Philipps-Universität Marburg Fachbereich Romanistik PS: Die Sprachgeographie der Iberischen Halbinsel Wintersemester 2002/03 Datum: 05.12.2002
Der Einfluß der Arabischen Sprache im Spanischen
Emel Deyneli
Studienfächer: Englisch, Französisch Spanisch (Lehramt)
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.Die Invasion der Araber und die Reconquista
2. Die sprachliche Situation in Al-Andalus
2.1 Das Arabische
2.2 Das Mozarabische
2.3 Der arabisch-romanische Sprachkontakt
3. Die Intensität der Arabisierung
3.1 Iberoromanische Wörter im Arabischen
3.2 Die arabische Dichtung
3.3 Die Arabismen
4. Schlußbemerkungen
Bibliographie
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Einleitung
Ausgehend von der Geschichte kann man sagen, dass es kaum eine menschliche Gemeinschaft gibt, die nicht in Kontakt mit anderen Gemeinschaften tritt. Man kommt zwangsläufig durch äußere Konditionen wie Expansionsdrang und soziale Beweggründe in Kontakt mit andersgearteten Kulturen. Es entstehen Wechselbeziehungen zwischen den verschidenen Gemeinschaften, man profitiert voneinander.
Gegenstand dieser Arbeit ist die Untersuchung der Wechselbeziehungen auf der Iberischen Halbinsel, der sich mit der Invasion der Araber zutrug. Einen Beweis für die Herrschaft der Araber liefern uns heute die im Spanischen vorhandenen Arabismen, also spanische Wörter mit arabischem Ursprung.
Die Arbeit beschäftigt sich demzufolge mit den historischen Hintergründen, die für eine genauere Betrachtung der Arabismen von Relevanz sind. Die sprachliche und historische Entwicklung der Arabismen, deren Aufstieg und Fall, soll im Laufe der Arbeit erarbeitet werden.
Ferner gilt für eine weitergehende Betrachtung auf sprachlicher Ebene der Ansatzpunkt, dass die damaligen sprachlichen Gegebenheiten auf der Iberischen Halbinsel aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht werden sollen. Dies geschieht zum einen mit der Darstellung der verschiedenen sozialen Gruppierungen und deren sprachliche Konstitution. Zum anderen werden für die Intensität der Arabismen relevante Kriterien herangezogen. Maßgebend für die Entwicklung der Arabismen sind zudem die vielseitigen Wechselbeziehungen zwischen Arabern und Einheimischen.
Zur Illustration der Intensität der Arabismen werden verschiedene Arabismen aus unterschiedlichsten Bereichen angeführt, wobei diese alerdings nur begrenzt dargestellt werden können. Zum Abschluß wird versucht, einen kurzen Einblick in die derzeitige sprachliche Situation der Arabismen in Spanien zu geben.
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1.Die Invasion der Araber und die Reconquista Die muslimischen Heere eroberten die Iberische Halbinsel in den Jahren 711-716. Nur ein kleiner Teil der Iberischen Halbinsel, von Galicien bis in die östlichen Pyrenäen blieb unbesetzt, von wo aus die Reconquista, die „Wiedereroberung“, losging. 1 Die Herrschaft der Omaijadendynastie erstreckte sich seit der Eroberung zwei Jahrhunderte über die Iberische Halbinsel. Jedoch endete das Omaijadenreich 1031, und der bisher zentral regierte maurische Herrschaftsbereich zerfiel in kleine, von sogenannten Taifas, „Kleinkönigen“, regierte Emirate .2 Dies vermittelte der Reconquista neue Schubkräfte und Alfons VI. von Kastilien/León nahm 1085 die Stadt Toledo ein. 3 Daraufhin riefen die Kleinkönige die marokkanischen Almoraviden zur Hilfestellung auf, was den Verlust ihrer Selbständigkeit zur Folge hatte. Im 12. Jahrhundert verlor die Almoravidendynastie die Herrschaft über Al-Andalus 4 an die marokkanischen Almohaden, wodurch die Christen von ihrem endgültigen Durchbruch nach Süden aufgehalten wurden. 5 Im Jahre 1212 wurden die Almohaden bei Las Navas de Tolosa von den vereinigten Heeren von Kastilien, Aragón und Navarra entscheidend geschlagen und zum Rückzug gezwungen. Nun öffnete sich für Kastilien der Weg zur Eroberung des Südens der Halbinsel. 6 König Ferdinand III. der Heilige (1217-1252) vereinte im Jahr 1230 die beiden Königreiche Kastilien und León, die in der Folgezeit die muslimischen Reiche von Córdoba (1236), Cartagena (1246), Jaén (1246) und Sevilla (1248) zurückeroberten. Unter Alfons X. (Alfonso el Sabio, 1252-1284) wurden Cádiz (1262) und Murcia (1266) erobert. 7 Nur im äußersten Süden kann sich Granada als letztes maurisches Reich halten – allerdings noch zweieinhalb Jahrhunderte lang. Als Gründe der Unterbrechung der Reconquista führen Geckeler und Dietrich Gründe innenpolitischer und wirtschaftlicher Natur an, wie zum Beispiel Auseinandersetzungen zwischen dem Adel und der königlichen Gewalt, Erbfolgewirren, Bürgerkriege, europäische Verflechtungen, Tributzahlungen Granadas und der sich dort abwickelnde Goldhandel. 8
1 Vgl. Kontzi, Reinhold: „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“. In: Kontzi, Reinhold (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1982, S. 406.
2 Vgl. ebd., S. 406.
3 Vgl., ebd. S. 407.
4 Al-Andalus ist die Bezeichnung für das maurisch besetzte Gebiet der Iberischen Halbinsel 5 vgl., Kontzi 1982: 407.
6 Vgl., Dietrich/Geckeler: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 2000, S. 163.
7 Vgl., ebd. S. 163.
8 Vgl., ebd., S. 163.
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Arbeit zitieren:
Emel Deyneli, 2002, Der Einfluß der arabischen Sprache im Spanischen, München, GRIN Verlag GmbH
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