bestehen vorwiegend in der 2. Person Singular. 8 Diese sind von vier Formen im Frühneuenglischen (ye, you, thou, thee) auf eine Form im Neuenglischen (you) 9 reduziert. Hintergrund für diesen Befund sind folgende Entwicklungen: Die gemeinsame schwachtonige Form von ye und you führte im Zusammenhang mit der Übermarkiertheit im Kasus zu Fehlinterpretationen. Begünstigt wurde dies durch die umgekehrten Verhältnisse im Vokalismus von thou und thee. 10
Die y-Formen der 2. Person Singular haben ihren Ursprung in der 2. Person Plural. Die Formen des Plurals sind dabei in das Paradigma des Singular vorgedrungen. Ursprung dieser Entwicklung ist der Einfluß französischer höfischer Kultur und die Verwendung des Pluralis Majestatis im Sprachgebrauch. Dieser besteht im Englischen seit dem 14. Jahrhundert 11 , verbreitet sich mehr und mehr und drängt schließlich die sprachhistorische singulare Form thou in die Dialekte und Quäkersprache zurück. 12
II.II Die syntaktische Distribution der 2. Person
Hinsichtlich der Verwendung der unterschiedlichen pronominalen Formen besteht eine systematische Struktur. Joan Mulholland unterscheidet in ihrem Aufsatz 13 zur 2. Person zwischen einem regulären Subsystem im Gebrauch von thou und thee bezüglich Kasus und einem partiellen Subsystem in der Verwendung von you und th-Formen bezüglich Numerus. 14
Die Form thou tritt demnach immer in Subjektsposition und thee in der Objektsposition also als Komplement auf. Beide Formen bezeichnen immer den Singular, während you sowohl Singular als auch Plural bezeichnen kann, was unter Umständen zu Interpretationsschwierigkeiten bei der
8 Vergl. Scheler, Manfred: Shakespeares Englisch. Berlin: 1982. S. 39.
9 Vergl. Greenbaum/ Quirk: A Student’s Grammar of the English Language. Harlow: 1990. S. 109.
10 Vergl. Görlach, Manfred: Einführung ins Frühneuenglische. Heidelberg: Winter 1994. S. 69.
11 Vergl. ebd.
12 Vergl. Görlach, Manfred: Einführung in die englische Sprachgeschichte. Heidelberg: 1994. S. 65.
13 Vergl. Mulholland, Joan: ‘Thou’ and ‘You’ in Shakespeare. In: A Reader in the Language of Shakespearean
Drama. Philadelphia: 1987. S. 153 - 161.
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Bestimmung des Numerus führt. Darüber hinaus fungiert die Form you sowohl als Subjekt als auch als Komplement. Deshalb ist der Kasus von you ausschließlich anhand der syntaktischen Stellung ablesbar. Jane Mulholland veranschaulicht das pronominale System der 2. Person in folgendem Diagramm: 15
14 Vergl. ebd. S. 153.
15 Vergl. ebd.
Arbeit zitieren:
Angelika Hennig, 2000, Das frühneuenglische System der Personal- und Possessivpronomina - zur Pragmatik von you und thou in Shakespeares Antony and Cleopatra, München, GRIN Verlag GmbH
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