INHALT
0 Warum Mikrofinanzierung? 3
1 Theoretische Überlegungen zum Konzept der Mikrofinanzierung 4
2 Rahmenbedingungen in Georgien 7
2.1 Institutionelle Schwächen 8
2.2 Politische Instabilität 8
2.3 Wirtschaftliche Entwicklung 10
2.4 Soziale Tendenzen 10
3 Entwicklungspolitische Zieldimensionen für Georgien 11
4 Mikrofinanzierung in Georgien: Ansätze, Strategien und Ergebnisse 12
4.1 Kreditnachfrage: Die Zielgruppe 12
4.2 Kreditangebot 13
4.2.1 Georgische Geschäftsbanken 13
4.2.2 Kreditprogramme multinationaler Entwicklungsorganisationen 14
4.2.3 Geldverleiher im informellen Sektor 16
4.3 Die Mikrofinanzbank Georgien (MBG) 16
4.3.1 Ziele 17
4.3.2 Kreditangebot 17
4.3.3 Ergebnisse 19
5 Fazit 21
ANHANG 1: Liste der Interviews 25
ANHANG 2: Kommerzielle Banken in Georgien 26
ANHANG 3: MBG - Entwicklung der Geschäftskredite 28
ANHANG 4: MBG - Entwicklung der Pfandkredite 29
ANHANG 5: MBG - Entwicklung der Zahlungsrückstände 30
LITERATURVERZEICHNIS 31
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0 Warum Mikrofinanzierung?
„Unter den Walnussbäumen am Eingang zum ,Chardin-Fußweg’ hocken ältere Mütterchen auf dreifüßigen Schemeln vor einem Sammelsurium bescheidner Ware, das sie am Straßenrand auf Pappkartons ausgebreitet haben: Marlboro-Schachteln, Efes-Bierdosen, Bücher, Schrauben, Lollis, Melonen, Blumen. So mühsam erwacht der Handel wieder ...“ 1
Das von Fried Nielsen in seinem Reisebericht „Wind, der weht. Georgien im Wandel“ beschriebene Straßenbild in Tbilissis Altstadt scheint auf den ersten Blick trostlos, deutet aber schon an, welchen herausragenden Stellenwert der Handel als Einkommensquelle für die einheimische Bevölkerung einnimmt. Nur einige Minuten Fußmarsch von der geschilderten Szene entfernt, im Универмаг am Rustaweli, präsentieren Händlerinnen und Händler bereits auf vier Etagen ihre meist in Russland, der Türkei, im Iran oder in China gekauften Waren. Demgegenüber sind die Basare am Bahnhof, am Dinamo-Stadion und an der Didube Metro sowie der Lilo-Markt im Osten der Hauptstadt Tbilissis Hauptumschlagplätze für Obst, Gemüse, Schuhe und Textilien. Der im einleitenden Zitat beschriebenen „Mühsamkeit“ der Handelsaktivitäten soll im vorliegenden Aufsatz auf den Grund gegangen werden. Es wird vermutet, dass ein Mangel an Kapital das Geschäft dieser Kleinhändlerinnen und Handwerker maßgeblich erschwert: Kommerzielle Geschäftsbanken bevorzugen meist Großkunden aus Gründen der Gewinnmaximierung. Somit bleibt den Kleingewerbetreibenden lediglich das Geschäft mit sogenannten Pfandleihern oder anderen Finanzintermediären des informellen Sektors 2 , wenn von Verwandten und Freunden keine finanzielle Hilfe zu erwarten ist. Im folgenden soll deshalb untersucht werden, inwieweit der Mikrokredit-Ansatz der Mikrofinanzbank Georgiens (MBG) eine Alternative für diese Kleingewerbetreibenden darstellt. Auch wenn die MBG als kommerzielle Finanzinstitution in erster Linie gewinnmaximierend arbeitet, sollen ihre Mikrokreditaktivitäten unter entwicklungspolitischen Zieldimensionen analysiert und auf ihren Beitrag zur wirtschaftlichen und institutionellen Entwickung Georgiens
1 Nielsen (2000), S. 141
2 Adams (1992) klassifiziert die Finanzintermediäre des informellen Sektors folgendermaßen: sophisticated but unregulated institutions, moneylenders, merchants, pawnbrokers, loan brokers, landlords, friends and relatives, money guards, savings groups, rotating savings and credit associations (ROSCAs).
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geprüft werden. In die Untersuchung fließen neben Geschäftsberichten und Daten aus Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung der MBG auch Erfahrungen von internationalen und lokalen Nichtregierungsorganisationen (NRO), die
Mikrokreditprogramme durchführen, ein.
Als empirische Basis wurden einerseits Publikationen der entsprechenden Institutionen ausgewertet, andererseits Interviews sowohl mit Kreditexperten undsachbearbeiterInnen (Angebotsseite) als auch mit KlientInnen in Tbilissi und Umgebung (Nachfrageseite) 3 geführt. Ein weiteres Interview fand am 27. November 2002 mit Revas Sakvarelidse, Leiter der Abteilung für Arbeit und Beschäftigungspolitik des Georgischen Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales statt, um auch die staatliche Sichtweise in die Analyse zu integrieren. In Kapitel 1 werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Mikrofinanzierung erarbeitet. Kapitel 2 bietet einen Überblick über die gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen in Georgien. Kapitel 3 schließt mit den entwicklungspolitischen Zieldimensionen internationaler Geldgeber an, die im Fazit (Kapitel 5) als Maßstab für die Bewertung der MBG-Aktivitäten angelegt werden. Im Kernkapitel 4 werden die Mirkokreditangebote multilateraler und lokaler Organisationen der
Entwicklungszusammenarbeit einerseits sowie kommerzieller Geschäftsbanken andererseits gegenüber gestellt, wobei die Kreditlinien und -technologien der seit 1999 in Tbilissi tätigen MBG im Zentrum stehen.
1 Theoretische Überlegungen zum Konzept der Mikrofinanzierung
Als theoretische Legitimierung für Mikrofinanzierung kann der 1981 erschienene Artikel „Credit Rationing in Markets with Imperfect Information“ von J. Stiglitz and A. Weiss verstanden werden. Entgegen der neoklassischen Annahme, dass der Zinssatz den Kreditmarkt räumt, also Kreditangebot und -nachfrage ausgleicht, argumentieren Stiglitz und Weiss, dass ein Teil der Kreditnachfrage nicht gedeckt wird: „... credit is rationed.“ 4
3 Liste der Interviews, s. Anhang 1
4 Siglitz and Weiss (1981), S. 394
4
Sie zeigen, dass eine Ausweitung des Kreditangebots seitens der Banken, das mit einer Erhöhung des Zinssatzes einherginge, zwei Effekte mit sich bringt: einerseits erhöht sich der Ertrag der Bank aus dem Kreditgeschäft (direkter Effekt), andererseits ziehen hohe Zinssätze riskantere Projekte an. Dieses Problem der adversen Selektion und das damit verbundene höhere Ausfallrisiko kann den Ertrag der Bank reduzieren (indirekter Effekt). Auch höhere Sicherheiten können den indirekten Effekt nach sich ziehen, denn ein moral hazard Verhalten potentieller Kreditkunden kann auch hier nicht ausgeschlossen werden.
Die Banken als Gewinnmaximiererinnen werden vorziehen, ihre Kreditangebote zu rationieren, anstatt den Zinssatz zu erhöhen. Die Konsequenz für einen Teil potentieller Kreditnehmer, v. a. für Klein- und Mittelunternehmen (KMU), ist daher, bei kommerziellen Geschäftsbanken von der Kreditvergabe ausgeschlossen zu sein. Vor diesem Hintergrund diskutieren Ökonomen und Politiker seit nunmehr über zehn Jahren Strategien der Mikrofinanzierung und unterstützen die Implementierung entsprechender Projekte. Das erhöhte Interesse an dieser Thematik ist mit weiteren, globaleren Entwicklungen zu begründen, die eng mit Mikrofinanzierung verflochten sind: 5
• Zunehmende weltweite Landflucht dehnt den informellen Sektor in den Städten aus. Diese MigrantInnen suchen nach Wegen der
Einkommensschaffung und benötigen vermehrt Kleinstkrediten für ihre low budget-Wirtschaftsaktivitäten.
• Die zunehmende Bedeutung des Finanzsektor als ganzen wurde erkannt und seit 1989 in die Politik von Weltbank und IMF integriert.
• Im Rahmen der Neuen Institutionenökonomie werden verstärkt Phänomene der asymmetrischen Informationsverteilung (principal agent theory 6 ) sowie des opportunistischen Verhaltens der Wirtschaftssubjekte und positiver Transaktionskosten 7 diskutiert, die Auswirkungen haben auf Fragen der Anreizgestaltung in (Kredit)verträgen 8 und auf Strategien des institution building.
5 ausführlicher s. Steinwand (2001)
6 vgl. Fischer (1995)
7 vgl. Williamson (1990), Kapitel 2
8 vgl. Tschach (2001)
5
Es bedarf also Strategien und Mechanismen, die der spezifischen Nachfrage von Kleinst- und Kleinunternehmern nach Kredit entgegenkommen.
Krahnen und Schmidt entwickelten mögliche Optionen des institution building (Grafik 1):
Nach: Krahnen, Schmidt (1994), S. 86
Insbesondere wurden die Optionen a) und c) erprobt und werden noch immer kontrovers diskutiert:
• Downscaling, Versuche externer Geldgeber, existierende Banken zur Bedienung der Kreditnachfrage privater KMU zu motivieren, waren zumindest in der Vergangenheit wenig erfolgreich. Die Ursachen hierfür liegen u. a. darin, dass sich die großen Geschäftsbanken einerseits vornehmlich mit Großkunden identifizierten und andererseits nicht selten Finanzkrisen oder Korruptionsskandalen zum Opfer fielen, was auch die speziellen Kreditprogramme für KMU in Mitleidenschaft zog. 9 Die Einsicht, dass gerade ein Fokus auf Kleinkunden profitabel sein kann, setzt sich jedoch stetig, wenn auch langsam, durch. 10
9 vgl. Nitsch (2000a)
10 vgl. z. B. Mikrokreditangebote der Bank of Georgia,
http://www.bankofgeorgia.com.ge/eng/product/credit.shtml?lang=eng&category=products, download 04.12.2002
6
• Das Konzept des upgrading setzt bei NRO und lokalen Handelskammern an, die aufgrund ihrer Zielgruppennähe von Geldgeberseite geschätzt werden. Ziel ist es, deren Non-Profit-Aktivitäten zu kommerzialisieren, d. h. dauerhafte Kreditstrukturen im Interesse von KMU aufzubauen. Einige NRO-Vertreter sehen damit ihre Identität in Frage gestellt und zeigen sich skeptisch, „mit aller Härte als Bankiers aufzutreten und die Ownership für eine Finanzinstitution zu übernehmen.“ 11 Andere jedoch haben das Ziel, eine dauerhafte Mikrofinanzinstitution (MFI) zu etablieren, bereits in ihre Agenden aufgenommen. 12
Bevor in Kapitel 3 die entwicklungspolitische Zielsetzungen internationaler Geldgeber dargestellt werden, liefert das folgende Kapitel einen einleitenden Überblick über die politische, wirtschaftliche und soziale Situation in Georgien.
2 Rahmenbedingungen in Georgien
Georgien, mit einer Einwohnerzahl von 5,0 Mio. (2000) und einem Pro-Kopf-Einkommen von 620 USD (2001) 13 , ist, wie auch die anderen GUS-Staaten, bisher daran gescheitert, marktwirtschaftlich-demokratische Reformen konsequent durchzusetzen. Defizite sind sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene zu erkennen, wobei institutionelle Schwächen besonders hervortreten.
11 Nitsch (2000a), S. 314
12 z. B. Oxfam, Constanta, Business Assistance Initiative (BAI, lokale NRO)
13 Worldbank, download 04.12.2002,
http://devdata.worldbank.org/external/CPProfile.asp?SelectedCountry=GEO&CCODE=GEO&CNAM E=Georgia&PTYPE=CP
7
Die folgende Grafik veranschaulich überblicksmäßig die wesentlichen Problemfelder aus der Sicht der Bevölkerung:
Grafik 2: Most pressing concerns of the population (% of responses)
Quelle: UNDP (2002), S. 13
2.1 Institutionelle Schwächen
Korruption, in obiger Grafik auf Platz Zwei rangierend, ist Ausdruck schwach entwickelter Institutionen. David Darchiashvili spricht von einer „offenkundige[n] Krise nationaler Sicherheit und Staatlichkeit“. 14 Diese äußert sich im weit verbreiteten rent-seeking-Verhalten der Beamter, im enormen Ausmaß an Bestechungsgeldern, die georgische Firmen zu zahlen bereit sind 15 sowie in mangelnder Transparenz, Gesetzeslücken und Kompetenzüberschreitungen im politisch-administrativen Bereich.
2.2 Politische Instabilität
Präsident Eduard Schewardnadses Position im politischen Gefüge Georgiens ist verhältnismäßig schwach: “… [The] political power coalesces around several ‘oligarchic’ poles that engage in political violence as a means of gaining advantage
14 Darchiashvili, S. 175
15 vgl. IMF (2001a) Lt. einer EBRD-Untersuchung werden etwa 4 % der Firmenausgaben als Bestechungsgelder an staatliche Behörden gezahlt. (S. 23) Damit rangiert Georgien auf Platz 6 der korruptesten Staaten Mittel- und Osteuropas. (S. 36)
8
over other contenders.” 16 Einige Teile des Landes entziehen sich der Kontrolle der Zentralregierung. Regionale Eliten gewannen im Laufe der letzten Jahre an Einfluss und konnten - in unterschiedlichem Maß - gegenüber Tbilissi an Autonomie gewinnen. Nach wie vor sind die jeweiligen Zentrum-Peripherie-Beziehungen konfliktgeladen:
• Die Autonome Republik Abchasien erreichte mit russischer Unterstützung
seine faktische Unabhängigkeit von Georgien, in deren Folge während des Bürgerkrieges 1992 - 93 etwa 280 000 ethnische GeorgierInnen aus der Region flohen. Der Konflikt ist noch nicht beilgelegt, nach wie vor sind an der georgisch-abchasischen Grenze Einheiten der Beobachtungsmission der UNO (UNOMIG) stationiert.
• Auch Süd-Ossetien ist autonomes Gebiet. Die Forderungen nach
Unabhängigkeit von Georgien und Angliederung an Nord-Ossetien (Russische Föderation) mündeten 1991 in einen bewaffneten Konflikt. UNOMIG-Truppen observieren bis heute die Grenze.
• Adscharien, wirtschaftlich weitaus stärker entwickelt als der Großteil
Georgiens - u. a. durch das landwirtschaftlich günstige, feuchte Klima sowie die strategisch vorteilhafte Position am Schwarzen Meer mit dem Hafen Batumis und die Nähe zu den türkischen Gütermärkten - ist eine autonome Republik innerhalb Georgiens. Der Lokalgouverneur Aslan Abashidse erfreut sich großer Bliebtheit bei weiten Teilen der georgischen Bevölkerung und gilt als aussichtsreicher Kandidat für die kommende Präsidentschaft.
• Achalkalaki, zu über 95 % armenisch besiedelt und in der Region Javachetien
im Süden Georgiens gelegen, wurde von der staatlichen Infrastrukturpolitik stark vernachlässigt und hängt wirtschaftlich am Tropf des (noch) dortigen russischen Militärstützpunktes. 17 Auch wenn es Spekulationen über mögliche
Waffenverkäufe von russischen Militärs an separatistische, lokale Gruppierungen gibt, wird die Möglichkeit einer destabilisierenden Wirkung auf die Region allgemein als gering eingeschätzt.
• Mit Blick auf den Krieg in Tschetschenien bleiben Georgiens Beziehungen zu
Russland angespannt. Moskau sieht sich durch die jüngste Weigerung Georgiens, die verbleibenden acht der an der georgisch-tschetschenischen Grenze aufgegriffenen Tschetschenen an Russland auszuliefern, 18 in seiner
Annahme bestätigt, dass sich Georgien dem sogenannten Kampf gegen den internationalen Terrorismus entzieht.
16 Dr. Ghia Nodia, Politikwissenschaftler und Vorstand des Kaukasischen Instituts für Frieden, Demokratie und Entwicklung. In: RFE/RL, Press Releases, 10. Oktober 2002
17 ausführlicher: RFE/RL: Georgia: Javakheti Armenians’ Calls for Autonomy has Tbilisi on Guard (Part I), 26.11.2002, http://www.rferl.org/nca/features/2002/11/25112002183353.asp
18 RFERL,Weekly Magazine - North Caucasus, 27.11.2002, http://www.rferl.org/nca/features/2002/11/29112002103323.asp
9
2.3 Wirtschaftliche Entwicklung
Auf wirtschaftlicher Ebene zeigt Schewardnadses Reformpolitik der letzten Dekade erste Erfolge. Das exorbitante Ausmaß von transformationsbedingtem Produktionsrückgang, Hyperinflation und Budgetdefizit in den 90er Jahren 19 konnte im wesentlichen unter Kontrolle gebracht werden. Die Wachstumsrate des nominalen BSP nimmt seit 1995 positive Werte an. In der ersten Jahreshälfte 2001 war ein reales BSP-Wachstum von über 5 % 20 zu verzeichnen. Perspektivisch sind wachstumsfördernde Effekte aus dem nunmehr beschlossenen Pipeline-Projekt Baku-Tbilissi-Ceyhan 21 zu erwarten.
Allerdings ist die Landwirtschaft nach wie vor das Rückgrat der georgischen Ökonomie. Sie erbringt 1 / 3 der BSP und beschäftigt die Hälfte der aktiven Bevölkerung. Etwa 80 % der landwirtschaftlichen Produktion wird vom privaten Sektor erwirtschaftet. 22 Landwirtschaftliche und vor allem handeltreibende KMU bilden eine wesentliche Einkommensquelle. Die Aktivitäten der KleinhändlerInnen sind allerdings mit Einführung der russischen Visumspflicht für georgische StaatsbürgerInnen erschwert worden. Entscheidendes Hemmnis für die Etablierung kleiner, privater Produktionsunternehmen hingegen ist die unzuverlässige Energieversorgung, vor allem im Winter.
2.4 Soziale Tendenzen
Trotz oben genannter Fortschritte bleibt der Lebensstandard der Bevölkerung unbefriedigend. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2001 620 USD. 23 Saisonabhängig leben zwischen 8 und 13 % der GeorgierInnen unter der Extremen Armutsgrenze. 24 Der Staat sieht sich nicht in der Lage, eine ausreichende soziale Absicherung zu gewährleisten: Aufgrund von Haushaltsproblemen sanken die staatlichen Sozial-
19 vgl.Jank (2000), S. 99 - 116 und IMF (2001a), S. 7 ff
20 IMF (2001a), S. 6
21 vgl. Erdmann (1999)
22 USAID, S. 13
23 Worldbank, download 04.12.2002
http://devdata.worldbank.org/external/CPProfile.asp?SelectedCountry=GEO&CCODE=GEO&CNAM E=Georgia&PTYPE=CP,
24 vgl. UNDP, National Human Development Report (NHDR): Die Extreme Armutsgrenze des NHDR liegt bei ungefähr 45 GEL pro Monat. Sie umfasst Personen am Rande der Gesellschaft, deren Budget weder für eine adäquate Ernährung noch für die notwendigsten Ausgaben für Gesundheit, Bildung, Elektrizität und Heizung ausreicht.
10
ausgaben zwischen 1997 und 2000 von 8,8 auf 7,5 % des BSP. 25 Von den Kürzungen waren das Bildungssystem, das Gesundheitswesen und die Sozialhilfe besonders betroffen.
In anderen Bereichen sieht es kaum besser aus: Die Höhe der Rente beträgt lediglich 14 GEL 26 . Die Arbeitslosenquote liegt bei 26 % in den städtischen Regionen, zwischen 30 und 40 % in Tbilissi, wiederum in Abhängigkeit von der Jahreszeit. 27 Arbeitslose haben in den ersten sechs Monaten ihrer Beschäftigungslosigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld in Höhe von ebenfalls 14 GEL. 28 Als Folge der sozialen Probleme nimmt die temporäre Arbeitsmigration zusehends größere Ausmaße an. Die häufigsten Zielländer sogenannter irregulärer MigrantInnen sind laut einer Studie von IOM Tbilissi Griechenland, die USA, Russland, die Türkei, Deutschland und Israel. 29
3 Entwicklungspolitische Zieldimensionen für Georgien
Obige Ausführungen zeigen das Bild eines schwachen, korrupten Staates mit konfliktgeladenem Verhältnis zwischen Zentrum und Regionen. Die politische Kultur ist wenig demokratisch, eine Zivilgesellschaft hat sich kaum entwickelt. Klientelismus und rent-seeking bestimmen politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Daraus ergeben sich Prioritäten im entwicklungspolitischen Engagement der internationalen Geber, die sich in deren Entwicklungsstrategien 30 widerspiegeln:
1. Konfliktprävention in Form von lokaler Entwicklung, um soziale Ungleichgewichte zwischen unterschiedlichen Gebieten als Ursache für Konflikte zu minimieren;
25 IMF (2001a), S. 41
26 Georgischer Lari
27 UNDP, S. 9
28 Interview mit R. Sakvarelidse am 27.11.2002
29 IOM (2001), S. 14
30 vgl. URL Worldbank, IMF (2001a), UNDP (2002), USAID (1999), EU (2002)
11
2. Schaffung dauerhafter, effektiv arbeitender und verlässlicher staatlicher und nicht-staatlicher Institutionen, um das Vertrauen der Bevölkerung in Institutionen zu erhöhen und bedarfsadäquate Angebote bereitzustellen; 3. Aufbau einer soliden Rechtsstaatlichkeit als Grundlage für good governance und Transparenz sowie zur Bekämpfung der Korruption;
4. Förderung von KMU als Motor für wirtschaftliche Entwicklung;
5. Vermeidung bzw. Minimierung sozialer Härten durch Beschäftigungsförderung und Einkommensschaffung;
6. Stärkung der Zivilgesellschaft durch Befähigung zu Partizipation und durch Bildungsmaßnahmen, insbesondere mit einem Fokus auf Frauen.
Das folgende Kapitel analysiert die Aktivitäten der im Mikrokreditbereich tätigen Organisationen mit Blick auf die oben genannte Prioritäten.
4 Mikrofinanzierung in Georgien: Ansätze, Strategien und Ergebnisse
Eine Analyse des Mikrokreditmarktes setzt die Kenntnis von Angebots- und Nachfrageseite voraus. Zunächst soll kurz auf das Spektrum potentieller und derzeitiger Kreditnehmer eingegangen werden.
4.1 Kreditnachfrage: Die Zielgruppe
Die Zahl privater Klein(st)unternehmungen ist als Folge von Arbeitslosigkeit und unzureichender sozialer Sicherung in den letzten Jahren stark angestiegen. 31 Momentan sind etwa 60 % aller Beschäftigten als Selbständige tätig 32 , davon 66 % im Handel, 19 % im Dienstleistungssektor (vor allem im Transport- und Kommunikationsbereich sowie in der Gastronomie) und 15 % in der Kleinproduktion. 33
31 Laut IMF (2001a), S. 7, stieg ihr Anteil am BSP von 21 % (1996) auf 30 % (2001), die Beschäftigung im Privatsektor erhöhte sich um 15,6 % zwischen 1998 und 2000 (vgl. IMF (2001a), S. 99)
32 Interview mit R. Sakvarelidse am 27.11.2002
33 MBG (1999), S. 3
12
Die meisten Händlerinnen und Händler kaufen ihre Ware selbst ein. AnbieterInnen auf den regionalen Märkten fahren dazu nach Tbilissi, Handeltreibende aus der Hauptstadt erwerben den überwiegenden Teil ihrer Ware in der Türkei, in Armenien und Aserbaidschan, im Iran sowie in China. Um die Transportkosten zu minimieren und von Mengenrabatten zu profitieren, bemühen sich die Händler, möglichst große Warenmengen einzukaufen. Die stärkste Restriktion hierbei ist das zur Verfügung stehende Bargeld. Auch wenn die Praxis gegenseitiger Kleinkredite in der georgischen Gesellschaft traditionell verankert ist, gilt diese Finanzierungsquelle als begrenzt und unsicher. Die kommerziellen Banken indes haben zwar inzwischen ihre Nominalzinssätze nach unten angepasst und die Kreditvergabeprozedur entbürokratisiert 34 , dennoch können nur wenige Kreditinteressierte der Forderung nach Kreditsicherheiten in Höhe von 100 % der Kreditsumme nachkommen. Zudem ist das Vertrauen der Bevölkerung in den Bankensektor noch immer gering. Daher existiert eine enorme Nachfrage nach alternativen Optionen für den Zugang zu Kleinkrediten.
4.2 Kreditangebot
4.2.1 Georgische Geschäftsbanken
Das Bankensektor in Georgien ist relativ klein und noch unterentwickelt. Es existieren 33 kommerzielle Banken. 35 Die größten sind neben der MBG die TBC Bank, Bank of Georgia, Tbiluniversal Bank, Cartu Bank und Respublica Bank. Dennoch wurden im letzten Jahr entscheidende Fortschritte erzielt. Das gilt sowohl für die territoriale Ausbreitung der Filialen als auch für die von Banken getätigten Operationen: In Tbilissi wurden z. B. Bargeldautomaten aufgestellt, verschiedene Banken bieten nun internet banking an. Defizite liegen noch immer im niedrigen Niveau von Spareinlagen und im begrenzten Zugang zu ausländischem Kapital. Im Kreditbereich konzentrieren sich georgische Geschäftsbanken vornehmlich auf Großkunden, wie Tabelle 1 aufzeigt. Die TBC Bank beispielsweise vergab an nur 1,5 % ihrer KundInnen Kredite unter 1 000 USD. Forderungen nach Sicherheiten in Höhe von 200 % der Kreditsumme machen es KMU nahezu unmöglich, bei Geschäftsbanken Zugang zu Krediten zu erhalten.
34 vgl. z. B. Bearbeitungszeit der TBC Bank im Durchschnitt 3 Tage
35 vollständige Liste s. Anhang 2
13
Tabelle 1: Konditionen georgischer Geschäftsbanken für Mikrokredite
Quelle: Homepages entsprechender Banken 36
4.2.2 Kreditprogramme multinationaler Entwicklungsorganisationen
Wie bereits dargestellt, bleibt das Kreditangebot der Geschäftsbanken besonders für KleinkundInnen knapp. Daher engagieren sich die internationale Geber zunehmend in diesem Bereich. Die Weltbank zum Beispiel hat bisher 6,5 Mio. USD für die Gründung von Kreditgenossenschaften und 2,2 Mio. USD für Landwirtschaftskredite zur Verfügung gestellt. Die Weltbanktochter IFC erarbeitete zusammen mit lokalen Banken verschiedene Kreditlinien zur Finanzierung von KMU. Die EU finanziert mit ihrem Programm zu Regionalen Reformen in der Landwirtschaft Kredite für Landwirte. 37 Schließlich etablierte sich eine Reihe von NRO im Bereich der Mikrofinanzierung und weitete ihre Aktivitäten regional rasch aus. 38 Führend auf diesem Gebiet sind momentan Oxfam und World Vision International (WVI) als internationale NRO sowie Finca und Constanta als lokale Organisationen. Da die georgische Gesetzgebung bezüglich MFI noch lückenhaft ist, arbeiten die genannten NRO gemeinsam an Gesetzesvorlagen, auf die die Regierung jedoch bisher eher zurückhaltend reagiert hat. Den Mikrokreditprogrammen von Oxfam, WVI, Finca und Constanta ist gemeinsam, dass sie den rationierten Kreditzugang für Kleinstunternehmen erweitern
36 vgl. http://www.tbcbank.com.ge/eng/corporate1_2.html (TBC Bank);
http://www.bankofgeorgia.com.ge/eng/product/microcredit.shtml?lang=eng&category=products (Bank of Georgia); http://www.tbiluniversalbank.com/english/mainservices_e.htm (Tbiluniversal Bank); download 04.12.2002
37 vgl. USAID, S. 32
38 Die von Save the Children Foundation (SFC) erstellte homepage
http://www.assistancegeorgia.org.ge/ gibt einen detaillierten Überblick über in Georgien tätige Organisationen und deren Programme. Unter
http://www.assistancegeorgia.org.ge/common/categories/income.html sind die Aktivitäten im Bereich Einkommensschaffung und Förderung von KMU zu finden.
14
wollen, indem sie neben individuellen Krediten ebenfalls die Option des solidarity group lending, im folgenden Gruppenkredite genannt, anbieten. Auch wenn sich die
Kreditlinien und -konditionen der einzelnen NRO im Detail voneinander unterscheiden, sind die grundsätzlichen Prinzipien der Kreditvergabe undrückzahlung die gleichen:
Zugang zu Gruppenkrediten haben private UnternehmerInnen, die eine Gruppe bilden, in der jedes Mitglied als Garant für die fristgerechte Ratenzahlung der anderen auftritt. Außerdem müssen Kreditinteressierte ihre Zahlungsfähigkeit undbereitschaft nachweisen. Dafür bedarf es der Vorlage eines Geschäftsplanes. Anhand dessen und nach Besichtigung der Wohn- und Arbeitsstätte durch den Kreditsachbearbeiter, inklusive Erkundigungen bei den Nachbarn, entscheidet ein Kreditkomitee 39 über die Gewährung des Kredits. Finca und Oxfam fordern zusätzlich noch einmalige Spareinlagen. Die Kreditkonditionen für Gruppenkredite variieren in Abhängigkeit vom Budget der NRO und vom Bedarf in den Regionen, wie folgende Tabelle zeigt.
Tabelle 2: Mikrokreditprogramme verschiedener NRO
Quelle: Interviews 40
Anreize für die fristgerechte Rückzahlung der Kreditraten und Zinsen bilden neben der Akzeptanz in der Gruppe und vom Kreditsachbearbeiters die Aussicht auf einen höheren Kreidt und/oder auf einen Kredit mit niedrigerem Zinssatz im nächsten
39 bestehend aus Kreditsachbearbeiter, Supervisor und Filialenmanager
40 s. Anhang 1
15
Kreditzyklus bzw. nach erfolgreichem Durchlaufen mehrerer Zyklen die Aussicht auf einen (höheren) Individualkredit.
Die bisherigen Ergebnisse dieser Kreditvergabe ohne Sicherheit fallen positiv aus: Die Rückzahlungsraten liegen bei den hier näher betrachteten NRO zwischen 95 und 99 %. 41
Während WVI, Finca und Constanta eher geschäftsorientiert arbeiten, folgt Oxfam, in Zugdidi aktiv, einem umfassenderen Ansatz der Armutsreduzierung, dessen Ziel die Etablierung einer Kreditgenossenschaft ist. Neben der Bereitstellung von Bargeld führt die NRO für neu gegründete Gruppen obligatorische Seminare zu Personal- und Buchführung durch und bietet weitere Seminare zu Marketing und Unternehmensrecht an.
Nach Kenntnisstand der Verfasserin einzigartig in Georgien ist die Oxfam-Initiatve zur Organisierung von HändlerInneninteressen einer Region. Neu gegründete und erfahrenen Kreditgruppen treffen sich zwecks Erfahrungsaustausch und Netzwerkbildung. Mittelfristiges Ziel ist es, ein handlungs- und durchsetzungsfähiges Gegengewicht zu den monopolistischen Strukturen der Nuss-Produktion zu etablieren. Auch im Kiwi-Handel wird der Versuch unternommen, Produktionsgenossenschaften zu gründen, die Lagerung, Transport und Verkauf der Früchte gemeinsam organisieren, um unabhängig von den bisher dominierenden Zwischenhändlern aus Tbilissi agieren zu können.
4.2.3 Geldverleiher im informellen Sektor
Kredite aus dem informellen Finanzsektor sind erfahrungsgemäß aufgrund gegen Null gehender Transaktionskosten sehr kurzfristig zu erhalten, setzten aber langzeitige Vertrautheit voraus und erfordern vergleichsweise hohe Zinszahlungen.
4.3 Die Mikrofinanzbank Georgien (MBG)
Neben den georgischen Banken sowie internationalen und lokalen NRO arbeitet seit dem 14. Mai 1999 die MBG im Bereich der Mikrofinanzierung. Sie ist formal
41 vgl. Tabelle 1
16
rechtlich eine AG, Anteilseigner sind derzeit die IMI AG 42 (29 %), die KfW (20 %), IFC (16 %), die Commerzbank (15 %), FMO 43 (10 %) und die EBRD (10 %). 44 Die MBG unterhält inzwischen neun Filialen, fünf davon in Tbilissi.
4.3.1 Ziele
Die MBG sieht ihren entwicklungspolitischen Beitrag in ihrer "Signalwirkung" 45 auf andere Banken, in dem Sinne, dass Mikrofinanzierung tatsächlich eine profitable Bankdienstleistung sein kann. Sie möchte mit der Unterstützung der KMU eine georgische Mittelschicht etablieren, sieht sich jedoch verständlicherweise nicht als "Wohltätigkeitsverein”. 46
In seiner Festrede zur Bankeröffnung betont Präsident Schewardnadse die „zentrale Rolle [der] kleinen und mittleren Unternehmen [...] im Rahmen des Transformationsprozesses Georgiens“ und fordert „einen zuverlässigen Zugang zu Kredit. Sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen müssen schnell und unbürokratisch erhältlich sein ...“ 47
4.3.2 Kreditangebot
Dementsprechend wurde das Dienstleistungsangebot der MBG entwickelt. Zunächst konzentrierte sich die Bank ausschließlich auf das Kreditgeschäft, erst in einer zweiten Phase wurde das Angebot um Spareinlagen, Girokonten und Zahlungsverkehr erweitert. Konkrete Kreditangebote sind Geschäfts- und Konsumentenkredite sowie Pfandkredite.
4.3.2.1 Geschäfts- und Konsumentenkredit
Der Geschäftskredit wird zu folgenden Konditionen 48 gewährt:
• Kreditnehmer sind KMU mit unter 100 Arbeitnehmern, einem Monatsumsatz unter 200 000 USD und einem Gesamtvermögen von maximal 1 Mio. USD. 49
42 Internationale Micro Investitionen AG, Frankfurt/Main
43 niederländisches Entwicklungsfinanzierungsunternehmen
44 Die kommerzielle, georgische TBC Bank hat ihren ursprünglichen Anteil von 17 % inzwischen verkauft.
45 Interview mit M. Hacketal am 25.11.2002
46 dto.
47 IPC (1999b), Annex XXV
48 vgl. http://www.mbg.com.ge/english/services/index.htm
17
• Kredithöhe 500 - 50 000 USD
• Laufzeit bis 5 Jahre
• Nominalzinssatz 2 - 4 % pro Monat (in Abhängigkeit von Unternehmenssektor und Kredithöhe)
• Bearbeitungsgebühr 2 % der Kreditsumme
Um ihre Kreditwürdigkeit 50 zu belgen, müssen potentielle Kunden einen Geschäftsplan vorlegen. In die Datenanalyse durch den Kreditsachbearbeiter fließen Informationen sowohl zur Finanzierung der Unternehmung als auch des Haushalts ein. Die Evaluierung wird ergänzt durch einen persönliches Besuch bei den potentiellen Kunden, um die Glaubwürdigkeit der gemachten Angaben sowie Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit zu prüfen. Dennoch wird auf niedrige Transaktionskosten und kurze Bearbeitungszeit Wert gelegt. Bei der Forderung nach Kreditsicherheiten ist die MBG von ihrem ursprünglichen Ansatz abgerückt. Zunächst sollte die Kreditsicherheit eher als psychologisches Moment gesehen werden, eine vollständige Deckung der Kreditsumme war nicht so entscheidend, wie viel mehr die Vermittlung der Einsicht, dass im Fall einer Nicht-Rückzahlung sowohl Kreditgeberinstitution als auch Kreditnehmer in eine missliche Lage gerieten. Die Bank hätte Verluste zu verzeichnen, der Kreditnehmer würde die Option eines Folgekredits sowie seinen Ruf im Kreise seiner Geschäftspartner verlieren. Nunmehr werden Kreditsicherheiten gefordert, die die Kreditsumme zu mindestens 100 % abdecken. 51 Im gesamten Prozess der Kreditanbahnung und bis zur vollständigen Rückzahlung, für den ein einziger Kreditbearbeiter, der im Vorfeld an intensiven Schulungen teilgenommen hat, verantwortlich ist, spielt das persönliche Verhältnis zwischen diesem und dem Kreditnehmer eine entscheidende Rolle. Diese sich herausbildende Vertrauensbeziehung ist für beide Seiten vorteilhaft. Der Kreditnehmer überzeugt durch fristgerechte Rückzahlung von seiner Kreditwürdigkeit und kann sich somit den Weg zu Folgekrediten, die bei Bedarf graduell in Höhe und Laufzeit steigen, ebnen. Im Falle von Zahlungsschwierigkeiten kennt er seinen Ansprechpartner, der über persönliche und unternehmerische Hintergründe informiert
49 bzw. dem Äquivalent in GEL
50 Eine detaillierte, theoretische Analyse zu Zahlungsfähigkeit und -willigkeit liefert Tschach (2002).
51 Interview mit M. Hacketal am 25.11.2002
18
ist und zügig die Ursachen der Rückstände klären und ggf. den Rückzahlungsplan variieren kann.
Der Kreditsachbearbeiter auf der anderen Seite kann die Informationsasymmetrie zwischen ihm und dem Kunden durch den dauerhaften Kontakt minimieren. Im Falle eines Folgekredits profitiert er von den Erfahrungen der ersten Kreditbeziehungen, wodurch der Prozess der Kreditanbahnung verkürzt sowie Transaktionskosten gespart werden können. Nicht zuletzt schafft die erfolgsabhängige Entlohnung des Kreditsachbearbeiters und die Möglichkeit einer Fortführung der Kreditbeziehung einen Anreiz, für eine erfolgreiche Abwicklung des Kreditgeschäftes einzutreten.
4.3.2.2 Pfandkredite
Pfandkredite dienen den eher informellen Kleinstunternehmern, wie beispielsweise Straßenverkäufern, zur Finanzierung des Betriebskapitals und Haushalten zur Überbrückung temporärer Liquiditätsprobleme. Es gelten die folgenden Konditionen 52 :
• Kredithöhe ab 30 USD
• Sicherheit: Gold im Wert von mindestens dem doppelten Wert des Kredits 53
• Laufzeit 1 - 3 Monate
• Nominalzinssatz 3 - 4 % pro Monat (in Abhängigkeit von Kredithöhe und Laufzeit)
Auch hier soll das Graduationsprinzip Anwendung finden, wodurch Pfandleiher ggf. Zugang zu Geschäftskrediten erhalten.
4.3.3 Ergebnisse
Wachstum
Die MBG ist seit ihrer Gründung vor über drei Jahren rasch expandiert und gilt inzwischen als im georgischen Bankensektor etabliert. Die Summe der ausstehenden Kredite sowie die Kreditanzahl wuchsen tendenziell über den gesamten Geschäftszeitraum, jedoch mit abnehmenden Zuwachsraten bis hin zu einem
52 vgl. http://www.mbg.com.ge/english/services/index.htm, download 03.12.2002
53 purer Goldwert
19
negativen Wachstum bezüglich der Anzahl ausstehender Kredite in Höhe von 610 im September 2002 im Vergleich zum Vormonat. 54
Eine detailliertere Betrachtung zeigt, dass die Anzahl der Geschäftskredite im August 2001 die 4 000-Marke überschritt. 55 Zum gleichen Zeitpunkt wurden rund 3 400 Pfandkredite 56 vergeben, deren Anzahl zwischen Dezember 2000 und August 2001 rasant angestiegen war, indem sie sich in diesem Zeitraum nahezu verdreifachte. Etwa ein Jahr später, im September 2002, betrug die Anzahl aller ausstehender Kredite allerdings lediglich 7 487. 57
Klientel
Wie auch die anderen MFI vergibt auch die MBG die meisten Kredite an HändlerInnen (3 305 bis September 2002) und finanziert keine Geschäftsneueröffnungen. Der Schwerpunkt auf KMU 58 äußert sich u. a. darin, dass 85 % der Kredite kleiner als 5 000 USD sind und 97 % der Kredite an Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten ausgezahlt wurden (vgl. nachstehende Tabelle).
Tabelle 3: Kreditvergabe an KMU, Stand 30. September 2002
Quelle: MBG, Loan Portfolio Report (Total): [30 September] 2002
Die MBG führte ein Pilotprojekt zur Mikrofinanzierung im Agrarbereich durch, welches wenig erfolgversprechend ausfiel, weshalb eine Ausdehnung des Kreditangebots auf Landwirte wohl nicht weiter verfolgt wird.
Zahlungsrückstände
54 vgl. http://www.imi-ag.com/statistics/LatestStatistics.htm, download 03.12.2002
55 MBG, s. Anhang 3. Dies entspricht einer Gesamtkreditsumme von etwa 20,5 Mio. EUR.
56 MBG, s. Anhang 4. Dies entpricht einer Summe von etwa 3 Mio. EUR.
57 MBG, Loan Portfolio Report (Total): [30 September] 2002
58 Die MBG verwendet einen eher weiten Begriff von KMU.
20
Mit der Ausweitung des ausstehenden Kreditvolumens von etwa 23 500 000 EUR (August 2001) auf 32 895 641 USD (September 2002) stiegen die Zahlungsrückstände über 30 Tage von 1,2 % 59 auf 3,66 %. 60 Ein aussagekräftiger Indikator sowohl für die Akzeptanz des Kreditprogramms seitens der Zielgruppe als auch für die Zufriedenheit des Kreditsachbearbeiters mit der Zahlungsmoral seiner Kundschaft bildet der Anteil der Kreditnehmer, die einen Folgekredit beantragt und bewilligt bekommen haben. Er beträgt 92 % (2001). 61 Aussagen über Rentabilität und Wirtschaftlichkeit der MBG erlaubt ein Blick auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung (GVR) (2001). 62 Bei Erstgenannter ist festzustellen, dass das Vermögen die Verbindlichkeiten um 3, 1 Mio. EUR überschreitet. Die GVR weist einen Gewinn von 540 000 EUR aus. Beide Ergebnisse sind als sehr positiv zu werten, obwohl auch betont werden muss, dass die MBG noch keine Finanzkrise oder externe Schocks überstehen musste.
5 Fazit
Die Erfahrungen der Entwicklungszusammenarbeit bis in die 80er Jahre haben gezeigt, dass sich die Erwartungen, die an eine trickle-down-Strategie geknüpft wurden, nicht erfüllt haben. Die daraus resultierende Umorientierung bezüglich der Zielgruppe von Groß- auf kleine und mittelständige Unternehmen, die sich zum derzeitigen EZ-Konsens entwickelt hat, ist auch in der Agenda der MBG verankert und wurde konsequent verfolgt. Damit hebt sich die MBG von den georgischen Geschäftsbanken, die lediglich Großkunden günstige Kredite anbieten können, ab und engagiert sich tatsächlich in der Förderung von KMU. (Punkt 4 des entwicklungspolitischen Zieldimensionen 63 )
Das Konzept der Bank, der Zielgruppe einerseits dauerhaft zur Verfügung zu stehen und andererseits zielgruppennah zu operieren, verbindet die Vorteile von kommerziellen Geschäftsbanken und NRO und wirkt stabilitätsfördernd. Es ist
59 vgl. Anhang 5
60 bzgl. der Summe; vgl. http://www.imi-ag.com/statistics/LatestStatistics.htm, download 03.12.2002
61 von Gleich (2001), S. 6 ff
62 von Gleich (2001), S. 6 ff
63 vgl. Kapitel 3
21
unumstritten, dass es die MBG geschafft hat, sich als verlässliche Institution zu etablieren, die der Zielgruppe dauerhaft zur Verfügung steht. (Schaffung dauerhafter Institutionen, Punkt 2)
Bis auf Gori hat die MBG bisher ihre Filialen lediglich in großen Städten eröffnet und plant auch keine Expansion in vernachlässigtere Regionen wie Javachetien 64 oder nach Zugdidi, dessen Bevölkerungsanteil an internally displaced persons (IDPs) erheblich ist. Entsprechend ist ein Beitrag zu lokaler Entwicklung mit dem Ziel der Konfliktprävention kaum gegeben. (Punkt 1) Allgemein ist festzustellen, dass die Kreditvergabe an HändlerInnen zwar kurzfristig und punktuell Arbeitskapital bereitstellt, langfristig aber geringe Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung in Georgien hat, da die meisten Waren aus dem Ausland importiert werden und somit die georgische Produktion kaum profitiert. Die MBG leistet indirekt einen Beitrag zur Beschäftigungsförderung, indem sie Kredite an Unternehmen vergibt, die bei erfolgreicher Expansion ihr Personal aufstocken können. Allerdings werden kaum direkte Beschäftigungs- und damit Einkommenseffekte für Kreditinteressierte in der Subsistenzwirtschaft erzielt, da diese aufgrund des Mangels an ausreichenden Sicherheiten von der Kreditvergabe ausgeschlossen sind. Damit ist der Beitrag zur Vermeidung sozialer Härten eher gering. (Punkt 5)
Das Engagement der MBG beschränkt sich im wesentlichen auf das Bankgeschäft. Initiativen wie die von Oxfam, WVI, Finca und Constanta zur Verbesserung der Rechtssituation gehören diesem Aufgabenfeld nicht an. Das gleiche gilt für Aktivitäten im Bildungsbereich oder in der Stärkung der Zivilgesellschaft. Hier sind die internationalen und lokalen NRO durch das Prinzip der Gruppenkreditvergabe und ihr Engagement im Bereich der Interessenbündelung aktiv. 65 (Punkte 3 und 6)
Um auf die Ausgangsfrage "Bankgeschäft oder mehr?” zurück zu kommen, muss zunächst erst einmal festgestellt werden, dass sich die Optionen „Bankgeschäft“ und „Entwicklungsbeitrag“ nicht gegenseitig ausschließen. Gerade die entwicklungspolitisch relevanten Ziele der Schaffung verlässlicher Institutionen und der Förderung von KMU sind sehr gut mit dem Bankenziel der Gewinnmaximierung vereinbar und
64 vgl. Kapitel 2.2
65 vgl. Oxfam, S. 16
22
wurden durch die MBG erfolgreich verbunden. Der Beitrag der MBG zu Beseitigung von regionalen Ungleichgewichten und zur Vermeidung sozialer Härten ist allerdings bestenfalls als teilweise und indirekt zu werten, während die Bank in den Bereichen Förderung von Rechtsstaatlichkeit und Zivilgesellschaft nicht engagiert ist. Schlussfolgernd bleibt festzuhalten, dass nur eine Kombination aus Bankgeschäft und entwicklungspolitischem Engagement dazu beitragen kann, dass nicht nur in Tbilissis Altstadt „der Handel wieder [erwacht]“.
(Kristin Höltge)
23
ANHANG 2: Kommerzielle Banken in Georgien
National Bank of Georgia, Presided by Mr. Irakli Managadze Head Office: 3/5 Leonidze Street, Tbilisi 380005 Georgia Tel: +995 32 996505 Fax: +995 32 999885 Telex: 212952 LEGAL GI E-Mail: info@nbg.iberiapac.ge CODE: 20410484
Commercial Banks: Stock Company Commercial Bank "Absolute"., Manager Mr. Li Durland Head Office: 8, Ingorokva St., Tbilisi 380034, Georgia Tel: +995 32 985375 Fax: +995 32 996182 E-mail: absolute@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 26/01/1994.]
Joint-Stock Company "AgroBusinessBank" Board: Peter Show, Timoty Huper, Michael Mgaloblishvili Head Office: 10, Budapesht St., Tbilisi, Georgia Tel: +995 32 250820, 251352 [Licensed on 10/11/1999.]
Joint-Stock Company "Agroindustrial Bank" JSC, Manager Mr. M. Narsia Head Office: 3, Khazina St., Tbilisi 380005, Georgia Tel: (+995 32) 934629, 999926 E-mail: agrol@iberiapac.ge [Licensed on 10/02/1993.]
Joint-Stock Company "Bank of Georgia"., Manager Mr. V. Pateishvili Head Office: 13, Pushkin St., Tbilisi 380003, Georgia Tel: (+995 32) 997226, 983662 Fax: (+995 32) 983262 E-mail: georgian@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 15/12/1994.]
Joint-Stock Commercial Bank "Basis Bank"., Manager Mr. M. Ambroladze Head Office: 37, Tabukashvili St., Tbilisi, Georgia Tel: +995 32 984736, 986548 Fax: +995 32 98959 E-Mail: bank@access.sanet.ge [Licensed on 04/11/1993]
"Bank of Auction Black Sea" JSC., Manager Mr. J. Chavleishvili Head Office: 91, Iberia St., Batumi 384504, Georgia Tel: (+7 88 222) 54130 Fax: (+7 88222) 75910 E-Mail: cb@basri.net [Licensed on 19/05/1993]
Joint-Stock Company "Cartu Bank", Manager Mr. G. Gobechia Head Office: 39, Chavchavadze Ave,Tbilisi, Georgia Tel: +99532 233574 Fax +99532 230120 E-mail: rcc@iberiapac.ge [Licensed on 9/01/97]
Joint-Stock Commercial Bank "Cavcassioni", Manager Mr. O. Varsimashvili Head Office: 69, Kostava Street, Tbilisi 380009, Georgia Tel: (+995 32) 982432, 982459, 224631 Fax: (+995 32) 982243, 221593 E-Mail: caucasioni@nbg.iberiapac.ge [Licensed 25/02/1992]
"Crediti Bank" JSC, Manager Mr. D. Nikabadze Head Office: 150, Aghmashenebeli Ave, Tbilisi 380012, Georgia Tel: (+995 32) 964080, 969968, 969480 Fax: (+995 32) 969968 Email: credo_ge@iberiapac.ge [Licensed on 111/05/1992.]
"EABANK" Joint-Stock., Manager Mr. E. Morgoshia Head Office: 73a, Tsereteli Ave., Tbilisi 380019, Georgia Tel: +995 32 982483, 996383, 347744 Fax: +995 32982474 E-mail: tolia@iberiapac.ge [Licensed on 17/08/1993] JSC
"EnergoBank", Manager Mr. I. Gvasalia Head Office: 1, Vekua St., Tbilisi 380005, Georgia Tel: (+995 32) 989822, 934824 Fax: (+995 32) 989822 E-mail: energo@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 30/05/1992.]
Commercial Bank "Gamabank" Limited, Manager Ms. I. Korsantia Head Office: 89/24 Agmashenebeli Ave., Tbilisi 380002, Georgia Tel: +995 32 952662, 237025 Fax: +995 32 951108 E-mail: gubo@iberiapac.ge [Licensed on 15/06/1993. Number of branches: 2]
"Georgian Bank" LTD., Manager Mr. D. Samsonadze Head Office: 5, Gorgasali St., Tbilisi 380005, Georgia Tel: (+995 32) 997149 Fax: (+995 32) 997150 E-mail: geob@iberiapac.ge [Licensed on 18/02/1993]
"Georgian Capital" LTD., Manager Mr. N. Murusidze Head Office: 30. Agmashenebeli Ave, Gori., Georgia Tel: 995 32 270 22638 Fax E-mail: bgc@iberiapac.ge [Licensed on 1/10/96]
"Georgian Post Bank" JSC., Manager Mr. S. Iakobidze (GD) Head Office: 95, Tsinamdzghvrishvili St., Tbilisi 380064, Georgia Tel: +995 32 962405, 968269 Fax: +995 32 957223 E-mail: post@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 31/01/1994.] Joint-Stock
"Intelectbank"., Manager Mr. D. Vepkhvadze (GD) Head Office: 127, Aghmashenebeli Ave., Tbilisi 380064, Georgia Tel: +995 32 237082, 954695 Fax: +995 32 237082, 950931 E-mail: ninoc@intelleqt.iberiapac.ge [Licensed on 18/08/1993.] 35.
26
"International Commercial Black Sea Bank (Georgia) S.A."." Manager Mr. K. Challinor Head Office: 14, Chanturia St. Tbilisi, Georgia Tel: +995 32 922345 E-mail: icbsb@nbg.iberiapac.ge [Licensed 0n 23/04/97] 6.
Stock Company International Commercial Bank "Liberty", Manager Mr. G. Karakozov Head Office: 1, Griboedov St., Batumi 384500, Georgia Tel: (+995 222) 75002 Fax: (+995 222) 75001 E-mail: liber@bat.iberiapac.ge [Licensed on 20/01/1992]
CB "Mercury" LTD, Manager Mr. M. Garuchava Head Office: 39a, Vazha Pshavela Avenue, Tbilisi 380060, Georgia Tel: (+995 32) 391241, 391218, 391338, 237129 Fax: (+995 32) 392746, 237129 Telex: 212308 MERC E-mail: mecuge22@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 22/01/1992.]
JSC "Microfinance Bank of Georgia" (MBG) 18, Tamar Mephis Ave., Tbilisi 380012, Georgia Tel: +995 32 921616 Fax: +995 32 250580 E-mail: mbg@mbg.com.ge
Bank "Republic" JSC., Manager Mr. L. Papashvili Head Office: 2, Abashidze str, Tbilisi 380079, Georgia Tel: (+995 32) 294599 , 294598, 294576 Fax: (+995 32) 227566 E-mail: republic@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 04/02/1992.]
"Rioni" JSC., ., Manager Ms. M. Gvetadze Head Office: 4, Nikea St., Kutaisi, Georgia Tel: +995 231 Fax: +995 231 E-mail: rioni@iberiapac.ge [Licensed on 12/05/1994]
Silk Road Bank JSC. Manager Mr. M. Kikoria Head Office: 3, Iashvili St., Tbilisi, Georgia Tel: +995 32 942062, 942080, 922063, 922064 [Licensed on 04/02/1993.]
"TBC Bank" JSC., Manager V. Butskhrikidze Head Office: 11, Chavchavadze Ave., Tbilisi 380062, Georgia Tel: (+995 32) 220661, 294650 Fax: (+995 32) 220406 [Licensed on 20/01/1993] E-mail: info@TBCbank.com.ge
"TbilBusinessBank" JSC, Acting Manager Mr. T. Chochia Head Office: 6/8, Ateni Street, Tbilisi 380079, Georgia Tel: (+995 32) 341839, 342009 Fax: (+995 32) 250122 [Licensed on 21/02/1992]
"Tbilcombank" JSC Commercial Bank of Tbilisi., Manager Mr. M. Machavariani Head Office: 2, Shalva Dadiani St., Tbilisi 380007 Georgia Tel: +995 32 988592, 988593, 988594 Fax: +995 32 984770, 985397 E-mail: tbilcom@nbg.iberiapac.ge, tbilcom@access.sanet.ge [Licensed on 25/08/1992.] 29.
"Tbilcreditbank" JSC., Manager Mr. T. Zhorzholiani Head Office: 79, Aghmashenebeli Ave., Tbilisi 380002, Georgia Tel: +995 32 958343 Fax: +995 32 957250, 982783 E-mail: tbilkredit@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 20/05/1994.]
"Tbiluniversalbank" LTD., Manager Mr. T. Gvalia Head Office: 70, Kostava St., Tbilisi, Georgia Tel: +995 32 998292 Fax: +995 32 986168 E-mail: tbiluniv@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 19/02/1994]
Commercial Bank "Tetri", Manager Ms. C. Turmanidze Head Office: 11\11, Lermontov St., Tbilisi 380007, Georgia Tel: (+995 32) 983824 Fax: (+995 32) 983825, 993865 [Licensed on 12/01/1993] E-Mail: tetri@access.sanet.ge
The Georgian Maritime Bank JSC., Manager Mr. G. Cincqalaze Head Office: 60, Gogebashvili St., Batumi 384517, Georgia Tel: (+7 88222) 20050 Fax: (+7 88222) 27752 E-mail: meritime@nbg.iberiapac.ge [Licensed on 29/01/1993.] 37.
Turkey Emlack Bank- Tbilisi Branch Manager Mr. Mustafa Joshkun Head office: 111, D. Aghmashenebeli Ave. Tbilisi Georgia Tel: + 995 32 943754, 943704, 943714 [Licensed 0n 31/03/98] 30.
"United Georgian Bank" Corporation JSC., Manager Mr. I. Kovzanaze Head Office: 37, Uznadze St., Tbilisi, Georgia Tel: +995 32 956098, 934698 Fax: +995 32 956085 E-mail: apm@ugb.com.ge [Licensed on 10/08/1994.]
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Arbeit zitieren:
Kristin Höltge, 2002, Bankgeschäft oder mehr? - Die Kreditaktivitäten der Mikrofinanzbank Georgien (MBG) aus entwicklungspolitischer Perspektive, München, GRIN Verlag GmbH
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Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Kristin Höltge hat den Text Bankgeschäft oder mehr? - Die Kreditaktivitäten der Mikrofinanzbank Georgien (MBG) aus entwicklungspolitischer Perspektive veröffentlicht
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