Der Euro - Eine erfolgreiche Währung? Seite 2 von 24
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 3
I. Der „Vertrag von Maastricht“ 4
Vorgeschichte 4
Grunds ätzliches zum Vertrag 5
Das Europäische Zentralbankensystem (ESZB) 7
Konvergenzkriterien. 8
II. Pro- und Contra-Argumente zum Euro. 10
Stabilit ät des Euros. 10
Arbeitsmarktpolitische Folgen. 12
Politische Folgen 13
III. Einstellungen der Bürger zum Euro 14
Struktur der Befragten 14
Ergebnisse. 15
Analyse 21
Verzeichnis der verwendeten Literatur bzw. Hilfsmittel 23
Danksagung. 24
Erkl ärung 24
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Einleitung
Wie kommt man bei seiner Facharbeit ausgerechnet auf das Thema „Euro“? Eigentlich ganz einfach, wie ich finde. Nicht zuletzt wegen der nicht enden wollenden „Teuro“-Debatte ist das Thema „Euro“ in aller Munde. Die „gute, alte D-Mark“ gehört nun schon seit mehr als einem Jahr endgültig der Vergangenheit an, die Zeit der europäischen Integration (zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht) ist spätestens jetzt angebrochen. Was liegt da näher, als sich ein Facharbeitsthema auszusuchen, mit dem man sich sowieso jeden Tag mehr oder weniger „rumschlagen“ muss (oder darf!). Das Thema Euro ist aktuell, und wird es wohl auch noch einige Zeit bleiben (Stichwort EU-Osterweiterung).
Zuerst wird in Abschnitt I. ein geschichtlicher Hintergrund unter besonderer Berücksichtigung der „Mutter des Euros“, dem Vertrag von Maastricht, gegeben. Abschnitt II. befasst sich mit den Vorteilen, aber auch Nachteilen der Gemeinschaftswährung. In Abschnitt III. wird auf die Einstellung der Bürger zur neuen Währung eingegangen. Dies geschieht durch die Auswertung einer selbst erstellten Umfrage.
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I. Der „Vertrag von Maastricht“
Vorgeschichte
Als ersten Versuch eine einheitliche europäische Wirtschafts- und Währungspolitik zu formulieren, gilt der so genannte Werner-Bericht 2 im Jahre 1970. Der Bericht weißte die notwendige politische, währungspolitische sowie wirtschaftspolitische Vereinheitlichung in der Europäischen Gemeinschaft auf, und betonte besonders die innere Verbindung zwischen Währungsunion und politischer Union. Außerdem verlangte er die einhergehende Notwendigkeit des Verzichtes von Teilen der nationalen Souveränität zugunsten der Gemeinschaft. Dies wird besonders in diesem Zitat aus dem Werner-Bericht deutlich:
„Diese Übertragung von Befugnissen ist ein Vorgang von grundlegender politischer Bedeutung, der eine progressive Entwicklung der politischen Zusammenarbeit voraussetzt. Die Wirtschafts- und Währungsunion erscheint somit als ein Ferment für die Entwicklung der politischen Union, ohne die sie auf die Dauer nicht bestehen kann.“ 3 Allerdings wurde dieser Plan in den folgenden Jahrzehnten, nicht zuletzt wegen der großen wirtschaftlichen Probleme, wie der Ölkrise und der wachsenden Zahl von Arbeitslosen, nie verwirklicht. Dass dennoch das Ziel der Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion nicht aufgegeben wurde, bewies die Gründung des Europäischen Währungssystems (EWS) im Jahre 1979. Mit dem EWS wurde angestrebt die Wechselkursschwankungen der europäischen Währungen untereinander auf ein Minimum zu reduzieren. Doch hielt dieses System nicht immer, was es versprach. Nicht selten kam es zu Krisen im System, in dessen Folge sogar Regierungen zeitweise ihre Währung aus dem System nehmen mussten.
2 Benannt nach dem damaligen luxemburgischen Ministerpräsidenten Pierre Werner. Er leitete die Kommission, die den o. g. Plan erarbeiten sollte.
3 http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl2/downloads/sews02/th01sles.pdf
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Einen weiteren Schritt in Richtung Währungsunion stellte der so genannte Delors-Bericht 4 dar. Er knüpfte inhaltlich an den Werner-Bericht an, vermied es allerdings die Notwendigkeit einer politischen Union hervorzuheben. Infolge dieses Berichtes kam man schließlich im Juni 1989 überraschend zu dem Beschluss nun endgültig eine europäische Wirtschafts- und Währungsunion zu verwirklichen. Nicht zuletzt die deutsche Währungsunion und die darauf folgende deutsche Einheit forcierten das „Projekt Währungsunion“, was schließlich zum Maastrichter Vertrag führte.
Grundsätzliches zum Vertrag
Der „Vertrag über die Europäische Union“ wurde von den Staats- und Regierungschefs im Dezember 1991 in Maastricht 5 abschließend verhandelt und am 7. Februar des nächsten Jahres von den Außenministern unterzeichnet. In Kraft getreten ist er schließlich am 1. November 1993. Dabei war die Ratifizierung des Vertrages in den verschiedenen Ländern keine Selbstverständlichkeit. So mussten in Frankreich, Dänemark und Irland Referenden zum Vertragsentwurf stattfinden. Während in Frankreich und Irland das Referendum jeweils positiv ausfiel, scheiterte es - jedenfalls im ersten Anlauf - in Dänemark. Erst nachdem es Dänemark (und Großbritannien) gestattet wurde, nicht an der Währungsunion teilnehmen zu müssen, fiel ein erneutes Referendum positiv aus. Auch in Deutschland war der Vertrag nicht unumstritten. So gab es mehrere Verfassungsbeschwerden, die jedoch alle keinen Erfolg hatten. Der Vertrag gilt als Rahmenvertrag, der auf drei Säulen ruht:
• auf den Vertrag der Europäischen Gemeinschaft (vorher: Europäische Wirtschaftsgemeinschaft). Er beinhaltet unter anderem die neuen Bestimmungen über die Wirtschafts- und Währungsunion;
• auf der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union;
4 Benannt nach dem damaligen französischen Finanzminister Jacques Delors.
5 Stadt im Süd-Osten Hollands, nahe der deutschen Grenze.
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• auf der Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres (ZJIP) Die Bestimmungen des EG-Vertrages sind so angelegt, dass sie langfristig, ähnlich wie beim Werner-Bericht von 1970, die politische Union Europas zum Ziel haben. Dies soll durch Übertragung von nationalen Kompetenzen zugunsten der Europäischen Gemeinschaft geschehen. Nachfolgend werden nur die Bestimmungen der Wirtschafts- und Währungsunion weiter erläutert, da sie das politische Fundament des Euros darstellen.
Der Weg zu einer europäischen Einheitswährung wurde, um eine zu abrupte Umstellung zu vermeiden, in drei Phasen unterteilt. Die erste Phase der Währungsunion hatte schon am 1. Juni 1990 mit dem Gemeinsamen Kapitalmarkt begonnen und dauerte bis Ende 1993. In dieser Zeit konnten die verschiedenen Staaten ihre Wirtschafts- und Währungspolitik aufeinander abstimmen. Die zweite Phase begann im Januar 1994 mit der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI), deren Aufgaben später die Europäische Zentralbank (EZB) übernahm. In dieser Phase mussten sich auch die Teilnehmerländer um die Einhaltung der Konvergenzkriterien (siehe Seite 8) bemühen, eine Vorraussetzung für den planmäßigen Beginn der dritten Phase. Diese begann auch, wie geplant, am 1. Januar 1999, da elf Länder 6 (später kam Griechenland 7 als zwölftes Mitglied hinzu) die Kriterien erfüllten. Zuerst wurden allerdings, ein halbes Jahr vor der dritten Phase, die EZB sowie das Europäische Zentralbankensystem (ESZB) gegründet. Schließlich wurden dann mit Beginn dieser Phase die Wechselkurse zwischen den Währungen der Teilnehmerländer und dem Euro unwiderruflich fixiert (z. B. 1 € = 1,95583 DM), der Geldverkehr zwischen den Banken erfolgte nun ausschließlich in der neuen Gemeinschaftswährung. Damit waren die verschiedenen nationalen Währungen quasi abgeschafft, da sie durch die festen Wechselkurse an den Euro gebunden waren.
6 Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien
7 Griechenlands Teilnahme ist das Ergebnis einer am 19. Juni 2000 getroffenen Entscheidung des EU- Rats, dass Griechenland die Konvergenzkriterien erfülle.
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Den harten Kern des EG-Vertrages bildeten die Bestimmungen über die Aufgaben und Unabhängigkeit der EZB und des ESZB, die im Folgenden kurz erläutert werden.
Das Europäische Zentralbankensystem (ESZB)
Das ESZB besteht aus der Europäischen Zentralbank sowie den nationalen Zentralbanken der EU. Zu beachten ist, dass hier auch die Zentralbanken der Nationen Mitglied sind, die (noch) nicht zur Europäischen Währungsunion gehören. Dies sind momentan 8 Großbritannien, Dänemark und Schweden. Laut EG-Vertrag ist das vorrangige Ziel der ESZB „die Preisstabilität zu gewährleisten“ 9 . Dieses Ziel bestimmt die Geldpolitik und macht deutlich, dass andere wirtschaftspolitische Ziele zweitrangig sind. Die Aufgaben der ESZB sind laut Vertrag 10
• die Geldpolitik der EG festzulegen und auszuführen,
• die Währungsreserven der Mitgliedsstaaten zu halten und zu verwalten,
• das „reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme“ zu fördern. Die EZB ist hingegen für die Ausgabe von Banknoten und Münzen zuständig. Das Anfangskapital der EZB betrug 5 Mrd. Euro. Inhaber des Kapitals waren die nationalen Zentralbanken. Das Kapital wurde je zur Hälfte nach Höhe der Bevölkerungszahl und des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der Mitgliedsstaaten verteilt. Die nationalen Zentralbanken mussten zusammen der EZB insgesamt 50 Mrd. Euro an Währungsreserven zuführen. Über die restlichen Reserven dürfen die Zentralbanken nur mit Erlaubnis der EZB verfügen. Notenbankgewinne der nationalen Zentralbanken müssen teilweise an die EZB abgeführt werden; gleiches gilt auch für den umgekehrten Fall.
8 Ab 1. Mai 2004 werden 10 (ggf. mit der Türkei 11) weitere Länder der EU beitreten. Die sind Ungarn, Polen, Estland, die Tschechischen Republik, Slowenien, Zypern, Lettland, Litauen, die Slowakei und Malta.
9 Art. 105 Abs. 1 des EG-Vertrages
10 Art. 105 Abs. 2 des EG-Vertrages
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Notenbankgewinne lassen sich beispielsweise durch Zinserträge von Devisenreserven oder ausgeliehenem Geld erzielen. Die EZB besteht aus einem Direktorium und dem EZB-Rat. Das Direktorium, das die laufenden Geschäfte führt besteht aus 4 bis 6 Mitgliedern, die jeweils für max. 8 Jahre ernannt werden. Der EZB-Rat wiederum besteht aus den Mitgliedern des Direktoriums und den derzeit 12 Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebietes. Der Rat legt die Geldpolitik der Gemeinschaft fest, wie z.B. die Höhe der Leitzinssätze. Das Direktorium muss bei seiner Arbeit die vom EZB-Rat festgelegten Grundlinien beachten und einhalten.
Konvergenzkriterien
Die Konvergenzkriterien wurden geschaffen, um nur die Länder dem Euro beitreten zu lassen, die die nötigen Vorraussetzungen für eine stabile Währung bieten können. Vor der dritten Phase der Währungsunion (Beginn war am 1.1.1999) mussten die Länder die Kriterien erfüllen, um an der Einheitswährung teilnehmen zu dürfen. Die Länder, die nun gegen sie nach der Einführung des Euros verstoßen, müssen mit empfindlichen finanziellen Strafen rechnen. Die Kontrolle, dass die Mitgliedsstaaten die Kriterien erfüllen, wird vom Europäischen Rat der Wirtschafts- und Finanzminister ausgeführt. Die Kriterien sind laut EG-Vertrag:
• Preisstabilität: die Inflationsrate darf nicht stärker als 1,5 Prozentpunkte über der Inflationsrate der Mitgliedsstaaten sein, die drei niedrigsten Inflationsraten besitzen.
• Angemessene Finanzlage: Die Neuverschuldung sowie die Gesamtschulden der öffentlichen Hand (in Deutschland: Bund, Länder und Kommunen) dürfen nicht höher als 3% bzw. 60% des Bruttoinlandsprodukts betragen.
• Einhaltung der EWS-Währungskursstabilität: Die Schwankungen der Wechselkurse dürfen maximal ± 15% betragen.
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• Annäherung der Zinssätze: Der durchschnittliche Zinssatz für langfristige Anlagen darf nicht mehr als 2 Prozentpunkte über dem Zinssatz der drei zinsstabilsten Länder liegen.
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II. Pro- und Contra-Argumente zum Euro
Stabilität des Euros
Einer der größten Befürchtungen der Euro-Skeptiker war es, dass der Einheitswährung die nötige Stabilität fehlt. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen der internen und der externen Stabilität. Während unter dem Begriff der internen Stabilität beispielsweise die Inflationsrate fällt, ist bei der externen Stabilität der Außenwert des Euros im Vergleich zu anderen Weltwährungen, vor allem zum US-Dollar, ausschlaggebend. Bei der internen Stabilität gaben die Kritiker vor allem die zum Teil recht hohen Inflationsraten vor allem von südlichen Teilnehmerländern wie z.B. Italien als Argument für eine Gefahr für die Einheitswährung an. So lag in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts die durchschnittliche Inflationsrate von Italien bei 13,8%. In Portugal lag sie sogar in den 80ern noch bei 17,1%. 11 Zum Vergleich: In der Bundesrepublik Deutschland lag die durchschnittliche Rate bei 5,1 (70er Jahre) bzw. 2,6 Prozent (80er Jahre). Diesen Argumenten stehen allerdings harte Fakten gegenüber. So haben sich die Inflationsraten der Euro-Mitgliedsstaaten immer mehr angenähert, so dass in den 90er Jahren der Inflationsabstand beispielsweise zwischen Deutschland und Italien bei nur noch 3,8 Prozentpunkten lag. Und Deutschland hat inzwischen eine der niedrigsten Inflationsraten seiner Geschichte. So lag sie im November 2002 bei gerade einmal 1,1% 12 . Dies ist umso höher anzurechnen, wenn man die momentanen eher widrigen Verhältnisse (Ölpreisanstieg, momentane Wirtschaftsflaute) bedenkt. Die Inflationsrate gilt deshalb als so wichtig, da von ihrer Höhe die Entwicklung von Löhnen, Gehältern sowie Vermögen abhängt. Und davon ist wiederum die Kaufkraft der Menschen abhängig.
Zusammenfassend lässt sich entgegen der Euro-Skeptiker behaupten, dass das Hauptziel der EZB, die Preisstabilität zu waren, bisher nicht Gefahr zu sein scheint.
11 Thilo Sarrazin, Der Euro - Chance oder Abenteuer, S. 117 f.
12 Statistiken zur Preisentwicklung: http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2002/p4560051.htm
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Hingegen schien die externe Stabilität anfangs nicht so gesichert, wie die interne. Während man im Januar 1999 noch 1,19 Dollar für einen Euro bezahlen musste, lag der Preis im Oktober 2000 bei zwischenzeitlich nur noch 82 US-Cents. Allerdings hatte dies für „Normalbürger“ weniger Auswirkungen als eine eventuelle interne Destabilisierung wie z. B. eine stark erhöhte Inflationsrate. Vor allem Großunternehmen, die viel ex- oder importieren sind relativ stark vom Wechselkurs zum Dollar abhängig. So profitierte insbesondere die europäische Exportindustrie vom niedrigen Euro-Kurs. Dementsprechend schwieriger ist für sie die Lage nun, da sich das Euro/Dollar Verhältnis wieder zugunsten des Euros verändert hat. Die Entwicklung des Euro/Dollar-Wechselkurses seit Herbst 2000 wird in diesem Diagramm 13 deutlich:
Für viele Menschen hat der Wechselkurs eher symbolische Bedeutung. Er soll die Stärke des Euros im Verhältnis zu anderen Weltwährungen wie dem US-Dollar widerspiegeln.
Insofern haben die Skeptiker keinen Grund zur Besorgnis wegen schwankender Wechselkurse. Schließlich gab es diese auch schon zu Zeiten der DM, die ja trotzdem als besonders starke Währung galt.
13 Euro/Dollar-Kurs (stand vom 6. Mai 2003): http://boersen.manager- magazin.de/mmo/kurse_einzelkurs_charts.htm?s=EUR&l=276&b=11
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Arbeitsmarktpolitische Folgen
Durch die einheitliche Währung fallen einige Risiken im intereuropäischen Handel weg. Durch den Wegfall von sich teilweise stark verändernden Wechselkursen ist die Kalkulation der Kosten für den Export innerhalb Europas für Unternehmen um einiges erleichtert worden. Die Chance, dass sich das Ende dieses Unsicherheitsfaktors positiv auf grenzüberschreitende Geschäfte bemerkbar macht, ist auf jeden Fall gegeben. Besonders für Deutschland, das unter einer besonders hohen Arbeitslosenquote leidet, ergeben sich arbeitsmarktpolitische Chancen, die ohne den Euro nicht gegeben wären. So kam es in D-Mark-Zeiten nicht selten zum Abbau von Arbeitsplätzen und Wachstumsrückgängen, wenn durch eine Aufwertung der Mark die Exportindustrie unter den hohen Wechselkursen litt. Ebenfalls positiv ist die Währungsunion für die europäischen Finanzmärkte, da Wertpapiere und Bankgeschäfte in einer einheitlichen Währung gehandelt werden. Dies führt zu einem weiteren Zusammenwachsen der Finanzmärkte. Aufgrund des nun möglichen größeren, internationaleren Wettbewerbs besteht die Chance, dass dies zu einem höheren Wirtschaftswachstum führt. Doch neben den genannten positiven Möglichkeiten gibt es auch Risiken. Durch das Fehlen einer spezifischen nationalen Geldpolitik ist es kaum mehr möglich auf Besonderheiten einzelner Mitgliedsstaaten Rücksicht zu nehmen. Alleine die EZB bestimmt durch die Leitzinsen das Zinsniveau aller 12 EWU-Staaten.
Auch hat der Abbau der Arbeitslosigkeit in einem Währungsraum nach der Theorie des Amerikaners Mundell 14 nur dann Erfolg, wenn die Löhne flexibel und die Arbeitskräfte mobil sind. Doch bei momentan mehr als 4,5 Millionen Arbeitslosen in Deutschland scheint es kaum so zu sein, dass die meisten bereit oder in der Lage sind (z.B. aufgrund von Sprachbarrieren) im europäischen Ausland zu arbeiten. Dies wird auch durch die Arbeitslosenstatistiken seit der Euro-Einführung deutlich, die nicht auf eine Entspannung des Arbeitsmarktes hindeuten.
14 http://www.rwl.info/infos/examen/pdf/Euro.pdf
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Politische Folgen Neben den genannten ökonomischen Konsequenzen der
Gemeinschaftswährung sind eventuelle politische Folgen der EWU nicht zu vernachlässigen.
So ist eine völlig eigenständige Wirtschaftspolitik der Mitgliedsstaaten aufgrund des geltenden EG-Vertrages quasi nicht mehr möglich. Die Wirtschaftspolitik muss im Interesse alle Mitgliedsstaaten erfolgen 15 . Wird dies nicht getan, droht eine Verwarnung. Bei Verletzung des Stabilitätspakts (siehe Konvergenzkriterien) sogar im Extremfall eine Geldstrafe. Des Weiteren ist in den Augen vieler die Währungsunion nur ein Schritt in Richtung politischer Union Europas. Die „Vereinigten Staaten von Europa“ 16 sind sicher noch Zukunftsmusik, doch immer öfter wird sie auch von hochrangigen Politikern begrüßt. So forderte noch zuletzt der deutsche Außenminister Joschka Fischer ein „föderales Europa“ 17 .
15 Art. 99 Abs. 1 des EG-Vertrages
16 Von Winston Churchill geprägte Bezeichnung vom 19. September 1946 in der berühmten Züricher Rede. Aus: Thilo Sarrazin; der EURO - Chance oder Abenteuer?, Seite 78.
17 Rede von Joschka Fischer: http://www.rewi.hu-berlin.de/WHI/deutsch/fce/fcespez2/fischer.htm
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III. Einstellungen der Bürger zum Euro
Struktur der Befragten 18
Da die Umfrage leider nicht den Anspruch erheben kann, repräsentativ zu sein, wird im Folgenden die Geschlechts-, Alters- und Berufsstruktur der befragten erläutert.
Basis der Umfrage sind 274 vollständig 19 ausgefüllte Fragebögen. Etwas mehr als die Hälfte (52,2% Männer, 47,8% Frauen) der Befragten sind männlich. Aufgrund der besonders guten Anschaulichkeit wurden für die meisten Fragen Kreisdiagramme 20 benutzt. Die Alterstruktur ist hingegen nicht so ausgeglichen. Etwa ¾ der Befragten sind unter 30; keiner der Befragten war älter als 70.
Ähnlich eindeutig verteilen sich, entsprechend dem Alter, die Ergebnisse auf die Frage in welcher Branche die Befragten arbeiten:
18 Da nach getrennter Auswertung in den Kategorien „Geschlecht“, „Alter“ und „Beruf“ sich die Ergebnisse nicht nennenswert vom Gesamtergebnis unterschieden haben, wird im weiteren davon abgesehen die Ergebnisse gefiltert nach Kategorien anzugeben.
19 Zwölf Fragebögen wurden aufgrund großer Unvollständigkeiten oder sinnloser Zusammenstellungen (z.B. Rentner, der unter 20 Jahren alt ist) nicht in die Wertung miteinbezogen.
20 Zur Erläuterung der Kreisdiagramme: die erste Zahl gibt die Anzahl der Nennungen der jeweiligen Antwort an, während die Zweite den prozentualen Anteil der Antwort am Gesamten angibt.
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Ergebnisse
Die erste Frage zum Euro sollte die grundsätzliche Einstellung der Bürger
zum Euro ersichtlich machen. Mehr als 50% begrüßen den Euro, während
immerhin mehr als ein Viertel dem Euro weder Positives noch Negatives
abgewinnen können. Das genaue Ergebnis ist wie folgt:
Die zweite Frage sollte klären, ob sich nach der Euro-Einführung die Einstellung der Befragten zur europäischen Einheitswährung beispielsweise aufgrund von Preiserhöhungen verändert hat. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben dabei an, dass sich ihre Meinung im Vergleich zu früher nicht geändert hat. Doch bei immerhin gut einem Viertel verschlechterte sich die Meinung.
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Die nächste Frage beschäftigt sich damit, inwieweit die Bürger mit der noch relativ neuen Währung vertraut sind. Sie wurden danach befragt, ob sie beim Bezahlen den Euro-Preis noch in DM umrechnen oder nicht. Eine besonders große Mehrheit, so wird aus dem Ergebnis ersichtlich, hat sich noch nicht an den Euro gewöhnt. 65% der Befragten gaben an teilweise noch die Euro-Preise in DM umzurechnen. Und immerhin etwas mehr als 20% rechnen alles in die alte DM-Währung um.
Im nächsten Schritt wurden die Befragten mit 7 Aussagen konfrontiert und man sollte angeben, inwiefern man der jeweiligen Aussage zustimmt oder nicht. Die sieben Aussagen sind:
1. „Die Einführung des Euros beschleunigt das Wirtschaftswachstum.“
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2. „Die Einführung des Euros schafft mehr Arbeitsplätze.“
3. „Die Einführung des Euros erleichtert das Einkaufen in Euroland, weil die Preise vergleichbar sind.“
4. „Die Einführung des Euros hat zur Folge, dass Deutschland die Kontrolle über seine Wirtschaftspolitik verliert.“ 5. „Die Einführung des Euros hat zur Folge, dass Deutschland zu viel von seiner Identität verliert.“
6. „Die Einführung des Euros schafft eine Verbindung zwischen den Europäern.“
7. „Die Einführung des Euros stärkt die Rolle Europas in der Welt.“
Die Frage mit den mit Abstand meisten Zustimmungswerten war Nr. 3. Es folgen Nr. 6 und 7. Abgelehnt wurde vor allem Frage Nr. 2 und 5. Eher unentschieden waren die Befragten bei Aussage Nr. 1 und 4. Besonders bei den Fragen Nr. 1, 2 und 4, die gewisse wirtschaftliche und politische Fachkenntnisse voraussetzten, scheinen sich die Befragten schwer getan zu haben. Hier konnten oder wollten jeweils etwa ein Fünftel der Befragten keine Antwort geben.
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Mit der nächsten Frage sollte ein Thema behandelt werden, dass nach der Euro-Bargeldeinführung durch die Medien ging, wie kaum ein andere Diskussion: Die Währungsumstellung der Preise wurde in den Augen Vieler vom Handel dazu genutzt, Warenpreise versteckt zu erhöhen. Wenig überraschend kam bei der Frage, wie sich die Preise generell entwickelt haben ein Ergebnis heraus, dass an Eindeutigkeit kaum zu überbieten ist. Über 90% der Befragten gaben an, dass Gefühl zu haben, dass sich die Preise außergewöhnlich erhöht haben. Eine verschwindend geringe Menge von gerade einmal 1,1% findet hingegen, dass sie gesunken sind.
Um genauer zu erfahren, in welchen Bereichen die Preise gestiegen seien sollen, wurden den Befragten 11 Kategorien genannt, von denen sie die ankreuzen sollten, von denen sie glauben, dass dort die Preise besonders stark gestiegen sind. 85% (233 von 274) aller Befragten sind z. B davon überzeugt, dass die Gastronomie die Euro-Umstellung für Preiserhöhungen missbraucht hat. Nur wenige finden, dass sich der Wohnungs-Mietspiegel nennenswert erhöht hat.
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Die Rangfolge der meist genannten Kategorien ist:
Die beiden nächsten Fragen beschäftigen sich mit der Erweiterung des Euroraumes. Zum einen wird gefragt, ob auch die EU-Länder Großbritannien, Dänemark und Schweden am Euro teilnehmen sollten, die teilweise aufgrund negativ verlaufener Referenden vorerst nicht der Eurozone beitreten werden. Zum anderen wurde dieselbe Frage, bezogen auf voraussichtlich zukünftige EU-Länder wie z. B. Polen, gestellt. Gut ¾ der Befragten würden es begrüßen wenn die drei „Neinsager“ Großbritannien, Dänemark und Schweden dem Euro nachträglich beitreten würden. Gerade einmal 8,8% wollen das nicht.
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Etwas anders sieht es bei der Frage aus, ob auch künftige EU-Länder wie z.B. Polen oder Länder des Baltikums der Einheitswährung beitreten sollen. Hier sind „nur“ 52% für einen Beitritt. Mit knapp 35% ist die Gruppe der Gegner eines Beitritts um einiges höher als bei der vorigen Frage.
Abschließend sollten die Zukunftsaussichten, so wie sie die Befragten sehen, herausgefiltert werden. Ein Großteil der Befragten sieht dabei die Zukunft des Euros eindeutig positiv, was sich an diesem Diagramm unschwer erkennen lässt:
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Analyse
Mehr als drei Viertel der Befragten begrüßt oder toleriert zumindest die Einführung des Euros (Diagramm 4), während nur etwa ein Fünftel der Befragten den Euro grundsätzlich ablehnen. Dies ist doch eher verwunderlich wenn man sieht, dass mehr als 90 Prozent finden, dass aufgrund der Euro-Einführung die Preise angestiegen sind (Diagramm 8). Außerdem gaben etwa Acht von Zehn Leuten auf die Frage, was Ihnen spontan zum Euro einfällt, das offizielle Wort des Jahres 2002 21 an: „Teuro“. Dies macht deutlich, dass die Leute nicht der Einheitswährung die Schuld (sofern man in diesem Zusammenhang von Schuld sprechen kann) für etwaige Preiserhöhungen geben und sie die Chancen, die der Euro bietet für sehr viel wichtiger erachten als die Risiken. So glaubt auch die Mehrheit, dass der Euro eine bessere Verbindung zwischen den europäischen Völkern schafft und dabei die Rolle Europas in der Welt stärkt (Diagramm 7, Aussagen Nr. 6 und 7). Zwar schätzen die Befragten die ökonomischen Vorteile als geringer ein (Aussagen Nr. 1 und 2), doch dies scheint die Einstellung der Bürger zur Gemeinschaftswährung kaum negativ zu beeinflussen.
Ein weiteres Indiz dafür, dass die ökonomischen Nachteile weniger stark die Haltung zum Euro beeinflusst haben, lässt sich in Diagramm 5 erkennen. Hier gaben mehr als Hälfte der Leute an, ihre Meinung zum Euro habe sich auch nach seiner Einführung nicht geändert.
Trotz einer gewissen, nicht zu verleugnenden Beliebtheit des Euros scheinen sich die Bürger allerdings noch nicht an das neue Zahlungsmittel gewöhnt zu haben (Diagramm 6): 85 Prozent rechnen beim Einkaufen die Preise zumindest teilweise in die alte Mark um.
Während etwa ¾ der Befragten es begrüßen würden, wenn die EU-Staaten
Großbritannien, Dänemark und Schweden dem Euro nachträglich beitreten
würden, fände es „nur“ etwa jeder Zweite gut, wenn zukünftige EU-Staaten
aus dem ehemalige EU-Ostblock an der Währung teilnehmen würden. Dies
21 http://www.welt.de/data/2002/12/21/27079.html
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zeigt noch eine gewisse Skepsis gegenüber der wirtschaftlichen stabilität
dieser Länder.
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Verzeichnis der verwendeten Literatur bzw.
Hilfsmittel
• WEIXNER, Bärbel; WIMMER, Michaela; Stichwort Euro, Wilhelm Heyne Verlag, München 1997
• MÜLLER, Henrik; Großmacht Euro: Sprengsatz für die Weltwirtschaft?, Verlag J.H.W. Dietz, Bonn 1999
• LANGE, Klaus M., (Hrsg.); Der Euro - Das Lexikon zur neuen Währung, Meyers Lexikonverlag, Mannheim 2000
• SARRAZIN, Thilo; Der EURO - Chance oder Abenteuer?, Verlag J.H.W. Dietz, Bonn 1997
• WESSELS, Wolfgang (Hrsg.); Europa von A bis Z - Taschenbuch der europäischen Integration, 8. Auflage, Europa Union Verlag, Bonn 2002
• JUNGBLUT, Michael; WISO Euroberater: 199 Fragen & Antworten rund um die neue Währung, Wirtschaftsverlag Ueberreuter, Frankfurt 2001
• Microsoft™ Encarta Enzyklopädie Standard 2003
• Brockhaus multimedial 2002
• Brockhaus-Enzyklopädie in 24 Bd., Mannheim, 1986
• Internet: http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl2/downloads/sews02/ th01sles.pdf
• Internet: http://www.ecb.int/about/emu_de.htm
• Internet: http://europa.eu.int/comm/public_opinion/
• Internet: http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/betz/euro.htm
• Internet: http://www.bundesfinanzministerium.de/Aktuelles/Der-Euro-.391.htm
• Internet: http://www.destatis.de/themen/d/thm_preise.htm
• Internet: http://www.rwl.info/infos/examen/pdf/Euro.pdf
• Internet: http://www.wiwi.uniaugsburg.de/vwl/pfaff/pdf_files/lehrtxt/ewi_kurz.pdf
• Internet: Der EG-Vertrag; http://dejure.org/gesetze/EG
• GrafStat Version 2.15, Computerprogramm zur Erstellung und Auswertung von Umfragen
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Danksagung
Ich danke
• allen Leuten, die mir bei der Facharbeit mit Rat und Tat zur Seite
standen,
• den 286 Personen, die sich die Mühe machten, meinen Fragebogen
auszufüllen.
Erklärung
Ich erkläre hiermit, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und
nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt
habe.
Bonn, den 6. Mai 2003
Michael Kleppi
Arbeit zitieren:
Michael Kleppi, 2003, Der Euro - Eine erfolgreiche Währung?, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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